Myelopathie HWS - Leben und Sport und OP und und und

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reiche susi
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Myelopathie HWS - Leben und Sport und OP und und und

Beitrag von reiche susi » 11.12.18, 15:24

Hallo,

mein Mann erlitt vor über 20 Jahren aufgrund eines Fahrradsturzes eine Fraktur des 7. HWKs. Einhergehend mit einer Spinalkanalstenos C7.

Er ist aufgrund seines Sports (Turnen, Fahrrad fahren, joggen) sehr fit und muskulös.

Bei seiner letzten MRT-Untersuchung der HWS wurde eine Myelopathie sicher festgestellt, allerdings im Anfangsstadium.

In den Jahren davor wurde nie ein sicheres Myelopathiezeichen festgestellt.

Er konnte sich erinnern, dass er damals nach dem Sturz bei mehreren Neuro-/Wirbelchirurgen gewesen ist. Nur einer sah eine Indikation für eine OP, um eine Myelopathie zu verhindern.

Aufgrund des neuen Befundes, ging er jetzt wieder zu zwei verschiedenen Neuro-/Wirbelsäulenchirurgen. Der eine sagte "OP", der andere sagte "Abwarten".

Mein Mann hat keinerlei subjektiven Ausfälle, Ameisenlaufen, Kribbeln, Kraftdefizite. Bei einem Chirurg gab es Fragen nach JOA. Volle Punktzahl.

Auch ein befreundeter Knie- und Schulterchirurg sowie mehrere Physiotherapeuten rieten ihm von einer OP ab, da er ja keine Probleme hat.

Die Myelopathie ist zwar jetzt ganz fein zu sehen, aber er spürt nichts. Es könnte wohl genauso gut andersrum sein. Er hätte wahnsinnige Ausfälle, Schmerzen, Probleme, aber auf den Bildern wäre (fast) nichts zu sehen. Es soll wohl auch Fälle geben, da müsste ein Patient nach den MRT-Bildern querschnittsgelähmt sein, springt aber fröhlich rum.

Abgesehen von den Risiken, die eine solche OP haben, wurmt es meinen Mann, ob es vielleicht nicht doch besser gewesen wäre, sich vor ca. 15 Jahren operieren zu lassen, weil dann hätte er heute keine Myelopathie.

Wobei ihm ein Neuro-/Wirbelsäulenchrirurg gesagt hat, dass selbst diese Myelopathie, jetzt wo man sie leicht erkennen kann, nach einer OP weiter voranschreiten kann.

Der befreundete Knie- und Schulterchrirurg meinte auch, dass Myelopathie ein so weites Feld ist, das noch gar nicht bis zu Ende erforscht ist und dass mein Mann, allerdings mit Adleraugen sozusagen, weiter trainieren soll. Er würde schon spüren, wenn was nicht stimmt, ihm gut tut.

Aber wie ist das bzgl. der damaligen Aussage? Hätte eine Myelopathie mit einer OP verhindert werden können?

Leider wollten die aktuellen Neuro-/Wirbelsäulenchirurgen keine Empfehlungen bzgl. Sport aussprechen, außer dass Maximalkrafttraining jeglicher Art kontraproduktiv sein könnte, genauso wie die Hyperextension des Nackens.

Gibt es da keine allgemeingültigen Empfehlungen? Was ist gut, was nicht? Was sollte man und was nicht?

LG

Kessy
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Re: Myelopathie HWS - Leben und Sport und OP und und und

Beitrag von Kessy » 09.01.19, 22:03

Huhu,
habe eine C5/C6 OP nach Myelopathie-Befund und neurologischen Ausfallerscheinungen hinter mir. Soweit erstmal alles gut. Aber, soweit man das rauszögern kann, umso besser, meine Meinung. Ich werde jetzt das Reiten aufgeben, da die angrenzende Bandscheibe C6/C7 auch nicht gut aussieht.
Der Orthopäde: Ich rate Ihnen eindringlich das Reiten aufzugeben.
Der Neurochirurg: Ach was, reiten sie doch, das würde ich mir nicht nehmen lassen. (Aber ihr Orthopäde hat recht, C6/C7 sieht nicht gut aus) Naja, ich denke, der rechnet damit, die kommt schon wieder, wenn es ihr schlecht geht, dann operieren wir halt nochmal. Jeder macht das, was er am besten kann, und ein Chirurg operiert halt.
Diese Aussage hat mich jetzt dazu bewogen erstmal dem Orthopäden zu glauben und ich hatte eine wahnsinnig lange Suche veranstaltet noch einen anderen zu finden, der das als 2. Meinung beurteilen würde. Die meisten Orthopäden sind auf Knie oder Schulter spezialisiert und lehnen eine HWS Beurteilung ab, zu kritisch, zu gefährlich.
Ich habe die OP machen lassen, da ich ständige Stromschläge hatte, beim Niesen, Husten, schnellem Gehen, ich konnte die Arme nicht mehr heben ohne einen elektrischen Schlag zu bekommen, Haare waschen wurde abenteuerlich, ansonsten wäre ich nicht zum Arzt gegangen, ich hatte sonst keine Schmerzen. (Und das war so als würde ich an einen Weidezaun greifen, nicht nur so ein Kribbeln, wie manche Leute meinen).
Nur wenn eine Myelopathie über das MRT nachgewiesen wird, ist auch eine OP eine medizinische Indikation. Also, eine OP vor 15 Jahren hätte eh keiner gemacht, meine laienhafte Meinung, Skifahren und Reiten sind wohl kontraproduktiv, und, man sollte nicht stürzen :shock: , und halt den Nacken nicht nach hinten überstrecken. Werde mir jetzt ein anderes Fahrrad kaufen, so ein Holland-Ding, auf dem man sehr aufrecht sitzt. Meine Physiotherapeutin ist mir da eine große Hilfe, was das alltägliche angeht.
Der Neurochrirug : sie dürfen alles machen, was nicht weh tut.
Ich: aber das weiß ich doch vorher nicht
er: ------------------------------------ Das Schweigen im Walde, still ruht der See
Eventuell ist es ratsam mit der Krankenkasse zu telefonieren, bei der DAK gibt es so eine Service- Hotline , hatte da einen sehr netten, kompetenten Menschen am Apparat (Arzt), der sich tatsächlich Zeit genommen hat, um mich zu beraten.
Ich persönlich habe Angst vor den neurologischen Ausfallerscheinungen, die eine Myelopathie C6/C7 mit sich bringen. Eine Myelopathie ist ja nicht unbedingt reversibel, selbst wenn die OP erfolgreich war. Das sind meine Bedenken.
Letztendlich muß man das selbst beurteilen bzw. entscheiden.

LG und Alles Gute.

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