Angst

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yviles87
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Re: Angst

Beitrag von yviles87 » 03.07.15, 15:06

Also da ich ja nun ein zweitesmal in der Neurologie war und mir gesagt wurde das Als ausgeschlossenen ist...
kann man das einfach so ausschließen??
Ich komme nicht von dieser Angst weg... ich nehme jetzt wieder Venlaflexin... aber ist das wirklich das richtige für mich?
Wäre nicht lyrica besser für mich?

Jessy-81
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Re: Angst

Beitrag von Jessy-81 » 04.07.15, 03:16

Hallo,
Ich komme nicht von dieser Angst weg
Das hatte Muppet dir schon geschrieben und auch
in dem du diese Aussage mal begreifst
das Als ausgeschlossenen ist
Aber das kann man dir wahrscheinlich 100 mal sagen und auch wenn du den 100 Arzt aufsuchst, glaubst du es wahrscheinlich immer noch nicht.
Solange du es nicht glaubst willst, wirst du von der Angst auch nicht wegkommen.
Es ist deine Entscheidung was du weiter machst. Du kannst gerne dich weiter dran festhalten das du ALS hast und noch ständig ein anderen Neurologen aufsuchen und weiter Stammgast in der Notaufnahme sein(wo du immer weider das gleiche Ergebnis erhalten wirst) und sich in diese unbegründete Angst weiter reinsteigern wenn es dir Spaß macht und dich in diese "Angst Welt" wohlfühlst und gern zum Arzt gehst. Oder mal anfangen an dir zu arbeiten und Hilfe aufzusuchen, wegen der Angsterkrankung.


Lass dich doch nicht von ein bisschen Muskelzucken so eine Angst machen und dir das Leben kaputt machen. Steiger dich doch nicht immer wieder da rein.

Gruß
Jessy

Fini
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Re: Angst

Beitrag von Fini » 04.07.15, 07:46

was jessy geschrieben hat, trifft den nagel auf den kopf..du musst an einem anderen punkt ansetzen..du musst konsequent und fachmännisch deine angst behandeln lassen.
der umgang mit deinen medikamenten ist höchst fraglich. solche medikamente sollte man weder absetzen noch einfach wieder irgendwie anfangen, ohne dass man dies mit seinem arzt besprochen hat.
und hier kann dir niemand sagen, ob dieses oder jenes medikament für dich besser wäre. dies muss dein arzt entscheiden und mit dir besprechen.
ich denke, es dreht sich hier im kreise
"In der Idee leben heißt, das Unmögliche behandeln, als wenn es möglich wäre!" ~~ Johann Wolfgang von Göthe

Muppet
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Re: Angst

Beitrag von Muppet » 04.07.15, 09:18

Hallo,
wieso Pregabalin? Ist doch ein Antiepileptika der hauptsächlich in der Schmerzmedizin eingesetzt wird. Als Psychopharmaka nutzt man es als Stimmungsstabilisator. Bei Somatisierungsstörungen sind Antidepressiva und Psychotherapie das Methode der Wahl.

Medikamenten eigenständig nehmen und absetzen macht die Symptomen schlimmer. Antidepressiva muss du mindestens 6-8 Wochen probieren (am Stück!). Erst dann kann man sagen, ob das Mittel wirkt oder nicht.

Ständiges Angst für ALS hat ein anderes Problem. Es gibt tausende von Leute die diese Idee haben. Man muss alle untersuchen. Findet nichts, sie gehen weiter zum Arzt. Was ist mit die Leute die wirklich neurologische Hilfe brauchen und können es so nur spät kriegen?

Gruß
Muppet

Jessy-81
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Re: Angst

Beitrag von Jessy-81 » 05.07.15, 01:11

Ständiges Angst für ALS hat ein anderes Problem. Es gibt tausende von Leute die diese Idee haben. Man muss alle untersuchen. Findet nichts, sie gehen weiter zum Arzt. Was ist mit die Leute die wirklich neurologische Hilfe brauchen und können es so nur spät kriegen?
Hast du schon ein mal, von denen gehört das die sich darüber Gedanken machen?
Ich kenne es nur so, solange sie selber ein Termin bekommen, ist alles bestens. Egal das andere, die einen Termin wirklich brauchen, hintenanstehen. Wenn die erst Spät einen Termin bekommen, ach ja, das geht es eben in die Notaufnahme.
Vorbefunde werden verschwiegen um mehrfach Untersuchungen sich zu erschleichen.
Da soll noch sich jemand, über die lange Termin Dauer Wundern.
Ich könnte das schon aus moralisch Gründen, nicht so Egoistisch durchziehen.

Gruß
Jessy

Brigitte Goretzky
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Re: Angst

Beitrag von Brigitte Goretzky » 05.07.15, 06:48

Jessy-81 hat geschrieben: Ich könnte das schon aus moralisch Gründen, nicht so Egoistisch durchziehen.
Patienten, die aufgrund einer Angststoerung Aerzte aufsuchen - egal, ob im richtigen Fachgebiet oder nicht - sind nicht egoistisch!

Hier die Moralkeule zu schwingen ist fuer die Betroffenen nicht hilfreich, sondern ein persoenlicher Angriff.
Sagen Sie einem Menschen nach Herzinfarkt, der sich muede und erschoepft fuehlt, er solle sich mal ein wenig zusammenreissen und nicht so lange vor der Glotze sitzen, dann haette er auch genug Energie? Sagen Sie einem Krebspatienten kurz nach Chemotherapie, dass Sie es moralisch nicht verantworten koennten, zuhause zu bleiben und nicht zu arbeiten?
Oder gibt es einen Grund, weshalb Sie psychische Erkrankungen fuer moralisch verwerflich halten, koerperliche jedoch nicht?

Denken Sie bitte vor Ihren naechsten Postings darueber nach, ehe Sie andere User persoenlich angreifen. Danke.
And God promised men that good and obedient wives would be found in all corners of the earth.


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Muppet
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Re: Angst

Beitrag von Muppet » 05.07.15, 08:09

Hallo Frau Goretzky,
mein Post bezieht sich auf Doktorhopping.
D.h. nicht 1 Neurologe wurde konsultiert, sondern 4 oder 5.

Wir hatten auch Patienten die in die Klinik kamen. X-Vorbefunde wurden nicht ausgerückt. Untersuchungen mehrfach o.B. wiederholt, da vielleicht übersahen die andere Ärzte etwas. Kamen dahinter, weil manche Ärzte die Patienten aus andere Krankenhäuser wiedererkannt haben.
Bei uns gab es eine Warteliste von bis 6 Monaten für Termine. 5 Patienten starben während diese Wartezeit. SUDEP.
Klar (die meisten) Angstpatienten machen es nicht mit Absicht. Aber es ist ein Problem.

Leider schaffen es nicht viele Ärzte ganz am Anfang, bei psychische Störungen die Patienten ausführlich aufzuklären und sie weiter zu die korrekten Stellen weiter zu vermitteln. Stattdessen "alles psychisch, nicht mein Problem, tschüss". Patient steht da. Was dann nun? Manchmal Antidepressiva aber selten wird ein Therapieplatz vermittelt.

Angst kommt zurück, Kreislauf fängt erneut an. Kann Jahren dauern bis sie ins Behandlung kommen und bis dahin sind sie schwierig zu therapieren. Angst und Symptomen sind festgesetzt.

Das Problem ist nicht nur einseitig. Im Medizinstudium wird dieses Thematik kaum behandelt. Auch im Psychologiestudium nicht wirklich. Fast alles was ich über psychosomatische Störungen weiß, habe ich in spezialisierte neurologische Facharztfortbildungsvdranstaltungen und durch eigenrecherche gelernt. Große Bildungslücke. Patienten fallen durch eine Raster.

Gruß
Muppet

Fini
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Re: Angst

Beitrag von Fini » 05.07.15, 08:43

@muppet:
fr goretzkys kommentar bezog sich glaube ich auf jessy.
generell:
eine psychische erkrankung ist natürlich genauso "wichtig" wie andere erkrankungen. es ist für viele nur nicht so nachvollziehbar, weil es einfach nicht greifbar ist. und für den betroffenen ist es oft völlig verwirrend, weil er so viele körperliche symptome hat, die ihn verzweifeln lassen.
ich hoffe, dass die threadstellerin sich bad bei ihrem arzt vorstellt, dass dieses thema angegangen werden kann.
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Jessy-81
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Re: Angst

Beitrag von Jessy-81 » 05.07.15, 13:21

Ok dann sehe ich eben ab heute es so, das einer mit einer Angststörung nicht für das verantwortlich sind, was der tut.
eine psychische erkrankung ist natürlich genauso "wichtig" wie andere erkrankungen
Das hatte auch nicht geschrieben, das eine Psychische Erkrankung "Unwichtiger" ist. Es sollte sich aber bei den richtigen Stellen Hilfe aufgesucht werden und selber so viel wie Möglich getan werden um die Erkrankung in Griff zu bekommen.
Und das trifft auf beide Gruppen zu, ob psychisch oder physisch.

Brigitte Goretzky
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Re: Angst

Beitrag von Brigitte Goretzky » 05.07.15, 14:46

Jessy-81 hat geschrieben:Ok dann sehe ich eben ab heute es so, das einer mit einer Angststörung nicht für das verantwortlich sind, was der tut.
Jessy=81, Sie wissen doch genau, dass das keiner geschrieben hat. Aber eine psychische Erkrankung als Egoismus zu bezeichnen, ist einfach nur unverschaemt.
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Jessy-81
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Re: Angst

Beitrag von Jessy-81 » 05.07.15, 15:10

Aber eine psychische Erkrankung als Egoismus zu bezeichnen, ist einfach nur unverschaemt.
Nicht die Angsterkrankung, sondern doktor hopping sehe ich als Egoismus. Und das sehe ich genauso bei welchen die keine Angsterkrankung haben und Voruntersuchungen verschwiegen werden, um mehrfach Untersuchungen durchzudrücken und nicht mit offen Karten gespielt wird.

Fini
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Re: Angst

Beitrag von Fini » 05.07.15, 16:57

das problem beim arzt-hopping usw in dieser art fälle ist leider auch, dass dies in irgendeiner form zur erkrankung gehört. es ist fast wie ein symptom. die wenigsten angstpatienten machen das mit vorsatz oder absicht. sondern weil sie solche ängste und unsicherheiten haben und einfach nicht glauben können, dass nicht doch noch was übersehen wurde.
:(
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Re: Angst

Beitrag von jacky » 06.07.15, 13:24

Genau so ist es Fini und solange der Patient nicht selber das Wissen hat das er körperlich gesund ist, bzw. nicht daran glaubt das er psyschich krank ist, solange wird er auch weiter zum Arzt gehn und nicht zur Therapie.
Jemanden deswegen Vorwürfe zu machen ist schlichtweg verkehrt !

onkelandi
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Re: Angst

Beitrag von onkelandi » 06.07.15, 14:32

Würde es auch weniger als egoistisch bezeichnen, als den Urinstinkt des Überlebens sichern zu wollen. Häufig denken die Angstpatienten ja, an einer tötlichen Krankheit zu leiden, da ist es nur "normal" sein Leben sichern zu wollen, in dem Fall halt durch Ärzte, die doch "endlich was finden müssen". Oftmals führt auch der Vertrauensverlust in die Ärzte erst dazu, dass soetwas angekurbelt wird, da Ärzte heutzutage entweder für Kassenpatienten keine Zeit mehr haben dank der Fallpauschale, oder einfach wenig Interesse an "schwierigen Fällen" haben.

Ich will hier nicht alle über einen Kamm scheren, es gibt sicherlich auch positive Fälle und Ärzte die noch ambitioniert bei der Sache sind. Selbige finden sich mit Sicherheit hier im Forum, da es aus Eigenmotivation und soweit ich weiß, auch ehrenamtlich passiert. Aus eigener Erfahrung habe ich jedoch das Gefühl, dass nicht Interdisziplinarisch gearbeitet wird und kein Facharzt mehr über seinen Tellerrand schaut. Dadurch fühlt man sich als Patient einfach nicht mehr gut betreut und entwickelt Angst, weil nicht "an alles gedacht wurde".

Ich selbst beispielsweise, hatte über 1.5 Jahre ein Druckgefühl am Herzen und immer wieder haltungsabhängiges Herzstolpern, ich bin von Arzt zu Arzt gerannt und bin natürlich bei Kardiologen gelandet, bei Lungenärzten und Gastro's. Letztendlich musste ich selbst so viel lesen, dass ich darauf gekommen bin, dass es logischerweise durch meine angeblich "kleine axiale Gleithernie" ausgelöst werden könnte. Ich habe mich dann selbst zu einem Chirurgen überwiesen und ihm meine Beschwerden erläutert mit dem Hinweis darauf, dass ich eine Gleithernie habe. Selbiger fand das Ganze auf einmal überhaupt nicht abwegig und sogar logisch, da durch das verrutschen des Magens und sich das Verschiebens der Speiseröhre das Herz bedrängt wird und folglich alle möglichen Sensationen auslösen könnte. 2 Wochen später wurde ich operiert, hierbei kam heraus, dass die angebliche "kleine" Hernie laut Operateur "Scheunentor groß war und jeder Zeit der gesamte Magen durchgepasst hätte". Seit der Fundoplicatio sind meine Beschwerden so gut wie weg und wesentlich besser, als davor.

Ich wurde davor auch von Ärzten die nicht über den Tellerrand geschaut haben, innerhalb kurzer Zeit in die Psychoschublade geschoben, weil es bequemer und plausibler erscheint. Was ich mit meiner Geschichte eigentlich nur sagen möchte ist, dass es auch Beispiele gibt, wie mich beispielsweise, die erst von Arzt zu Arzt rennen mussten, und in Eigenregie die Arbeit des Hausarztes übernommen haben, um schlussendlich eine Behandlung und Heilung zu bekommen. Daher wäre ich immer Vorsichtig damit, Leute zu schnell in eine Schublade zu stecken und als Ärztehopper abzustempeln, denn evtl. hat man einfach nicht genügend geguckt und auch Ärzte machen Fehler.

In dem Sinne einen schönen sonnigen Tag.

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