Erhöhtes Anfallsrisiko laut EEG

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onkelandi
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Erhöhtes Anfallsrisiko laut EEG

Beitrag von onkelandi » 27.07.18, 18:48

Hallo zusammen,

meine Tochter (23 Monate) hat ggfls. ein Neurokutanes Syndrom, weshalb wir uns gerade in der Abklärungsphase finden und meine Tochter auf den Kopf gestellt wird.

Im Rahmen dieser Abklärung mussten wir ebenfalls zum Neurologen, welcher in Abständen von 3 Monaten 2x ein EEG (inklusive Einschlafen) gemacht hat. Beide Male kam hierbei eine "erhöhte Anfallsbereitschaft" raus, jedoch krampft meine Tochter nicht. Sie hat auch noch nie einen Anfall gehabt. Nun zu meiner Frage:

Was genau bedeutet diese erhöhte Anfallsbereitschaft. Ist das ein Vorbote einer beginnenden Epilepsie? Ist das unspezifisch, was auch bei ansonsten Gesunden auftreten kann?

Die Neurologin konnte das Ergebnis leider nicht wirklich erklären, auch auf mehrmalige Nachfragen, war die Antwort, dass wir jetzt erstmal weitere 3 Monate abwarten und gucken wie Ihre Entwicklung weitergeht. Bis jetzt ist meine Tochter, bis auf einen Sprachentwicklungsverzug völlig normal (abgesehen von den Hautveränderungen).

Für ein wenig Licht ins Dunkel wäre ich sehr dankbar. Mir ist bewusst, dass keine Ferndiagnosen gestellt werden können, das verlange ich auch nicht, es geht mir nur um die DEfintion diesen Begriffs, denn dazu finde ich bei dr. Google nichts :)

Danke für die Hilfe und viele Grüße
Andi

Muppet
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Re: Erhöhtes Anfallsrisiko laut EEG

Beitrag von Muppet » 29.07.18, 17:47

Hallo,
EEGs bei Kleinkinder sind so eine Sache. Sie sind weniger präzise als wie bei eine Erwachsene. Sie sind daher schwierig zu interpretieren. Ca. 10% der Bevölkerung (besonders die mit Migräne) zeigen ein erhöhtes Anfallsbereitschaft. Nur 1,5 % der Bevölkerung haben tatsächlich Epilepsie und viele davon haben ausserhalb Anfälle unauffäliige EEGs.

Der Treffsicherheit einer EEG bei eine Erwachsene ist nur 70% und ist niedriger bei Kinder.

Du kannst nur abwarten und beobachten. Treten keine Anfälle auf, ist es nur eine bedeutungslose Befund.

Gruss
Muppet

onkelandi
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Re: Erhöhtes Anfallsrisiko laut EEG

Beitrag von onkelandi » 31.07.18, 11:05

Hi Muppet,

danke für deine Rückmeldung, das klingt ja erstmal beruhigend. Wir konnten halt nicht deuten, was das jetzt für unsere Tochter bedeutet und für uns. Auf die Frage, ob wir jetzt besser ein Notfallmedikament (Diazepam o.ä) zu Hause haben sollten, bekamen wir als Antwort, dass Sie uns jetzt nicht einfach eins mitgeben wollen würde, zumal Sie ja nicht krampfe.

Diese Anfallsbereitschaft tritt bei meiner Tochter ausschließlich in der Schlafphase auf und ist im Wachzustand nicht zu sehen... daher machen wir uns natürlich sorgen, dass wir u.U einen Krampf gar nicht bemerken würden (unsere Tochter schläft in ihrem Bett, in Ihrem Zimmer). Die Ärztin selbst sagte auch, dass normalerweise die Diagnose andersherum läuft: Die Kinder krampfen und anschließend kommen Sie zur Behandlung ins Krankenhaus. Bei meiner Tochter ist das halt umgekehrt, sie hat Hautveränderungen (Überpigmentierung an den Blaschkolinien) weshalb Sie jetzt von allen Fachrichtungen auf den Kopf gestellt wurde.

Ehrlich gesagt denke ich mir aktuell auch, dass diese Dinge natürlich abgeklärt gehören, aber - wer viel untersucht findet wohlmöglich auch viel das überhaupt nicht von Bedeutung ist uns aber dennoch unnötig sorgen bereitet :(

Danke nochmal für deine Antwort und dein Engagement in diesem Forum.

LG
Andreas

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