Meralgia paraesthetica

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Olga234
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Meralgia paraesthetica

Beitrag von Olga234 » 11.09.17, 12:43

Hallo,

ich bin 57 und leide seit etwa 5 Wochen am Nervenkompressionssyndrom des rechten Oberschenkels, Meralgia Paraesthetica.

Die Ursache ist unbekannt, bin ansonsten kerngesund.

Dehnungsuebungen wurden empfohlen und ich fuehre sie seit einigen Tagen durch.

Wenn ich die Uebung durchfuehre, den Nerv also dehne, dann spuere ich ein Kribbeln im unteren Teil des ansonsten lediglich tauben Oberschenkelbereiches.

Ich wuerde gerne wissen, ob diese Empfindung, das Kribbeln, ein gutes Zeichen ist oder ob es bedeutet, dass der Nerv noch mehr eingezwaengt ist durch die Uebung.

Letzteres waere ja nicht gut und sollte vermieden werden.

Vielen Dank,

Olga

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Meralgia paraesthetica

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 11.09.17, 17:33

Guten Tag,
"dann spuere ich ein Kribbeln im unteren Teil des ansonsten lediglich tauben Oberschenkelbereiches."- da der Oberschenkel ohne Dehnung " taub " ist, bei genannten Übungen jedoch " kribbelt" (= Parästhesie) ist Zeichen der Nervendehnung. Aus neurologischer Sicht sollte man aber gerade eine Nervendehnung vermeiden. Sprechen Sie mit Ihrem Neurologen darüber.
Bei obiger Erkrankung ist der Oberschenkel aber eigentlich nicht taub, d.h. man verspürt nichts mehr, eher ist das Gegenteil der Fall, man hat Parästhesien, einen brennenden Schmerz und Sensibilitätsstörungen an der Vorder-Aussenseite des Oberschenkels, da ja die Kompression des Nervus cutaneus femoris lateralis beim Durchtritt dieses Nerven durch die Faszia iliaca oder Faszia lata oder sogar die Sehnenfasern des Leistenbandes erfolgt.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Olga234
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Re: Meralgia paraesthetica

Beitrag von Olga234 » 13.09.17, 03:36

Dank fuers Feedback :D und richtig, es handelt sich um Sensibilitätsstörungen an der Vorder-Aussenseite des Oberschenkels. Sorry fuer meine laienhafte Ausdrucksweise.

Aus neurologischer Sicht sollte man also die Nervendehnung vermeiden und ich werde mit dem Neurologen sprechen.

Weiterhin raetsle ich, was das Kompressionssyndrom ausgeloest haben koennte.

Seit einem Jahr mache ich regelmaessige sehr einfache Uebungen, um die Oberschenkelmuskulatur zu staerken, da damals leichte Knieschmerzen beim Treppensteigen auftraten und mir diese Uebungen empfohlenwurden, um die Kniegelenk zu entlasten.

Dabei wird das gestreckte Bein im Liegen in Rueckenlage leicht angehoben und eine Zeitlang hochgehalten, um den Quadriceps und andere `Hochhaltemuskeln` zu staerken.

Ich frage mich, ob der M.Iliopsoas dabei so gestaerkt wurde, dass er jetzt den N.cut.fem.lat. einzwaengt.

Eine schwierige Frage, doch vielleicht gibt es genau damit Erfahrung im Physiotherapiebereich und ueber eine Antwort wuerde ich mich freuen.

Vielen Dank !

Olga

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Meralgia paraesthetica

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 13.09.17, 07:33

Guten Tag,
es ist zwar anatomisch korrekt, an den M. iliopsoas zu denken, denn dieser Muskel ist der wichtigste Muskel für das Vorheben des Beines, er ermöglicht das Gehen, das Vorbeugen des Rumpfes und das Rumpfheben im Liegen. Er ist von oben erwähnter Hülle umhüllt. Auch ist in dieser Region der Plexus lumbalis und der N. femoralis. Somit würde alles zusammen passen. Aber:
bei Ihrer Übung wird der M. iliopsoas nicht belastet, im Gegenteil, man kann die Beschwerden verbessern durch Anbeugen des Beines im Hüftgelenk-und das ist ja Ihre Übung.
"Aus neurologischer Sicht sollte man also die Nervendehnung vermeiden und ich werde mit dem Neurologen sprechen."- eine Nervendehnung in der Form, dass eine Hyperextension im Hüftgelenk vermieden wird. Da ich jetzt Ihre Übung kenne, muß ich sagen, dass ja eine Überstreckung im Hüftgelenk nicht statfindet, sie findet z.B. statt, wenn Sie sich auf den Rücken legen und das gestreckte Bein hochheben würden.
Zum Aufbau des Quadrizeps gibt es zahlreiche Übungen.
Ursachen für dieses Kompartmentsyndrom gibt es viele. Das geht von raumfordernden Prozessen bis zur Kompression durch enge Gürtel, Hosen, Bauchlagerung, bei Frauen , wenn man zu lange in der sogenannten Steinschnittlage sich befand ( also auf dem Gynstuhl). Es ist aber mit Sicherheit ein MRT durchgeführt worden.
Grüße Dr. Fischer
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Olga234
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Re: Meralgia paraesthetica

Beitrag von Olga234 » 14.09.17, 05:17

Hallo,

das war jetzt sehr hilfreich:

Beschreibung der klassischen Steinschnittlage:

Die Beine im Hueftgelenk gebeugt und etwa 60 Grad voneinander abgespreizt, die Knie angewinkelt.

Jetzt wird mir einiges klar:

So sitze ich auf dem Hocker vor dem Computer (um die Wirbelsaeule gerade zu halten), oft stundenlang, und auch bei der Meditation, die ich taeglich durchfuehre.

Das koennte also die Ursache fuers Kompressionssyndrom sein, Dank fuer den Hinweis !

MRT wird in einigen Wochen durchgefuehrt, der Abdomen-Becken-Ultraschall war vor einiger Zeit jedoch in Ordnung gewesen.

LG

Olga

Olga234
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Re: Meralgia paraesthetica

Beitrag von Olga234 » 14.09.17, 05:21

Als Draufgabe:

https://medium.com/@drjessiehsieh/aeria ... 009910b938

Meralgia Paraesthetica durch Steinschnittlage-aehliche Position plus Druck durch Gurt.

:!:

Olga

Olga234
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Re: Meralgia paraesthetica

Beitrag von Olga234 » 28.10.17, 03:23

Hallo,

melde mich wieder bezueglich Meralgia Paraesthetica im rechten Oberschenkel.

Becken-Ultraschall war in Ordnng. Nehme seit 5 Wochen B-Vitamine zu mir in Kapselform.

Habe das Gefuehl, dass die Taubheit im Oberschenkelbereich nun etwas abnimmt.

Heute nacht auf rechter Seite geschlafen. Danach der ganze Bereich um den Beckenknochenvorsprung (rechte Spina iliaca anterior) taub.

Denke also, dass der Nervenschaden (unter dem Ligament) durch den Druck bei Schlafen entsteht. Das waere eine Erklaerung.

Ich schreibe das, um anderen mit den gleichen Symptomen auf die Spruenge zu helfen.

Gruss,

Olga

Olga234
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Re: Meralgia paraesthetica

Beitrag von Olga234 » 04.12.18, 13:53

Hallo,

ich melde mich wieder, um mitzuteilen, dass die Symptome genau ein Jahr nach ihrem Auftreten komplett verschwanden.

Ursache der Beschwerden und Grund fürs Verschwinden sind unbekannt.

Freue mich jedenfalls, dass das nun vorbei ist.

Olga

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