Endoskopische Denervation des ISG vor Schwangerschaft

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sitzpillow
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Endoskopische Denervation des ISG vor Schwangerschaft

Beitrag von sitzpillow » 29.03.19, 22:09

Guten Tag.
Ich wundere mich, ob folgender Lösungsansatz schlüssig beziehungsweise nachvollziehbar ist:
Eine Freundin von mir, 26 Jahre, hat trotz regelmäßiger Physiotherapie durchgehend Schmerzen im ISG wegen zu lockeren Bändern.
Während einer Schwangerschaft kommt es bekanntlich zu einer weiteren Lockerung des ISG-Bandapparates und bestehende ISG Beschwerden können sich dadurch weiter verschlimmern.
Da während der SS viele therapeutische Maßnahmen kontraindiziert sind, hat sie Angst vor einer Schwangerschaft.
Es gibt mittlerweile die Möglichkeit das ISG endoskopisch zu denervieren.
Könnte man nun nicht diese Denervation vor der SS durchführen (und somit zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen), sodass sie im besten Fall für ca. 1 Jahr Ruhe hat. Sobald sie ihre Kinder ausgetragen hat, könnte man über eine Versteifung des Gelenks per D***A oder I***E nachdenken. Bis dahin sind diese Techniken wahrscheinlich erprobter und hoffentlich Teil der EBM.

Freundliche Grüße

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Endoskopische Denervation des ISG vor Schwangerschaft

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 31.03.19, 10:17

Guten Tag,
dieser relativ kleine Eingriff ( 1 Std) ist möglich, wird mittels einer Hochfrequenzsonde u.a. durchgeführt. Vorher sollte man aber eine exakte Diagnose erstellen, das kann erfolgen, indem man z. B. ein örtliches Betäubungsmittel an die Nerven spritzt. Am besten ist es, sich in einem Wirbelsäulenzentrum vorzustellen. Dort arbeiten Orthopäden und Neurochirurgen Hand in Hand. Näheres erfährt man via Internet, dort haben Sie sich ja schon etwas belesen. Der Lösungsansatz erscheint mir durchaus sinnvoll-vorausgesetzt, andere konservative Therapiemöglichkeiten sind ausgeschöpft und die Diagnose steht absolut auf sicheren Beinen.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

sitzpillow
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Re: Endoskopische Denervation des ISG vor Schwangerschaft

Beitrag von sitzpillow » 31.03.19, 11:18

Vielen Dank für Ihre Einschätzung.
Ich habe hierzu eine sehr aufschlussreiche Zusammenstellung gelesen: http://dx.doi.org/10.1055/s-0042-124417

Die zwei Probleme die ich sehe sind:
1) Leider sind viele Maßnahmen mit einer erhöhten Strahlenbelastung verbunden. Dies beuunruhigt sie sehr, da der Kinderwunsch noch aussteht. Selbst um diagnostisch intraartikulärer Injektion eines Lokalanästhetikums zu appizieren, wird meist Röntgen/CT/Bildwandler genutzt. Ob man dies auch alternativ ultraschallgeführt vornehmen kann? Andererseits ist die Strahlenbelastung wahrscheinlich auch nicht so schlimm... diese vermaledeite stochastische Strahlenwirkung...
2) Man kann/sollte das ISG noch nicht fixieren, da der Kinderwunsch noch aussteht. Dieses Problem könnte man mit der oben genannten Denervierung möglicherweise umgehen.


Grüße

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Endoskopische Denervation des ISG vor Schwangerschaft

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 31.03.19, 12:05

Guten Tag,
zur exakten Diagnose wird man CT/ MRT wohl kaum umgehen können. Evtl. wäre die Sonografie ein Ausweg, da müsste man Radiologen befragen bzw. die Experten in einem Wirbelsäulenzentrum o.ä. Man kann damit muskuloskelettale Strukturen erkennen, aber m.E. keine nervalen Strukturen. Mit einer offenen Operation umgeht man natürlich die Problematik, von minimal-invasiv ist aber dann nicht mehr die Rede.
Grüße Dr. Fischer
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Muppet
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Re: Endoskopische Denervation des ISG vor Schwangerschaft

Beitrag von Muppet » 31.03.19, 20:27

Hallo
Bei ein MRT besteht keine Strahlenbelastung.

Gruß
Muppet

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