Knieprobleme nach wiederholter Patellaluxation

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jaytee1988
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Knieprobleme nach wiederholter Patellaluxation

Beitrag von jaytee1988 » 26.04.14, 09:26

Hallo,
ich werde versuchen mich kurz zufassen, erst einmal von Anfang an:
Ich bin Animateurin in der Türkei somit betreibe ich viel Sport und tanze sehr viel auf Profiniveau.

VORGESCHICHTE:
Im März 2013 ist mir durchs in den Spagat "rutschen" die linke Kniescheibe rausgesprungen und wieder zurück.
- MRT wurde gemacht, Arzt in der Türkei meinte es ist nix und die Schwellung würde mit kühlen weg gehen nach 1-2 Wochen wäre ich wieder einsatzfähig. Sollte mit Krücken und Bandage laufen, hatte aber unglaubliche Schmerzen
- nach 4 Wochen ohne Besserung sollte ich zur Physio gehen, der Arzt dort beharrte darauf ich dürfe keine Krücken und Bandage mehr nutzen obwohl ich noch immer sehr starke Schmerzen hatte
- 14 Tage Physion: 20 Min Reizstrom und danach klebte er mir täglich "Kinesio Tape" neu immer anders, es wurden keine Übungen gemacht oder der gleichen
- 7 Wochen nach der Luxation war lediglich die Schwellung geringer, Schmerzen aber nachwievor fast unerträglich beim laufen, ich sollte mich viel Bewegen so dass ich nicht anfange eine "Schonhaltung" zu entwickeln
- nach der 8. Woche in den Flieger gesetzt nach Deutschland
- Arzt in Deutschland hat neues MRT veranlasst, Befund: Oberschenkel- sowie Unterschenkelknochen angebrochen (5mm und 3mm hätten noch gefehlt zum komplett Bruch) und vorderes Kreutzband angerissen
- hab eine Schiene bekommen und totales ruhig stellen
- 4 Wochen später wieder zurück in die Türkei - und dann nach ca. 1,5 Monaten langsam wieder mit Sport angefangen
- im August konnte ich dann wieder nahezu normal alles machen, Wassergymnastik, Aerobic ect. jedoch zur vorsicht mit Bandage
- ab Oktober nur noch Gymnastik/Dehnübungen da Saison vorbei und ich wieder in Deutschland über Winter und das bein nicht durchstecken konnte übte ich das


AKTUELLES PROBLEM:
Ich hatte seit Oktober 2013 keinerlei Probleme mehr mit meinem Knie außer dass es sich nicht komplett durchstrecken ließ was sich aber auch schnell legte, hatte keine Schmerze oder sonstiges. Habe ab Februar 2014 wieder täglich Sport betrieben was mein Job (Sportanimateur) nun mal verlangt. Ab März 2014 täglich 12-14 Std Tanztraining auf sehr hohem Niveau - hatte keine Knieprobleme alles in Ordnung.
- 04.04.14 wiederholt linke Kniescheibe rausgesprungen beim Tanzauftritt und diesmal draußen geblieben, wurde unter VN wieder eingesetzt, Bandage bekommen und sollte ruhig stellen und kühlen und auf Krücken laufen
- 10.04.14 MRT Befund war lediglich ein großer Gelenkerguss, Bänder und alles weiter intakt ohne Verletzung
- 11.04.14 Kniegelenkspunktions 3 Kanülen Blut wurden abgesaugt, danach sollte ich keine Bandage mehr tragen und leichte Übungen machen die Oberschenkelmuskulatur wieder aufzubauen
- 17.04.14 zweite Punktion durchgeführt, nur 3/4 Kanüle Blut abgesaugt
- 25.04.14 Kontrolle beim Arzt, es befinde sich immer noch etwas Flüßigkeit im Gelenk welches er aber nicht punktieren will da es minimal ist, ab 28.04.14 soll ich zur Physio gehen


Mein Problem ist, ich kann mein Knie weder strecken noch beugen, es ist wie eine Blockade und beim Versuch dies zu tun treten leichte Schmerzen an der innen Seite der Kniescheibe auf sowie im Knie selbst.
Ich laufe zur Zeit noch mit einer Krücke, kann zwar ein paar Schritte ohne Krücke machen aber da sich das Knie nicht strecken/beugen lässt treten durch die Fehlstellung Schmerzen in der Hüfte auf. Seit 3 Tagen "arbeite" ich wieder, laufe durch die Hotelanlage und sitze mit Gästen um zu plaudern - mehr geht ja im Moment nicht.
Mir fällt aber auf, je mehr ich laufe, je mehr ich normal sitze umso mehr schwillt das Knie wieder an und wird schwer und die Schmerzen an der Innenseite der Kniescheibe treten auf. Dies wird erst besser wenn ich im Bett liege, das Bein hochlege und mit Eis kühle. Ansonsten habe ich keinerlei Schmerzen, es ist diesmal nicht mit Luxation vom 1. Mal zu vergleichen. Ich will nur das ich schnell wieder einsatzfähig bin da so langsam die Hochsaison startet. Was kann ich tun bzw. warum schwillt das Knie nach Bewegung/Aufrechtem normalem sitzen wieder so sehr an lässt aber nach wenn ich hochlege und kühle? Wie sollte man evtl. weiter vorgehen? Den Ärzten hier in der Türkei trau ich seit letztem Jahr nicht mehr nach dem man bei der ersten Luxation meinte "es wäre nix und ich solle nicht simulieren".

Hier habe ich noch den MRT Befund vom 10.04.14 - leider ist das original natürlich auf Türkisch, hier ist das was Google Translator dazu auspuckt:

"In den Geschichten von Patienten mit rezidivierenden Patellaluxation, zeigt verdickte ödematös entzündliche Signale angesehen ASTIS medialen Retinaculum patellae patellofemoralen Bänderrissen an Stelle kleben.
Auf dieser Ebene Kontur 1,5 cm medial der Patella, Femur Außenkondylus osteochondralen verbannen kompatibel schwimmt auf einer Fläche von 2,5 cm bei dem Absturz milde, diffuse Ödeme und Begleit spongiösen Knochen Prellung ausgewählt.
Lateralen Kondylus des Oberschenkelknochens, Patella-und außerhalb der in diesem Ödem definierten Bereich distalen Oberschenkelknochen und Schienbein proximalen Epiphyse Bereich sponglöz metafizodiofiz Region und weit verbreitete multifokalen Knochen Ödem im Knochen wird ausgewählt.
- Intra-Gelenk-und Bursa oben, mit hoher Dichte (hämorrhagischen) Flüssigkeitsansammlung beobachtet.
- Beide Menisken, vorne und hinten capaz Bänder, ist mediale und laterale Seitenband Aufnahme. Pathologie festgestellt.
- Hintere entzündlichen ödematösen perikapsuläre intensive Signale in der weichen Gewebebereich ausgewählt ist."


Falls jemand der Türkischen Sprache mächtig ist, hier noch auf Türkisch:

"Reküren patellar dislokasyon hikayeli olguda, kalınlaşmış ödematöz inflamatuar sinyal astışları gösteren medial retinakulum patella yapışma yeri seviyesinde patellafemoral ligamanda yırtık izlendi.
Bu düzeyde patella medial konturda 1,5cm, femur lateral kondil yüzeyınde 2,5cm'lik bir yüzeyde osteokondral defet uyumlu hafif dereceli çökme, eşlik eden spongiöz kemikte difüz ödem ve kontüzyon seçilmektedir.
Patella ve femur lateral kondilde tanımlanan bu ödem sahaları dışında femur distalinde ve tibia proksimalinde metafizodiofizer bölge ve epifiz alanda sponglöz kemikte multifokal yaygın kemik ödemi seçilmektedir.
- Intraartiküler ve suprapatellar bursal yoğunluğu yüsek (hemorajik) sıvı koleksiyonu izlenmektedir.
- Heriki menisküs, ön ve arka çapaz bağ, medial ve lateral kollateral ligaman intaktir. Patoloji saptanmamıştır.
- Posterior perikapsüler alan yumuşak dokunda yoğun ödematöz ınflamatuar sinyaller seçilmektedir."

kosa
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Re: Knieprobleme nach wiederholter Patellaluxation

Beitrag von kosa » 28.04.14, 21:38

Hallo jaytee,

Nach Ihrer Schilderung ist mir das Vorgehen vor Ort unverständlich.
Grundsätzlich ist eine Patellaluxation immer eine schwerwiegende Verletzung des Kniegelenks und bedarf einer sorgsamen Abklärung und Therapie.

Der blutige Erguss und die Unfähigkeit das Knie zu beugen oder zu strecken sind entscheidende Hinweise, dass eben nicht alles "intakt und ohne Verletzung" ist. Im Gegenteil sind Bandrupturen sehr wahrscheinlich. Auch Abscherungen von Knochen-/Knorpelfragmenten sind nicht auszuschließen. Patellaluxationen gehen mit mehr oder minder schweren Knorpelschäden einher. Bei ungenügender oder verschleppter Behandlung entwickelt sich daraus eine Arthrose, die eine sportliche Karriere vorzeitig beenden kann.

Zur Versorgung der inneren Verletzungen und Stabilisierung des Knies, um weiteren Luxationen vorzubeugen, ist bei rezidivierenden Luxationen gewöhnlich eine Operation die Therapie der Wahl.

Das genaue Ausmaß der Verletzung feststellen und die entsprechende therapieren kann aber nur ein Orthopäde, der Sie untersucht hat. Wenn das in der Türkei niemand übernimmt, dann sollten Sie überlegen vorzeitig nach Deutschland zurückzukehren.
Eine schnelle Einsatzfähigkeit ist aufgrund Ihrer Beschreibung leider nicht zu erwarten.

Gruß
kosa

jaytee1988
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Re: Knieprobleme nach wiederholter Patellaluxation

Beitrag von jaytee1988 » 02.05.14, 17:00

Danke für die Antwort.

Es sieht jetzt so aus, am 27.04. war ich beim physio Therapeuten ab 8.05
fängt meine Therapie an (reizstrom und Geräte)

Mein knie ist eigentlich gar nicht mehr geschwollen und ich versuche bis die physio anfängt selbst ein paar Übungen zu machen fie mir mein behandelnder arzt gezeigt hat.. es lässt sich nun langsam fast ganz durchstrecken ohne dass ich schmerzen dabei empfinde. Mehr probleme macht mir das anwinkeln/beuegen bei 45grad ist Schluss..da spüre ich etwas unterhalb der kniescheibe,es ist nicht wirklich schmerz eher eine art druck.
Natürlich sind manche Übungen nicht sehr angenehm aber nicht schmerzhaft eher unangenehm weil das bein nun 4 Wochen so gute wir gar nix gemacht hat..muskeln haben im Oberschenkel auch extrem abgenommen meine beiden oberschenkel sehen absolut unterschiedlich aus nun aber das kenn ivh schon vom letzten mal.

Um auf deine Antwort zu kommen dass evtl nicht alles intakt ist.. laut mrt Bericht ist es das aber? Habe den bericht samt bildern nach deutschland geschickt zu dem arzt der mivh vergangenes jahr weiter behandelt hatte nachdem ich hier in der Türkei die nase voll hatte und er meinte es sei laut bildern alles in ordnung.

kosa
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Re: Knieprobleme nach wiederholter Patellaluxation

Beitrag von kosa » 04.05.14, 21:26

Hallo jaytee,

natürlich verstehe ich, dass Sie so schnell wie möglich wieder einsatzbereit sein wollen. Dennoch gebe ich zu bedenken, dass kein Arzt hier in Deutschland eine entwarnende Diagnose stellen kann, wenn er Sie nicht persönlich untersucht hat.
Die Aussagekraft von MRT-Bildern hängt von ihrer Qualität aber auch von der vorangegangenen Fragestellung ab. Normalerweise sollten auch Röntgenbilder zum Ausschluss knöcherner bzw. knorpeliger Abscherungen angefertigt werden.
Aus einer nicht behandelte Knorpelverletzung entwickelt sich früher oder später eine Arthrose.

Wurde nach der Ursache des blutigen Gelenkergusses gefahndet?
Was sagen die Ärzte vor Ort zu der Bewegungseinschränkung und den anderen Beschwerden?

Auch wenn wider Erwarten alles in Ordnung sein sollte, die Wahrscheinlichkeit erneuter Luxationen ist, gerade auch aufgrund der erheblichen sportlichen Belastung, sehr groß und somit auch die Gefahr einer irreparablen Schädigung des Kniegelenks. Deshalb wäre die Therapie der Wahl in diesem Fall eine Operation, um die Kniescheibe zu stabilisieren.

Selbst bei optimaler Therapie ist die Entwicklung einer Arthrose infolge der Patellaluxationen nicht auszuschließen, deshalb sollte das oberste Ziel der Behandlung sein, diese Verschleißerscheinungen zu vermeiden bzw. so lange wie möglich hinauszuzögern.

Gruß
kosa

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