Polyneuropathie, Borreliose, psychische Probleme oder doch nur Verspannungen?

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KS28
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Polyneuropathie, Borreliose, psychische Probleme oder doch nur Verspannungen?

Beitrag von KS28 » 27.05.19, 23:29

Hallo,

mir geht es schon längere Zeit gesundheitlich nicht so gut. Ich kann auch nicht mehr genau einschätzen, wann alles angefangen hat. Ich schildere zuerst einmal meine zahlreichen Symptome:

- Rückenschmerzen, besonders im Schulter- und Nackenbereich. Fühlt sich an, als wären die Nerven entzündet oder eingeklemmt. Es ist ein eher ziehender Schmerz, den ich vor allem spüre, wenn ich meine Schultern nach hinten oder unten bewege. Der Schmerz zieht öfters mal in die Arme und Beine oder auch in den Hals und Kopf.
- Kloßgefühl, welches ich schon seit der Schulzeit habe. Mal ist es stärker, mal weniger störend, aber ich spüre es so gut wie immer. Wenn ich trinke, dann fühlt es sich z.B. auch so als müsste das Wasser an den Kloß vorbei. Oft kommt es dadurch auch zu Atemproblemen. Oft versuche ich den Kloß dann "rauszuwürgen" und rülpse dann stark. Dann ist es für kurze Zeit besser. Oft habe ich auch Reflux und Magensäure oder sogar Essensreste kommen hoch.
- In letzter Zeit habe ich ab und an ein Zucken im Nacken. Also mein Kopf bewegt sich dann einfach kurz zur Seite. Vor ein paar Monaten hatte ich auch ein Zucken im Augenlid, aber das ist wieder verschwunden.
- Bei mir knackt es oft überall. Sowohl in den Fingern, als auch im Nacken, den Rücken, den Knien. Ab und zu hab ich auch Druckschmerzen im Unterarm oder den Fingern und es spannt ein bisschen. Das ist aber meistens schnell wieder verschwunden.
- Druck im Nacken und der Wirbelsäule.
- Oft hab ich auch ein Brennen im Körper, vor allem nach dem ich was "schlechtes" gegessen habe, wie z.B. Fastfood oder Alkohol getrunken habe. Vor allem im Brustbereich, aber auch in Armen oder Beinen. Es fühlt sich dann so als würde Gift durch meine Adern fließen. (Kann es nicht besser erklären)
- Verstopfung und Blasenprobleme. Ich verspüre oft den Drang auf Toilette zu müssen, auch wenn nur ein paar Tropfen rauskommen. Mittlerweile muss ich mir nachts sogar einen Becher neben das Bett stellen, weil ich sonst zig mal auf Toilette gehen würde. Es brennt auch öfters mal beim pinkeln.
- Juckreiz an mehreren Stellen am Körper.
- Viel Schleim im Hals.
- Schlafstörungen und Müdigkeit/Abgeschlagenheit.
- Lymphknoten auf der linken Seite vom Hals ist oft dicker als auf der anderen Seite, aber nicht schmerzhaft.
- In letzter Zeit bin ich auch sehr vergesslich und hab Konzentrations-, Aufnahme- oder Wortfindungsstörungen.[/list]

Zu mir und meinen Untersuchungen: Ich bin 28, männlich und arbeite in einem Großraumbüro, weshalb natürlich zuerst Verspannungen vermutet wurden. Ich hatte auch mehrere Physiotherapien, die aber immer nur zeitweise geholfen haben und auch nicht gegen alle meine Beschwerden. Mein Orthopäde sagt, dass, abgesehen von den Verspannungen, alles in Ordnung ist. Letztes Jahr wurde bei mir HIV festgestellt, die Infektion ist allerdings unter Kontrolle und unter der Nachweisgrenze. Auch alle anderen Blutwerte, wie Blutzucker, Leber, Galle, Niere, Bauchspeicheldrüse usw. sind alle in Ordnung und ich habe auch keine anderen Geschlechtskrankheiten. Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion, die aber auch unter Kontrolle ist. Außerdem geh ich, wegen leichten Depressionen und weil meine Hausärztin glaubt, dass meine Symptome psychosomatisch sein könnten, zu einer Psychologin. Das hilft schon etwas, ändert aber bisher nichts an meinen Beschwerden und irgendwie glaube ich auch nicht, dass dies der Grund ist.

Zurzeit ist meine Hauptvermutung, dass es an meinen Alkoholkonsum liegen könnte. Ich würde mich jetzt nicht als Alkoholiker bezeichnen und trinke auch nicht täglich. Nur am Wochenende bzw. wenn ich mit Freunden weggehe. Dann aber meistens ganz schön viel und oft sind die Symptome (Nervenschmerzen im Rücken, Kloßgefühl, Brennen) am nächsten bzw. die nächsten Tage schlimmer. Am Samstag war es z.B. so schlimm, dass es in meinen Armen, Beinen und im Nacken gekribbelt hat (als würden die Stellen einschlafen) und ich hab sehr schlecht Luft bekommen. Vor ein paar Monaten hatte ich das, nach starken Alkoholkonsum am Vortrag, schon einmal und es war so schlimm, dass Sanitäter kommen mussten, weil sich mein Körper komplett in eine Fötusstellung verkrampft hatte. Ich dachte, ich hätte einen Schlaganfall, aber die Sanitäter dachten an eine Panikattacke. Allerdings hatte ich die Panik eben nur, weil ich vorher das Gefühl hatte nicht mehr atmen zu können.

Heute habe ich auch gelesen, dass viele meiner Symptome zu einer Borreliose passen könnten, allerdings kann ich mich an keinen Zeckenbiss erinnern.

Ich weiß, dass ist alles sehr viel auf einmal, aber vielleicht fällt jemanden ein, was hinter solchen Beschwerden stecken könnte. Ich will zwar nicht ausschließen, dass einiges davon psychisch ist, kann es mir aber nicht bei allen Beschwerden vorstellen. Das was mich am meisten belastet ist nicht genau zu wissen, was los ist, weil bei den Untersuchungen nie was genaues rauskommt.

Chandra
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Re: Polyneuropathie, Borreliose, psychische Probleme oder doch nur Verspannungen?

Beitrag von Chandra » 08.06.19, 12:37

Hallo,

Da hast Du ja eine ganz schöne Liste an Beschwerden, die Du mit Dir herumträgst... Zunächst muss ich Dir leider sagen, dass wir natürlich leider keine Diagnosen über das Forum stellen können und je komplexer ein Fall ist, desto schwieriger wird es, ohne genaue Untersuchungsbefunde valide Aussagen treffen zu können. Deshalb nur ein paar Gedanken, die mir beim Lesen Deines Textes gekommen sind. ;-)

Zum einen möchte ich es nicht ausschließen, aber ich glaube nicht, dass alle Deine Symptome die gleiche Ursache haben, das wäre zumindest ungewöhnlich. Insofern könnte es auch sein, dass, wie Du selbst schon schreibst, einige der vielen Symptome durch den Stress und die Ungewissheit verursacht werden, andere Symptome haben zusammen vielleicht eine somatische Ursache, schwer zu sagen. Noch schwerer zu sagen wäre dann, welches Symptom in welche Kategorie gehört...

Warst Du eigentlich schon bei einem Neurologen, wenn Du selbst schon eine Polyneuropathie (PNP) vermutest? Das Brennen deutet auf eine neuropathische Komponente hin, kann natürlich auch psychosomatisch sein, darum wären Nervenleitgeschwindigkeiten und Co hier hilfreich. Ungewöhnlich ist allerdings, dass das Brennen nach schlechtem Essen zunehmen soll. Darf ich an dieser Stelle übrigens mal ganz dumm fragen, weshalb Du anscheinend immer noch Alkohol konsumierst, wenn es Dir danach so schlecht geht, dass Du sogar schon nen Sani rufen musstest? :shock: Bei mir haben weitaus weniger Gründe genügt, nur noch zu Silvester nen Schluck Sekt zum Anstoßen zu nehmen. Wenns ne PNP ist, wird die durch Alkohol nicht besser und kann sogar davon ausgelöst worden sein.

Sind eigentlich mal Rheuma-Faktoren bestimmt worden? Würde bspw. auch mal Lupus ausschließen wollen und klar, Borrelien könnten es auch sein - Auskunft geben hier nur Untersuchungen. Es ist allerdings gerade unter Neurologen hoch umstritten, ob es wirklich eine Form von "chronischer Borreliose" gibt. Wie lange hast Du denn schon ungefähr mit den Symptomen zu tun?

Juckreiz: Sieht man irgendwo Ausschlag?

Schlafstörungen: Wann und wieviel schläfst Du denn? Warum kannst du schlecht schlafen (Schmerzen, Grübeln,...)?

Hast Du sonstige Symptome? Z.B. Gewichtszu- oder Abnahme, Nachtschweiß, Abnahme von Muskelgewebe, Taubheitsgefühle, Kribbeln usw. Hat man mal ein Differenzialblutbild gemacht?

Also wie gesagt, bei so komplexen Fällen ist es leider nicht wirklich möglich, was Konkretes zu sagen, höchstens Gedankenanstöße geben...

Liebe Grüße
Chandra
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