Suche Literatur bzw. Bücher über Femoroacetabuläres Impingement und Hüftdysplasie, wer kann helfen?

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Karl53
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Suche Literatur bzw. Bücher über Femoroacetabuläres Impingement und Hüftdysplasie, wer kann helfen?

Beitrag von Karl53 »

Hallo,

ich leide an ein Femoroacetabuläres Impingement, von Pincer-und Cam-Typ und bds. Hüftdysplasie.

Da ich über Jahrzehnte sehr starker beruflicher Belastungen ausgesetzt war, wurde nun eine Anzeige bei der Berufsgenossenschaft gestellt, auf Anerkennung einer Berufskrankheit= Coxarthrose.
Jetzt muss ich gegenüber der BG einen Zusammenhang beweisen das ein Femoroacetabuläres Impingement mit meiner beruflichen Belastung gekommen ist und dadurch eine Coxarthrose entstand. Aber dazu benötige ich entsprechende Literatur, um einmal nachzulesen und mich dann darauf berufen. Das es da einen Zusammenhang gibt, zwischen ein FAI und der beruflichen Belastung das Zustandekommen einer Coxarthrose. In der wissenschaftlichen Leitlinie spricht man davon, " ,,, bei hoher sportlicher und beruflicher Belastung", aber es wird nicht näher darauf eingegangen.
Nun stellt sich die Frage, kann ein Cam-Typ erworben werden durch diese Belastungen, oder sind die speziellen Typen, wie Pincer- und Cam-Typen angeboren?
Das sind für mich die entscheidende Frage, wenn die dadurch erworben werden, sprich durch die hohen Belastungen, egal ob beim Sport oder im Beruf, das wäre Richtungsentscheidend gegenüber der Berufsgenossenschaft.

Wer kann mir dazu etwas sagen oder mir dazu entsprechende Literatur empfehlen(am besten deutschsprachig)?

Gruß Karl
Brigitte Goretzky
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Re: Suche Literatur bzw. Bücher über Femoroacetabuläres Impingement und Hüftdysplasie, wer kann helfen?

Beitrag von Brigitte Goretzky »

Hallo,

ihre Koxarthrose als Berufskrankheit anerkennen zu lassen, werden Sie kaum im Alleingang bewerkstelligen. Es ist daher zielführender, wenn Sie sich einen Facharzt suchen, der Sie unterstützt. Der sollte die entsprechende Fachliteratur kennen und auch das - meist notwendige - Englisch beherrschen.

Ansonsten kann ihnen die Bibliothek jeder Universität mit medizinischer Fakultät helfen. Grundlagenbücher in Anatomie und allgemeiner Orthopädie sowie spezielle Orthopädie des Hüftgelenks stehen dort in der Regel im Regal. Für die sehr spezielle Literatur zum Impingement können die Bibliothekare ihnen bei der Literaturrecherche helfen; spätestens an diesem Punkt werden Sie aber Englisch beherrschen müssen.

Viel Erfolg
B. Goretzky
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Karl53
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Re: Suche Literatur bzw. Bücher über Femoroacetabuläres Impingement und Hüftdysplasie, wer kann helfen?

Beitrag von Karl53 »

Brigitte Goretzky hat geschrieben: 05.06.21, 17:24 spätestens an diesem Punkt werden Sie aber Englisch beherrschen müssen.

Viel Erfolg
B. Goretzky
Ja gut, warum ist gerade diese spezielle Literatur immer in Englisch verfasst? Gibt es da keine Deutsche Fassung von?

Ja gut, das mit den Facharzt das stimmt schon, das kann ich gegenüber der BG nicht alleine durchboxen, ohne fachärztlichen Beistand werde ich da nicht weit kommen.

Trotzdem, haben Sie da vielleicht einige Literaturvorschläge, die mir erstmal helfen, die auch in Deutsch verfasst sind?

Gruß Karl
Brigitte Goretzky
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Re: Suche Literatur bzw. Bücher über Femoroacetabuläres Impingement und Hüftdysplasie, wer kann helfen?

Beitrag von Brigitte Goretzky »

Karl53 hat geschrieben: 05.06.21, 19:10 Ja gut, warum ist gerade diese spezielle Literatur immer in Englisch verfasst? Gibt es da keine Deutsche Fassung von?
Weil solch spezielle Dinge in der Regel in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht werden und von Spezialisten aus mehreren Ländern diskutiert werden. Die Umgangssprache ist da halt Englisch. Halbwegs brauchbare Sprachkenntnisse werden ab einem gewissen Niveau einfach erwartet, das betrifft alle Nicht-Muttersprachler gleichermaßen.
Kaum ein Verlag wird eine Fachzeitschrift in allen möglichen Landessprachen veröffentlichen, weil alle paar Jahre ein Laie ohne Englischkenntnisse einen Artikel lesen möchte.
Karl53 hat geschrieben: 05.06.21, 19:10 Trotzdem, haben Sie da vielleicht einige Literaturvorschläge, die mir erstmal helfen, die auch in Deutsch verfasst sind?
Nein, selbst die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat ihre Ergebnisse in Englisch veröffentlich, siehe Literaturliste am Ende der Seite: https://www.baua.de/DE/Aufgaben/Forschu ... f2334.html
Es richtet sich halt an Fachleute und wird international diskutiert.
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Karl53
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Re: Suche Literatur bzw. Bücher über Femoroacetabuläres Impingement und Hüftdysplasie, wer kann helfen?

Beitrag von Karl53 »

Hallo,

nun habe ich etwas rumtelefoniert und auch in anderen Foren einiges gelesen und da jetzt erstmal einen Zusammenhang erfahren, weil ich da einiges verwechselt habe.

Ein Pincer- und Cam-Typ ist angeboren, als schon vorhanden. Ein FAI kann entstehen durch hohe Belastungen, egal wo, ob im Beruf oder im Leistungssport.

Nun werden Sie aber die Aussage bestimmt mitgehen, das durch berufliche Belastungen über Jahrzehnte oder Belastungen bspw. im Leistungssport, ein FAI gekommen ist und das dann dadurch eine C(K)oxarthrose auslösen kann bzw. entstehen kann.

Wäre diese Aussage so richtig formuliert von mir?

Dann könnte mir ein Orthopäde diese Aussage so bestätigen, oder?

Gruß Karl
Karl53
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Re: Suche Literatur bzw. Bücher über Femoroacetabuläres Impingement und Hüftdysplasie, wer kann helfen?

Beitrag von Karl53 »

Hallo,

ich wollte das nur nochmals bestätigt haben, bevor ich da bei einigen Orthopäden anfrage, nicht das ich ins " Fettnäpfchen " trete.

Das durch berufliche Belastungen oder anderweitige Belastung ein FAI entstehen kann bzw. kommen kann und dadurch eine Koxarthrose entstehen kann.


Gruß Karl
Brigitte Goretzky
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Re: Suche Literatur bzw. Bücher über Femoroacetabuläres Impingement und Hüftdysplasie, wer kann helfen?

Beitrag von Brigitte Goretzky »

Die Bedingungen für eine Anerkennung als Quasi-Berufskrankheit sind hier beschrieben:
https://www.dguv.de/bk-info/icd-10-kapi ... /index.jsp

Impimgement ist nicht als BK anerkannt und steht auch nicht zur Anerkennung an, vermutlich, weil es bei einer Fehlbildung, zumal wenn sie wie in ihrem Fall angeboren ist, eben keinen Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit gibt.
Der Verweis auf eine vorbestehende Fehlbildung des Hüftgelenks, welche typischerweise im späteren Leben zur Arthrose führt, dürfte ihrem Ansinnen eher abträglich sein. Versuchen können Sie es natürlich trotzdem, aber Sie werden einen Hüftspezialisten als Gutachter benötigen, der den Einfluß der angeborenen Fehlbildung wissenschaftlich fundiert wegdiskutieren kann.
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Karl53
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Re: Suche Literatur bzw. Bücher über Femoroacetabuläres Impingement und Hüftdysplasie, wer kann helfen?

Beitrag von Karl53 »

Brigitte Goretzky hat geschrieben: 06.06.21, 23:00 Die Bedingungen für eine Anerkennung als Quasi-Berufskrankheit sind hier beschrieben:
https://www.dguv.de/bk-info/icd-10-kapi ... /index.jsp
nun einmal eine Frage von wann sind diese Bedingungen, die Sie aufgeführt haben?

In der neuen Empfehlung des Ärztlichen Sachverständigenbeirats „Berufskrankheiten“
- Koxarthrose durch Lastenhandhabung -
- Bek. d. BMAS v. 25.03.2020 - IVa 4-45226-2 - KoxarthroseGMBl. 25.03.2020

ist vollkommen was anderes beschrieben dazu. Diese 5. Verordnung zur Änderung der Berufskrankheits-Verordnung wurde am 05.05.2021 beschlossen. Diese muss noch durch den Bundesrat und dieser wird voraussichtlich am 25.06.2021 dieses beschließen. Danach wird dieses im Bundesgesetzblatt veröffentlicht bzw. verkündet. das Inkrafttreten wird dann zum 01.07.2021 o. am 01.08.2021 erfolgen.

Dazu noch folgender Text: " Sie (oder Ihr behandelnder Arzt) können sich bereits jetzt an den zuständigen Unfallversicherungsträger wenden und ein Berufskrankheitsanerkennungsverfahren in Gang setzen. Denn nach dem Gesetz ist eine Krankheit auch dann, Wie eine Berufskrankheit“ anzuerkennen, wenn sie zwar noch nicht in der Verordnung steht, aber die Voraussetzungen dafür vorliegen. Dies ist bei den beiden künftigen Berufskrankheiten „ Hüftgelenkarthrose durch langjähriges Heben und Tragen schwerer Lasten „ und Lungenkrebs bei Nichtrauchern durch langjährige Passivrauchbelastung am Arbeitsplatz „ gegeben. "

Dieses was Sie hier zitieren ist aus dem Jahr 1996, also schon etwas länger her.
Da steht doch eindeutig drin im § 9 Abs. 2 bzw. 2a Pkt.2
Zitat: " (2a) Krankheiten, die bei Versicherten vor der Bezeichnung als Berufskrankheiten bereits entstanden waren, sind rückwirkend frühestens anzuerkennen
1.
in den Fällen des Absatzes 1 als Berufskrankheit zu dem Zeitpunkt, in dem die Bezeichnung in Kraft getreten ist,
2.
in den Fällen des Absatzes 2 wie eine Berufskrankheit zu dem Zeitpunkt, in dem die neuen Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft vorgelegen haben; hat der Ärztliche Sachverständigenbeirat Berufskrankheiten eine Empfehlung für die Bezeichnung einer neuen Berufskrankheit beschlossen, ist für die Anerkennung maßgebend der Tag der Beschlussfassung.



Dazu ist in der Empfehlung 3.1 der Leitlinie Koxarthrose noch einiges Beschrieben.

Gruß Karl
Brigitte Goretzky
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Re: Suche Literatur bzw. Bücher über Femoroacetabuläres Impingement und Hüftdysplasie, wer kann helfen?

Beitrag von Brigitte Goretzky »

Karl53 hat geschrieben: 07.06.21, 13:57 nun einmal eine Frage von wann sind diese Bedingungen, die Sie aufgeführt haben?
Das ist aktuell und basiert auf der Fünften BK-Änderungsverordnung.
In der neuen Empfehlung des Ärztlichen Sachverständigenbeirats „Berufskrankheiten“
- Koxarthrose durch Lastenhandhabung -
- Bek. d. BMAS v. 25.03.2020 - IVa 4-45226-2 - KoxarthroseGMBl. 25.03.2020

ist vollkommen was anderes beschrieben dazu.

Nein, auch in der Sachverständigen-Empfehlung und der Verordnung steht drin, dass kumulativ mindestens 9500t gehoben werden müssen, dabei mindestens 20 kg mindestens zehnmal am Tag. Rechenbeispiele, um diese Belastung zu veranschaulichen, ändern daran nichts.
Dazu noch folgender Text: " Sie (oder Ihr behandelnder Arzt) können sich bereits jetzt an den zuständigen Unfallversicherungsträger wenden und ein Berufskrankheitsanerkennungsverfahren in Gang setzen. Denn nach dem Gesetz ist eine Krankheit auch dann, Wie eine Berufskrankheit“ anzuerkennen, wenn sie zwar noch nicht in der Verordnung steht, aber die Voraussetzungen dafür vorliegen. Dies ist bei den beiden künftigen Berufskrankheiten „ Hüftgelenkarthrose durch langjähriges Heben und Tragen schwerer Lasten „ und Lungenkrebs bei Nichtrauchern durch langjährige Passivrauchbelastung am Arbeitsplatz „ gegeben. "
Sie schreiben es doch selbst: die Arthrose muss durch das Heben und Tragen verursacht worden sein, nicht durch eine angeborene Fehlbildung wie ein Impingement vom Typ Cam and Pincer!
Dieses was Sie hier zitieren ist aus dem Jahr 1996, also schon etwas länger her.
Ich habe nichts zitiert. :?

Ansonsten habe ich doch bereits geschrieben, dass Sie die Anerkennung als Quasi-BK beantragen können, aber jemanden brauchen, der ihre angeborene Fehlbildung (Sie erinnern sich: ihr Impingement vom Typ Cam and Pincer) wegdiskutiert. Denn eine Arthrose, die eine andere Ursache als das Heben und Tragen von Lasten zur Ursache hat, ist keine BK!
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Re: Suche Literatur bzw. Bücher über Femoroacetabuläres Impingement und Hüftdysplasie, wer kann helfen?

Beitrag von Karl53 »

Brigitte Goretzky hat geschrieben: 07.06.21, 16:22 Auch in der Sachverständigen-Empfehlung und der Verordnung steht drin, dass kumulativ mindestens 9500t gehoben werden müssen, dabei mindestens 20 kg mindestens zehnmal am Tag.
Ja diese Bedingungen erfülle ich, habe in meinem Berufsleben über 15000t gehoben und getragen, auch die angegeben 20 kg zehnmal am Tag da lag ich vollkommen drin. Im Stahlbau bzw. schweren Stahlbau bzw. im Stahlverarbeitenden Betrieben, wo ich gearbeitet habe, da sind 20 kg nichts. Da sind andere Dimensionen angesagt, ab 20 kg aufwärts bis hoch 80 kg und mehr. Also würde ich schon einmal diese Bedingungen erfüllen und trotzdem habe ich das FAI mit den Pincer und Cam. Das hat ja bisher nie einer Herausgefunden, wenn ich jetzt nicht diese Hüftschmerzen hätte. Brauche nur eine geringe Belastung und ich habe schmerzen in meinen Gelenken. Hätte mich meine Hausärztin nicht zum CT geschickt, wäre es nie herausgekommen.
Zur arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung wurde ich nie geschickt von den Firmen, kannte und kenne nicht einmal die Betriebsärztin, bis heute. Die letzte arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung hatte ich im Jahr 1989, seitdem nie wieder.

Also kann man auch davon ausgehen, das diese körperlich schwere Arbeit auch zu der jetzigen Arthrose geführt hat, in Verbindung mit dem FAI.
Brigitte Goretzky hat geschrieben: 07.06.21, 16:22 Sie schreiben es doch selbst: die Arthrose muss durch das Heben und Tragen verursacht worden sein,
Natürlich habe ich das geschrieben, halt es bestätigt mir aber keiner, das ist ja das schlimme.
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