Enttäuschung über manche Ärzte

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LisaL
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Enttäuschung über manche Ärzte

Beitrag von LisaL » 26.12.18, 15:12

Hallo,

die Enttäuschung über einige Ärzte, die mich zuletzt behandelt haben reißt einfach nicht ab. Ich bin nur noch fassungslos und zermartere mir das Hirn, um vielleicht doch noch eine einigermaßen sinnvolle Erklärung zu finden....

Als ich eines abends auf der ITS eine rote längliche Tablette unter all den weißen fand, erhielt ich auf Nachfrage die Info das sei ein leichtes Schlafmittel. Ich konnte zwar schlafen dank Morphium, Tilidin etc. aber egal, ich habs genommen.
In den ersten Arztbriefen tauchte es noch auf einer Liste als "25 mg Melperon" auf. Mir war zwar bekannt, dass ich aufgrund meiner Muskelkrankheit nicht unbedingt Neuroleptika ohne Grund nehmen sollte, aber naja.

Stutzig wurde ich allerdings, als ein weiterer Arztbrief kam, der alle vorigen Versionen ersetzen soll. Wieder gab es diese Liste "Medikation bei Verlegung auf die Neurologie". Diesmal wurden sogar die Hersteller genannt, aber das Melperon war weg.
Hatte ich vielleicht eine höhere Dosis bekommen? Meinem Neurologen waren keine roten Melperon bekannt. Meine Stammapothekerin recherchierte und fand keinen Hersteller, der Melperon als rote Oblong-Tablette vertreibt.

Da auf der Neurologie auch Melperon gestellt wurde, ich aber ebenfalls die rote Tablette bekam, frage ich mich wie das logistisch wohl funktioniert hat. Pflege und Ärzte waren nämlich laut Übergabe-Protokoll (lag in der Akte) nicht einmal über meinen tatsächlichen Zustand informiert.

Weder die kürzlich durchgeführte Thorakotomie noch das künstliche Koma zwei Tage vor der Verlegung wurden erwähnt. Als ich einmal über starke Schmerzen an der Thoraxnarbe klagte, rollte der Arzt mit den Augen und sagte, dass die Narbe nicht am Thorax schmerzen könne, da ich ja nur am Unterschenkel operiert worden sei! :shock:
Die Narbe wollte er sich nicht mal ansehen, er hat nur die Schmerzmittel erhöht. Ob er aufgrund der Medikation davon ausging, dass ich psychisch krank sei kann ich nicht sagen. Jedenfalls ist das alles sehr seltsam wie ich finde.

Nett war wiederum ein Pfleger, der mir sagte, dass er gar nicht versteht, warum er die Anweisung hat, mich bzgl. der Medikation streng zu überwachen und niemals die Box mit den Medis in meinem Zimmer zu lassen. Ich kam ihm so normal vor!


Nachdem ich mir alle roten Oblong-Tabletten in einem Buch angesehen habe, bin ich mir zu 95 % sicher Risperidon erhalten zu haben. Falls jemand eine Idee hat, warum Melperon dokumentiert aber Risperidon verabreicht wurde? Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.

Glücklicherweise bin ich an einen netten Neurologen geraten, so kann ich nach diesem Albtraum wieder Vertrauen fassen. Der nächste Termin ist aber noch lange hin...

Liebe Grüße, Lisa

Monsti55
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Re: Enttäuschung über manche Ärzte

Beitrag von Monsti55 » 03.01.19, 22:49

Hallo Lisa,

wer oft oder chronisch krank ist, dem bleiben Enttäuschungen leider nicht erspart. Zu Deiner Medikation kann ich leider nichts schreiben, wohl aber über nervige Erfahrungen mit Ärzten.

Eine große Enttäuschung erlebte ich z.B. im vergangenen Sommer, als man mich wegen unerklärlicher Gewichtsabnahme von 49 kg auf knapp 43 kg innerhalb von zwei Monaten stationär aufgenommen hatte. Der Stationsarzt sagte, ich sei doch schon immer dünn gewesen, außerdem würde ich auf der Waage im KH über 44 kg wiegen. Und ja, sie wogen mich nach dem Mittagessen und samt Kleidung. Ich dagegen wog mich zu Hause stets vor dem Frühstück und nackt. Diagnose nach diversen Untersuchungen: Magenausgangsstenose und ein bis ins kleine Becken reichender Hakenmagen, der sich zudem kaum bewegt. Im Entlassungsbrief stand gleich auf der ersten Seite: "Subjektiv empfundener Gewichtsverlust von 5 kg innerhalb von zwei Monaten". Auf S. 2 stand etwas von 3 kg Gewichtsverlust, auf S. 4 hieß es, mein Gewicht sei gleichbleibend bei 44,5 kg. Angesichts dieses Schwachsinns rastete nicht nur ich aus, sondern auch der Doc, der bei mir die Magenspiegelung durchgeführt hatte. Der Stationsarzt hatte den Bericht nämlich eigenmächtig verändert. Statt "unpassierbarer Pylorus" stand da nun "schwer passierbarer Pylorus".

Der nächste Knaller war der Entlassungsbrief in einem anderen Krankenhaus, in dem ich zwecks Zweitmeinung war. Dort stand bei den Diagnosen "Endständiges Ileostoma nach totaler Kolektomie wegen Colitis ulcerosa". Ich hatte nie Colitis ulcerosa, sondern Morbus Hirschsprung. Auf S. 2 hieß es, dass wegen Schluckstörungen eine Breischluckuntersuchung durchgeführt wurde. Ich habe aber keine Schluckstörung, sondern mein Magen entleert sich nicht problemlos.

Ich könnte über solche Erlebnisse in den letzten 15 Jahren ein ganzes Buch mit Ärzte-Schwachsinn füllen. Zweimal waren sie um ein Haar tödlich.

Inzwischen bin ich wachsam und beobachte genau. Mitunter weigere ich mich auch ganz einfach, bestimmte Medikamente zu nehmen, was natürlich ein gewisses Fachwissen voraussetzt. Zwangsläufig wird man mit der Zeit zur eigenen Expertin ...

Liebe Grüße
Monsti

Angelus Noctis
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Re: Enttäuschung über manche Ärzte

Beitrag von Angelus Noctis » 04.01.19, 00:14

Na sein mal froh, dass du nur über manche Ärzte enttäuscht bist. Ich bin von fast allen Ärzten enttäuscht.
Der Fischer.

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