Für was braucht man Ärzte?

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inter
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Re: Für was braucht man (Haus-) Ärzte?

Beitrag von inter » 07.10.14, 09:49

Ich kann natürlich nur von meinen persönlichen Erfahrungen sprechen und die sind alles andere, als gut.

So habe ich meine Hausärztin schon mehrfach dabei ertappt (ohne dass sie das mitbekam), dass sie mir bei Kontrollbesuchen den Blutdruck falsch mass.
Als Hochdruckpatientin messe ich auch oft selbst. Und wenn ein Arzt statt 170/110 lediglich 140/80 misst, dann bleiben schon Fragen offen .... !
Nächstes Beispiel: eine neue Schwester sollte bei mir eine Lu-Fu durchführen (Lungenfunktionstest bei COPD innerhalb des DMP-Programms).
Das Ergebnis war, meinem Allgemeinbefinden adäquat, schlecht. Einen Tag danach bekam ich einen Anruf, ich solle mich dringend nochmals vorstellen.
Gesagt, getan: dann wiederholte eine andere Schwester besagten Test und die Ärztin änderte die Werte in ihrem Bildschirm :-)
Will heissen: es wird alles ANGEPASST, so wie es IHR in den Kram passt bzw. ihren HOCH dotierten Programmen mit den Kassen.

Ich habe gelernt, dass es generell 2 Sorten von Hausärzten gibt:
- welche, die dramatisieren / die sind mir lieber, weil man da als Patient immer auf der sicheren Seite ist und weiter überwiesen wird...und es gibt...
- solche, die bagatellisieren / das ist die überwiegende Mehrzahl und hier muss man als Patient höllisch aufpassen, nicht auf der Strecke zu bleiben.

Erstere sind meist ängstliche, gewissenhafte Ärzte, oft Anfänger, die nichts falsch machen wollen und lieber einen Test zu viel, als einen zu wenig machen.
Letztere sind leider oftmals skrupellose, ganz gewiefte, die kaum einen Patienten zu Fachärzten überweisen und bei Rezepten lieber grün, statt rot verordnen.
Sie haben den eindeutigen Fokus gelegt auf "Harmonie mit den Krankenkassen", pro sitere..., der Patient ist hier nur Durchlaufposten und Mittel zum Zweck :-)

Mich ärgert es immer, wenn ich akut krank bin und dann keinen schnellen Termin binnen Tagen bekomme, ausser den obligatorischen Quartalsterminen,
wo 1 x Labor und 1 x Gespräch minutiös 3 Monate im voraus eingeplant wurden.
Bleibe ich dennoch mit Beschwerden am Telefon hartnäckig, empfiehlt man mir die sogenannte Akutsprechstunden zwischen 08:00 und 09:00 Uhr täglich.
Mit dem möglichen Resultat, dass man zwar schon 08:00 da war, aber bis Mittag herumsitzt, weil alle "bestellten" Patienten Vorrang kriegen und haben.
Man wird also regelrecht ABGESTRAFT, wenn man plötzlich krank ist und Hilfe sucht.
So sass ich schon einmal dort geduldig mit einer bösärtigen Bronchitis, wo ich kaum noch Luft bekam und die sich später als Bronchial-Ca entpuppte...!!
Sogar Mitpatienten flüchteten vor meinem aggressiven Bell-Husten und die Schwestern hatten auch kein Mitleid, nicht mal ein Glas Wasser .... :?
Es gab auch Patienten, die z.B. sich erst 08:45 Uhr einfanden, die dann im Laufe des Vormittags wieder weggeschickt wurden.
Man sagte ihnen dann: für dringende Notfälle gäbe es ja eine Krankenhaus-Notaufnahme...no further comments.

Was ist das für ein perverses Gesucndheitssystem, dass Gesunde alle 3 Monate einbestellt, um Quartalspauschalen abzugreifen, während wirklich Kranke
sich stundenlang durch volle Wartezimmer quälen müssen und noch verhöhnt werden, denn die Notaufnahmen der Krankenhäuser verweisen dann immer
gern auf den Hausarzt, der da doch auch hätte begutachten und therapieren können...! Als Patient ist man dabei irgendwie immer der dumme Jakob!

Früher war es so, dass man erst zum Arzt ging, wenn man Beschwerden hatte. Diese routinemässige Quartalsbeschau finde ich abartig und unnötig,
weil der Patient so gar keinen Benefit davon hat.

Bei einem Krankenhausenfenthalt diagnostizierte man bei mir u.a.

- um ein Vielfaches erhöhte LIPID-A Werte
- einen drastisch erhöhten CRP-Wert.

Kurioserweise, trotz Hinweis im Entlassungsbericht nach Kontrolle selbiger, kümmert es meine Hausärztin nicht. Sie lässt diese Werte beim Labor-Staging
einfach und bewusst aussen vor. Warum wohl? Was ich nicht weiss, muss ich auch nicht therapieren, oder wie sonst? Honi soit qui mal y pense...!

Auch bin ich dagegen, dass Hausärzte quasi Fachärzte brüskieren und ihnen ihre Arbeit streitig machen, indem sie sogenannte DMP-Programme auflegen.
Das rechnet sich scheinbar so sehr für sie, dass sie dieses lukrative Geschäft über alles stellen.
Ich bin im DMP: Diabetes, COPD und KHK und ich spreche meiner Ärztin a) die Fähigkeiten und Kenntnisse ab für so komplizierte Krankheitsverläufe,
noch dazu in Verbindung mit zahlreichen anderen Erkrankungen. Ausserdem schwinden mit Zunahme solch sinnloser, kostenträchtiger Programme auch
die Möglichkeiten fachärztlicher, spezifischer, gezielter Betreuung. Man gewinnt den Eindruck, als Prellbock zwischen Haus- und Facharzt zu postieren.

Ich würde liebend gern zu einem anderen Hausarzt wechseln, aber die anderen sind auch kaum besser, weil sie das "System" so disqualifiziert.
Ausserdem besteht regional grosser Zusammenhalt, eine quasi geheime Absprache, wonach Hausärzte neue Patienten nur noch aufnehmen, wenn diese
neu zugezogen sind oder deren Hausarzt verstarb bzw. berentet wurde, der Rest wird freundlich, aber restriktiv abgeschmettert.

Das ist halt die Crux von GKV-Patienten, denn Privatpatienten (sehe ich bei meinen Kindern) haben es da viel leichter :twisted:

Wissen Sie eigentlich, woran man eine gute (Hausarzt-) Praxis erkennt? Am Schwesternteam! Das ist der erste und sicherste Eindruck!
Wenn ein Arzt gut ist und patientenorientiert bemüht, dann funktionieren auch die Praxisabläufe und das Schwesternteam ist zuvorkommend und hilfreich.
Taugen die Ärzte nicht oder weniger, so trifft man zumiest auf eine aufmüpfige, besserwisserische, unfreundliche Schwesternclique, weil ihnen einfach der
Respekt vor Arzt und Patient fehlt bzw. abhandenkam. Entsprechend sind dann deren Verhaltensweisen&Anworten auf Fragen, die sicher jeder von uns kennt. :kopfstreichel:
Vorsicht! Bissiger Mund:-)

schnuffeldi
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von schnuffeldi » 07.10.14, 12:58

Ohja, das kann ich nur dicke unterstreichen und siehe oben bei "Gesundheitspolitik" nörgelt die andere Seite über zu wenig Geld, ganz gleich, wie man das Thema nennt :lachen:

Ich habe zwischen 3 Orten einen Vergleich anstellen können. Aber trotz der Knappheit im Heimatort, welcher ein kleines Pupnest ist, bin ich besser behandelt worden als in der jetzt selbsternannten Großstadt. Im zweiten Wohnort habe ich einen Marathon an Zahnärzten erlebt, bei dem ich dachte, doch kein Studium mehr nötig und dann endlich der Richtige, der auch teilweise Schäden von anderen richtete und durch seine Art mir genau zu erklären,was da nun los ist und was er wann warum vor hat hatte ich endlich Vertrauen. Dann zog ich wieder um und dachte, Mist , alles von vorn, naja, für hier und da bissi Kontrolle hälste es aus. Nein, ich bin dann wirklich erkrankt und hatte dann wieder Zweifel, dass man für den Titel nicht studieren müsste und sich jeder mit herablassenden Blick dem Patienten gegenüber einen Kittel mit Namen nebst Titel antackern könnte. Im örtlichen Krankenhaus noch mehr Theater, welches man mir kaum glaubt (siehe Krankenhausmanagement, die "Kunst" einen Patienten richtig umzuverlegen. Es haben um mich herum , auch Freunde direkt mitbekommen, wie der Arzt mit mir herumsprang und so weiter und so fort.
Also wirds schon so sein, dass ein Großteil Arzt/ Ärztin wurde, weil es die Eltern auch sind/ waren und/ oder es unbedingt wollten und man das noch am Sterbebett schwören musste. Denn echte Überzeugung am Beruf-Fehlanzeige! Massenabfertigung, Schmerzpatienten müssen sogar trotz Termin ewig sitzen und können auch nur quartalsweise hinkommen, in der Zwischenzeit mit nem lumpigen Schmerzmittel abgefertigt und ein dreiviertel Jahr ohne Diagnose, auch im Krankenhaus (4 Wochen!) keine Diagnose. Jemand der entweder privat versichert ist oder mit etlichen Ärzten befreundet ist (sicher eher käuflich :-D ) streitet vieles natürlich ab u nd alle Ärzte top und das KH super :lol: ich bin bislang an nur 2 gute Ärzte geraten u nd das nach über einem Jahr Marathon und Albtraum. Ich kann also auch nur komkpetente Leute ernst nehmen, sogar unabhängig ob Arzt oder nicht. Kompetenz hat ja lange nicht mehr mit Titeln zu tun. Und einen guten Hausarzt zu finden ist hier schier unmöglich. Die guten Docs sind alle überlastet und selbst die weniger guten sind gut ausgelastet, was ich sehr falsch finde, aber sich nicht ändern lässt. Und würde man unehrliche Ärzte, die die dollsten Sachen abrechnen und nicht mal behandeln oder untersuchen , dann wäre es seeeeeeeeeeeeeeeehr dünn mit Ärzten :lol: und die ausländischen müssen ja nicht mal richtig deutsch sprechen können geschweige richtig verstehen, habe ich ja auch erlebt. Und nur fürs Betreten der Praxis kriegen die Pauschale und wenn man die Schwestern bemüht, einen Termin zu vereinbaren, den die nicht eintragen. Dann denkt man sich eine hübsche Diagnose aus, fertig :-D ungelogen.
Ja, die Frage,wofür man einen Arzt braucht, wird sich irgendwann erledigen, dann wird in der Schule Medizin vermittelt und dann hossa :wink:
"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)

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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 08.10.14, 09:58

Moin!
Die guten Docs sind alle überlastet und selbst die weniger guten sind gut ausgelastet, was ich sehr falsch finde, aber sich nicht ändern lässt. Und würde man unehrliche Ärzte, die die dollsten Sachen abrechnen und nicht mal behandeln oder untersuchen , dann wäre es seeeeeeeeeeeeeeeehr dünn mit Ärzten :lol: und die ausländischen müssen ja nicht mal richtig deutsch sprechen können geschweige richtig verstehen, habe ich ja auch erlebt. Und nur fürs Betreten der Praxis kriegen die Pauschale und wenn man die Schwestern bemüht, einen Termin zu vereinbaren, den die nicht eintragen. Dann denkt man sich eine hübsche Diagnose aus, fertig :-D ungelogen.
Ja, die Frage,wofür man einen Arzt braucht, wird sich irgendwann erledigen, dann wird in der Schule Medizin vermittelt und dann hossa :wink:
Oje. Armes Deutschland...

Ich halte nichts von solch´ überzogenen Pauschalierungen, denn sie haben wenig mit der Wirklichkeit zu tun und tragen auch nicht zu einer sachlichen Diskussion bei.

Unbestritten gibt es schlechte Ärzte und schlechte Medizin in Deutschland, genauso wie es schlechte Postboten, Verkäufer, Autofahrer und Ingenieure gibt...von schlechten Politikern gar nicht zu reden :wink:

Aber es gibt doch ein paar ganz eigenartige Phänomene zu beobachten:
  • - wann immer "der Deutsche" im Ausland krank wird: Er läßt sich so schnell wie möglich nach Hause bringen...(wozu haben wir wohl eine Unmenge von Rückholdiensten?)
    - auf Mallorca wird z.B. explicit mit "deutschen Ärzten" geworben
    - deutsche Ärzte fliegen ins Ausland um dort z.B. Hüften und Knie einzubauen
    - deutsche Krankenhäuser behandeln zahlreiche Patienten, die aus ganz Europa (und darüber hinaus) eingeflogen werden, um hier behandelt zu werden
Und dann gestatten Sie noch ein paar Fragen:

In welchem Land der Welt können Sie nachts um drei in eine Notaufnajme kommen kommen, und sich wegen Ihrer "seit vier Wochen bestehenden Schulterschmerzen" ärztlich(!) untersuchen lassen?
Ich wievielen Ländern bekommen Sie innerhalb weniger Wochen ein neues Hüft- oder Kniegelenk, wenn Sie es vor Schmerzen nicht mehr aushalten?
Kennen Sie Länder, in denen die "Diagnostik-Dichte" (CT, Kernspin, Kardiologe, Lungenfacharzt) auch nur annähernd so hoch ist wie hierzulande?
Kennen Sie Länder, in denen - unabhängig vom Ort! -innerhalb von 15 Min. ein Rettungswagen und ein Notarzt vor der Tür stehen, wenn Sie Herzschmerzen haben, ein akuter Schlaganfall Sie getroffen hat oder man sich den Arm gebrochen hat ("Schmerztherapie")?

Ich behaupte: Der medizinische Standard in Deutschland ist ausgesprochen hoch.
Qualitätsmängel sind sicher vorhanden, aber bezogen auf die Gesamtheit sind es Einzelfälle.
Die oben zitierten Behauptungen sind - wenn sie so pauschal formuliert werden - ungerechtfertigt.

Dr. A. Flaccus
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dora
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von dora » 08.10.14, 10:56

hallo,

es ist nunmal so, dass man sich seinen Arzt ja aussuchen kann und das ist gut so.
Ich habe auch schon Ärzte kennen gelernt mit denen ich nicht zufrieden war ( besonders Orthopäden ), aner dann gehe ich halt zu einem anderen bis ich meine dass ich richtig behandelt werde. Une wenn ich solch einen Arzt habe würde ich ihn auch nicht mehr wechseln.
Ich kann nur sagen dass ich nur ganz selten Pech hatte, die meisten Ärzte mit denen ich speziell zu tun hatte waren all sehr gut, wobei ich Leute kennen die auch über diese meckern. Beim Nachfragen sind die Gründe teilweise so Haarstäubend dass ich das hier garnicht schreiben will.
Ich wievielen Ländern bekommen Sie innerhalb weniger Wochen ein neues Hüft- oder Kniegelenk, wenn Sie es vor Schmerzen nicht mehr aushalten?
das sit wirklich sehr schmerzhafr, habe das 2 mal erlebe und Termin innerhal 12 Wochen bekommen.
Ich behaupte: Der medizinische Standard in Deutschland ist ausgesprochen hoch
Das sehe ich auch so.
("Schmerztherapie")?
auch hier liegt die Latte in Deutschland hoch, bin gerade in Behandlung bei einem sehr guten Schmerztherpeuten. Und jeder der beim Schmerztherpeuten landet hat eine Menge Arztbesuche bei den unterschiedlichsten Fachrichtungen hinter sich. Daher kann ich sagen dass ich immer egal wo gut Behandelt und auch aufgeklärt wurde.

Ich mag es auch nicht wenn man pauschalisiert.

Wenn hier mal ein User etwas total falsches schreibt sagt doch auch keiner die User im DMF sind d :shock: :shock: f und haben alle keine Ahnung.

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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von schnuffeldi » 08.10.14, 12:23

Dora, dann hast du das Glück, dass es mehrere Orthopäden gibt, die n och aufnehmen. Hier könnte man sich glatt vergraben und ich bin weit auswärts gefahren, weil es nicht anders ging , leider zu spät. Ich weiß es beim nächsten Mal, dass ich eben in die andere Klinikambulanz fahre, wenn ich wieder ein Problem bekomme.

Dr. Flaccus: Ichhabe ja n icht alle Ärzte für schlecht gehalten, nur eben dass die Guten natürlich hoffnungslos überlastet sind und es bei den weniger guten halt auch schon Glückssache ist, denn irgendwie braucht man eben doch einen Arzt, sei es auch eben der Hausarzt. Man kommt ohne kaum weiter, hatte ja vorher auch kaum einen Bedarf daran gesehen, aber festgestellt, dass man da nicht mal drumrum kommt, also muss ich mir halt einen suchen und der m üsste möglichst lesen und schreiben können (ist in dieser Gegend sehr selten) und juchheißa, ich habe einen gefunden. Aber so richtig Hilfe, nunja, aber wenigstens verordnet er mir dies und jenes, wenn die Fachärzte bei Medi-bedarf nicht da sind und ich ihm zeige, dass ich die Medis wirklich nehmen soll und mir nicht irgendwie einfach die Rübe zudröhnen will :lol: ich finde auch gut, dass er sich da absichert.
- wann immer "der Deutsche" im Ausland krank wird: Er läßt sich so schnell wie möglich nach Hause bringen...(wozu haben wir wohl eine Unmenge von Rückholdiensten?)
- auf Mallorca wird z.B. explicit mit "deutschen Ärzten" geworben
- deutsche Ärzte fliegen ins Ausland um dort z.B. Hüften und Knie einzubauen
- deutsche Krankenhäuser behandeln zahlreiche Patienten, die aus ganz Europa (und darüber hinaus) eingeflogen werden, um hier behandelt zu werden
Gut, Ausland wird mich nie betreffen, aber da wägt der Patient auch ab, ists zu Hause weit besser mit dem D oc, klar, dann möglichst nach Hause, ansonsten ists dann auch egal.
Wenn man in Mallorca m it "deutschen Ärzten" wirbt, dann sicher aus einer Gegend, wo die auch einen guten Stand hatten, denn hier ists eine SAche , ich kaufe hier im Örtchen nur wenigen ab, dass sie aufgrund des Heimatgefühls hier bleiben, der andere Teil wird sonst kaum eine Chance haben, wo die Arztwahl noch als solche möglich ist. Denn hier wählt der Arzt aufgrund der Unterversorgung, welcher Arzt, der sonst irgendwo weggeglobt wurde, würde sich die Chance hier entgehen lassen?. In der hiesigen Klinik wirbt man m it Orthopäden, d ie aus dem Städchen kommen, wo ich ja zum Orthopäden muss. Hatte in der Klinik zwar auch mal einen Orthopäden am Bett stehen , aber was da so rübergerollt kam, da bin ich fast abgefault.
Und dass KH Patienten aus aller Herrgottsländern behandeln, die eingeflogen werden, wirds auch regionale Unterschiede geben oder die Notwendigkeit, wenn garnichts anderes mehr geht.
In welchem Land der Welt können Sie nachts um drei in eine Notaufnajme kommen kommen, und sich wegen Ihrer "seit vier Wochen bestehenden Schulterschmerzen" ärztlich(!) untersuchen lassen?
Ich wievielen Ländern bekommen Sie innerhalb weniger Wochen ein neues Hüft- oder Kniegelenk, wenn Sie es vor Schmerzen nicht mehr aushalten?
Kennen Sie Länder, in denen die "Diagnostik-Dichte" (CT, Kernspin, Kardiologe, Lungenfacharzt) auch nur annähernd so hoch ist wie hierzulande?
Kennen Sie Länder, in denen - unabhängig vom Ort! -innerhalb von 15 Min. ein Rettungswagen und ein Notarzt vor der Tür stehen, wenn Sie Herzschmerzen haben, ein akuter Schlaganfall Sie getroffen hat oder man sich den Arm gebrochen hat ("Schmerztherapie")?
Den Vergleich musste ich nie anstellen, gebe ich zu.
Die oben zitierten Behauptungen sind - wenn sie so pauschal formuliert werden - ungerechtfertigt.
war immernoch n icht pauschaliert , da ich von den fähigen Ärzten sprach, die überlastet sind und den unfähigen, die ebenso in die Richtung gehen. Also kein echtes Wahlrecht für die Patienten wie in anderen Regionen, wo die "Einzelfälle" (in anderen Regionen mag es sie geben, hier ists die Masse) auch kaum eine Chance zur Auslastung haben könnten. Arzt- und Krankenhausbewertungen gibts doch überwiegend aus der Idee heraus, dass jeder gute Arzt auch seine Auslastung hat und die untaugliche Fraktion eher nicht. Das mag wie gesagt, in manchen Regionen funktionieren. Hier habe ich nichts vom Lesen der Bewertungen, da man hier froh sein muss, überhaupt einen Arzt zu kriegen. Auch bei den Kliniken. Ein BEkannter (PKV) jubelte die und die Station hoch , während eine MItteilnehmerin, die während der Therapie plötzlich operiert werden musste und es für sie Hölle war, wie für mich die Innere M. vor einem Jahr (siehe "Krankenhausmanagement", bei dem man sich ja kaum vorstellen kann, dass auch einige Ärzte die dollsten ___ *piep* sein können.) Die KLiniken in den Regionen sind also sehr unterschiedlich beliebt und wenn die gute Klinik in der Region sehr gut ist, hat man natürlich unheimlich Wartezeiten und in manchen Fällen bleibt nichts anderes übrig als die Klinik zu wählen, die einem den Erpelparka herunterjagt. Es kommt eben sehr drauf an, wie man versichert ist. Ich muss mal beim Bewertungsportal mal gucken, ob da steht, wie der bewertende Patient versichert ist, ist ja dennoh anonym. Aber stünde es da, wäre das dann klar,warum der die oder die Ärzte so hochjubelt oder die STation, da man sich da plötzlich sehr bemüht und dem GKV das Gefühl vermittelt, man wird nur geduldet, aber auch die GKV bringen Geld ein, denn nur PKV, dann hätten die Bewertungen mit der Versicherungsform so richtig Gewicht. Noch scheints ja in die Gesamtwertung einzugehen,was der einen oder anderen Klinik noch einen Stern mehr einbringt. Auch wenn man einzelne Stationen bewerten kann, ist es zwar einerseits gut, dass man eben nicht die ganze Klinik bewertet, wie man es dort positiv oder gar negativ erlebte. Ich kann also eine andere Station positiv bewerten, weil es bis auf einige Unstimmigkeiten, die nicht in Ordnung waren anbringen kann, aber die Ärzte in Ordnung sind, während auf der anderen Station ...nunja :roll:
Wie schon oft gesagt, bin ich zwar an wenige gute Ärzte gestoßen, aber es gibt sie und der Rest, nunja... möge man sich endlich mal etwas Sinnvolles einfallen lassen, dass die wirklich unehrlichen und wenig kompetenten Ärzte hinten runter fallen und die paar ehrlichen u nd guten wirklich belohnt werden. Aber das wird nie kommen. Und der Beschiss bei den Abrechnungen ist ganz sicher kein Einzelfall. Ich habe etliche Unstimmigkeiten gesehen, wobei die KV eher gleichgültig reagiert und ich müsse es ja mit dem entsprechenden Arzt klären, obwohl ich meine Bezahlung nicht zurückziehen oder teilweise einbehalten könnte wie vielleicht ein Privatpatient, der sich nicht übern Nuckel ziehen lassen muss. Es sind bei mir etliche Diagnosen abgerechnet worden bei verschiedenen Ärzten, da ists mir schwndelig geworden. Selbst bei der Hautärztin, die mir ja noch schriftlich bescheinigte, dass ich nicht wie etliche andere "Ärzte" "diagnostizierten" (warens nicht doch vielelicht die Putzfrauen, diei sich mit nem Kittel nen Zehner vom Chef dazuverdient haben? :-D ) Krankheit A habe und ohne TEst auch nichts feststellbar wäre. Aber es rechneten 4 Ärzte fleißig einen Nagelpilz ab :lol: oder irgendwelche Störungen oder gar sogar "Kreuzschmerzen" (wovon nie die REde war) Alles "Einzelfälle" und ich war vorgestern wieder gucken und es wird immer lustiger 8) (eigentlich nicht lustig).
"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)

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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 08.10.14, 15:58

Hm,

irgendwie scheint scheinen Sie, Schuffeldi, doch ein gestörtes Verhältnis zu meiner Berufsgruppe zu haben:
also muss ich mir halt einen suchen und der m üsste möglichst lesen und schreiben können (ist in dieser Gegend sehr selten)
Hatte in der Klinik zwar auch mal einen Orthopäden am Bett stehen , aber was da so rübergerollt kam, da bin ich fast abgefault.
und der Rest, nunja... möge man sich endlich mal etwas Sinnvolles einfallen lassen, dass die wirklich unehrlichen und wenig kompetenten Ärzte hinten runter fallen und die paar ehrlichen u nd guten wirklich belohnt werden.
(warens nicht doch vielelicht die Putzfrauen, diei sich mit nem Kittel nen Zehner vom Chef dazuverdient haben?
und hatte dann wieder Zweifel, dass man für den Titel nicht studieren müsste und sich jeder mit herablassenden Blick dem Patienten gegenüber einen Kittel mit Namen nebst Titel antackern könnte.
Ach - und keine Pauschalierung?
Also wirds schon so sein, dass ein Großteil Arzt/ Ärztin wurde, weil es die Eltern auch sind/ waren und/ oder es unbedingt wollten und man das noch am Sterbebett schwören musste. Denn echte Überzeugung am Beruf-Fehlanzeige!
Aber ich halte fest: Trotz offenbar schlechter Medizin in Deutschland scheint es Ihnen ganz gut zu gehen. :)

:arrow: http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewt ... 49#p545349
Und ich habe sehr gestaunt, dass es an einem Abend sogar ein Stück frische Gurke gab, war sicher ein Rest von einer "Wunschkost" und/ oder es wird die nächsten Wochen kein neues Gemälde drin sein oder Bauchtänzerin :wink: und jetzt festhalten, (...) es gibt an manchen Tagen wahlweise Muffin oder eine Waffel. Was das alles kostet...uiui... das ist wahrlich die "finanzielle Katastrophe" :ironie: aber ich denke, dieser Aufenthalt wirds mindestens teilweise wieder eingespielt haben.
Offenbar wird Medizin im Krankenhaus ohnehin völlig überbewertet... :wink:

Liebe Grüße

Dr. A. Flaccus
Dr. A. Flaccus
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dora
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von dora » 08.10.14, 16:16

@ Dr. Flaccus

reine Zeitverschwendung ( leider )

schnuffeldi sollte mal lesen was sie da schreibt, das wir ja von Beitrag zu Beitrag chaotischer

schnuffeldi
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von schnuffeldi » 08.10.14, 17:44

Ich sprach von einigen Ärzten, ja und auch schon vorher habe ich nicht "alle" Ärzte geschrieben. Ich habe einiges erlebt, was mich zweifeln ließ und ich hatte auch ein wenig Glück, wenn auch leider zu spät. Ja, es wird durch die Medikamente und sicher auch ein Stück durch die Einlagen besser und nach einem dreiviertel Jahr eine Diagnose und noch mal überworfen, schon während der Diagnostik habe ich einiges erleben müssen, was ich niemandem wünsche, einigen Ärzten bis zur Station im KH. Es widersprach sich so viel , dass man als Patient noch mehr Zweifel bekommt. Das mit dem Orthopäden am Bett war lange nicht die Krönung, das war noch ein verhältnismäßig harmloses Ding, aber diese herablassende Art, wenn ich ihm sage, dass ich mit Pflegediensten etc. noch keine Erfahrungen habe und weder je im Leben einen Gips hatte geschweige beide Beine und ich ihn frage, wie man sich das so ausmalt und wie es abläuft. Denn ich wurde Gang auf und Gang ab gescheucht unter Schmerzen und das täglich und dann plötzlich sollten beide Beine eingegipst werden. Dann kam nur noch die Bemerkung: naja, es ist ja nicht mein Job (womit er ja Recht hat) aber er besorge mir den Sozialdienst, der den Rest macht (auch so weit klar) aber eher gönnerhafte Geste und Ton. Später wollte man ihn, weshalb auch immernoch mal zu Rate ziehen (und ich wunderte mich, warum nun weiterhin nichts passiert weder Gips noch der Sozialdienst) und dann erklärt man mir, der hätte keine Lust, man könne ihn auch nicht zwingen und man könnte mich bis Mitternacht entlassen (es war so ca. 18 Uhr) Klar fährt um die Zeit noch ein Bus oder ich hätte vielleicht einen Taxischein gekriegt, aber ich wäre wieder mit Schmerzen nicht vowärts gekommen und das was da weiter ablief, erklärte ich in einem anderen Thema. Dass endlich zwei andere Ärzte handelten und nicht nur davon redeten, war mein Glück.
Offenbar wird Medizin im Krankenhaus ohnehin völlig überbewertet... :wink:
:lol: Die Priorität bestand offensichtlich mehr auf Kuns(ch)t und Kultur , von der Bauchtänzerin bis zum Klavierklimperer, aber was die Patientenversorgung selbst in der einen oder anderen Station ablief, das glaubt der GF sicher im Leben nicht und selbst wenn er es selbst gehört und gesehen hätte, was da oft abläuft, würde er erhobenen Hauptes auf seiner rosa Wolke davonschweben. Das Wichtigste im KH ist weißgott kein Stück Gurke, aber Ärzte, die auch machen wovon sie reden (vom Punktieren bis zur wennschonseinmuss Eingipsung oder Verlegung in eine geeignete Klinik) Es ist ja schönes Beiwerk, wenn irgendwer klimpert, tanzt oder singt, keine Ahnung, aber in erster Linie, sollte die Genesung der Patienten im Vordergrund stehen und nicht die reine Anwerbung im Foyer. Nützt alles nichts, wenn manche Bewertungen anders klingen, damit meine ich die Bewertungen mit sachlicher Kritik. "Alles nur Sch...." könnte ich auch nicht ernstnehmen, aber detaillierte Beschreibung und Vorschläge, auch wenn man weiß, dass davon nichts realisiert werden würde.

Das was ich bislang also durch hatte, wünsche ich keinem, denn irgendwo ist man ein Mensch und nicht irgendein Stück totes Ding und man hat in die Kasse eingezahlt , welche das dann verwaltet und Patienten können nichts dafür, dass sich die Ärzte unterbezahlt und gestresst fühlen. Stress und Unterbezahlung zieht sich durch etliche Branchen und dennoch gibts da Menschen wie viele Pfleger und Betreuer, die ihre Schützlinge nicht behandeln, als wären sie dafür verantwortlich. Es gibt sicher Gelegenheiten, dass der Patient dem Arzt entgegenkommen könnte, aber dann muss das "Zusammenspiel" auch funktionieren, dann wirds ne gute Basis. Es nützt eben keinem Patienten mit starken Schmerzen, den nur alle viertel Jahre zu bestellen und den mit Ibu abzufertigen.
Für Patienten ist es eigentlich auch müßig , da auch die lesen müssen, sie wären dumm und faul (siehe Gesundheitspolitik) Es mag solche auch geben, aber ein Patient muss nicht dafür sorgen, dass sich der Arzt besser bezahlt fühlt (ich glaube auch bei nem Tausender mehr nicht dran). Eigentlich sollten Patient und Arzt keine Gegner sein, aber die Kluft wird immer größer A durch dieses Gesundheitssystem und B auch die Bedinungen vor Ort.
"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)

Muppet
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von Muppet » 08.10.14, 18:51

Also meine letzte Erfahrung als Patienten im Krankenhaus auf der Neuro war:

Würde aufgrund stärker Schmerzen alleine im Zimmer am Ende des Gangs gelegt (Privatzimmer - als Kassenpatientin) weil es ruhiger war.

Die Behandlung wurde gemeinsam zwischen behandelnde Arzt und ich ausführlich besprochen und gemeinsam entschieden.

Jede diagnostische Untersuchung wurde besprochen und diskutiert, ob sinnvoll oder nicht, da es um Feststellung zusätzlich Nervenschädigung ging, aber keine Latenzen/Amplituden wurden im Vorbefunde angegeben wurden. OK, zugegeben - das ist eine Mangelpunkt.

Jede Untersuchung wurde erklärt (bei mir eher Gerät/Software bezogen).

In solch ein Situation ist mir das Essen egal, zudem mit ein Smartphone kann man alles möglichen liefern lassen.

Ich erwarte auch nicht dass man sofort auf eine Behandlung festlegt. Situationen/Verdachtsdiagnosen können sich mit neue Befunde nach weiteren Diagnostik sich verändern und so das Behandlungsansatz auch. Viel was gemacht wird ist erfahrungsbasiert.

Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist immer beidseitig beeinflusst. Klar es gibt auch Ärzte die ich unmöglich finde. Gibt aber auch Leute die ich privat/sozial begegne, die ich auch unmöglich finde.

Auch bei Ärzte: viele Patienten, vielfältig. Auch in meinem Job, jemand sehr jung und nett sitzt vor einem, hat Zukunftspläne aber... Patient ist jetzt noch fit, aber man weiß, dass für dieser Patient die Zeit abläuft. Grad IV Hirntumor.
2 Minuten später - der nächster Patient hat ein Kleinigkeit fordert jedoch viel Aufmerksamkeit. Ist aber nicht immer möglich innerhalb nur 2 Minuten nach eine sterbenden Patienten abzuschalten.
So macht man sehr schnell an der folgende Patient ein arrogantes und desinteressiertes Eindruck.

Gruß
Muppet

dora
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von dora » 08.10.14, 19:46

so wie Muppet das erlebte im KH beschreibt kenne ich das auch, und so sollte es auch sein
Eigentlich sollten Patient und Arzt keine Gegner sein, aber die Kluft wird immer größer A durch dieses Gesundheitssystem und B auch die Bedinungen vor Ort.
:shock:
solch ein Problem habe ich mit keinem meiner Ärzte.

schnuffeldi
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von schnuffeldi » 08.10.14, 20:05

Bist du in diesem KH denn selbst tätig, Muppet? Dann könnte das auch eine ganz andere Basis sein.
In solch ein Situation ist mir das Essen egal, zudem mit ein Smartphone kann man alles möglichen liefern lassen.
mein Hauptaugenmerk liegt auch nicht auf dem Essen, ist eher der Nebeneffekt, wir haben auch die stets schimmligen Kartoffeln überlebt :lol: (wird sich auch nach zig schriftlichen Beschwerden nie ändern).
Ich erwarte auch nicht dass man sofort auf eine Behandlung festlegt. Situationen/Verdachtsdiagnosen können sich mit neue Befunde nach weiteren Diagnostik sich verändern und so das Behandlungsansatz auch. Viel was gemacht wird ist erfahrungsbasiert.
Klar können sich Diagnosen ändern, habe ich auch durch , damit meine ich nicht die lächerliche Fehldiagnose, über die ich heute noch lachen könnte, außer übers deswegen rausgeschmissene Geld. Aber dass man zumindest doch mal sagt, was man nun tun würde und es auch macht und dann alles weitere bespricht und auch auf den Kopf zusagt, wenn man sich über das eine oder andere noch nicht sicher ist. Ich finde es eher ein Ding, nur zu reden und dann nichts zu tun und wenns ums Punktieren ging, scheucht man den Patienten zum Hautarzt, welcher mir nen Vogel zeigte 8) na ich habe den Schmarrn doch nicht veranlasst. Ich weiß auch, dass es der Internist hätte selbst tun sollen. Aber keine Lust oder wasweiß ich oder das Versprechen ich würde in den nächsten zwei Tagen verlegt werden-nüx 8) man würde auch dies und jenes tun, nunja, ich weiß nicht, wann überhaupt was passiert wäre, wenn das Tamtam nicht noch gekommen wäre. Denn da gabs paar hinter die Ohren, also sinnbildlich und die Chefärztin musste wohl noch aus dem Urlaub geholt werden, wie ich vom lachenden Pfleger erfuhr. Wen schickt man zur Klärung bzw. zur Beschwichtigung vor? Eine jungsche Ärztin, die für den Ärger gar nichts kann, sie fuhr mich zwar auch schon an , weil ich fragte, ob ich ein Ganglion haben könnte und ob man der Sache schon nachgegangen wäre. Man müsste es nicht! (Ich habe eins, wie sich herausstellte und sie entschuldigte sich auch und engagierte sich ,d ass nun endlich die Diagnostik losging...nach sehr langer Zeit.
Ist aber nicht immer möglich innerhalb nur 2 Minuten nach eine sterbenden Patienten abzuschalten. So macht man sehr schnell an der folgende Patient ein arrogantes und desinteressiertes Eindruck.
Nein, sicher ist es nicht leicht, aber kein Patient kann etwas dafür, dass vor ihm ein schlimmeres Schicksal auf dem Stuhl saß. Wir müssen alle, die ständig mit Menschen umgehen, laufend "umschalten" und wenn mich Schicksal A sehr berührt und ich habe gerade mit Schützling B zu tun, muss ich eben durch. Es ist auch nicht leicht, nach Feierabend abzuschalten, aber ich habe mir dann angewöhnen müssen, dass ich mit Aufschließen der Aufangstür auch den Beruf "draußen" lasse, damit ich auch ein Stück abschalten kann, sonst wird man irgendwann zu mürbe. Also muss sich jeder irgendwo das sprichwörtlich dicke Fell zulegen, aber keinesfalls die nötige Sensibilität in Beruf und Privatleben verlieren und nein, es steht in keinem Job im Abrechnungskatalog und dennoch geht man doch nicht wie mit einem Werkstück als Abrechnungsposten mit Leuten um. Und jeder wird aufgrund seiner Fähigkeiten gebraucht. Wer nicht mit Menschen arbeiten kann oder will, muss sich eben in anderen Bereichen umschauen, sei es eben die Produktion. Hörschutz auf, anpacken. Wir haben doch aus anderen Gründen beschlossen, einen Beruf zu ergreifen ob nun mit oder ohne Titel, mit Menschen zu arbeiten oder? Warum, wenn man sich dann anders verhält? Nein, nicht alle , muss man ja immer fleißig dazuschreiben :P aber ist dann in anderen Bereichen, wo der Titel noch was nützt nichts besser bezahltes dabei? Wie darf man das denn sonst verstehen? Fragen über Fragen und sicher nie eine richtige Antwort, wenn man sich darüber nie bewusst ist oder es verdrängt hat, hm? Die Frage,wozu man Ärzte braucht, dürfte eigentlich klar sein, aber oftmals stellt man sich die Frage wirklich, wenn es eben da und da vorn und hinten nicht hinhaut und man sich am Ende noch selbst operieren muss oder ne Apotheke überfallen, um kein Rezept auftreiben zu müssen :wink:
"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)

Muppet
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von Muppet » 08.10.14, 20:27

Nein, bin und war ich nie in diesem Krankenhaus tätig.
Hat auch keine Zusammenhang mit wo ich arbeitete. Ganz andere Träger. Kannte die Ärzte dort nicht und war vorher nie da. Wurde als Notfall eingeliefert. Für stationäre Behandlung blind unterschrieben da nur halb bei Bewusstsein.
Einzige Gemeinsamkeit - sie kennen meine Neurologin, wussten das aber erst nach ich Befunde angefordert habe.
Galt wohl laut Krankenpflegerin beim Zimmerzuweisung als Nette. War in der Notaufnahme wohl sehr geduldig obwohl schlechte Zustand und heftige Schmerzen und es wurde von die NA Krankenpflegerin die mir dahin begleitete eine Krankenschwester auf Station mitgeteilt.

Wenn etwas in der Notaufnahme ewig dauert, obwohl schon im Behandlungsraum weiß ich ja - es gibt irgendwo im KHS eine sehr schweren Notfall. Kann dauern.

inter
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von inter » 08.10.14, 23:08

Dr. A. Flaccus hat geschrieben:Moin...Oje. Armes Deutschland...halte nichts von Pauschalierungen, denn sie tragen auch nicht zu einer sachlichen Diskussion bei...Unbestritten gibt es auch schlechte Ärzte und schlechte Medizin in Deutschland
  • - wann "der Deutsche" im Ausland krank wird: Er läßt sich schnell nach Hause bringen...(Unmenge von Rückholdiensten?)
    - auf Mallorca wird z.B. explicit mit "deutschen Ärzten" geworben
    - deutsche Ärzte fliegen ins Ausland um dort z.B. Hüften und Knie einzubauen
    - deutsche Krankenhäuser behandeln zahlreiche Patienten, die aus ganz Europa (und darüber hinaus)
Hier möchte ich widersprechen, wenn ich darf?:-)
1. Rückholung aus dem Ausland, weil ein solcher Versicherungsschutz existiert, weil man im Ausland Sprachprobleme hat und weil dort Ärzte womöglich noch schlechter sein könnten?
2. Mallorca ist niedrigpreisiger als DE, weil Deutsch-Docs dort paradiesische Zustände (und Patienten!) vorfinden, schöne Meeresfinkas bewohnen und ihr Personal fein ausbeuten?
3. Deutsch-Docs fliegen...logo...immer das ist immer nur eine Frage des Preises, weniger des Anspruchs (Stichwort: Motivation) und sicher, weil Vor-Ort-Docs denkbar schlechter sind?
4. Deutsche Spitäler...bieten seltenen Luxus, verglichen mit dem Rest der Welt; es kommen doch nur die Priviligierten &Oligarchen, die sich das auch leisten könnten, oder?


In welchem Land können Sie nachts um drei in eine Notaufnahme kommen, und sich wegen Ihrer "seit vier Wochen bestehenden Schulterschmerzen" untersuchen lassen?

Sicher auch keinem hiesigen (meine Erfahrung), da man minutiös darauf achtet und beharrlich danach fragt, seit wann man seine Beschwerden habe....und man auch weggeschickt wird :-)

In wievielen Ländern bekommen Sie innerhalb weniger Wochen ein neues Hüft- oder Kniegelenk, wenn Sie es vor Schmerzen nicht mehr aushalten?

In vielen, so man es sich leisten kann. In DE ist das doch unbestritten zum lukrativsten aller Klinikgeschäfte geworden, also hier liegt der Fokus auf Gewinn, weniger auf Patientenwohl :-)

Kennen Sie Länder, in denen die "Diagnostik-Dichte" (CT, Kernspin, Kardiologe, Lungenfacharzt) auch nur annähernd so hoch ist wie hierzulande?

Ja: in den USA, in Schweden und anderswo, obwohl dort mitunter allein die Zahlungsfähigkeit des Patienten über sein Wohl und Weh entscheidet; hier Gottseidank NOCH nicht!

Kennen Sie Länder, in denen innerhalb von 15 Min. ein Rettungswagen und Notarzt vor der Tür stehen...?

Na freilich, wobei es hierzulande und in Ballungsgebieten schon lange nicht mehr so vorbildlich ausschaut, wie Berichte aus Hamburg kürzlich schmerzvoll bewiesen haben :-)

Ich behaupte: Der medizinische Standard in Deutschland ist ausgesprochen hoch. Die oben zitierten Behauptungen sind ungerechtfertigt.

Dass der Standard hierzulande hoch ist, stimmt natürlich, aber abweichende Meinungen zu den ausführenden Ärzten sind durchaus berechtigt, da erfahrbar.
Das leugnen oder bagatellisieren zu wollen, wäre ein ebenso untauglicher Versuch einer unzulässig unseriösen "Pauschalisierung".
Vorsicht! Bissiger Mund:-)

inter
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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von inter » 08.10.14, 23:48

Apropos Krankenhaus!

Auch ich habe schon tolle Erlebnisse dort gehabt.
So wurde ich in einer Nacht eingeliefert mit heftigem Unterbauchweh. Nach langer Wartezeit kam eine unbedarfte Assistenzärztin, die des Ultraschalls wohl nicht mächtig war. Sie entfleuchte nach 20 minütiger, halbherziger "Untersuchung" kommentarlos wieder.
Dann lag ich sage und schreibe fast 3 Stunden wie "Warten auf Godot" im Schockraum, wo mich eine freche Schwester hin und wieder mal beschaute, von nachts 01:00 Uhr bis nach 04:00 Uhr. Mein wartender; besorgter Sohn wurde einfach heimgeschickt.

Gegen 04:30 erschien ein verschlafener, verschnupfter Internist, der meinen Bauch abtastete und (vielzu spät) nach erneutem Ultraschall diagnostizierte:
akute Divertikuilitis. Der CRP Wert war entsprechend hoch und das gegen 07:30 eilig anberaumte Abdomen-CT bewies ca. 12 cm deutliches Entzündungsareal im Dickdarm.

Ich will nicht meine ganze Krankheitsgeschichte hier offenbaren :oops: - um Himmelswillen - ich will nur kundtun, was das Kuriosum an diesem Erlebnis war:
die besagte (freche) Schwester hatte den diensthabenden Internisten bewusst, wissentlich und willentlich erst gegen 04:30 verständigt und herbeigerufen,
weil sie so argumentierte: "der Arzt sollte sich noch ein wenig Nachtschlaf gönnen...er sei doch so verschnupft...der Ärmste..." :evil:
Der "dumme Patient" kann doch warten...! Schliesslich schaute sie halb halbstündig nach mir, ob ich denn noch lebte...!!


Resumée: Patienten haben keine Rechte, sie haben Glück oder Pech im Krankheitsfall.
In meinem Fall hatte die Ass-Doc wohl die Gefahr leider nicht erkannt und entsprechende Infos weitergreicht, so nach dem Motto: hat noch Zeit.
Da lt. CT bereits eine Sigmadivertikulitis vorlag mit Verdacht auf "verdeckte Perforation", war es eine durchaus sehr heikle Angelegenheit und Situation.

Wir haben dann überlegt, ob wir das einem Rechtsanwalt übergeben sollten, haben es dann aber lediglich fein säuberlich archiviert, man kann ja nie wissen :idea:

In den Notfallaufnahmen der Krankenhäuser spielen sich immer häufiger schlimme Szenen ab.
Ich sehe das Problem einerseits in der Organisation, andererseits in der Überlastung ansonsten stationär tätiger Ärzte, die diese Sparte praktisch mit-betreuen.
Sie sind dann regelrecht erzürnt und verärgert über jeden potentiellen Patienten, Ausnahme: solche, die mit Rettungsdiensten eingebracht wurden.
Noch übler und lächerlicher empfinde ich dabei die Unsitte, wonach GKV-Patienten (Privatpatienten dürfen nämlich schnurstracks in die Notaufnahmen!), die selbst kommen,
erst einmal über den benachbarten "kassenärztlichen Notdienst" gehen müssen, bevor sie in die Krankenhausareale vorgelassen werden.
Also auch hier : doppeltgemoppelt, denn selten bleibt es dabei.

Schöne Grüsse in die Nacht
EURE INTER :roll:
Vorsicht! Bissiger Mund:-)

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Re: Für was braucht man Ärzte?

Beitrag von Muppet » 09.10.14, 08:05

Hallo,
ich nehme Dr. Flacuss Aussagen und vergleiche sie mit meinem Land (GB) - bin auf dem Land aufgewachsen.
In welchem Land der Welt können Sie nachts um drei in eine Notaufnajme kommen kommen, und sich wegen Ihrer "seit vier Wochen bestehenden Schulterschmerzen" ärztlich(!) untersuchen lassen?
Nicht in England, und im Wartezimmer stehen Hinweise wie man Infektionsgefahr dort (also im Wartezimmer) vermeiden kann. Hausarzttermin können Wochen dauern
Ich wievielen Ländern bekommen Sie innerhalb weniger Wochen ein neues Hüft- oder Kniegelenk, wenn Sie es vor Schmerzen nicht mehr aushalten?
GB -Wartezeit kann sich um bis zu über 2 Jahren handeln. Operiende KHS kann sehr weit weg liegen, ggf. höhe Reisekosten.

Absolute Hohe: Radiologe in London kam nicht hinterher, Bilder nicht angeguckt und keine Befunde 6 Monate lang ausgestellt. Leider hatten natürlich einige Patienten Krebs und wussten es nicht. Wurden nicht behandelt bis es zu spät war. Geschichte findet man in die englische Presse.
Kennen Sie Länder, in denen die "Diagnostik-Dichte" (CT, Kernspin, Kardiologe, Lungenfacharzt) auch nur annähernd so hoch ist wie hierzulande?
Gab bei uns in meine Kleinstadt gar keine Fachärzte, nur 3 Allgemeinmediziner (gab nur 1 Praxis), Geburtsklinik wurde mit 2 Wochen Warnung zugemacht, Frauen wurden erzählt, sie sollten zu Hause gebären, da nächste Krankenhaus weit weg und überfüllt.
Auch wo meine Eltern jetzt wohnen - keine Fachärzte. 1 Stunde mit Auto, mit öffentlichen muss man umsteigern, fahren aber jeweils nur 3 Züge am Tag - lange Wartezeit. Besonders für Schwerkranke. Taxi kostet 120 € - eine Richtung.
Kennen Sie Länder, in denen - unabhängig vom Ort! -innerhalb von 15 Min. ein Rettungswagen und ein Notarzt vor der Tür stehen, wenn Sie Herzschmerzen haben, ein akuter Schlaganfall Sie getroffen hat oder man sich den Arm gebrochen hat
Nach ein schweren Autounfall hat es über eine halben Stunde gedauert - im Vorort von einem Stadt. Hubschrauber ging nicht. War Defekt. Wären wir zu Hause gewesen, weit über eine Stunde.
Bei meine Oma in London (Privatpatientin) 45 minuten, war schon trotz CPR längst tot bis das Krankenwagen da war - Krankenhaus war nur 5 Kilometer weit weg.


Nach dem Autounfall (2008 in England) hat es 3 Monate Antibiotika gebraucht um das Krankenhausinfekt los zu kriegen. Hat ein Patient auf dem Boden gepullert, wurde es mit Papiertücher kurz ohne Handschuhe weggewischt und ab zum nächsten Patient. Habe daraufhin Desinfektionsmittel besorgt, Gipsfuß möglichst nicht auf dem Boden getan, wenn unvermeidbar sofort desinfektiert.

Da ich wegen eine Luxation im OP (zum Glück Eingriff nicht erforderlich) war, wurde ich erstmal 1 Woche isoliert, da die reine Tatsäche, dass ich im OP war, hieß, dass ich eine potentiellen Kontaminationsgefahr darstellte und musste warten bis die Abstriche als o.B. befundet wurden. Eine Woche später las ich in die Zeitung, dass ein Kind mit Gehirnerschütterung zur Beobachtung in diesem Krankenhaus kam und ist daraufhin an ein Krankenhausinfekt gestorben.
Solche Geschichten werden oft in die Presse berichtet.

Finde daher einige Aussagen hier, jammern auf sehr höhen Niveau.

Gruß
Muppet

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