Präventive Chemotherapie

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graf_zahl
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Präventive Chemotherapie

Beitrag von graf_zahl » 24.07.14, 16:08

Guten Tag,
mein Onkel hat Darmkrebs, allerdings wurde bei der Computertomographie festgestellt, dass der Krebs nicht gestreut hat. Trotzdem soll er vor und nach der OP eine Chemotherapie in folgender Dosierung bekommen:
- Vor der OP: 4 Wochen lang, 5 x pro Woche
- Nach der OP: 4 Monate lang in der ersten Woche, 5 x pro Woche

Da die Chemotherapie den Körper stark belastet, stelle ich mir die Frage, ob eine derart intensive Chemotherapie hier wirklich notwendig ist. Von welchen Parametern hängt es ab, wie erfolgreich ein bösartiger Tumor, der bei einer OP entfernt wird, streut? Kann man einige Zeit nach der Entfernung des Karzinoms durch eine Computertomographie feststellen, ob bei der OP eine Streuung stattfand oder nicht und dann ggf. eine Chemotherapie anschließen?

Vielen Dank

Lizard
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Re: Präventive Chemotherapie

Beitrag von Lizard » 25.07.14, 22:53

Hallo!

Diese "präventive" (neoadjuvante) Chemotherapie hat den Sinn winzige Mikrometastasen, die man im CT nicht sehen kann, zu eliminieren. Ebenso sollen im Blut zirkulierende Krebszellen abgetötet werden. Zusätzlich wird der Haupttumor dadurch verkleinert, was die Operabilität verbessert.
Während der OP werden verschiedene Maßnahmen ergriffen um ein Streuen zu vermeiden.

Die Chemotherapie nach der OP soll etwaige zurückgebliebene Tumorzellen abtöten und somit Rezidive (ein erneutes Auftreten) verhindern.

LG

Lizard
Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
Mein Beitrag ist eine Stellungnahme, die auf den vorliegenden Angaben beruht. Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

graf_zahl
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Re: Präventive Chemotherapie

Beitrag von graf_zahl » 28.07.14, 15:32

Vielen Dank für die Antwort. Ein paar Fragen habe ich noch:

1. Können durch eine solche neoadjuvante Chemotherapie resistente Tumorzellen entstehen?

2. Da die Chemotherapie bei einigen Krebsarten sehr gut und bei anderen gar nicht wirkt, würde ich gerne wissen, wie wirksam sie bei Darmkrebs ist.

3. Durch die präoperative Chemotherapie verzögert sich die OP um einige Monate. Ist diese Verzögerung nicht riskant, so dass in der Zwischenzeit der Tumor anfangen kann zu streuen?

4. Auch die Chemotherapie kann nicht ausschließen, dass sich am Ende doch noch irgendwo einige kleine Metastasen verstecken. Ist der Körper normalerweise in der Lage, kleine Metastasen unschädlich zu machen? Ist es ratsam, sich nach einer überstandenen Krebsbehandlung alle paar Jahre mittels CT auf erneute Tumore hin untersuchen zu lassen?

Lizard
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Re: Präventive Chemotherapie

Beitrag von Lizard » 28.07.14, 20:39

Hallo,

das ist ein sehr komplexes Thema und lässt sich leider nicht pauschal beantworten.
Es kommt auf das Stadium der Erkrankung, eventuelle Nebenerkrankungen, Tumortyp und -genetik und viele weitere Faktoren an.

Ihr Onkel ist sicherlich bezüglich der Behandlung beraten worden.

Nützliche grundsätzliche Informationen bekommen Sie beispielsweise hier:
http://www.krebsinformationsdienst.de
http://www.darmkrebs.de

Alles Gute!

LG

Lizard
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