Hilfe bei MRT Befund

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Rwso2000
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Hilfe bei MRT Befund

Beitrag von Rwso2000 » 01.03.15, 20:03

Hallo,

ich benötige Hilfe bei der Deutung meines MRT Befundes aus meiner Krankenakte.

Hier der Wortlaut:

MRTNeurocranium (tr.T1-SEnativ,cT2-FL,tr.T1fsKM,saT1 fs KM, tr. T2 DE)
Es finden sich multiple T2hyperintense Läsionen im periventrikulären Marklager, 2x 7mm große Läsionen
temporo-okzipital rechts, 3 ovoide Läsionen periventrikulär in der Temporalregion links mit KM Enhancement.

Liquor Zellzahl 4/ul klar, QAlb: 2.8 QIgG 7.3 QIgA 0.8 QIgM 0.9 oligoklonale Banden im Liquor
MAI(IgG)4.8 RAI(IgG)6.3 BorrAI: neg

EDSS 6.0

Kann mir bitte ein Arzt kurz eine Übersetzung geben? :shock:

Vielen Dank im Vorraus

Muppet
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Re: Hilfe bei MRT Befund

Beitrag von Muppet » 01.03.15, 21:16

Hallo
es wäre besser dieser Befund mit Ihrer Arzt zu besprechen, da man wesentlich mehr Information braucht.
Gruß
Muppet

Rwso2000
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Re: Hilfe bei MRT Befund

Beitrag von Rwso2000 » 01.03.15, 22:02

Muppet hat geschrieben:Hallo
...da man wesentlich mehr Information braucht.
Welche Informationen wären das denn die noch benötigt werden?

Muppet
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Re: Hilfe bei MRT Befund

Beitrag von Muppet » 01.03.15, 23:01

Information der benötigt ist, ist ob ein Arztgespräch schon stattgefunden hat und Sie schon eine Diagnose haben?

Schädel MRT Befunden im Internet zu erklären, ist rein ethisch gesehen ein Mienenfeld. Egal was die Bilder zeigen - ob nichts besonders auffälliges oder ein Riesentumor. Man kann ohne die Bilder zu sehen und die Krankengeschichte zu kennen, leicht ein Fehler machen. Das Wort Läsion hat sehr viele verschiedene Bedeutungen.

Wenn ein Arztgespräch vor Ort schon stattgefunden hat und es nur um einzelne Wörter geht, sieht es natürlich anders aus.


Gruß
Muppet

Rwso2000
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Re: Hilfe bei MRT Befund

Beitrag von Rwso2000 » 02.03.15, 10:38

Ja eine mögliche Diagnose steht, von der Symptomatik her halt seit Jahren schubweise -> ED und Zustand meiner Person EDSS 6.0 getreu. Ich zweifle halt immer noch. Seit einiger Zeit zusätzlich Symptome einer Trigeminusneuralgie.
Was wäre Ihre Meinung bei diesem MRT un Liquorbefund?

Gruß

Muppet
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Re: Hilfe bei MRT Befund

Beitrag von Muppet » 02.03.15, 12:52

Hallo,
Allgemeine Erklärung:
Kleine unspezifische Läsionen (ohne Kontrastmittel Aufnahme) sind oft altersbedingt und haben meistens keine Krankheitswert.
Spezifische Läsionen ohne/mit wenig KM Aufnahme können auf ältere (inaktive) Entzündungen oder Narbengewebe hindeuten.
Mit mäßig bis starke KM Aufnahme -> aktiv.
Lasse dir alles ausführlich vom Arzt erklären. Am besten vorher eine Liste von Fragen erstellen. Er hat ja alle Untersuchungsergebnisse. Diagnostik ist eine zusammenpuzzeln von viele Informationen.


Bzgl. Trigeminus Neuralgie: man kann es gut mit bestimmte Antiepileptika im Griff kriegen. Ich weiß, es ist übel. Wichtig ist auch ein Schal im Winter/bei Wind zu tragen. Wird nicht so stark gereizt. Und unbedingt beim Zahnarzt bescheid sagen! Man braucht manchmal während eine Behandlung eine Pause und man kann Zahnprobleme übersehen. Schmerzen sind ja fast identisch, beide durch zubeißen getriggert.
Operativ zu beheben bringt nicht besonders viel - kann mehr Probleme machen oder gar nicht funktionieren.

Bin keine Ärztin. Studentin.

Alles Gute
Muppet

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Re: Hilfe bei MRT Befund

Beitrag von Rwso2000 » 02.03.15, 13:54

Muppet hat geschrieben:Hallo,
Und unbedingt beim Zahnarzt bescheid sagen! Man braucht manchmal während eine Behandlung eine Pause und man kann Zahnprobleme übersehen. Schmerzen sind ja fast identisch, beide durch zubeißen getriggert.
Operativ zu beheben bringt nicht besonders viel - kann mehr Probleme machen oder gar nicht funktionieren.
Vielen Dank.

Habe schon 4 Zahnärzte konsultiert, aller mit der gleichen Meinung. Kommt nicht von den Zähnen (sind auch kaum noch welche vorhanden) sondern vom Nerv.

Ist der Liquorbefund auffällig?

Gruß

Muppet
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Re: Hilfe bei MRT Befund

Beitrag von Muppet » 03.03.15, 10:43

Hallo,
was ich meinte mit Zaharzt bescheid sagen, ist dass Zahnbehandlungen könnnen ein vorhandenen Trigeminus Neuralgie stark triggern/irritieren.
Daher braucht man manchmal ein Pause während Untersuchungen, da es ungünstig ist, wenn der Zahnarzt bohrt, vor Schmerz das Mund zu schließen.
Man sollte vorher für Schmerzlinderung sorgen.

Liquorbefund -> Arzt vor Ort fragen.
gebe gern allgemeine Informationen zur MRT und erkläre Begriffe, aber nicht in Verbindung zur Liquorbefunde, da es ggf. ein Ferndiagnose darstellen würde- nicht erlaubt.

Gruß
Muppet

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Re: Hilfe bei MRT Befund

Beitrag von kosa » 03.03.15, 21:04

Hallo Muppet,
Muppet hat geschrieben:Bzgl. Trigeminus Neuralgie: man kann es gut mit bestimmte Antiepileptika im Griff kriegen
Das ist der allgemeine Therapieansatz. Die Situation des Patienten sowie der Krankheitsverlauf werden bei der Entscheidung berücksichtigt, ggfs. müssen weitere bzw. andere Therapiemöglichkeiten zur Anwendung kommen.
Muppet hat geschrieben:Operativ zu beheben bringt nicht besonders viel
Operativen Therapien pauschal den Nutzen abzusprechen zeugt von wenig Sachverstand.

Gruß
kosa

Muppet
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Re: Hilfe bei MRT Befund

Beitrag von Muppet » 03.03.15, 22:22

Hallo,
Operativen Therapien pauschal den Nutzen abzusprechen zeugt von wenig Sachverstand.
Das OP versagt in 30% der Fälle.
Funktioniert relativ gut bei vaskuläre Ursachen - also Nerv-Gefäß Kontakt. Bei Myelinschädigung sieht es anders aus.
Aussage war jedoch auf diesem spezifischen Fall bezogen.

Würde gestern ein ähnliches OP angeboten, jedoch etwas radikaler.
Dankend abgelehnt. Bei mir sind HN III bis XII auf eine Seite betroffen. HN VIII macht ordentlich Probleme. Überlegung ärztlicheseites den "abzuschaffen".
Mit TN lebe ich seit 12 Jahren. Wie viele mit meine Erkrankung (70%).
ggfs. müssen weitere bzw. andere Therapiemöglichkeiten zur Anwendung kommen.
Gibt fast keine, Schmerzmitteln, Antidepressiva schlagen bekanntlich nicht an. Man kann ggf. mit Flunarizin versuchen.
Ggf. eine lokale Blockade aber wahnsinnigen Aufwand, hier auch nur Erfolgswahrscheinlichkeit bei abgelaufene Erkrankungen.
Habe doch mein Hausaufgabe gemacht...
Gruß
Muppet

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Re: Hilfe bei MRT Befund

Beitrag von Rwso2000 » 04.03.15, 12:57

Muppet hat geschrieben: Gibt fast keine, Schmerzmitteln, Antidepressiva schlagen bekanntlich nicht an.
Hallo,

bei der TN werden doch Antiepileptika (Carbamazepin, Gabapentin, usw.) genutzt, die mir mein Neurologe sicherlich beim kommenden Termin verschreiben wird. Leider haben diese Mittel eine Wechselwirkung bzw. die Einnahme von Paracetamol, Paracetamol/Codein (Para. comp./Tylenol) und oder andere Opiate (Tramadol, Tilidin ...) ist kontraindiziert. Jedoch bin ich auf PCM und Opiate wegen weiterer (nicht TN) Schmerzsymptomatik angewiesen. Als Alternative werden ASS (hat praktisch keine relevante analgetische Wirkung), Ibuprofen oder Metamizol genannt. Leider habe ich gegen alle diese Medikamente eine Allerige, sie scheiden somit aus.
Auch Amytriptilin (welches ich nehme) soll nicht mit Antiepileptika eingenommen werden (siehe Fachinfo).

Was bleibt mir therapeutisch übrig? Eine OP wird wenig bringen wenn Myelinläsionen (wegen MS) der Auslöser sind. Kann man nicht alle Trigeminusnerven einfach kappen/abschneiden (Gammaknife) ? Ein taubes Gesicht oder fehlende Mimik würde ich in Kauf nehmen für eine dauerhafte Schmerzfreiheit.

Gruß

Muppet
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Re: Hilfe bei MRT Befund

Beitrag von Muppet » 04.03.15, 15:38

Hallo,
Also: das Hauptroblem ist das unter Carbamazepin die Abbau einige andere Medikamenten beschleunigt wird. Ist auch nicht gerade Leber oder Knoche schonend.
Dieses Problem hat man bei Gabapentin/Pregabalin nicht (Leber sollte man aber kontrollieren). Lamotrigin und Levetiracetam werden auch gerade als Schmerztherapien erforscht.
Haben weniger potentielle Interaktionen. Ich nehem beide und der Trigeminus Neuralgie und andere Hirnnervspinnereien haben als netten Nebeneffekt stark abgenommen.

Antiepileptika + einige Antidepressiva -> möglich
Antiepileptika + verschiedene Schmerzmitteln -> möglich
Bei Interaktionen gibt es ein Ampelsystem:
Gelb = Wechselwirkungen möglich, sind entweder selten oder nur unangehm - falls sie überhaupt auftreten
Rot = keine gute Idee
Muss der behandelnde Arzt entscheiden. Wenn man Glück hat, kann man 2 Fliegen mit eine Klappe schlagen und es wird dann weniger Medikamenten benötigt.

OP: man kann der Nerv ausschalten (wird erhitzt). Ist aber halt eben ein Schädel OP. Sollte von jemand erfahren durchgeführt werden. Gibt Fälle wo es nicht ganz geklappt hat und der Nerv hinterher noch aktiv war.
Erste Wahl ist immer zuerst konservativ (medikamentös).

Gruß
Muppet

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Re: Hilfe bei MRT Befund

Beitrag von Rwso2000 » 11.03.15, 13:30

Danke für die Nennung der Off-Label-Use Medikamente.
Ich habe mir die Fachinfos zu Carbamazepin, Gabapentin, Pregabalin und den Off-Label-Use Medikamenten durchgelesen.
Neben einer ungünstigen pharamkologischen Wechselwirkung mit bereits bestehender Medikation sind mir die
Nebenwirkungsprofile und Wahrscheinlichkeiten zu ungünstig im Nutzen-Risko-Verhältnis gesehen. Man hat hier - vorallem mit bestehender MS-Symtomatik und Nervenscheidentumoren (konnte offensichtlich nicht genug bekommen ;-) ) - die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Ich werde mir weitere ärztliche Konsultation in dieser Richtung also ersparen und damit leben bzw. es so hinzunehmen wie es ist. Sollte mich die Symptomatik doch zu sehr beeinträchtigen oder opiat-resistente Schmerzzustände eines Tages zunehmen, bleibt mir immernoch die Möglichkeit des "Stickes" als Ultima-ratio sozusagen.

Besten Dank.

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