Ellbogen-Zersplitterung

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FrankR.
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Ellbogen-Zersplitterung

Beitrag von FrankR. » 21.07.19, 09:23

Hallo.
Ich habe ein Anliegen, welches mich sehr stark belastet. Ich bin jetzt 45Jahre alt und bin am verzweifeln, was ich machen soll.
Ich hatte im Alter von 15Jahren einen Unfall im Sportunterricht. Damals ist der Ellbogen des linken Arms zersplittert. Die Ärzte hatten damals den Arm eingegipst. Nach ca. 6 Wochen wurde der Gips entfernt und es folgten Physiotherapie, da der Arm nicht mehr richtig gerade bzw. eingebeugt werden konnte. Da alles keinen Erfolg zeigte, wurde diese Behandlung abgebrochen und das war's dann. Ich hatte mich damit abgefunden und arrangierte mich in meinem weiteren Leben damit. Im Beruf und im Sport versuchte ich, das beste daraus zu machen. Jetzt, nach so vielen Jahren beginnen aber die eigentlichen Probleme. Bei Wetterumschwung habe ich sehr starke Schmerzen im Ellbogen. Aber was für mich viel schlimmer scheint ist, dass ich seit längerem das Gefühl habe, meine Hand am linken Arm schläft mir ein. Nachts werde ich ständig wach, weil ich ein Taubheitsgefühl in der Hand habe. Daraufhin bewege ich meinen linken Arm mehrmals und alles ist wieder ok. Das geht jetzt schon einige Wochen. Was mich zu diesem Forum hier bewegt hat, ist die Frage: "Kann der Ellbogen durch irgendwelche Knorpelverwachsungen bestimmte Nerven oder Adern ab quetschen?"
Ich hatte auch schon mal darüber nachgedacht, den Arm durch OP's richten zu lassen. Aber ein Bekannter von mir hatte mir davon abgeraten. Er meinte, OP's und Keime die da rein kommen können...
Er würde es nicht machen und lieber einer neuen Physiotherapie vertrauen. Ich bin total verzweifelt, da ich von berufswegen auch in der Zwickmühle stecke. Ich bin seit 15Jahren selbständiger Handwerker. Ich bin privat krankenversichert und habe keine Berufsunfähigkeitsversicherung. Ein längerer Ausfall wäre für mich ein gravierender Einschnitt und stellt mich auch vor Probleme der Kostenübernahme. Ich würde mich freuen, wenn mir hier jemand vom Fach etwas dazu sagen kann. MfG F.R.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Ellbogen-Zersplitterung

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 21.07.19, 10:05

Hallo,
"Kann der Ellbogen durch irgendwelche Knorpelverwachsungen bestimmte Nerven oder Adern ab quetschen?""- ja, bei den Nerven sind es der Nervus ulnaris und der Nervus radialis. Welcher Nerv betroffen ist, erkennen Sie an der Lokalisation der Handstellen,´da jeder dieser Nerven andere Handteile versorgt.
"OP's und Keime die da rein kommen können..."- hören Sie bei medizinischen Problemen nicht so sehr auf Bekannte usw. Das sind oftmals nicht die richtigen Informationen, die man dabei erhält. Bei jeder OP können Keime in die OP-Wunde gelangen, ist aber eher selten und bei sterilem Vorgehen vor/ nach der OP zu vermeiden. Das Ellbogengelenk ist ein kompliziertes Gelenk, noch komplizierter in meinen Augen ist die Schulter. Am besten gehen Sie zu einem Orthopäden, dann evtl. zu einem Neurologen, man sollte ein CT anfertigen, hierbei können knöcherne Strukturen gut beurteilt werden.
Ich verschiebe das Thema in das Forum Orthopädie, in der Sportmedizin ist es nicht am richtigen Ort.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

FrankR.
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Re: Ellbogen-Zersplitterung

Beitrag von FrankR. » 21.07.19, 10:27

Vielen Dank für die schnelle und klare Aussage. Es sind der Handballen, sowie Bereich des kleinen Fingers, die das Taubheitsgefühl zeigen. Was ich mich jetzt frage ist, sollte dies schnellstmöglich passieren? Was könnte der weitere Verlauf sein, wenn ich zu lange damit warte, eine Arzt zu konsultieren?

FrankR.
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Re: Ellbogen-Zersplitterung

Beitrag von FrankR. » 21.07.19, 11:52

Wie werden solche Verwachsungen eigentlich entfernt? Ist das dann etwas dauerhaftes? Kann man diesen nicht irgendwie anders entgegen wirken? MfG

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Ellbogen-Zersplitterung

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 21.07.19, 17:05

Hallo,
auf einige Wochen kommt es nicht an. Wie man dann das Problem angeht, ist abhängig von den Befunden. Wird der Nerv-in Ihrem Fall wohl der Ulnarisnerv, durch Verwachsungen gequetescht, kann man diese leicht lösen. Sind es Knochenteile, die ihn in seinem Verlauf durch den Ellbogen behindern, muß man sie entfernen. Beide Operationen wären weiter nicht dramatisch, aber genaues kann eben nur das CT klären. Sollten tatsächlich Einklemmungen vorliegen, hilft natürlich auch eine Physiotherapie nicht weiter. Warten Sie zu lange, werden die Sensibilitätsstörungen zunehmen und damit die Schmerzen.
Grüße Dr. Fischer
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