Embolisation eines Meningeoms?

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Phelsuma
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Embolisation eines Meningeoms?

Beitrag von Phelsuma » 25.05.13, 15:59

Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum, ich habe ein für mich persönlich wichtiges Anliegen. Ich möchte gerene wissen, ob ein Meningeom im Kopf embolisiert wird?

Kann mir hierzu jemand bitte eine Antwort geben?

Vielen Dank schon im voraus, beste Grüße

Phelsuma

Muppet
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Re: Embolisation eines Meningeoms?

Beitrag von Muppet » 25.05.13, 17:57

Hallo,
man embolisiert Meningeomen, wenn sie Gefäßreich sind, vor man sie entfernt, um das Blutungsgefahr zu minimieren (es wird auch bei jeden Eingriff thermocoaguliert, weil die Hirnhäute sehr stark mit Blut versorgt werden). Die allgemeine Durchblutung wird nicht dadurch besonders beeinträchtigt.
Alles Gute
Muppet

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Re: Embolisation eines Meningeoms?

Beitrag von Phelsuma » 25.05.13, 18:05

Hallo,

vielen Dank für die rasche Antwort, also wird nach einer Embolisation eines Meningeoms definitiv immer operiert, um dieses zu entfernen? Oder werden Meningeome auch embolisiert und danach ist die Behandlung abgeschlossen, also keine Operation notwendig?

Viele Grüße

Phelsuma

Muppet
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Re: Embolisation eines Meningeoms?

Beitrag von Muppet » 25.05.13, 19:39

Hallo,
nur embolation ist nicht sinnvoll und auch keine Dauerlösung - auch wenn der Blutzufuhr unterbrochen wird, kann es trotzdem weiter wachsen und neu anknüpfen. Obwohl sie meist gutartig sind, gibt es auch Fälle, wo das Schädelknochen betroffen und deformiert wird - sehr schwierig zu operieren, auch kann die raumfordernde Wirkung Probleme wie Epilepsie verursachen.
Das Operation ist im Vergleich zu anderen Hirntumoren weniger Risikoreich, da sie ja nicht im Hirn sitzen und das Gefahr, das Hirngewebe beschädigt wird, recht gering ist.
Ich selbe habe 2 Hirn OPs hinter mir (tief im Hirn), heutzutage ist es viel sicherer als vor 10 Jahren (habe letzten Semester Neurochirurgie absolviert, und arbeite in eine verwandten Bereich- kenne es daher von beide Seiten)
Alles Gute
Muppet

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Re: Embolisation eines Meningeoms?

Beitrag von Muppet » 25.05.13, 19:59

Nachtrag: um zu embolisieren, muss man sowieso an das Meningeom oft etwas rumschnippeln - zuerst werden die versorgende Gefäße coaguliert und dann die Venen (Abflussgefasse) - die liegen meist nicht alle oberflächlich. Daher entfernt man das Ding komplett und dann hat man Ruhe - das Risiko ist zwar sehr niedrig, aber sie können, besonders im höheren Alter, entarten und bösartig werden.
Hirnchirurgie ist nicht besonders schmerzhaft (verglichen mit andere Eingriffe). Den ersten Tag ist durch die Narkose und Beamtmung etwas unangenehm, Kopfschmerzen gibt es meist eher nicht - höchstes leichten Wundschmerz - ist aber sehr schnell weg (paar Tagen) und ist gut auch ohne Schmerzmittel auszuhalten. Manche verlassen schon am dritten/vierten Tag das Krankenhaus.

Phelsuma
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Re: Embolisation eines Meningeoms?

Beitrag von Phelsuma » 25.05.13, 21:34

Hallo Muppet,

ich selber habe ein Angiom in der rechten Hirnhälfte gehabt, das Ding hat auf meinen Sehnerv gedrückt und musste operiert werden. Erst wurde eine Embolisation an der Medizinischen Hochschule Hannover durchgeführt und 4 Wochen später wurde es operabel entfernt, in der MHH bekam ich nach der Embolisation eine Hirnblutung, die Gott sei Dank ohne Folgen blieb, das ganze war 2006, seitdem schmückt mich eine ca. 12 cm lange Narbe an meinem Hinterkopf. Es ist aber alles in Ordnung, heute merke ich davon rein gar nichts mehr. Toi Toi Toi

Weshalb ich die Frage hier gestellt habe, möchte ich kurz erläutern.

Vor 2 Jahren sagte mein Bruder mir, er habe ein Meningeom, zuerst war ich total erschüttert, erst habe ich dieses Angiom und bekommt mein Bruder sowas. Irgendwann fing ich an, daran zu zweifeln, dazu muss ich sagen, dass mein Bruder mich zuvor schon einige male bzgl. anderer Dinge angelogen hat. Ich liess ihn jedoch anfangs nich wissen, dass ich daran zweifel und wartete ab, wie der Verlauf seiner vermeintlichen Krankheit weiter verläuft. Wir wohnen weit auseinander, sodass ich nicht mitbekommen konnte, wie er behandelt wird. Daher habe ich dies immer nur seinen Erzählungen entnommen. Mein Bruder wusste, wie ich 2006 behandelt wurde, also wusste er auch, dass mein Angiom embolisiert wurde.

Im März 2011 erzählte er mir dann, dass sein Meningeom auch embolisiert werden müsse, angeblich sollte dies auf einem Mitwoch ambulant gemacht werden, woraufhin ich ihm sagte, dass ich nach meiner Embolisation aber mehrere Tage auf der Intensivstation verbracht habe. Ein paar Tage später rief er mich an und sagte, dass auch er auf der Intensivstation bleiben müsse und auf einmal sollte der Eingriff auf einem Freitag abend gemacht werden, in einer Uniklinik in NRW. Die ganze Geschichte nahm nun kuriose Züge an. An dem Freitag, an dem die Embolisation angeblich gemacht wurde, schrieb er mir abends um 22 Uhr eine SMS, in der er schrieb, dass aless gut gegangen sei, woraufhin ich ihm zurück schrieb und fragte, wie er des denn von der Intensivstation aus schafft, SMS zu schreiben. Für mich war ab diesem Zeitpunkt klar, dass er lügt. Angeblich hat er sich am Sonntag darauf, also 2 Tage nach der angeblichen Embolisation, selbst von der Intensivstation entlassen und ist am Montag bereits wieder arbeiten gegangen. Damit soll die Behandlung abgeschlossen gewesen sein. Um ihm nicht vor den Kopf zu stoßen oder sein Kartenhaus basierend auf einer Lüge zusammen fallen zu lassen, habe ich ihn erstmal nicht darauf angesprochen. Im August 2011 habe ich es dann aber nicht mehr ausgehalten und habe ihn mit meinen Zweifeln konfrontiert, ich habe ihn gefragt ob er mir irgendwelche Röntgenbilder oder einen Arztbericht der Uniklinik zeigen könne, woraufhin er mich darstellte, wie einen ganz schlechten Menschen, der ihm nicht vertraut, Röntgenbilder müsse er mir nicht zeigen, da dies seine Privatsphäre sei. Daraufhin brach ich den Kontakt ab, losgelassen hat mich dies aber nie, woraufhin ich vor ein paar Tagen in der Uniklinik angerufen habe und mich mit der Neurochirurgie hab verbinden lassen, dort sprach ich mit einer Ärztin und fragte sie nach den Behandlungsmethoden bei einem Meningeom. Sie erklärte es mir ähnlich wie Du Muppet. Sie hat daraufhin im System geschaut und den Namen meines Bruders eingegeben, er wurde nie in dieser Klinik aufgenommen geschweige denn operiert. Damit war für mich klar, dass er gelogen hat, da ich die Behandlungsmethoden nur von der Ärztin gesagt bekommen und nicht schriftlich habe, fragte ich hier nach. Muppet, Du hast mir sehr geholfen, nun weiss ich endgültig, dass ich im Recht bin. Das hilft mir sehr. Für Außenstehende mag es jetzt komisch klingen, dass ich mich da so reinsteigere, dadurch, dass ich den ganzen Mist jedoch am eigenen Leib mitgemacht habe und dem Tod teilweise näher als dem Leben war, belastet es mich total, dass mein Bruder sich so eine Story ausdenkt. Warum, das wird nur er wissen.

So nun habe ich den Grund meiner Frage doch ausfährlich erläutert, ich hoffe das ist ok.

Ich wünsche allen einen schönen Abend.

Gruß

Phelsuam

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Re: Embolisation eines Meningeoms?

Beitrag von Muppet » 26.05.13, 06:52

Hallo,
danke für die Erklärung und hoffe du bist nicht mit großen Defizite gelassen worden. Angiome sind ziemlich heikel. Vielleicht hast du viel Aufmerksamkeit bei deine Erkrankung gekriegt und deinem Bruder will das auch? Fühlt er sich vernachlässigt?
Meningeomen treten übrigens wesentlich häufiger bei Frauen als bei Männer auf :D
Alles Gute
Muppet

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Re: Embolisation eines Meningeoms?

Beitrag von Phelsuma » 26.05.13, 11:07

Hi,

die Vermutung liegt nahe, dass es daran liegt, dass er sich dadurch Aufmerksamkeit erhofft hat. Wie gesagt, das wird nur er wissen, er streitet es komplett ab und stellt mich wie den schlechten Bruder dar, es belastet mich total, dass dies zwischen uns steht aber er will es anscheinend so also muss ich es so akzeptieren. Vielleicht kommt die Wahrheit ja doch irgendwann ans Licht.

Von dem Angiom merke ich heute nichts mehr, man sagte mir damals mögliche Erblindung und sämtliche motorische Ausfälle hervor, nichts davon ist eingetreten, das einzige, was geblieben ist, sind Gesichtsfeldausfälle, die mich aber nicht beeinträchtigen. Ansonsten ist tasächlich alles in Ordnung.

Einen schönen Sonntag wünsche ich Euch

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