Nervenauflösung (Neurolyse)

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Steffi85
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Nervenauflösung (Neurolyse)

Beitrag von Steffi85 » 24.08.06, 19:00

Hallo,

hatte schon mal jemand von euch eine Nervenauflösung, würde mich sehr interessieren, weil das wahrscheinlich in ein paar Wochen bei mir gemacht wird.
Hat vielleicht schon jemand gute Erfahrungen damit gemacht, würde gern wissen, was da genau passiert.

Ich danke schon im Voraus.

Viele Grüße

Steffi

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Beitrag von Braunsdorf » 30.08.06, 20:47

guten abend,

glücklicherweise wird ihr nerv nicht aufgelöst sondern freigelegt und entlastet werden, das heißt seine struktur wird ihm zurück gegeben.
gewebe welches den nerven im weitesten sinne behindert wird entfernt werden, das eigentliche nervengewebe bleibt dabei natürlich geschont.


beste wünsche und optimismus, in den meisten solcher fälle, obwohl sie ja zu spärliche angaben machten, kann es nur besser werden.
Dr. Werner EK. BRAUNSDORF
Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie
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Steffi85
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Beitrag von Steffi85 » 02.09.06, 17:28

Hallo,

danke für Ihre Antwort, die Nervenfreilegung wurde schon 5 mal bei mir durchgeführt und da ich es jetzt von den Schmerzen nicht mehr aushalten kann, soll eine Nervenauflösung bei mir gemacht werden, er wird nicht gekappt, weil es ein sympatikus ist, sondern aufgelöst.

Ich habe noch die Wahl zur stationären SCS-Stimulation und ambulanten OP zur Implantation der SCS-Stimluation.
Da mir aber mein Schmerztherapeut gesagt hat, dass das bei mir nur 2-3 Stunden am Tag den Schmerz überspielt, bringt mir das nichts.

Und deshalb würde ich gerne wissen, wie es ist nach einer Nervenauflösung.

Danke schon im Voraus

Steffi

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Beitrag von Braunsdorf » 03.09.06, 10:59

hallo,

und trotzdem wird keiner eine nevenauflösung gemeint haben, ggf. -allenfalls eine chemische oder thermische verödung.
die ausagen bezüglich scs, zumindest wie sie es zitieren, stimmen so nicht !
um jetzt weiter ins detail zu gehen brucht man viel mehr infos: welcher nerv, warum bisher neurolyse, in welcher form erfolgte dies, warum 5mal, wie sind der körperliche und neurologische untersuchungsbefund, wie sind die neurophysiologischen ergebnisse zur zeit, wie sieht das mrt-bild der region aus, welche therapiemaßnahmen: injektionen und wo, medikamente wurden bislang versucht, wer hat operiert,insbesondere ist dies schon eine interfasciculäre neurolyse gewesen, gab es eine (teil-) neurombildung und zuletzt um ihnen ggf. zu einer zweitmeinung zu verhelfen: wo leben sie ?

mfg
Dr. Werner EK. BRAUNSDORF
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Beitrag von Steffi85 » 03.09.06, 19:09

Hallo,

ich lebe in Bielefeld (Region Ostwesfalen-Lippe)
Ich hab hier den letzten OP-Bericht vorliegen.

Diagnose:
G57.5 Tarsaltunnels-Syndrom
Nervus tibialis-Vernarbung und Affektion nach Tarsaltunnel-OP li.

Operation:
5-986 5-984 5-382.83 5-056.9
Mikrochirurgische Exploration, Neurolyse des Nervus tibialis am Tarsaltunnel. Rekonstruktion der Arteria tibialis posterior, interfascikuläre Neurolyse des Nervus tibialis.

Indikation:
Nach 2-facher Operation eines Tarsaltunnelsyndroms sind massive Schmerzen sowohl in der Fußsohle als auch in der Ferse zu bemerken. Die gesamte Narbe ist sehr empfindlich. Ein leichter Druck würde dann zu massiven Schmerzen führen. Bei dieser Hyperpathie und bei noch erhaltenem Nervus tibialis wird die Indikation zur operativen Revision gestellt. Die Pat. kaum aus auswärtiger Klinik in der sie 2-mal operiert worden war, wobei jedes Mal erneut dieser hyperpathische Schmerz zum Tragen kam.

OP-Bericht
In Rückenlagerung und ITN Revision der Wunde am medialen li. Mallelus. Die starke Vernarbung wird jetzt breitflächig gelöst und die Wunde wird dann gespreizt. Die Oberflächenfscie ist stark vernarbet, diese wird nach und nach unter mikrochirurgischer Sicht gelöst. Es zeigt sich proximal und distal die Arteria tibialis posterior, diese war in der mittleren Strecke direkt hinter dem Mallolus medialis massiv in der Narbe eingeschlossen. Durch Lösung dieses Narbenanteils ist die Arterie aufgegangen. Hier handelt es sich offensichtlich um eine vorangegangene Arterienverletztung, die in dieser Form verschlossen war. Die Arterie wird dann in beiden Enden dargestellt, diese war massiv marzeriert. Die Wand war kaum vorhanden. Diese wird an der Stelle nach Anlage 2-er Clips nach distal und proximal geclipt und End zu End mit 7-0er Prolene mikrochirurgischreanastomosiert. Die Anastomose war völlig dicht. Die Arterie hat sehr gut pulsiert. Anschließend wird der Nerv dorsal der Arterie dargestellt, erst proximal dann weiter nach distal. Hier waren massivste Vernarbungen perineural. Diese Vernarbungen werden alle mit der Mikroschere nach und nach reseziert aber auch mit dem kleinen Messer werden diese unter hoher Vergrößerung entfernt, so dass der Nerv jetzt mit einem normalen Perineurium nahezu komplett dargestellt werden konnte, von proximal her nach distal hinter der Arterie direkt war dort die stärkste Vernarbung. Diese war auch interfascikulär. Es werden dann die Fascikel einzeln unter hoher Vergrößerung mit dem Messer frei präpariert bis weit nach distal wo der Nerv dann nach plantarisch wendet. Hier konnte dann die Aufzweigung im Nervus plantaris medialis und laterialis gesehen werden. Diese waren völlig frei und in Ordnung. Der Ramus calcarius konnte nicht dargestellt werden. Dieser müsste möglicherweise schon bei den Voroperationen resziert gewesen sein. Nach sorgfältiger Blutstillung und Auflegen von Gelitta-Streifen auf den Nerven Adaption der Subcutis mit Vicryl. Hautnaht mit Prolene. Steriler Verband.

Ich hoffe, das der Ihnen weiterhilft.

Viele Grüße
Steffi

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Beitrag von Steffi85 » 03.09.06, 19:27

Hallo,

der Nerv soll verödet werden. Wächst der dann hinterher wieder nach?

meine momentanen Medikamente sind:
Novalgintropfen 6 x 40 Tropfen
Katadolon 3 x 2 Kapseln (50 mg pro Kapsel)
Carbamazepin 3 x 450 mg Tablette (450 mg pro Tablette)

Vorher habe ich genommen:
Tramal in stärkster Dosis
Gapapentin
Diclofenac
Arthotec
Celebrex
Clindasar
in der Schmerztherapie hatte ich Morphium (eine Probe über 24 Stunden)
und mehr

Operiert haben bisher
Prof. Dr. med. Kiefer in Bünde ev. Lukas-Krankenhaus (Chirurg) 2 x
www.luka-krankenhaus.de
Dr. Oubait in Bielefeld-Schildesche (Chirurg) 1 x (ambulanter Eingriff)
Prof. Dr. Hussein in Hildesheim Klinikum Hildesheim (Neurochirurg) 2 x
www.stk-hildesheim.de

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Beitrag von Braunsdorf » 04.09.06, 09:37

guten tag,

so kann man sich ein viel besseres bild machen.

die wohl angedachte verödung ist möglich, m.e. sollte hier aber die indikation einer sog. pns zum tragen kommen.
in ihrer nähe ist einer der führenden experten auf diesem gebiet:

Dr. Buschmann
Neurochirurg
Praxisklinik Herford
STK-Herford
Hansastr.26
32049 Herford
tel: 05221-998300
nc.praxisklinik@t-online.de


beste wünsche
Dr. Werner EK. BRAUNSDORF
Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie
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Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg
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Beitrag von Steffi85 » 04.09.06, 19:03

Hallo,

danke für Ihre Antwort.
Was ist eine pns?

Viele Grüße

Steffi

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Beitrag von Braunsdorf » 05.09.06, 11:45

lo,

pns = periphere neurostimulation bzw. nervenstimulation

mfg
Dr. Werner EK. BRAUNSDORF
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Beitrag von Steffi85 » 05.09.06, 19:46

hallo,

ich habe mich jetzt doch für die Elektroden entschieden, ist langfristig gesehen doch das bessere für mich, da diese Neurolyse bei mir doch nicht gemacht werden kann, denn der Nerv im Fuß ist beschädigt und bei einer Neurolyse im Rücken anfangend, würde das ganze nichts bringen, weil er im Fuß geschädigt ist und nicht im Rücken.

Die Krankenkasse wird es vielleicht doch übernehmen. War heute nochmal bei meinem Neurochirurgen in Hildesheim, er hat mich überzeugen können und er ist sehr erfolgreich und er hat viele positive Patienten, die diese Stimulation bekommen haben.

Ich danke Ihnen sehr für Ihre Antworten.

Viele Grüße

Steffi

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Beitrag von Steffi85 » 21.10.06, 12:55

Hallo Herr Dr. Braunsdorf,

am Dienstag wurde bei mir die äußere SCS-Stimulation gemacht. Es ist wirklich ein gutes Verfahren, habe eine Schmerzerleichterung von 50-60 %. Bin so froh, das das klappt.
Am Montag wird es mir implantiert.
Man muss sich zwar am Anfang erstmal an das kribbeln gewöhnen, ist aber später nicht mehr so schlimm.

Mein Neurochirurg in Hildesheim führt es bei mir durch.
Die OP am Dienstag war zwar nicht sehr angenehm, weil ich es bei vollem Bewusstsein mitbekommen habe, habe aber eine örtliche Betäubung bekommen.

Das Ergebnis lohnt sich auf jeden Fall! :D

Viele Grüße

Stefanie

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Probleme nach SCS-Implantation

Beitrag von Steffi85 » 18.11.06, 19:41

Hallo,

mir wurde vor 4 Wochen der Stimulator eingesetzt.
Nach 10 Tagen wurden die Fäden am Bauch und Rücken gezogen. Die Wunde am Bauch ist gleich wieder aufgeplatzt.
Ich bin letzte Woche wegen dieser nochmal für 1 Woche im Krankenhaus gewesen.
Als ich am Dienstag wieder zu Hause war, wurden die Schmerzen heftiger und auch die Wunde ist jetzt 3 cm tief und blutet wie verrückt. Ich muss 6 mal am Tag den Verband wechseln.
Ist das normal?

Sonst bin ich sehr zufrieden mit dem Gerät, habe jetzt aber etwas Angst, dass sich die Wunde so entzündet, dass es zu einem Abszess kommt, dann muss das ganze Gerät wieder raus.
Ich habe jetzt auch seit Donnerstag kein Hunger mehr, was mich doch sehr verwundert. Hängt das mit dem Gerät zusammen?

Mein Neurochirurg meinte, ich soll mir da keine Sorgen machen.

Ich danke Ihnen schon jetzt für ihre Antwort

Viele Grüße

Steffi

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Beitrag von falco1996 » 21.11.06, 20:25

Hallo Steffi,

ich bekam am 16.10. ein SCS-Gerät implantiert. Auch ich bin bisher sehr zufrieden damit, die Schmerzen sind bedeutend erträglicher geworden, an das Kribbeln habe ich mich ebenfalls schnell gewöhnt.

Also, ich bin kein Mediziner, sondern nur Patient, aber das die Wunde noch so tief ist und blutet bzw. näßt, finde ich nicht normal. Ich wäre aber ganz schnell wieder beim Arzt. Denn wie Du schon sagst, geht die Entzündung erst in die Tiefe, besteht ja die Gefahr, daß alles wieder raus muß. Ich wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, daß bei jeder ungewöhnlichen Schwellung, Schmerzen usw. eine schnelle Vorstellung in der Klinik nötig ist. Sollten bei Dir die Beschwerden also weiter anhalten, dann geh unbedingt nochmal zum Neurochirurgen. Besser einmal zu viel draufschauen lassen, als einmal zu wenig oder zu spät.
Die Appetitlosigkeit kommt bestimmt nicht direkt durch das Gerät, denn mein Appetit hat auf keinen Fall gelitten, und von anderen habe ich das auch noch nicht gehört. Vielleicht hängt das mit der gestörten Wundheilung zusammen? Frag dazu auch Deinen Arzt!

Ich wünsche Dir alles Gute, hoffentlich verschwinden Deine Beschwerden auch bald.

Steffi85
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Beitrag von Steffi85 » 22.11.06, 16:20

Hallo Falco,

ich werde morgen nach Hildesheim gehen zu meinem Neurochirurgen, jetzt hat sich auch noch der Stimulator verschoben. Es tut höllisch weh.
Die Ärzte müssen dann wahrscheinlich nochmal aufmachen und ihn richtig positionieren.
Die Wunde sieht immer noch nicht gut aus.
Hattest du dabei Übelkeit?
Wenn du länger sitzt oder stehst, merkst du dann auch die Verbindung?

Viele Grüße

Steffi

falco1996
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Beitrag von falco1996 » 22.11.06, 20:07

Hallo Steffi,

tut mir leid, daß es noch schlimmer geworden ist. Ich kann mir vorstellen, daß Du dadurch furchtbare Schmerzen hast. Ich drück Dir die Daumen, daß es Deine Ärzte wieder hinbiegen können und es bald besser wird.

Zu Deiner Frage, nein, Übelkeit o.ä. hatte ich nicht, außer kurz nach der Narkose. Den Generator im Bauch und das Kabel am Rücken merke ich schon noch, besonders gegen Abend schmerzt es manchmal und schwillt leicht an. Aber ich glaube, das ist normal, sind ja bei mir auch erst 5 Wochen. Ich habe gelesen, daß es ca. 10 Wochen dauert, bis das innerlich alles eingewachsen/geheilt ist. Und selbst wenn es so bleibt, ist es doch besser als die Schmerzen, jedenfalls für mich.

Ich wünsche Dir für morgen alles Gute! Schreib mal, was der Arzt so meint, gerne auch per Mail clago99@aol.com
Also, ich drück die Daumen, daß alles gut wird

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