Sehr hohe CK-nac-Werte ätiopathogenetisch unerklärbar

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ultimo
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Sehr hohe CK-nac-Werte ätiopathogenetisch unerklärbar

Beitrag von ultimo » 29.07.19, 15:00

Hallo an alle,
2016 und 2018 befand ich mich insgesamt 3 Wochen in der Neurologie einer Klinik.
2016 bin ich ohnmächtig vom Stuhl gefallen, 2018 wegen eines allgemeinen Verwirrtheitszustandes.
Es wurden beide Male allerlei Untersuchungen mit mir angestellt, doch beide Male ohne konkreten Hinweis, was mich in diese Situationen gebracht hatte.
Nun schaute ich mir wieder die Abschlussberichte an, dabei viel mir auf, dass jedesmal die CK-Werte außerordentlich hoch waren.
Der höchste Wert war 2016 CK-NAC 3055 bei einem Referenzwert von 0-174. Der höchste Wert 2018 war 545.
Im Abschlussbericht 2018 wurde dies so kommentiert (in beiden Jahren die gleiche Klinik):
"Bereits im Jahr 2016 CK-Werte über 3000 U/l, damals unter Flüssigkeitsgabe regredient, aber nie normwertig. Zum aktuellen Zeitpunkt bleibt die CK-Erhöhung nicht sicher ätiopathogenetisch erklärbar."
Meine Frage: Was, oder welches Organ betrifft denn der CK-MB bzw. CK-NAC-Wert und könnte diese ständige Erhöhung nicht doch im Zusammenhang
mit meinen neurologischen Beschwerden (Ohnmacht, Seh-hör- und Sprachprobleme, Schwindel) zu tun haben?
Der Verdacht einer Epilepsie steht im Raum, vor allem nach einer Nacht mit Krampfanfall, aber alle darauf folgenden neurologischen Untersuchungen konnten diesen Verdacht nicht bestätigen.
LG ultimo

Chandra
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Re: Sehr hohe CK-nac-Werte ätiopathogenetisch unerklärbar

Beitrag von Chandra » 30.07.19, 22:41

Hallo Ultimo,

Die Ck (Creatinkinase) ist ja ein Enzym, das im Muskelgewebe vorkommt. Findet man erhöhte Werte im Blut, deutet das auf eine Muskelschädigung hin. Leichte Erhöhungen (also bis etwa 1000 U/ l) können sogar schon bei Muskelkater auftreten, dieser Wert ist also wenig spezifisch und schnell mal erhöht. Bei Deinen Werten halte ich Muskelkater jedoch für sehr unwahrscheinlich. Welche Muskelschäden das genau sind, kann einem der Laborwert alleine nicht sagen, dafür muss man andere Untersuchungen durchführen. Da diese Ck-Erhöhungen bei Dir häufiger aufzutreten scheinen, schließe ich mal akute Verletzungen wie Zerrungen, Muskelfaserrisse etc. aus. Auch nach einem Sturz kann tatsächlich die Ck mal deutlich erhöht sein. Was sind denn ansonsten in der Neurologie für Untersuchungen durchgeführt worden? Mit welchen Ergebnissen? Mal ein Schädel-CT, elektrophysiologische Untersuchungen etc?

Übrigens kommt die Ck-MB überwiegend im Myokardgewebe (Herzmuskel) vor. Kennst Du zufällig Deinen Troponin-Wert? In der Richtung würde ich Dir auch Diagnostik vorschlagen. Was sagt denn Dein Hausarzt dazu? Achso und CK-nac ist unspezifisch, ist ein Ausdruck für den Gesamt-Ck-Wert. ;-)

Man kann auf jeden Fall nicht ausschließen, dass die erhöhten Ck-Werte mit Deinen neurologischen Symptomen zusammenhängen und ich würde das weiter abklären lassen. Hast Du ansonsten Vorerkrankungen? Und darf man fragen, wie alt du bist? :)

Liebe Grüße
Chandra
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Re: Sehr hohe CK-nac-Werte ätiopathogenetisch unerklärbar

Beitrag von ultimo » 31.07.19, 13:57

Hallo Chandra,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Im Zusammenhang mit meinen neurologischen "Eskapaden" wurden in den Kliniken alle möglichen Schädeluntersuchung durchgeführt:
CT, MRT, EEG auch wurden Langszeit-EKG und EEG gemacht.
Vor drei Jahren implantierte man mir einen Eventrecorder ein, der, falls meine Pumpe Sprirenzchen machen sollte, eine Aufzeichnung davon macht.
Alle Überprüfungen des Recorders waren bis heute negativ.
Sowohl mein Hausarzt, als auch meine Neurologin, bei der ich heute den ersten Termin nach meinem Krampfanfall vor gut vier Wochen hatte, konnten
sich nicht auf eine bestimmte Ursache für die hohen CK-Werte festlegen.
Von einem Troponin-Wert habe ich noch nichts gehört und wurde auch noch nie darauf angesprochen.
Außer leichten Herzrhythmusstörungen, die aber im nichttherapierbaren Bereich liegen, funktioniert mein Herz wie es soll.
Ich bin 69 Jahre alt und meine Neurologin hat mir heute empfohlen, meine neurologischen Beschwerden mit dem Medikament
Levetiracetam 500 mG anzugehen. Nach den Nebenwirkungen gefragt, sagte sie, dass es zu Müdigkeit, und in seltenen Fällen zu Aggressivität
bis hin zu Wahnvorstellungen kommen kann.
Ich habe meine Familie schon vorgewa(h)rnt. Wenn Opa also die Tassen an die Wand knallt, oder aus dem Fenster hüpfen will - ist alles nicht so schlimm, sind nur die Drogen :D
LG
ultimo
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Chandra
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Re: Sehr hohe CK-nac-Werte ätiopathogenetisch unerklärbar

Beitrag von Chandra » 31.07.19, 14:21

ultimo hat geschrieben:
31.07.19, 13:57
Ich habe meine Familie schon vorgewa(h)rnt. Wenn Opa also die Tassen an die Wand knallt, oder aus dem Fenster hüpfen will - ist alles nicht so schlimm, sind nur die Drogen :D
Na das fand Deine Familie bestimmt sehr beruhigend! :lol: Hast Du das schon mal ausprobiert? Übrigens: Der Wirkstoffname ist einfach nur "Levetiracetam", vielleicht kannst Du das in Deinem Beitrag noch ändern, da wir nicht ungewollt Werbung mit Handelsnamen verbreiten wollen. :wink: Ich nehme mal an, bei der Bildgebung vom Kopf ist wahrscheinlich nichts weiter rausgekommen, oder?
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ultimo
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Re: Sehr hohe CK-nac-Werte ätiopathogenetisch unerklärbar

Beitrag von ultimo » 31.07.19, 15:19

Hallo Chandra,
sorry, wusste nicht, dass das ein Herstellername ist.
Meine Familie war hellauf begeistert und will jetzt alle Räume mit Kameras ausstatten.
Mit "ausprobiert" meinst du...? Das Medikament? Habe heute morgen erst das Rezept bekommen
und habs noch nicht in der Apotheke abgeholt.
Hab mich im Netz mal nach den Nebenwirkungen erkundigt. Ist ja nicht schön, was da alles passieren kann:
Selbstmordgedanken, Persönlichkeitsveränderungen (na ja, wenns zum Positiven wäre...), sonderbare Reaktionen, Depressionen usw.
In allen Bildgebenden Untersuchungen der letzten drei Jahre ist nichts relevantes entdeckt worden.
In dem Entlassungsbericht der Klinik, die ich zuletzt aufsuchte, stand aber unter dem Punkt Video-EEG:
"in der Nacht im Schlafstadium N2 drei mal isolierte oder gruppierte Spitzenpotentiale, die umschrieben rechts frontal bzw. frontotemporal auftreten:
a.e. steile Transienten unklarer Signifikanz im Schlaf, zusätzlich wiederholt steilere Transienten linksfrontal mit maximum bei F7, teilweise mit langsamer Nachschwankung"
Meiner Neurologin nach, sind das Hinweise darauf, dass sich in den angesprochenen Hirnbereichen wahrscheinlich die Ursachen für meine Beschwerden
befinden, und dass somit eine Medikamentierung gegeben ist.
LG
ultimo

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