Streß bewirkt Blutdrucksprünge

Moderator: DMF-Team

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George
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Streß bewirkt Blutdrucksprünge

Beitrag von George » 09.04.12, 07:47

Hallo,
ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin, denke aber, daß das eine Nervensache ist.

Aufgrund jahrzehntelanger ununterbrochener Streßsituationen stelle ich seit längerer Zeit mit steigender Tendenz fest, daß bei jeder kleinen Aufregung oder überhaupt psychischen Belastung bis hin zu Dingen aus dem Unterbewußtsein, die auf einmal hochkommen oder angestoßen werden, sehr starke Blutdruckschwankungen entstehen, die mich plötzlich umwerfen und unfähig machen, z.B. weiter zu diskutieren, oder auch nur bei etwas zuzuhören. Inzwischen ist es so weit, daß Ängste vor bestimmten Tagesabläufen, die unangenehm oder schmerzhaft sind, schon zur starken Blutdruckveränderung, meist hoch nach oben und mit sehr erhöhtem Puls eintreten. Schwindel und totaler psychischer Zusammenbruch treten dann als Folge auf. Häufig folgt auch eine Brustbeklemmung. Es gibt hier nach unten auch kaum noch eine Grenze, so daß allein schon eine ungewollte, meist monotone Musik im Radio, oder eine Dauerberieselung zum Ausbruch führen kann.

Bisher habe ich das auf eine unabwendbare Sache gehalten und mich mit Beruhigungsmittel und Ablenkung etwas auf andere Gedanken gebracht, aber nun habe ich einen Hilferuf von jemand gelesen, der die gleichen Symptome aufweist.

Aus diesem Grunde denke ich, daß das eine häufigere Erscheinung ist und es hierfür bereits Hilfemaßnahmen empfohlen werden können, oder diese Erscheinung sogar eine Bezeichnung hat, unter der man sich weiter informieren kann?

Für Hinweise bedanke ich mich im Voraus.

Gruß
George

Damiana
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Re: Streß bewirkt Blutdrucksprünge

Beitrag von Damiana » 09.04.12, 17:29

Hallo,

grundsätzlich ist es völlig normal das Stresssituationen (im positiven und im negativen Sinn) zu Veränderungen an Blutdruck und Puls führen. Ursprünglich war das mal sehr hilfreich in einer Gefahrensituation schnell kampf- bzw. fluchtbereit zu sein. Nun muss der Neuzeitmensch selten vor Säbelzahntigern flüchten und auch der Kampf ums Überleben wird nicht mehr wörtlich genommen. Die Urzeitinstinkte blieben dennoch erhalten. Wenn diese Reaktionen ein Ausmaß nehmen dass den normalen Alltag beeintächtigt ist es nicht mehr normal und kann auch behandelt werden.
Eventuell haben Sie bzw. Ihr Körper auch gelernt sich so aus einer unangenehmen Situation zu befreien:
Unangenehme Situation -> Blutdruckschwankungen -> Krankheitsgefühl -> Rückzug
Das kann man auch wieder verlernen und wieder einen neuen Umgang mit den Körperreaktionen zu finden.

Der richtige Weg geht erstmal zu Ihrem Hausarzt um abzuklären ob mit Ihrem Herz/Herzkreislauf ales in Ordnung ist. Danach kann ein Facharzt für Neurologie/Psychiatrie oder ein Psychotherapeut weiter helfen.

Viele Grüße Damiana
Vertrauen Sie jedem? :wink:
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

Muppet
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Re: Streß bewirkt Blutdrucksprünge

Beitrag von Muppet » 10.04.12, 07:51

Hallo,
mir würde es interessieren, ob die Blutdruckveränderungen gemessen worden sind, oder ob sie subjektiv sind?
Wenn alles kardiologisch in Ordnung ist und die Schildrüsenwerte auch in Ordnung sind, käme ein Angststörung/Panikstörung in Betracht. D.h. Unangenehme Reiz -> Puls stiegt (Fluchtreaktion) -> man nimmt die Steigerung stark wahr -> Angst steigt weiter an und einen Teufelskreis entsteht. Bei Manche entsteht sogar das subjektives Gefühl eines Herzinfarktes- obwohl objektiv beim EEG Messung sind die Befunde noch im Normbereich.
In diesem Fall hat sich der psychologischen Verhaltenstherapie als sehr erfolgreich bewahrt, aber zuerst mussen möglichen körperliche Ursachen abgeklärt sein.
Mit VT lernt man die Reize/ körperlich Reaktionen neu und als nicht bedrohlich zu interpretieren, so kann dieses Teufelskreis nicht entstehen. Medikamente sind eher eine Übergangslösung die die Symptomen unterdrücken, aber das Problem/Ursache an sich wird dabei nicht therapiert.
Alles Gute
Muppet

medizinili
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Re: Streß bewirkt Blutdrucksprünge

Beitrag von medizinili » 10.04.12, 09:18

Für mich wäre eine Langzeitblutdruckmessung und ggf ein Ultraschall des Herzens interessant.

George
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Re: Streß bewirkt Blutdrucksprünge

Beitrag von George » 10.04.12, 09:54

Hallo,
vielen Dank für die umfangreichen und gut erklärten Antworten. Hier scheint bei mir einiges zusammen zu kommen. Da mag die Ursensibilität vorhanden sein, die, wie man früher machte, eine Erziehung mit übertriebener Angst und dann eine ständige, wegen einer Behinderung, hilfestellerischen Abhängigkeit von anderen Personen, die eine gewisse Gewaltfunktion ausübten und ausüben, bis hin zum Mobbing und der Gier, mein schwer Erarbeitetes rücksichtslos an sich zu reißen. Nicht zuletzt die althergrachte volkstümliche Meinung und Einstellung Behinderten gegenüber, die häufig gerade bei solchen Personen nicht Halt macht, die hier helfen sollten.

Dies alles zusammen und über ein ganzes Leben, macht es schwer, sich hier freizuschaufeln, bzw. jemand zu einer Unterstützung zu finden, wo selbst der Psychologe nur die fast vorwurfsvollen Worte hat: Seien sie doch ein Mann!

So traurig was es ist, ich bin auf Selbsthilfe angewiesen und muß ähnlich den Frauen, wesentlich mehr leisten, als ein Durchschnittsbürger um annähernd in den normalen Stand zu kommen, was aber wiederum Energie frißt und Ängste schürt.

So kann ich aus Ihren Zeilen die Zusammenhänge und Ursachen erkennen, befürchte aber, daß ich damit leben muß, da eine Änderung der maßgeblichen Verhältnisse nicht möglich ist und selbst mit Meditation nicht zu verdrängen ist.

Was bleibt noch über?

Gruß
George

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Re: Streß bewirkt Blutdrucksprünge

Beitrag von George » 10.04.12, 12:43

Hallo,
der Blutdruck wurde und wird natürlich gemessen, allerdings nicht tabellarisch erfaßt und nicht mit dem eventuell auslösenden Kriterium versehen, was zu der Zeit aktuell ist. Es würde insofern unübersichtlich, da der Blutdruck im hohen Bereich doch immer wieder mit Medikamenten heruntergezogen werden muß, um Schäden zu vermeiden. Im Augenblick 163/94 bei 75 Puls.

Gruß
George.

Renate02
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Re: Streß bewirkt Blutdrucksprünge

Beitrag von Renate02 » 11.04.12, 07:39

George hat geschrieben:... wo selbst der Psychologe nur die fast vorwurfsvollen Worte hat: Seien sie doch ein Mann!
Sorry, wenn ich das so sage, aber dann war es der falsche Psychologe. Suchen Sie sich einen anderen Psychologen m/w (Psychotherapeuten). Sie können bei jedem Psychotherapeuten erst einmal einen "Kennenlerntermin" vereinbaren und schauen, ob "die Chemie stimmt". Und auch während einer laufenden Therapie kann man theoretisch wechseln (ich glaube, nicht unbegrenzt oft, aber man kann), ohne dass die gesetzlichen Kassen irgend etwas dagegen haben.

Wo ich auch noch eine Ansatzmöglichkeit sehe, ist bei den verschiedenen Entspannungstechniken (autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Biofeedback, Fantasiereisen oder was es eben sonst noch so gibt). Die beste Entspannungstechnik ist die, die Ihnen am besten liegt - lassen Sie sich da bloß nichts anderes einreden! So tief "drin", wie Sie in Ihrem Teufelskreis sind, sollten Sie - bis Sie die Technik beherrschen - darauf achten, dass Sie sie unter professioneller Anleitung lernen (es gibt auch Bücher, CDs, VHS-Kurse etc. aber das ist alles in erster Linie für den Wellness-Bereich geeignet - und dort auch eine tolle Sache -, aber Sie brauchen Entspannungstraining aus dem therapeutischen Bereich). Das kann durchaus Bestandteil der Verhaltenstherapie sein.

Nur Mut! Und alles Gute.

George
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Re: Streß bewirkt Blutdrucksprünge

Beitrag von George » 11.04.12, 12:29

Vielen Dank für Ihre guten Ratschläge. Ich werde mich einmal durcharbeiten, soweit ich das noch nicht schon habe. Mein größtes Problem ist hierbei jedoch, daß ich nicht aus dem Teufelskreis heraus kann und somit jeden Versuch mich zu retten mit dem Teufelskreis in Einklang bringen muß und dieser TK ist täglich vorhanden. D.h., ich muß eine Möglichkeit finden, während dem zerstörerischen Streß und auch den Ängsten, noch eine Lücke zu finden, in der ich etwas für mich tun kann.
Jedenfalls bin ich durch Ihre Hinweise etwas weitblickender.

Man möge verstehen, daß manches komisch oder unglaubwürdig erscheint, aber in meinen Schilderungen muß ich einiges auslassen, um meine Identität zu wahren.

Gruß
George

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