langjährige Gehprobleme - Untersuchung? Operation?

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MatthiasG88
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langjährige Gehprobleme - Untersuchung? Operation?

Beitrag von MatthiasG88 » 25.06.18, 16:39

hallo,

seit einem bandscheibenvorfalls, der nie operiert wurde, habe ich massive probleme beim gehen, laufen und stehen.
es ist mittlerweile so schlimm dass ich nicht mehr alleine mein haus verlassen kann und auf hilfe (verwandte) angewiesen bin.
meine letzten MRT ergebnisse, als ich mich noch halbwegs außerhalb bewegen konnte, zeigten arthroseanzeichen in der hüfte.
auf die frage allerdings was wir dagegen unternehmen zuckt mein hausarzt nur mit den schultern. einen orthopäden kann ich nicht mehr selbstständig aufsuchen, nur mein hausarzt macht hausbesuche aber immer wenn ich einen krankenhausaufentalt für untersuchungen, operation etc. anspreche bekomm ich ein "da kann man nichts machen" und das thema ist erledigt.

was soll ich machen?
ich vegetier hier vor mich her, mein arzt macht nichts und ich kann nicht.
kann man da wirklich nichts mehr machen?

Dr.med.Holger Fischer
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Re: langjährige Gehprobleme - Untersuchung? Operation?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 25.06.18, 17:40

Hallo,
"kann man da wirklich nichts mehr machen?"- bezeiht sich die Frage auf die Hüftarthose oder den Bandscheibenvorfall? Da dies nicht deutlich zum Ausdruck kommt, möchte ich beides erwähnen.
1. Einen Bandscheibenvorfall muß man nicht zwingend operieren. Sind aber erhebliche Beschwerden und sogar neurologische Ausfälle zu verzeichnen, meist werden dann durch den Vorfall Nerven gequetscht, kann und sollte man operieren. Das Ausmaß erkennt man ja eindeutig im CT/MRT.
2. Hüftarthose kann zu erheblichen Gehbehinderungen führen. Dann wäre die Frage, ob nicht ein künstliches Hüftgelenk zu überdenken wäre.
Es stellt sich natürlich für mich -aus der Ferne betrachtet- die Frage, welche Umstände bei Ihnen vorliegen, die zu der Aussage des Hausarztes führen.
Sollten Sie Jahrgang 1988 sein, wären beide Erkrankungen nicht gerade typisch für dieses Alter. Evtl. liegen Begleiterkrankungen vor, die mir natürlich unbekannt sind, die keine OP zulassen. Bei einem schweren Prolaps spielt Ihr Alter keine Rolle und wäre kein Hindernisgrund per se, eine künstliche Hüfte muß in diesem Alter schon eine strenge Indikation haben, eine " kleine " Arthrose wäre nicht ausreichend. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Sie in Ihrem Alter eine ausgeprägte Hüftarthrose haben. Nur bei entsprechender Voraussetzung ( Hüftdysplasie, Fehlstellung, enormes Übergewicht usw.) könnte so etwas vorkommen-jedenfalls üblicherweise.
Es bleibt also für mich eine gewisse Unklarheit in Ihrer Angelegenheit.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

dora
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Re: langjährige Gehprobleme - Untersuchung? Operation?

Beitrag von dora » 25.06.18, 19:14

hallo,
deine Angabe zu dir selbst sind leider etwas zu wenig.
Natürlich kann das Bandscheibenleiden von der Hüftarthrose kommen, oder auch nicht.
Wie weit fortgeschritten die Arthrose ist kann man auch nicht beurteilen. Man unterscheidet von Grad I bis 4, wobei der Schmerz oft ganz unterschiedlich empfunden wird. Eine ausheprägte Hüftarthrose führt oft zu Gehproblemen ( speziell Treppen ) und Schmerzen, vor allem nachts wird dann das Schlafen sehr schwierig.
Du solltest unbedingt einen Termin bei einem Orthopäden oder Schmerztherapeuten machen und da auch hingehen.

MatthiasG88
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Re: langjährige Gehprobleme - Untersuchung? Operation?

Beitrag von MatthiasG88 » 25.06.18, 21:23

vorweg vielen dank für die bisherigen antworten.
Dr.med.Holger Fischer hat geschrieben:Hallo,
"kann man da wirklich nichts mehr machen?"- bezeiht sich die Frage auf die Hüftarthose oder den Bandscheibenvorfall? Da dies nicht deutlich zum Ausdruck kommt, möchte ich beides erwähnen.
beides.
mir ist jeder rat gerade recht da ich mich durch meinen arzt etwas verlassen fühle und nicht weiß wie ich weiter vorgehen kann und soll.
1. Einen Bandscheibenvorfall muß man nicht zwingend operieren. Sind aber erhebliche Beschwerden und sogar neurologische Ausfälle zu verzeichnen, meist werden dann durch den Vorfall Nerven gequetscht, kann und sollte man operieren. Das Ausmaß erkennt man ja eindeutig im CT/MRT.
der neurologe damals hatte keinen nennenswerten schäden der nerven erkannt, weshalb wir damals uns gegen eine OP entschieden weil ich auch noch zur schule ging und diese nicht unterbrechen oder den abschluss gefährden wollte.
2. Hüftarthose kann zu erheblichen Gehbehinderungen führen. Dann wäre die Frage, ob nicht ein künstliches Hüftgelenk zu überdenken wäre.
Es stellt sich natürlich für mich -aus der Ferne betrachtet- die Frage, welche Umstände bei Ihnen vorliegen, die zu der Aussage des Hausarztes führen.
Sollten Sie Jahrgang 1988 sein, wären beide Erkrankungen nicht gerade typisch für dieses Alter. Evtl. liegen Begleiterkrankungen vor, die mir natürlich unbekannt sind, die keine OP zulassen. Bei einem schweren Prolaps spielt Ihr Alter keine Rolle und wäre kein Hindernisgrund per se, eine künstliche Hüfte muß in diesem Alter schon eine strenge Indikation haben, eine " kleine " Arthrose wäre nicht ausreichend. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Sie in Ihrem Alter eine ausgeprägte Hüftarthrose haben. Nur bei entsprechender Voraussetzung ( Hüftdysplasie, Fehlstellung, enormes Übergewicht usw.) könnte so etwas vorkommen-jedenfalls üblicherweise.
Es bleibt also für mich eine gewisse Unklarheit in Ihrer Angelegenheit.
mein jahrgang haben sie bereits an meinem namen richtig erkannt, 1988.
ich bin übergewichtig...ich würde es jetzt nicht "enorm" nennen aber da unterscheidet sich ja gern die medizinischen von der subjektiven empfindung.
meine letzten MRTs sind nunmal auch schon ein paar jahre alt und ich kann aktuell keine neuen anfertigen lassen weshalb ich mich ja bei meinem arzt erkundigen wollte was jetzt der nächste schritt wäre und dieser mich regelrecht abblockt.
auch ohne begründung wie sie geschrieben haben, einfach "da kann man nichts machen".

---
dora hat geschrieben:hallo,
deine Angabe zu dir selbst sind leider etwas zu wenig.
Natürlich kann das Bandscheibenleiden von der Hüftarthrose kommen, oder auch nicht.
Wie weit fortgeschritten die Arthrose ist kann man auch nicht beurteilen. Man unterscheidet von Grad I bis 4, wobei der Schmerz oft ganz unterschiedlich empfunden wird. Eine ausheprägte Hüftarthrose führt oft zu Gehproblemen ( speziell Treppen ) und Schmerzen, vor allem nachts wird dann das Schlafen sehr schwierig.
das bandscheibenleiden war vor der hüftarthrose, nicht umgekehrt.
die gehprobleme haben sich eben über die jahre massiv verstärkt, von einem schleifenden fuß über laufen mit hilfsmitteln (erst stock, dann rollator) bis jetzt hin dass ich mein haus gar nicht mehr verlassen kann.
schlafen wird auch problematischer, nur noch mit seitenschläfer und mehreren decken und kissen unter einer seite gestopft möglich.
Du solltest unbedingt einen Termin bei einem Orthopäden oder Schmerztherapeuten machen und da auch hingehen.
da sind wir beim ausgangsproblem: ich komm nicht mehr die treppen hinunter geschweige denn hinaus und zu einem arzt/therapeuten/etc.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: langjährige Gehprobleme - Untersuchung? Operation?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 26.06.18, 07:03

Guten Morgen,
"da sind wir beim ausgangsproblem: ich komm nicht mehr die treppen hinunter geschweige denn hinaus und zu einem arzt/therapeuten/etc."- dazu ist ja der Abholdienst/Transportdienst des DRK unter anderem da. Zunächst aber muß Ihr Arzt kooperativ sein und eine Überweisung zu einem MRT bzw. CT veranlassen. Basierend auf den aktuellen Bildern und dem klinischen Untersuchungsbefunden
kann dann über das weitere Vorgehen entschieden werden.
Nachtrag:
"weil ich auch noch zur schule ging und diese nicht unterbrechen oder den abschluss gefährden wollte."- dann muß das ja 1-2 Jahrzehnte ( je nach schulischer Bildung) zurück liegen. Damals hat man wohl doch eine OP-Indikation gesehen und das soll sich jetzt anders verhalten? Mir ist da doch einiges völlig unklar-auch auf Grund der leider unzureichenden Angaben.
Grüße Dr. Fischer
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MatthiasG88
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Re: langjährige Gehprobleme - Untersuchung? Operation?

Beitrag von MatthiasG88 » 26.06.18, 10:11

"muß Ihr Arzt kooperativ sein"
das scheint das unterliegende problem zu sein aktuell.
mein jetziger hausarzt seh ich nur über hausbesuche oder wenn meine hilfe (mutter) mit ihm spricht. zu einem orthopäden selbst komme ich nicht und ein arztwechsel ist auch schwer wenn dieser keine hausbesuche anbietet...ich müsste ja quasi mich durch meiner mutter mit dem neuen arzt austauschen.
weiß nicht ob/wie das geht, ob dann ein neuer arzt gewillt wäre überweisungen usw. einzuleiten.

"dann muß das ja 1-2 Jahrzehnte ( je nach schulischer Bildung) zurück liegen."
korrekt.

"Damals hat man wohl doch eine OP-Indikation gesehen und das soll sich jetzt anders verhalten?"
ich versteh nicht ganz was sie damit meinen.
der neurologe damals hatte seine tests durchgeführt, gesagt die nerven seien nicht beschädigt aber man sollte eben den bandscheibenvorfall operieren, dann auf reha und lebensweise umstellen (war damals schon übergewichtig, wollte eben dass ich abnehme etc.).
wir wollten bis nach schulabschluss warten.
danach kam es nie wieder zur sprache.
die gehprobleme und allgemein die bewegung wurden jetzt über die jahre eben schlimmer wenn sie das mit "jetzt anders verhalten" meinen sollten.

"Mir ist da doch einiges völlig unklar-auch auf Grund der leider unzureichenden Angaben."
ich versuche mein bestes die problematik zu schildern und offene fragen zu beantworten. es ist mir durchaus klar dass da viele fragenzeichen entstehen und einige sachen auch meiner meinung nach ungünstig gehandhabt wurden.
ich bin ihnen jedenfalls dankbar für den versuch mir zu helfen.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: langjährige Gehprobleme - Untersuchung? Operation?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 26.06.18, 11:57

Hallo,
ich vermisse z.B. Angaben zu evtl. vorliegenden Vorerkrankungen, ferner Angaben zu Größe und Gewicht. Auch erwähnen Sie nicht, in welchem Alter diese Beschwerden aufgetreten sind. Es müssen evtl. orthopädische Vorerkrankungen als Kind/ Jugendlicher vorliegen.
Grüße Dr. Fischer
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MatthiasG88
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Re: langjährige Gehprobleme - Untersuchung? Operation?

Beitrag von MatthiasG88 » 26.06.18, 16:15

- keine nennenswerte vorerkrankungen (kein asthma, diabetis etc.)
- orthoädische vorerkrankungen in kindheit/jugend:
stärkere wachstumsschmerzen als andere kinder aber laut arzt noch im rahmen, nichts erkannt oder medizinisch signifikant.
- 1,86m
- 123kg (aus spaß mal beim verfassen dieser antwort ein bmi-rechner benutzt, ich glaube das meinten sie mit "enorm übergewichtig"?)

- bandscheibenvorfall: 2007
nach schmerztherapie, massagen usw verbesserungen, dann im laufe der letzten ~5 jahre massive verschlechterung mit schleifendem fuß, gehen mit hilfsmittel etc.
- arthrosebefund: 2015
weiter mobilität abgebaut bis hin zu hausgebunden ende letzten jahres.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: langjährige Gehprobleme - Untersuchung? Operation?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 26.06.18, 16:52

Hallo,
BMI mit 35,55 natürlich eindeutig zu hoch, aber das wissen Sie selbst und ich bin mir absolut sicher, dass auch Ihr Hausarzt erwähnte, dass dieses Gewicht natürlich für die Wirbelsäule, Hüft-und Kniegelenk nicht ideal ist und eine bestehende Arthrose fördert.
Wenn man derart mit einem Handicap belastet ist und so gut wie keine Lebensqualität mehr besitzt -und dies dazu noch in diesem Alter- würde ich mit aller Macht auf den Hausarzt einwirken und um fachärztliche Überweisungen bitten. Eine andere Lösung erscheint mir nicht möglich.
Grüße Dr. Fischer
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MatthiasG88
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Re: langjährige Gehprobleme - Untersuchung? Operation?

Beitrag von MatthiasG88 » 26.06.18, 18:15

das versuchen wir nun schon seit beinah 2 jahren, über ein "da kann man nichts machen" wie im anfangspost erwähnt sind wir noch nicht hinaus gekommen.

ich werde mal einen anderen allgemeinarzt kontaktieren, vielleicht kommt man dann auf ein anderes ergebnis.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: langjährige Gehprobleme - Untersuchung? Operation?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 27.06.18, 06:39

"ich werde mal einen anderen allgemeinarzt kontaktieren, vielleicht kommt man dann auf ein anderes Ergebnis"- sehr gute Idee.
Grüße Dr. Fischer
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