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Vorsorgeuntersuchung auf alle Krebsarten
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Seite 1 von 1

Autor:  wsunter [ 02.07.17, 23:13 ]
Betreff des Beitrags:  Vorsorgeuntersuchung auf alle Krebsarten

Gibt es eine(!) Art der Vorsorgeuntersuchung, mit welcher auf alle Krebsarten untersucht werden kann? Wäre in diesem Fall z.B. eine Ganzkörper-MRT (nativ und mit KM) sinnvoll? Wird dies heutzutage gemacht?

Autor:  Parasympathikus [ 10.07.17, 01:44 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Vorsorgeuntersuchung auf alle Krebsarten

Hallo,

die ganz klare Antwort lautet: Nein.

Es gibt Anbieter, die mit einem Ganzkörper-MRT als "Krebsvorsorge" (natürlich für Privatzahler) werben. Dieses Angebot ist im doppelten Sinne problematisch.

Zum einen ist das Ziel einer Suche nach Erstanzeichen einer Krebserkrankungen keine Vorsorge, sondern eine Früherkennung. Zum anderen ist es technisch nicht möglich, jede Krebserkrankung und jede Krebsart im MRT zu erkennen, Das hat einerseits seine Gründe in der räumlichen und zeitlichen Auflösung des MRT, andererseits darin, dass manche Malignome im MRT schlicht nicht darstellbar sind (z.B. im Blut und blutbildenden System). Darüber hinaus bedürfte es für jedes Organsystem unterschiedliche Untersuchungssequenzen und Kontrastmittel. Untersuchungstechnisch ist es nicht möglich, das alles "in einem Rutsch" zu machen. Bestimmte Raumforderungen (z.B. Lebertumore bzw. -metastasen) kann man ohne MRT-Kontrastmittel gar nicht (unter)suchen. Da die Kontrastmittel jedoch individuell stark gesundheitsschädlich sein können, wird man im Rahmen der Risikoabwägung (und aus Haftungsgründe) ohne konkreten Verdacht keine solche Untersuchung vornehmen.

Schließlich darf man auch die Nebenwirkungen nicht unerwähnt lassen. Wenn man den Körper eines Lebewesens komplett bildgebend darstellt, ist es beinahe die Regel, dass man auf Zufallsbefunde aller Art stößt. Das sind Befunde, die von "belanglos" bis "krebsverdächtig" gehen, aber am Ende einer fast endlosen Abklärungskette letztlich keinen Krankheitswert haben. Alle diese Abklärungsuntersuchungen können neue spezifische Risiken haben. Und bei vielen Menschen rufen die Zufallsbefunde psychische Ausnahmezustände hervor, die man als gravierende Nebenwirkung keineswegs unterschätzen darf.

Das Thema "Krebsvorsorge", eng verbunden mit Screening-Programmen, ist also ein nicht ganz einfaches Thema. Selbst unter Experten wird hierzu kontrovers diskutiert. Ich denke, man muss hier risikoadaptiert denken, sehr ausführlich beraten und auch die Persönlichkeit des Betroffenen mit einbeziehen. Eine Universallösung für Alle und Alles gibt es nicht.

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