Gibt es bessere Behandlungsmethoden?

Forum für Betroffene, Angehörige und Interessierte. Lesen: öffentlich. Schreiben nur BK-Gruppe: Hier Mitglied werden!

Moderator: DMF-Team

Antworten
Melanie Hauser
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 4
Registriert: 25.02.19, 13:49

Gibt es bessere Behandlungsmethoden?

Beitrag von Melanie Hauser » 25.02.19, 13:55

Hallo Community!
Mich würde interessieren ob die Medizin inwischen weiter gekommen ist in der Krebsbehandlung. Mir erschien die bisherige Behandlung nämlich immer als würde man mit Kanonen auf Spatzen schiessen und damit mehr Schaden anrichten als Heilung bewirken.

Parasympathikus
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 397
Registriert: 07.09.14, 21:15

Re: Gibt es bessere Behandlungsmethoden?

Beitrag von Parasympathikus » 08.04.19, 10:12

Hallo,

um es so pauschal zu beantworten: Der vom Nichtmediziner Spahn versprochene ganz großer Wurf ist noch nicht gelungen und wird auch noch auf sich warten lassen. Da Sie wahrscheinlich auf das Mammakarzinom abstellen: Hier haben sich in der Tat die Behandlungsmethoden in den letzten zehn Jahren deutlich verbessert/verfeinert und man rückt mehr und mehr vom Schrotschussverfahren ab.

Beispielsweise wurde die Radikalität der Operation aufgegeben und es kann heute in den meisten Fällen brusterhaltend vorgegangen werden, ohne dadurch eine schlechtere Prognose zu haben. Auch die früher übliche Entfernung aller versorgenden Lymphknoten, die teilweise schon an Körperverletzung grenzte und nicht selten für sich allein zur Invalidität führte, wurde durch schonendere Verfahren ersetzt: Es wird z.B. nach dem ersten Lymphknoten im Abflussgebiet gesucht und nur diese(r) entnommen. Ist er frei von Metastasen, werden die anderen Lymphknoten nicht angefasst. Auch hier ohne einen schlechtere Prognose. Mittlerweile diskutiert/beforscht man sogar Ansätze, bei bestimmten Krankheitsausprägungen die Lymphknoten gänzlich in Ruhe zu lassen.

Auch bei der Chemo- und Strahlentherapie wird lange nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip gearbeitet. Mittels genetischer Analyse der Krebszellen kann man eine Art "Fingerabdruck" erarbeiten, die viel mehr zum Grad der Bösartigkeit und zum Rückfallrisiko aussagt, als es die bisherige TNM-Klassifikation tat. Anhand dessen ist es heute nicht selten so, dass auf eine Chemotherapie gänzlich verzichtet werden kann. Ist beispielsweise der auslösende Faktor hormonellen Ursprungs, reicht oft eine entsprechende (Anti-)Hormontherapie in Tablettenform. Und selbst, wenn eine Chemotherapie notwendig wird, handelt es sich heute oft um Substanzen (z.B. Antikörper), die gezielt an bestimmten Rezeptoren angreifen.

Die Bestrahlung, die heute nach brusterhaltenden OPs noch erforderlich ist, erfolgt deutlich gezielter. Somit sind die früher gefürchteten Spätkomplikationen wie Lungen- oder Herzschäden bzw. Entwicklung eines Zweitkrebses, wesentlich seltener.

Alles in allem doch entscheidende Weiterentwicklungen, aber eben noch keine Entwarnung. Es gibt, neben der Überzahl an Niedrigrisiko-Tumoren, leider auch immer noch sehr aggressive, früh metastatierende oder zum Rezidiv neigende Tumoren, die trotz aller Therapieoptimierungen nicht endgültig heilbar und nur begrenzt beherrschbar sind. Es gibt also noch viel zu tun. Wenngleich (vor allem von Statistikern) umstritten, spielt natürlich auch die Früherkennung eine wesentlicher Rolle.
Viele Grüße,

Parasympathikus

Katharina Meinrad
noch neu hier
Beiträge: 4
Registriert: 07.10.19, 08:04

Re: Gibt es bessere Behandlungsmethoden?

Beitrag von Katharina Meinrad » 07.10.19, 08:07

Das wird vermutlich auf die Diagnose ankommen. Aber mir sind derzeit nur Behandlungen mit Chemotherapie, Strahlentherapie oder OP bekannt.
Würde mich aber nicht wundern wenn es eine bessere auch geben würde.

Antworten