Tarsaltunnelsyndrom oder tarsale Koalition?

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Chandra
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Tarsaltunnelsyndrom oder tarsale Koalition?

Beitrag von Chandra » 03.08.07, 10:32

Hallo zusammen,

ich habe vor einiger Zeit bereits meine Problematik mit dem Tarsaltunnelsyndrom vorgestellt, das bei mir durch einen Neurologen bestätigt wurde.
Jetzt, wo ich jedoch operiert werden sollte und ich von allen Seiten immer nur hörte, dass ich mit dieser komplizierten Fußoperation noch mein ganzes Leben Probleme haben könnte, habe ich noch einmal einen richtigen Spezialisten im Bereich der Fußchirurgie zu Rate gezogen, der mir in den ersten Minuten der Behandlung direkt sagte, er würde die Diagnose des Tarsaltunnelsyndroms stark anzweifeln und eher auf eine tarsale Koalition tippen.
Er kam vor allem wegen meiner einseitigen Fersenunbeweglichkeit und meiner Schmerzlokalisation unterhalb des linken Innenknöchels darauf.
Auch würde das eher meiner Altersgruppe entsprechen (21) und auch die neurologischen Beschwerden erklären (Nervenschmerzen an der Fußsohle, Ferse bis den Oberschenkel hinauf, temporäre Paresen), da eine Koalition den N. tibialis angeblich ebenfalls komprimieren oder zumindest irritieren könnte.
Ein MRT ist bereits gelaufen, bei dem die Diagnose einer Koalition zwar ausgeschlossen wurde, nach Ansichten des Fußspezialisten war es jedoch hochgradig auffällig.

Meine Frage: Kennt sich jemand mit Koalitionen aus? Hat jemand Erfahrungen mit ensprechenden Therapie- und Diagnosetechniken?

Liebe Grüße

Chandra

tim-kra
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Beitrag von tim-kra » 04.08.07, 19:57

Ich habe auch Probleme mit dem Tarsal und bin alle Ärzte durch.

Zuerst hieß es eine Bandscheibenvorwölbung L5/ S1 sei die Ursache, dann zuletzt sei es durch eine örtliche Kompression zu den Bescwherden gekommen (`habe jahrelang auf dem Fuss gesessen - Macke...).

Einen OP Termin für die Verlegung des Tarsals hatte ich auch schon, dann aber auf Anraten anderer Ärzte verschoben. Und das war glaube ich gut so.

Eine OP am Tarsal soll die letzte Möglichkeit sein, da eine recht große Narbe entseht und diese immer belastet/ tangiert wird - an der Fußinnenseite entlang.

Die Ursache für meine Beschwerden konnten nie klar festgestellt werden. Wenn ich z.B. jogge, folgt Tage später die Strafe in Form von kribbeln/ ziehen. Für einige Tage.

Also jogge ich nicht mehr, sondern habe mir einen Crosstrainer geholt. Und trage Einlagen.
Und alles in allem geht es was besser.

tim-kra
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Beitrag von tim-kra » 05.08.07, 16:11

Was ist denn eigentlich eine tarsale Koaltion bzw. wie soll man die behandeln können?

Chandra
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Beitrag von Chandra » 06.08.07, 09:26

Hallo tim-kra,

eine tarsale Koalition ist eine Verschmelzung von zwei oder mehr Knochenkernen im Tarsusbereich. Das bedeutet, dass Knochen, die normalerweise getrennt sind, zusammengewachsen sind. Und das kann (wie bei mir) zu schweren Senk-Spreizfüßen, Schmerzen und (teilweise spastischen) Lähmungen führen. Quasi ähnliche Symptome wie beim Tarsaltunnelsyndrom, von dem bisher bei mir ausgegangen wurde.

Dementsprechend ähnlich sieht auch die symptomatische Therapie aus, die natürlich erst mal konservativ versucht wird. Ich habe auch schon hinreichend viele Einlagen, Krankengymnastik, Akupunktur und anderweitige Schmerztherapie hinter mir, die zusätzlich auf Leber und Nieren schlägt. Auch Belastung sollte ich meiden - da könnte man mir genauso mein Todesurteil aussprechen! Ich bin einmal Leistungssportler gewesen und würde echt alles dafür tun, wieder Sport ausüben zu können.

Darum geht man bei mir auf die nächste Stufe: OP. Und hier unterscheiden sich die Operationstechniken, deshalb wäre es wichtig, es differentialdiagnostisch richtig abgeklärt zu haben. Denn Du hast natürlich Recht, wenn Du sagst, dass so ein Fußeingriff nicht ohne ist. Mitunter kann man es sein Leben lang bereuen. Aber ich halte es anders einfach nicht mehr aus!

Wenn es bei Dir mit der konservativen Therapie so gut funktioniert und Du auf das Joggen einfach verzichten kannst, würde ich mich an Deiner Stelle auch nicht operieren lassen!
Ist denn da mal ein MRT oder sowas gemacht worden, um die Ursache zu finden?

Liebe Grüße

Chandra

tim-kra
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Beitrag von tim-kra » 11.08.07, 19:48

Hallo Chandra,
ja, bei mir ist auch schon einmal ein MRT gemacht worden. Ohne Auffälligkeiten.
Geröntg wurde mein Fuß in allen Varianten, der andere direkt mit zu vergleichen. Ohne Ergebnis.
Eine Laufbandanlaysee ergab das der linke Fuß, der entsprechende, deutlich stärker abknickt wie der rechte Fuß.
Nervenleitgeschwindigkeit ist o.k..
Bandscheibenvorwölbung L 5/ S 1 habe ich, bis an die Wurzelabgänge L 5 /S 1.
Zwei Neurolgen meinten es sei möglicherweise durch eine Druckschädigung verursacht (ich habe jahrelang auf dem Fuß gessen, d.h. auf den Stuhl hochgezogen...).
Tja, das war es.

Das Gefühl war anfangs als wenn jemand über dem Knöchel "würgt" d.h. Hände umlegt und abdrückt. Dann war auch ab und an ziehen vom Innenknöchel.
Und auch wenn ich über dem Aussenknöchel an der Seite kratzte, spürte ich die Nerven im Fuß, wie ein Kribbeln.

Und keiner weiß was es genau ist bzw. woher es kommt.

Ich kann aber damit leben, nur nicht joggen, keine Gymnastik machen wo der Fuß kurz gequetscht wird.

Gruß tim-kra

tim-kra
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Beitrag von tim-kra » 07.01.08, 19:33

Hallo Chandra,

was macht Dein Tarsal?

Chandra
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Beitrag von Chandra » 13.01.08, 11:54

Hallo tim-kra,

Danke der Nachfrage! :wink:

Hab jetzt (im August) den N. tibialis dekomprimieren lassen und Beschwerden hab ich immer noch. Laut Aussage des Arztes kann das aber auch noch bis zu einem Jahr nach der OP so bleiben - wenn danach alles besser sein sollte, hat es sich auf jeden Fall gelohnt! Was ich zumindest schon bemerke: Ich hab an dem Fuß (li) keine Lähmungserscheinungen mehr und kann dann jetzt wenigstens Krankengymnastik betreiben, um die Fußwölbungen wieder zu stabilisieren und aus diesem Teufelskreis zu entkommen. Denn ich möchte an und für sich auch unbedingt wieder Sport treiben können, ohne mir ich will nicht denken was für Schmerzmittel reinziehen zu müssen...

Hast Du denn mittlerweile eine angemessene Therapie gefunden? Denn ein Leben lang einfach ganz aufs Laufen zu verzichten, wenn es vielleicht gar nicht sein muss... ich könnte es zumindest nicht.

Liebe Grüße
Chandra
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Beitrag von baermann-w » 06.02.09, 21:47

Hallo Chandra,

wie geht es denn Ihrem Fuss.

Ich habe ihre "Leidensgeschichte" verfolgt und würde gerbne wissen ob sich das Risko einer OP gelohnt hat.

Danke.

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Beitrag von DrSchwarz » 07.02.09, 14:48

Bevor irgend etwas operiert wird,muß die Diagnose eines Tarsaltunnelsydroms im EMG durch den Neurolgen gesichert sein.Die Operation selbst ist für den Operateur in der Regel keine allzu große Herausforderung.Dann muß sich der Nerv wieder regenerieren.Diese Zeitspanne ist individuell sehr verschieden.Es besteht natürlich auch die Möglichkeit,daß der Nerv sich nicht vollständig regeneriert.Dann kann nach einer Operation auch ein stärkerer Narbenschmerz entstehen.Und dann muß eine Einlagenversorgung den Gegebenheiten angepßt werden.Wichtig:einen Operationserfolg kann man nicht vorausberechnen.
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Beitrag von baermann-w » 07.02.09, 17:16

Herr DrSchwarz, ich habe auch eine jahrelange Geschichte hinter mir. Ich könnte fast "timkrat" sein.

Meine Beschwerden liegen auch im BereichFerse/ Knöchel. Die Beschwerden sind auch nie in der vorfderen Fußhälfte, nur in der hinteren bis oftmals einschl. Knöchel.

Wenn ich gegen die Nervenstränge über dem Aussenknöchel klopfe, dann spüre ich die Nerven dort ganz klar. Am anderen Bein nicht.

Es kommt wochenlang, als ob der Fussbereich unter Strom steht.

Der Neurologe hatte auch so eine Messung gemacht, aber ohne Ergebnis.

Vielleicht sind auch die Nervenstränge über dem Aussenknöchel die Ursache.

Kann denn der Neurologe die Diagnose Tarsal definitiv stellen, sollte das die Ursache sein?

Bei mir kommt es, oft tage oder wochenlang. Es kann aber auch sein dass es nach einer Stunde weg ist.

Und immer unter Druck fällt mir das auf. Wenn ich auf einer Stelle stehe, auf einem Stuhl sitze und die Beine und Füße in 90 Grad aufgestellt sind.

Lege ihc mich hi ist es direkt besser, auch wenn ich die BEine strecke und die Füße nach innen drehe.

Ist es vielleicht sinnvoll ein MRT unter Belastung zu machen? In unserer Stadt gibt es ein solches Gerät, wo man drin sitzen kann.

DrSchwarz
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Beitrag von DrSchwarz » 07.02.09, 18:37

Sie schreiben richtig,daß Sie die Beschwerden in Höhe der Ferse haben.Wenn Sie Schmerzen an der Innenseite,also dem sogn.Schienbein haben,spricht dies für ein Tarsaltunnelsydrom.Wenn Sie allerdings Schmerzen an der Außenseite,dem Wadenbein haben ist der Nervus peroneus superficialis gereizt.,Dies ist dann kein Tarsaltunnelsyndrom (mit Schädigung des Nervus peroneus profundus)Bitte lassen Sie das genau klären-EMG-.
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Beitrag von baermann-w » 07.02.09, 19:23

Endlich einmal konkrete Antworten. Vielen Dank.

Mein Problem: Ich habe oftmals ein ziehen im Bereich unter dem Innenknöchel, oftmals kribbelt es auch im gesamten Fersenbereich und Fußgelenk. So als würde man den Fuß über dem Knöchel "würgen". Und wenn ich dann gegen den Nervenstrang über dem Aussenknöchel klopfe, spüre ich dort die Nerven sehr stark.

Wie Sie schreiben handelt es sich dabei um verschiedenen Nerven, Mein Gedanke, dass beipsielsweise der Tarsal bis in den Bereich oberhalb des Aussenknöchels ausstrahlt, käme dann ja nicht hin.

Irgendwie beruhigt es mich ja, dass es sich womöglich um eine Reizung des Nervus peroneus superficialis handelt. Eine Operation am Tarsal scheint nach meinen Informationen nicht besonders schwierig für einen guten Operateur zu sein, aber die Narben/ Druck/ Verwachsungen scheinen ziemlich übel zu sein, wenn man sich hier im Forum umhört. Dies ist wohl ein großes Problem.

Letzte Frage (dann lasse ich Sie auch in Ruhe :wink: ) - was kann man denn bei einem gereizten Nervus peroneus superficialis machen? Kann der auch eingeengt werden oder verklebt sein? Freilegen?

Danke und schönes Wochenende!!!

DrSchwarz
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Beitrag von DrSchwarz » 08.02.09, 15:16

Zuerst klären,ob meine Ausführungen via Portal auch richtig sind. Der Neurolge soll den Nerven im EMG durchmessen und Ihnen dann das weitere Vorgehen vorschlagen. Bei Narbenschmerzen spritze ich diese mit lokalem Betäubungsmittel an-Fachausdruck":therapeutische Lokalanesthesie"-was oft hilft,aber auch nicht immer.Der Versuch lohnt sich aber.Dann eventuell Überprüfung der Einlagenversorgung,gegebenfalls Optimierung der selben.Berichten Sie dann ruhig weiter,ich wußte nicht,daß dieses Thema so gefragt ist.
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Beitrag von baermann-w » 08.02.09, 16:34

Danke.

Ich werde weiter berichten!!

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Beitrag von baermann-w » 11.02.09, 22:46

`Habe heute mein Beckem röntgen lassen, auf eigene Kosten.

Seit Jahren und nach dem Besuch von ca. 12 verscjh. Ärzten, die meinen Eindruck eines Beckenschiefstatndes immer ignorierten, habe ich das machen lassen.

Ergebnis:

Leichter Beckenschiefstand, linksseitige Beckenschaufel steht etwas höher als die Gegenseite (etwas ist gut, lt. Bild deutlich...).
Ossär altersebtspr. Befund. beginnende Degeneration, Phlebolithen im kl. Becken.

Bedeutet wohl, dadurch können! sich die Beschwerden erklären. Können, müssen aber nicht.

Alle Ärzte gingen nie auf meinen Eindruck ein, oder sagten sogar es wäre alles in Ordnung. Sie könnten nichts feststellen.

Was bedeutet übrigens das mit beginnende Degeneration und Phlebolthen?
Ist so etwas im normalen Bereich (ich bin 48 Jahre).

Danke.

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