Nach sehr schwerem Autounfall nun Neuro-Früh-Reha

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Josch88
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Nach sehr schwerem Autounfall nun Neuro-Früh-Reha

Beitrag von Josch88 » 08.08.12, 16:02

Hallo erstmal! Hatte wie es passiert schon einen Thread im Anästesie Forum!

Hier also die Vorgschichte :

http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewt ... 1&t=113926

Der Unfall ist nun also genau 3 Monate und 2 Wochen her. Mittlerweile befindet sich meine Mutter seit ca 6 Wochen in einer Neuro-Früh-Reha-Intensiv-Station.

In den ersten 4 Wochen hat sie auch sehr gute Fortschritte gemacht , sie kann selbst trinken, selbst essen , mit Hilfe gehen , hat wieder so einigermaßen zu einem Tag/Nacht/Schlaf - Rythmus gefunden und hatte nach der 2. Woche mal einen Tag wo sie so war als wäre nichts gewesen, quasi komplett orientiert , klar gesprochen, gelacht.. Am nächsten Tag leider wieder komplett desorientiert, weinerlich, depressiv ..

Seit 2 Wochen sind allerdings keinerlei Fortschritte zu erkennen und die Ärzte und Psychiater/Psychologen wissen auch nicht mehr weiter, es wurden einie Anti-Depressiva-Therapien ausprobiert nur leider hat keine so wirklich Wirkung gezeigt. Sie weint Regelmäßig, oft kommt es in Schüben. Sie ist die Ungeduld in Person(das war sie schon immer, nur konnte sie das in den nötigen Momenten eben gut unterbinden). Hat extreme Stimmungsschwankungen, redet oft irgendein wirres Zeug daher. Muss aber dazu sagen das es auch immer wieder sehr klare Momente gibt wo sie fröhlich ist, lacht, redet(zwar oft irgendwas , aber doch mit Zusammenhang).

Die Oberärztin meinte das es eben sehr schwierig ist und sehr viel Zeit in Anspruch nehmen wird diese Form von einer Psychose im Zusammenhang mit einem erlitten schweren SHT , schweren inneren Verletzungen(inkl. OP´s) und eine von ihr vermutete versteckte Depression die nun ans Tageslicht kommt zu behandeln. Und wir müssten einem Psychosyndrom mind. 6 Monate Zeit geben.

Nun aber als ich heute in der Klinik war, hat sie mir geraten mich mal mit meiner Familie zusammenzusetzen und für die Zukunft zu planen, eben mit der Begründung das sie dieses Psychosyndrom wahrscheindlich nicht mehr ablegen wird.

Schädel-Untersuchungen wurden bis lang keine weiteren gemacht bis auf das CT in der vorigen Klinik bzw ein paar MRT - Versuche die aber an ihrer Unruhe gescheitert sind. Und eben auch mit der Begründung das dieser Befund nichts an der aktuellen Therapie ändern würde und man sie mit so einer Untersuchung nicht weiter belasten möchte.

Ich weiß nicht mehr weiter, ich und meine Familie sind bereit alles dafür zu tun das sie irgendwelche Fortschritte macht, auch eventuelle Therapien die nicht über die Krankenkasse laufen. Gibt es irgendwas was man in dieser Situation noch machen kann , außer eben jeden Tag auf Besuch zu kommen und sie bei allem unterstützen was möglich ist.

Wie is das eigentlich, kann sein das die Depression das Hinderniss für diese Form des Psychosyndroms darstellt? Quasi das Gehirn so sehr mit der Depression beschäfdigt ist das es ihm nicht möglich ist das Durchgangssyndrom zu verarbeiten?

Was meinen die Experten hier, gibt es noch Hoffnung?
Hat jemand Erfahrungen mit ähnlichen Fällen gemacht?
Das sie wie gesagt 1 mal einen Tag hatte wo sie so war wie sie früher immer war muss es doch irgendne Möglichkeit geben das wieder hinzubekommen? Man hat ja gesehen es kann funktionieren?
Wie kann man hier weiter Therapieren ? Macht es überhaupt Sinn noch weiter zu Therapieren? Und wenn ja wo? Weiß eventuell jemand was von Ausländischen Klinken die speziallisiert sind auf sowas?

Bin natürlich auch bereit alle Details rauszugeben wenn es so eine Antwort erleichtern würde. Bitte einfach Fragen was ich erzälen soll ( Medikamente etc..) dann frag ich in der Klinik nach und gebe hier Bescheid.


Danke erstmals fürs Lesen und vielleicht gibt es ja den Einen oder Anderen hier der mir eine Antwort auf eine meiner Fragen geben könnte.




MfG
Johannes

der Matze
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Re: Nach sehr schwerem Autounfall nun Neuro-Früh-Reha

Beitrag von der Matze » 09.08.12, 08:30

Guten Tag Josch88,

erst einmal danke für die Rückmeldung.
Leider kann ich Ihnen hier nicht wirklich weiterhelfen, die Fragestellung ist für mich zu speziell, mir fehlt da der fachliche Background und die Erfahrung.

Was Ihre Mutter durchgemacht hat ist nicht nur körperlich sondern auch psychisch hoch traumatisierend. Es ist also gut denkbar, dass neben rein neurologischen Defiziten auch eine psychische Komponente an der aktuellen Situation beteiligt ist.

Sicher ist, alles weitere braucht jetzt Zeit und sowohl Sie als auch Ihre Mutter müssen viel Geduld aufbringen. Manchmal passiert wochenlang nichts, und irgendwann macht der Patient dann weiter Fortschritte - die Hoffnung sollte man also nie aufgeben.

Ich hoffe dass Sie hier weiterhin gute Unterstützung finde und wünsche Ihnen und Ihrer Mutter alles Gute!


Mit freundlichen Grüßen,
der Matze,
(dieser Benutzer ist nicht mehr im DMF aktiv)

Info: Koma und Aufwachen auf der Intensivstation

AnnettLoewe
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Re: Nach sehr schwerem Autounfall nun Neuro-Früh-Reha

Beitrag von AnnettLoewe » 09.08.12, 14:49

Hallo Josch88,

das Wichtigste, was Sie im Augenblick leider lernen müssen ist, Geduld zu haben.
Dass es bei Ihrer Mutter seit zwei Wochen keinen "Fortschritt" gibt bzw. dass gerade keiner zu erkennen ist, ist überhaupt nichts Ungewöhnliches. Leider ist es für die Krankenkassen oft Grund genug, Reha-Maßnahmen nicht zu verlängern.
Der Prozess der Regeneration nach SHT ist sehr viel langwieriger, als die Krankenkassen wahrhaben wollen. Es hat IMMER Sinn, weiter zu therapieren, weil jede Funktionsverbesserung ein Mehr an Lebensqualität für Ihre Mutter /und auch für Sie selbst) bedeuten kann. Und weil unser Gehirn auch Jahre nach einem solchen Vorfall imstande ist, dazu zu lernen.
Gleichwohl sollten Sie momentan darüber nachdenken, wo und wie ihre Mutter zunächst leben soll, wenn sie aus der KLinik entlassen wird ohne wirklich "gesund" zu sein.
Schön wäre es, endlich ein Bild zu haben, damit man überhaupt weiß, ob und in welchem Umfang es tatsächlich Substanzverletzungen am Hirn gegeben hat.

Zunächst einmal: versuchen Sie, Ihre Mutter so lange, wie irgend möglich in der Frühreha oder, falls möglich auch noch in einer neurologischen Rehaklinik zu halten. Dort kann sie am intensivsten beübt und trainiert werden. Die Therapieintensität und Häufigkeit können Sie später im ambulanten Bereich nur sehr mühsam organsieren.
Ja, eine manifeste Depression kann den Reha-Prozess zeitweilig oder dauerhaft behindern. Dann muss man sich überlegen, wie man zunächst die DEpression behandelt. Dass jemand nach so einem Unfall niedergeschlagen ist und Zeit benötigt, um das Ganze zu verarbeiten, dürfte auch klar sein. Da gibt es auch keine zeitlichen Richtwerte, weil die Menschen da ganz unterschiedlich sind.

Sie sollten darauf achten, dass Ihre Mutter insbesondere neuropsychologisch behandelt wird.
für die spätere ambulante Behandlung muss man sehen, wie dann die Befunde sind. Auchim ambulanten Bereich gibt es Neuropsychologen, die sich mit dem gezielten Training gestörter Funktionen UND der psychischen Verarbeitung dieser ganzen Geschichte beschäftigen.
Spezielleres kann ich im Augenblick nicht sagen, da die "Merkwürdigkeiten", die Ihre Mutter aufzuweisen scheint zu "unspezifisch" sind.
Was immer gilt ist: bitte keinen zusätzlichen Druck oder Stress erzeugen nach dem Motto: wenn du hier nicht bald fleißiger mitmachst, werden sie dich noch entlassen...oder ähnliches.
Auch später zu Hause gilt: lassen Sie sich nicht vom Missmut Ihrer Mutter ins "Bockshorn" jagen, sondern versuchen Sie nach Möglichkeit ein "heiter gelassenes" Rehaklima zu erzeugen...voller Hoffnung und guter Laune. DAS sind die besten Randbedingungen für optimale Fortschritte.

Also: bleiben Sie bitte in engem Kontakt zu den Ärzten vor Ort und versuchen Sie herauszufinden, wie lange Ihre Mutter da noch bleiben kann, bzw. welche stationären oder teilstationären Angebote es ih Ihrer REghion sonst noch gibt.
Überlegen Sie sich Alternativen für eine Zeit, in der sie entlassen wird, aber noch nicht allein zurecht kommen wird.
Es gibt Langzeitreha-Einrichtungen für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen...bei Bedarf kann ich versuchen, Ihnen da weiter zu helfen.

Und haben Sie bitte Geduld: es kann 3 Monate, 6 Monate, ein Jahr oder auch sehr viel länger dauern, bis es ihrer Mutter so geht, dass sie selbst diesen Zustand "akzeptabel" findet.
Wichtig ist, in jedem Fall zu therapieren und zwar so intensiv, wie es die Belastungsgrenze zulässt.

herzliche Grüße einstweilen,
Annett Löwe

Muppet
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Re: Nach sehr schwerem Autounfall nun Neuro-Früh-Reha

Beitrag von Muppet » 09.08.12, 18:25

Hallo Josch88,
ich habe nur ganz kurz durchgelesen. Was für ein SHT genau ist entstanden?
Da das Hirn aus verschiedene Substanzen besteht, bei einem Unfall bewegen sich quasi die verschiedene Hirnsubstanzen mit verschiedene Geschwindigkeiten. Dies ist der Ursache von geschlossene SHT, daher sind die Schäden oft beidseitig. Da eine Blutung entstanden ist, ist das auch schwierig - bei subdurale Blutung ist ein Platzmangel der Hauptproblem (Gehirn wird gedruckt), bei eine "echten" Hirnblutung, d.h. Hirngewebe, werden Blutgasse freigesetzt - die für das Hirn toxisch sind. Zellen sterben ab. Das Blut, auch bei subdurale Blutungen dauert Monaten bis es resorbiert ist - man kann das noch 6 Monaten später gut in einen MRT erkennen. Das heißt, es braucht noch etwas Zeit, das Hirn kann sich potentiell noch etwas erholen. Völlig aber nicht, da Hirnzellen sich nicht erneuern können.

Erst wenn alle raumfordernde Prozesse so weit zurückgebildet sind, kann man eine zuverlässige Prognose stellen. Oft erst nach ca. 6 Monaten bis 1 Jahr. Man findet auch 4 Jahre später leichte Verbesserungen.

Ob einer organische Psychosyndrom wirklich dauerhaft besteht und um die Ausmaß zu bestimmen, braucht man eigentlich ein sauberen MRT- Bild. Neuropsychologische Testung wäre auch sinnvoll - so findet man die "versteckte" Defekte, da eine im MRT sichtbaren Schaden korreliert nicht unbedingt mit der Ausmaß der Defiziten. Das Hirn hat ja auch gewisse Kompensationsmöglichkeiten.
Eine Depression ist jedoch tatsächlich nicht gut und hindert die Heilungsprozesse, da Patienten eher unmotivierter sind. Hoffnungslosigkeit ist auch eine sehr große Beeinträchtigung. Das, wenn es besteht, muss irgendwie soweit wie möglich behandelt werden.

Aus Erfahrung - wenn ein ausgedehte Frontalhirnschaden besteht (was oft bei Autounfälle aufgrund der Scherkraft entsteht) , sind die Chancen hoch, dass deine Mutter einige Beeinträchtigungen behalten wird. Solche Hirnschäden können auch mit Persönlichkeitsveränderungen einhergehen, bzw. Eigenschaften die vorher da waren, treten verstärkt auf und können nicht mehr wie vorher gehemmt werden. Die Wahrnehmung kann auch etwas verzerrt sein, und die Stutzfunktionen sind oft beeinträchtigt, d.h. es könnte ihr schwer fallen sich lang zu konzentrieren, neue Gedächtnisinhalte zu bilden oder viele Reize gleichzeitig zu verarbeiten und es kommt zum Reizüberflutung.

Wegen der organische Psychosyndrom: In der Tat, wird deine Mutter in den Fall viel Unterstutzung brauchen. Wenn es ihr körperlich besser geht, kann man Tests durchführen, um zu sehen wie sie im Alltag zu recht kommt und so abschätzen welche Schwierigkeiten entstehen könnten und welche Art und Ausmaß von Hilfe sinnvoll wäre.
Wie Frau Löwe sagt: erstmal therapieren so viel wie möglich, es wird auch Zeiten geben, wo keine Verbesserung oder vielleicht kurz eine kleine Verschlechterung erkennbar ist, dass muss aber nicht so bleiben, man muss Geduld haben. Die schneller und effektiver man ran geht, die besser die Chancen, besonders was das Hirn angeht.
Habt ihr schon Kontakt mit ein Neuropsychologe aufgenommen? Sie sind Psychologen die auf Hirnverletzungen und psychische Probleme/kognitive Defizite spezialisiert sind und bieten auch Therapieformen an, um Kompensationsfähigkeiten zu fördern. Neuropsych. Testung ist auch sinnvoll z.B. um EU-Rente, Pflegestufe usw. zu beantragen.
Alles Gute
Muppet

Josch88
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Re: Nach sehr schwerem Autounfall nun Neuro-Früh-Reha

Beitrag von Josch88 » 10.08.12, 20:09

Vielen Dank erstmals Herr "Matze", Frau Loewe und Frau "Muppet".

Da sind sehr viele Dinge dabei die ich bis dahin nicht wußte. Was für SHT sie hatte kann ich leider (noch) nicht sagen, ich weiß nur das sie tief bewusstlos war als de Notarzt eintraf und das Körper und Kopf von der rechten Seite getroffen wurde, was auch die These bestätigt das das Hirn eher rechts als links geschädigt wurde. Um den Unfall zu erklären, meine Mutter wurde von einem rechtskommenden quer bei der Beifahrertür getroffen, da fällt man ja erstmals nach rechts und dann nach links. Auch die inneren Verletzungen und Rippen-Brüche waren fast außschlieslich auf der rechten Seite. Auch ist rechts vom motorischem her ihre schwache Seite, wobei die auch von Tag zu Tag besser wird.

So nun ein anderes Thema:

Ich habe ja gesagt das es vor 3 Tagen eine Medikamenten-Umstellung gab. In diesen 3 Tagen hat sie so weit ich weiß kein einziges mal geheult oder war traurig sondern war ganz im Gegenteil total happy, hat sehr viel gelacht. Natürlich hab ich mir Gedanken gemacht , was die ihr nun gegeben haben damit sie so drauf ist und das dies doch dann sicher sehr schwer zum Entwöhnen sein muss. Hatte leider noch nicht die Möglichkeit auf welches Medikament nun umgestellt wurde.

Neuro-Psychologisch wird sie denk ich mal auf jedenfall betreut, die Klinik wo sie ist ist aufjedenfall top und hat nen sehr guten Ruf und zählt zu den besten des Landes, muss auch dazu sagen das ich nicht aus Deutschland sondern aus Österreich komme. Und das ist sozusagen ein riesen Zentrum für alle Arten von Neurologischen , Physologischen und Psychatrischen Stationen. Quasi da werden bei so nem Fall Spezialisten von allen Bereichen hinzugefügt. Und sie ist eben auf Intensiv-Neuro-Rehab-B .


Ja uns bleibt wohl weiterhin nur zu hoffen das sie wieder so einigermaßen wird und weiterhin Geduld zu haben. Hoffnung darf man halt nicht verlieren weil diese eigentlich die nötige Kraft gibt um das durchzustehen ohne selbst psychische Probleme zu bekommen.




Danke nochmals an alle für die netten Wünsche, Tipps und für die Aufklärung und ich freue mich über jede weitere Antwort von Ihnen.






MfG
Johannes

Muppet
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Re: Nach sehr schwerem Autounfall nun Neuro-Früh-Reha

Beitrag von Muppet » 10.08.12, 21:01

Hallo,
Wann ein rechtsseitigen Hirnschaden vermutet wird und deine Mutter motorisch rechts schlecht ist, liegt das eher nicht an einem Hirnschaden, sondern einfach ihre Verletzungen, da der linke Motorkortex die rechte Korperseite steuert, d.h kontralateral. Ipsilaterale Schäden treten nur bei Hirnstamm/Kleinhirnverletzungen auf, die jedoch sich ganz anders äußern...wenn körperlich die Bewegung der linke Körperseite in Ordnung ist, ist im Hirn rechts wohl der Schaden nicht ganz so massiv ausgedeht.

AnnettLoewe
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Re: Nach sehr schwerem Autounfall nun Neuro-Früh-Reha

Beitrag von AnnettLoewe » 13.08.12, 08:04

Hallo Josch88,

genau DIESEN multidisziplinären Ansatz...Spezialisten aus allen angrenzenden Gebieten heranzuziehen...muss man auch später in der ambulanten Rehabilitation aufrecht zu erhalten suchen.
Die Leute müssen miteinander sprechen, können so ihre Interventionen aufeinander abstimmen und sie sollten vor allem nicht nur den Patienten, sondern auch das Umfeld nach bestehenden "Auffälligkeiten" fragen.
Ganz häufig gibt es einen bestimmten "Motivator", ein bestimmtes Rehaziel, das aus der Biografie des Patienten stammt und am besten geeignet ist, ihn zur Mitarbeit zu bewegen. Oder bestimmte Sachen, die aus biografischen Gründen ebene gerade bei diesem Patienten NICHT funktionieren. Darauf muss man eingehen und darüber wissen Angehörige oft am besten bescheid.
Gut wäre also, wenn man Sie als Angehörige in den Prozess integrieren könnte. Man muss den Punkt finden, an dem man die "Leidenschaften" des Patienten trifft...eigenen (nicht fremdinduzierten) Ehrgeiz, ein bestimmtes Ziel...
Mein eigener Mann wollte unbedingt seine persönliche Freiheit wiedergewinnen und so bald als irgend möglich frei sein, von der "Gängelei" durch Ärzte, Therapeuten und ähnliche "Schlaumeier". :D Das hat IHN getrieben.
Andere wollen.....mit der Tochter auf dem Abiball tanzen....wieder Rad fahren...irgend etwas halt, was in ihrem Leben besonders wichtig ist.
Menschen können über ganz lange Zeit ganz langweilige Übungen auch täglich mehrfach machen, ohne den Mut zu verlieren, wenn sie die LEBENSLUST treibt.
Versuchen Sie, Ihrer Mutter ihr neues Leben schmackhaft zu machen, anstatt gemeinsam das Drama zu beklagen. Es wird viel Arbeit nötig sein, um es weitgehend dem früheren anzunähern.
Weinen und zweifeln Sie in einsamen Stunden, aber solange sie bei ihr sind, übermitteln Sie bitte sowas Ähnliches wie "heiteren Optimismus"! Auch wenn Sie das viel Kraft kosten wird. Es verspricht den größtmöglichen Erfolg.
Neurologische Rehabilitation ist eine Herausforderung für alle Beteiligten, die man erst mal als eigene Lebensaufgabe annehmen muss. Sie liegt nicht nur in der Hand der Spezialisten.

Herzliche Grüße,
Annett Löwe

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