Für was braucht man Ärzte?

Moderator: DMF-Team

schnuffeldi
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 1152
Registriert: 06.08.13, 13:05

Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von schnuffeldi » 09.10.14, 09:54

Tja "jammern auf hohem Niveau" haben wir auch oben in der "Gesundheit" gefühlte KM geht es auch genauso um "zu wenig Geld" und um noch so richtig draufzuhauen "nah am Sozialhilfeniveau". Und auch Dora wird sich dran erinnern, wenn sie denn möchte. Patienten wären zu faul und zu dumm, sich um die Einkommensbelange der Ärzte zu kümmern. Warum sollten wir? Wir müssen selbst sehen, dass wir mit unseren Einkommen zurande kommen und ich habe auch noch nie einen Arzt gesehen, der sich für meine Einkommensbelange interessierte :lol: ich verlange es auch nicht. Ich erwarte nur, dass ich Hilfe sprich Untersuchung und Behandlung bekomme, die nützlich ist und die mir wieder zur Leistungsfähigkeit und auch wieder zur tragbaren Lebensqualität verhilft. Die gehört , wenn es möglich ist, auch dazu, sonst kann ich m ich auch gleich einbuddeln lassen. Man hört laufend mit großen Worten: umgotteswillen soll sich eine Krankheit nicht chronifizieren. Ähm Glückwunsch, ist sie nun aber. Gilt ja ab dem 6. Monat und wenn es um die Befreiung geht, erst ab einem Jahr bei einem Arzt, wenn ich mind. ein Jahr wegen selber Krankheit bei ihm in Behandlung bin. Ich kümmere mich nun auch drum, da es nun der Fall ist. In jedem Anstellungsverhältnis oder auch Selbständigkeit gibts Risiken, Ungefälligkeiten und etliche Fallen. Ich habe beide Seiten kennengelernt , ich habe wirklich bei der Selbständigkeit durch Sozialromantik und Geiz sogar von der Kommune aus knapp am Existenzminimum gelebt, denn mit 1-3 Eur/ Stunde/ Kurzen sind keine Kosten gedeckt und wenn die öffentlich finanzierten vorher 80h, dann 20 h pro Monat "aufgebraucht" waren, dann hieß es, dass die restlichen Stunden im Monat privat finanziert werden sollten. Und da blühte die Schwarzarbeit, die aber auch gut unterstützt wurde. Privatfinanzierer fand man kaum, nur gelegentlich bei Tagungen und anderen größeren Veranstaltungen und dann ging es nur mit Pauschale, sonst garnichts und dann handelte man man was aus, um wenigstens ein paar Kosten zu decken und bei Minusgeschäften oder 0 hätte ichs auch nicht gemacht. Aber das sind alles so Sachen, bei denen man auch eine Menge Verantwortung über Gesundheit und Leben hat oder in manchen Jobs über eine Menge Geld und man auch nie angemessen bezahlt wird. Wer in irgendeiner Form mit öffentlicher Finanzierung zu tun hat, weil auch das Geld gebraucht wird, stöhnt in allen Tönen, ja. Und im Handwerk ists noch härter, da gehts nicht nach Qualität sondern um den Preis, vielleicht jetzt mit der Berücksichtigung, ob der Mindestlohn gezahlt wird, aber man wird ja dennoch Lücken und Windungen finden, um den "preiswertesten" (eher in dem Bereich billigsten) zu wählen. Aber der Arbeitsmarkt gibts halt so her oder man zieht wieder durch die Kante. Aber das Problem haben Ärzte nicht. Da wählt offiziell noch der Patient, jedenfalls hätte der das Recht, wenn es in der Realität nicht umgekehrt wäre.
Könnte ich, worum es hier geht, im Gesundheitswesen etwas ändern, wären wirklich nur die guten Ärzte, die noch mit der Idee an die Sache herangehen, den Leuten wieder auf die Beine zu helfen und ihre Sache gut machen, dass die wirklich ihrer Leistung angemessen bezahlt werden und ehrliche Abrechnungen (aber dazu müsste man die Unterschrift des Patienten einholen müssen, dass die Untersuchungen und Behandlungen wirklich erfolgt sind) erstellen auch keine Probleme bekommen. Aber Ärzte, die ihren Titel... ichweißnichtwie bekommen haben und unehrlich abrechnen, dass da wirklich Rückforderungen kommen, aber dazu müsste auch die Krankenkasse mal endlich prüfen und Hinweisen nachgehen. Wenn die Forderung auf Ungefallen trifft, keine Angst, wird nicht so kommen, aber dann ist doch irgendwas faul. Die Ärzte, die wirklich mit Fleiß, Kompetenz und Ehrlichkeit arbeiten gehen leider unter den anderen unter, schade. Und dann bin ich gespannt, wie viele Ärzte dann noch übrig bleiben. Dann kann man die Eingangsfrage wieder damit beantworten: um den Patienten, so gut es geht, je nach Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten wieder auf die Beine zu kriegen. Vorausgesetzt auch, dass sich der Patient an Anordnungen hält.
"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)

Muppet
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 4367
Registriert: 10.01.07, 16:48

Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von Muppet » 09.10.14, 11:35

erm
Aber Ärzte, die ihren Titel... ichweißnichtwie bekommen haben
vermutlich in dem sie insgesamt ca. 10 Jahren studiert und einen Ausbildung absolviert haben.
und unehrlich abrechnen, dass da wirklich Rückforderungen kommen, aber dazu müsste auch die Krankenkasse mal endlich prüfen und Hinweisen nachgehen.
Die die "ehrlich" abrechen, werden durchaus ebenfalls von die Kassen bestraft. Medikamente die verschreiben werden müssen, sind oft teuer. Budget überschritten -> Regress. Zahlt der Arzt drauf. Herr Tillenburg hat darüber geschrieben, zusammen mit der astronomischen Summe der von ihm gefordert wurde.

Übrigens: nett und bemüht heißt nicht unbedingt Fachkompetenz. Da wäre ich vorsichtig.

Ein gute Arzt ist nicht jemand der dir viel Aufmerksamket schenkt und sagt das, was dir gerade ins Kram passt.
Ein gute Arzt = fachkompetent, direkt und sagt was Sache ist, ohne durch die Blumen zu reden. So kommt man weiter.

Deine Beiträge sind wie Dora schrieb, langsam teilweise etwas durcheinander und es ist zum Teil schwierig zu verstehen, auf was genau du dich beziehst.
Gruß
Muppet

Biene37
Topicstarter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 969
Registriert: 20.08.11, 23:28
Wohnort: Baden-Württemberg

Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von Biene37 » 09.10.14, 12:11

Wir haben einen hohen Standardt in Deutschland das stimmt.

Manche Tage hab ich daran allerdings sehr gezweifelt, wenn man seinen Vatter 24Stunden pflegt und betreut bis zum Tod, denn dies Muppet was beschrieben wurde, gibts leider in Deutschland auch wenn es nicht in einer Presse steht.
Ebenso Menschen die sterben wegen nicht handeln von Ärzten, sind hier auch keine Seltenheit mehr.
Das gibts alles hier auch.

Notärzte die Dienst haben aber einfach nicht kommen wenn man anruft. RTW Transport Wartezeit 1 Stunde mit Beschweren der Fahrer, man Transportiert im Sitzen festgegurtet anstatt im liegend. Man hätte den RTW sonst ja putzen müssen hiess es.
Kam mir vor wie beim Viehtransport. :cry:
Mein Vatter hat geschrien von zu Hause bis zur Klinik und selbst ist man machtlos.
Im Krankenhaus gings dann weiter, mehr möchte ich dazu hier nicht schreiben. Ich hoffe das sich sowas nicht wiederholt und es ein Einzelfall ist.

Es scheitert an den meist auch Anfänglich einfachen Untersuchungen oder Kontrollen, die halt wahrscheinlich durch unser Gesundheitswesend, Kostensparend weg gelassen werden und am ende ist man in der Notaufnahme.
Wenn man 4 Wochen Schulterschmerzen hat, war man meist schon bei einem Hausarzt und hier beginnts, wenn man Glück hat wird frühzeitig reagiert und weitergeleitet, das erspart nämlich die Notaufnahme. Ansonsten steht der Patient da, entweder selbst zum Ortho oder mit Schmerzen in die Notaufnahme.
Hier spielt Glück ebenfals eine weitere Rolle, Gerätschaften Röntgen u.s.w.sind ganz den Tag und passende Ärzte da.

Zum Umgang ja schnuffeldi, ich habe Serviererin gelernt wenn ich da Gäste angemault hätte, weil ein vorheriger Gast sehr unfreundlich war und Ihm vieleicht das Essen nicht schmeckte, wäre ich nicht weit gekommen ausser das dies Hotel dann eher Leer geblieben wäre. 8) So sind nunmal alle sozialen Berufe mit Kontakt.
Schnuffeldi und auch in der Produktion muss man Reden können, da gehts auch nicht ohne :lachen: , denn sonst läuft als Beispiel eine falsche Serie übers Band weiter weil man nix sagt, das kostet richtig Geld einem Unternehmen.

@Muppet
Zum Borrelliose kram, ich habs nicht aus dem Internet google, sondern von einem Hausarzt.

Der Weg ist heutzutage, wirklich lang um auf die Beine zu kommen. :wink:

Grüsse Biene
Das Leben besteht aus vielen Höhen und Tiefen - man darf nur nicht im Tief steckenbleiben!

Jessy-81
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 728
Registriert: 05.12.08, 20:34

Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von Jessy-81 » 09.10.14, 15:08

Muppet hat geschrieben: Übrigens: nett und bemüht heißt nicht unbedingt Fachkompetenz. Da wäre ich vorsichtig.

Ein gute Arzt ist nicht jemand der dir viel Aufmerksamket schenkt und sagt das, was dir gerade ins Kram passt.
Ein gute Arzt = fachkompetent, direkt und sagt was Sache ist, ohne durch die Blumen zu reden. So kommt man weiter.
In den Punkten kann ich dir zu 100% zustimmen. Was bringt einen ein Arzt der nett smalltalk oder nach dem Mund redet wenn man selber falsch liegt. Nichts. Da kann jemand auch zum Heilpraktiker gehen. Wohl ein Grund das viele da hin gehen. Bei mir zähl was dabei raus kommt bzw. wenn graviere Probleme sind nicht hängen gelassen wird.
Hatte kürzlich im Wartezimmer ein nettes Gespräch mit einer die vor hatte den Arzt zu wechseln. Grund war einzig und alleine das sie vom dem Arzt die Wortwahl nicht gefiel(was ich selber zugebe teilweise Unterirdisch ist) und knallhart sage was los ist. In der Behandlung, Fachkompetenz hatte sie nichts zu meckern. Bei sowas stell ich mir schon die Frage was jemand beim Arzt wichtig ist. Es hatte mich schon früher teilweise gewundert aus was für Gründe mache ständig de Arzt gewechselt.
Auch im Bekannenkreis hatte ich es das welche von einer Ärztin so begeistert waren. Nach genauern nachfragen aus welchen Grund. Sie nahm sich zeit und konnten da hin gehen um Private Probleme zu bestrechen. Sowas würde mir nichts bringt.

Aber was ich finde beim Arzt nicht geht ist was ich selber öfters erlebt habe. Ein Arzt nicht mal sich die mühe mach eine Anamnese zu erstellen. Und einen nach 1-2 Stätzen ein unterbricht wenn es um beschwerden geht. Oder nicht zuhört, Oder Wochenlang auf einen Termin Warten muss wenn es um grafiere Beschwerden geht. Oder nach ein kleines Blutbild, Leberenzyme, Blutsenkung gesagt wird das alle Organisch Erkrankungen damit ausgeschlossen sind. Bei so welche aussagen frage ich mich schon ob die Studiert hat.


Das Kassensystem ist auch nicht grade hilfreich. Es werden die Ärzte belohnt die Patienten haben die nur alle 3 Monete einmal kommen. Die stark aufwendige Patienten betreuen werden bestraft. Hatte Ärzte die bei mir innerhalb 5 Minuten ca 80€ verdient haben und sich nicht zuständig gefühlt haben. Hilfreich waren die nicht. Habe anscheinend das Talent für sich profitabel abzurechen. Und schwierige Patienten abzuschieben. Andersrum will ich ich gar nicht wissen wie wenig bei mir der Arzt bekommt der sich letztes Quartal mich ca. jeden zweiten Tag in der Praxis hatte. Da habe ich ein schlechtes gewissen. Notwendig war es. Haber Honoriert wird sowas nicht. Aber sowas sieht die Krankenkasse nicht. Pech gehabt wer solche Patienten behandelt.

@inter findest du dich nicht widersprüchlich. Einerseits beschwerst du dich das du wochenlang auf Termine warten musst. Aber anderseits schreibst du das du dir immer mehrfache Meinungen bei Diagnosen einholst. Könnte nicht Grade aus dem Grund, es auch mit zutun haben das Fachärzte oft überlastet sind und die Wartezeit solange sind weil es so viele machen?
Übrings es hat auch vorteile zu einen Arzt zu gehen der einen schon länger kennt(die Erfahrung musste ich erst kürzlich machen). In Zusammenhang ob es jemand ist der wegen kleinen Beschwerden ein riesen Drama macht. Oder ehr selbst die Beschwerden runtersprielt. Und vieles mehr spielt auch noch eine rolle um die Sache besser abschätzen zu können.

Gruß
Jessy

dora
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 3495
Registriert: 27.12.06, 00:51

Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von dora » 09.10.14, 16:16

wenn manche hier so schlecht über ärzte schreiben, dann sollte man auch mal die andere Seite sehen,
nämlich die unmöglichen Patienten.
Neulich bein Orthopäden sagt eine Frau zu mir dass sie keine Lust hat weiter zur physiotherapie zu gehen, weil sie keine Zeit hat die Übungen die ihr gezeigt werden zuhaus nachzuturnen. Das wird sie nuin gleich dem Arzt sagen. Ich kam nach der zum Arzt rein, dem sein Gesicht sprach Bände. Die Patientin war übrigens Rentnerin, da dürfte es an Zeit nicht Mangeln.

Eine Frau erzählte mir dass sie zum gleichen Schmerztherpeuten ging wie ich, aber der hat ja keine Ahnung. Warum, weil er ihr Tabletten ( verschiedene Sorten ) verschrieben hat auf die wurde ihr schlecht und schwindlig. Dann ist sie nicht mehr hin-
Mir hat er 2 Sorten Tabletten und noch Tropfen verschrieben und 2 mal ganz deutlich gesagt wenn ich das Zeug nicht vertrage sofort anrufen und kommen. Und ich möchte wetten dass er das zu der auch gesagt hat. Aber mitdebken muss ich halt auch bei sowas.

So und nun nach den 2 Beispielen könnte ich einfach behaupten alles Patienten die Probleme mit ihrem Arzt haben sind zu doof zu lesen ( Beipackzettel ) und können nicht zuhören, oder erfassen Zusammenhänge nicht. Das tue ich aber nicht weil das Einzelfälle sind ( hoffe ich zumindest ).

Und so sollte man das bei den Ärzten auch sehen, es gibt solche und.....

Aber wenn jemand generell mit fast allen Ärzten Probleme hat :shock: :shock:

Muppet
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 4367
Registriert: 10.01.07, 16:48

Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von Muppet » 09.10.14, 18:49

@Muppet
Zum Borrelliose kram, ich habs nicht aus dem Internet google, sondern von einem Hausarzt.
?

Meine Bemerkung ging darum: jemand schrieb Ärzte könnten abgeschafft werden, da es das Internet gibt und man selbst Diagnose stellen kann.
Was oft dabei rauskommt ist - es kann nur Borreliose/Schilddrüsenerkrankung sein. Geht noch weiter - alle Ärzte die etwas anders sagen sind "blöd".
Habe selber als Patientin tatsächlich jemand in die Notaufnahme erlebt, die -trotz 5 negativen Tests und mehrfach Meinungen einholen- darauf bestanden hat Borreliose zu haben, da sie darüber im Internet gelesen habe. Könnte es in sich spuren, wie es sich ausbreitet und ihre Körper angreift. Das sie mit eine große Koffer ankam, ist selbstverständlich.
Sie hat durchgehend auf einem Tablett gegoogelt, um die Ärzte die Symptomen zu zeigen und auch eine Bekannte nach der nächste angerufen, um zu sagen, dass sie in der Notaufnahme wg. Borreliose ist (ohne ärztliche Untersuchung versteht sich). Lag leider einige Stunden in der Notaufnahme im gleichen Zimmer wie sie. Wurde fast wahnsinnig.
Dann ist sie auf der Psychiatrie gelandet - kannten sie im Haus schon gut, regelmäßige Wochenende Notaufnahmebesucherin (typische Merkmal für bestimmte Patientenkreisen).

Internetpatienten sind ein "Traum" für jede der im Gesundheitwesen arbeitet. Oft beratungsresistent.

Wenn man mit die Wörter "ich habe im Internet gelesen, dass...(Symptome + Eigendiagnose)" ankommt, hat man daher eigentlich schon verloren.
Es treibt Ärzte nämlich in die Wahnsinn.

dora
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 3495
Registriert: 27.12.06, 00:51

Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von dora » 09.10.14, 18:56

Es treibt Ärzte nämlich in die Wahnsinn.
und das zu recht

wenn ich hier manchen Beitrag lese was manche meinen besser zu wissen als ihre behandelnden oder nicht mher behandelnden Ärzte :roll:

Dr. A. Flaccus
DMF-Moderator
Beiträge: 4436
Registriert: 06.03.05, 08:30
Wohnort: Hildesheim
Kontaktdaten:

Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 10.10.14, 08:50

Guten Tag,
Gegen 04:30 erschien ein verschlafener, verschnupfter Internist, der meinen Bauch abtastete und (vielzu spät) nach erneutem Ultraschall diagnostizierte:
akute Divertikuilitis. Der CRP Wert war entsprechend hoch und das gegen 07:30 eilig anberaumte Abdomen-CT bewies ca. 12 cm deutliches Entzündungsareal im Dickdarm.
Okay - das Drumherum mit der Wartezeit und Verzögerung ist sicher unglücklich gelaufen, aber in der Sache würde medizinisch nichts versäumt, oder?

Gab es eine Notfall-OP?
Wurden Sie auf die Intensivstation verlegt?

Ich denke eher, es wurde eine Antibiotika-Therapie angesetzt und ggfs. wurde im Verlauf (Tage/Wochen) operiert. Von daher wurde rein medizinisch hier nichts wirklich falsch gemacht, soweit ich das anhand der Schilderungen beurteilen kann. Ob eine stundenweise Verzögerung der Antibiotikagabe hier den Heilungsverlauf beeinträchtigt, wage ich mal zu bezweifeln.

Aber die persönliche Wahrnehmung ist oftmals natürlich eine andere.

Ichg denke, es führt uns auch nicht weiter, hier Einzelfälle aufzudröseln. Jeder von uns kann viele Beispiele "pro" und "contra" benennen. Meines Erachtens sollte es eher um grundsätzliche Fragen der Versorgung gehen, oder?

Und wenn man den Threadtitel anguckt, stelle ich mal provokativ die Gegenfrage:

Ginge es uns ohne Ärzte in Deutschland besser?

A. Flaccus
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator

radfahrer55
DMF-Mitglied
Beiträge: 51
Registriert: 18.08.08, 22:08

Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von radfahrer55 » 11.10.14, 00:56

Biene37 hat geschrieben:Für was brauche ich einen Hausarzt?
Eigentlich überhaupt nicht da ich auch wenn ich zu einem Arzt gehe auch keine Hilfe bekomme kann mir also den Weg dorthin sparen und meine Rezepte für Medik. kann ich auch so abholen.

Für was brauche ich Fachärzte :?:
Das ist doch auch nicht besser,
entweder wissen Sie auch nichts, oder sagen nichts, oder nehmen es einen einfach nicht ernst, oder haben trotz Termin keine Zeit.

So und am schlechtestens ist es wenn man ein Ärzte Team aus verschiedenen Fachbereichen benötig den das setzt auch noch eine Zusammenarbeit voraus.

Heute gehts halt doch schon mit 37 in die Mülltonne.

Grüße Biene
Sehr gut geschrieben. Könnte glatt von mir sein. Ich war trotz diverser Beschwerden wo manche inzwischen Chronisch geworden sind, seit 4 Jahren bei keinem Arzt mehr. Für die Krankenkasse ist man nur eine Versicherungsnummer und für die Ärzte ebenfalls. Ich habe die Bettelei um Termine immer gehasst... und dazu immer die geheuchelte Betroffenheitsstimme der Arzthelferinin dass die nichts früher frei haben sondern erst in X Monaten. (Tut mir leid, für drittklassige Gesetzlich-Zwangsversicherte haben wir keine freien Termine, aber für Privatpatienten beliebige Wunschtermine wie jetzt sofort oder heute Nachmittag oder wann immer sie wollen).

Und die Privatpatienten, die haben es in Wirklichkeit auch nicht besser und werden extragründlich gemolken. Ich erinnere mich an eine Arztrechnung die mir ein Bekannter mal zeigte wo etwas verbaler Trost in der Sprechminute "Ach die Operation wird bestimmt gut verlaufen, Kopf hoch" als Psychologische Beratung teuer abgerechnet wurde. Ich selbst war paar Jahre ohne Krankenversicherungsschutz und selbstzahler und als ich mal eine Rechnung beanstandete weil da Dinge aufgeführt wurden die nicht gemacht wurden, hieß es lapidar ich soll mich nicht aufregen würde ja meine Krankenkasse zahlen.

radfahrer55
DMF-Mitglied
Beiträge: 51
Registriert: 18.08.08, 22:08

Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von radfahrer55 » 11.10.14, 10:10

Ginge es uns ohne Ärzte in Deutschland besser?
Es wäre schon ein großer Schritt getan, wenn Mediziner bei Häufung von Patientenbeschwerden die Arztzulassung komplett verlieren und die Ausbildungskosten an den Staat mit Zinsen und einer 500%igen Strafaufschlag zurück zahlen müssen. Dazu noch ein Ausreiseverbot damit die nicht im Ausland weiter praktizieren können. Das würde genug Druck ins System bringen...

Da gäbe es dann ruck zuck keine Ärzte mehr, die alten Omas Acetylsalicylsäure Präperate ohne die Magenschutztableten verschreiben würden. Meiner Großmutter hat man diese Billig-Magenschutztabletten vorenthalten ==> löcheriger 12Fingerdarm ==> Operation ==> Tod

Anästhesieschwester
DMF-Moderator
Beiträge: 2302
Registriert: 20.05.07, 08:00

Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von Anästhesieschwester » 11.10.14, 11:06

Hallo,

die von Ihnen als "Billig-Magenschutztabletten" bezeichneten Präparate gibt es freiverkäuflich in jeder Apotheke. Die sind schon lange keine Kassenleistung mehr.

Gruß
Die Anästhesieschwester

LilyG
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 290
Registriert: 25.09.12, 09:29

Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von LilyG » 11.10.14, 12:33

Hallo,
radfahrer55 hat geschrieben:Da gäbe es dann ruck zuck keine Ärzte mehr, die alten Omas Acetylsalicylsäure Präperate ohne die Magenschutztableten verschreiben würden. Meiner Großmutter hat man diese Billig-Magenschutztabletten vorenthalten ==> löcheriger 12Fingerdarm ==> Operation ==> Tod
Anästhesieschwester hat geschrieben: die von Ihnen als "Billig-Magenschutztabletten" bezeichneten Präparate gibt es freiverkäuflich in jeder Apotheke. Die sind schon lange keine Kassenleistung mehr.
:?: :?: :?:
Warum hat sich die Oma die freiverkäuflichen Präparate nicht in der Apotheke geholt, oder ihre Angehörigen? Hatte sie oder ihre Angehörigen nicht gewusst, dass ASS zu Komplikationen führen kann? Ist sie nicht aufgeklärt worden? Muss sie oder ihre Angehörigen sich bei Nichtaufklärung das Wissen selbst aneignen? Wer hat die Therapiehoheit?

LilyG

radfahrer55
DMF-Mitglied
Beiträge: 51
Registriert: 18.08.08, 22:08

Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von radfahrer55 » 11.10.14, 13:27

Warum hat sich die Oma die freiverkäuflichen Präparate nicht in der Apotheke geholt, oder ihre Angehörigen? Hatte sie oder ihre Angehörigen nicht gewusst, dass ASS zu Komplikationen führen kann? Ist sie nicht aufgeklärt worden? Muss sie oder ihre Angehörigen sich bei Nichtaufklärung das Wissen selbst aneignen? Wer hat die Therapiehoheit?
Ach kommt nicht mit sowas... dafür ist der Arzt verantwortlich darauf nicht aufmerksam gemacht zu haben.

Ich erinnere mich noch gut wie die Großmutter sich über starke Bauchschmerzen beklagte und das ich beim Doktor anrufen soll. Das hab ich gemacht und der hat mich dann telefonisch zurecht gewiesen, dass die keine Bauchweh hat und die Schmerzen vom Rücken kommen würden. Sie soll paar Tropfen vom Großvaters Schmerzmittel nehmen und gut ist. Die Bauchwehsache ging über ein Jahr.


Oder der Großvater der nach seinem Hirnschlag vom Krankenhaus eine ganze Liternei an Medikamente erhielt, die man vom Hausarzt weiter verschrieben erhielt und sich nach einem viertel Jahr wunderte warum der immer noch so extrem schläfrig und bettlegerig ist. Bis man dann erfahren hat das da so ein süchtig machendes Zeug dabei war, was Krankenhäuser gern zum ruhigstellen verwenden. Den Dreck musste man mühsam ihm abgewöhnen.

Oder der verrückte Massenverkauf von Abführmittel an alte Leute die nach diesem Zeug süchtig werden. Als der Großvater tod war und man seine Wohnung auflöste, hat man allerlei Verstecke gefunden wo er Abführmittel gehortet hat.

Jessy-81
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 728
Registriert: 05.12.08, 20:34

Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von Jessy-81 » 11.10.14, 14:21

radfahrer55 hat geschrieben:
Oder der Großvater der nach seinem Hirnschlag vom Krankenhaus eine ganze Liternei an Medikamente erhielt, die man vom Hausarzt weiter verschrieben erhielt und sich nach einem viertel Jahr wunderte warum der immer noch so extrem schläfrig und bettlegerig ist. Bis man dann erfahren hat das da so ein süchtig machendes Zeug dabei war, was Krankenhäuser gern zum ruhigstellen verwenden. Den Dreck musste man mühsam ihm abgewöhnen.


War kein Beipackzettel bei den Medikamenten mit dabei? Eine gewisse Eigenverantwortung hat der Patient auch. Und da gehört meiner Meinung nach, auch mal den Beipackzettel zu lesen und zu wissen wofür ein Medikament ist.
radfahrer55 hat geschrieben: Oder der verrückte Massenverkauf von Abführmittel an alte Leute die nach diesem Zeug süchtig werden. Als der Großvater tod war und man seine Wohnung auflöste, hat man allerlei Verstecke gefunden wo er Abführmittel gehortet hat.
Dann wurden die Abführmittel wohl ehr nicht verordnet.

Gruß
Jessy

radfahrer55
DMF-Mitglied
Beiträge: 51
Registriert: 18.08.08, 22:08

Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von radfahrer55 » 11.10.14, 14:47

War kein Beipackzettel bei den Medikamenten mit dabei? Eine gewisse Eigenverantwortung hat der Patient auch. Und da gehört meiner Meinung nach, auch mal den Beipackzettel zu lesen und zu wissen wofür ein Medikament ist.
Auch wenn man nicht mehr lesen kann nach einem Hirnschlag? Und was nutzt der Beipackzettel? Habe heute so ein Zeug gegen Sodbrennen gekauft und da steht "Wenn Sie allergisch gegen Methl-4-hydoxydenzoat, Propl-4-hydroxybenzoat sind, darf es nicht genommen werden. Viel spaß einen Allergietest zu finden wo man gezielt auf das testen kann. Und so geht der Schwachsinnige Beipackzettel eine Din A4 Seite, für ein nicht rezeptpflichtiges Sodbrennen-Mittel. Nun schnapp dir mal den Beipackzettel für einen Blutdrucksenker etc... da hätte bei jedem dieser Präperate zu den Symptomen gepasst und mangels erfahrung wie es bei anderen Hirnschlag-Leuten ist, hätte es auch eine Folge von dem Hirninfarkt sein können.

Das ist etwas was der Arzt wissen muss und nicht der Patient. Den Arzt damals darauf angesprochen hat der sofort gewusst woran das lag... aber die ganze Zeit es zuvor sorglos per Rezept weiter verordnet.

Antworten