Leukozytose 3 Tage nach Chemo

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_Tobe_
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Leukozytose 3 Tage nach Chemo

Beitrag von _Tobe_ »

Hallo,

bei meinem Lebensgefährten wurde am 18.09.2020 ein Lungen-Ca (Nicht Kleinzelliges Adeno-Ca, TTF positiv) diagnostiziert.
3 Metastasen wurden gefunden, eine in rechter Hirnhälfte ca. 9 mm, eine in/an der Nebenniere und eine in einem Lyphknoten hinter dem Brustbein (ich vermute im Thymus).
Auf Grund der Metastase im Lymphknoten hinter dem Brustbein entwickelte er ein s.g. Vena cava superior Syndrom, mit sichtbarer Ausprägung von "Kollateral-Gefäßen" am Thorax.

Da die Vena cava superior komplett durch diese Vergrößerung zudedrückt wird und der daraus resultierenden Rückflußstörung, wurde der Port am 25.09. für die Chemo in der Leiste (Oberschenkel) gelegt.
am nächsten Tag bekam er sofort die erste Chemo (Pemetrexed u. Cisplatin) und diverse andere Medikamente (Folsäure, Vitamin B, Dexametason etc.). Hat ca. 4,5 Stunden gedauert.
Das Dexametason bekommt er wohl gegen ein Ödem (ca. 2 cm), welches sich im Hirn um die Metastase gebildet hatte.
Gegen die Übelkeit bekam er Prophylaktisch zur Chemo + 2 Tage danach Emend.

Er ist sehr erschöpft, müde, fröstelt und hat vor Allem nächtliches Schwitzen. Er hat Gott sei Dank noch keine Schmerzen.
Eigentlich sollte er am Mittwoch (30.09.) entlassen werden.

Gestern am 28.09. erfolgte eine Blutkontrolle, hier war eine auffällig erhöhte Leukozytenanzahl und ein erhöhter Blutzucker festgestellt worden.
Den erhöhten Blutzzucker kann ich mir durch die Gabe von Dexametason erklären.
Aber woher kann jetzt eine erhöhte Leukozytenanzahl kommen.
Das Rauchen hat er seit dem OP-Tag (25.09.) komplett eingestellt.

Seinen letzten Stuhlgang hatte er wohl am 25.09., darauhin bekam er gestern Lactulosesirup.
Heute bekam er Movicol.
Er hat ordentliche Blähungen und Aufstoßen aber sonst kommt nichts.
Er mag jetzt deshalb nichts essen, weil er bedenken hat, daß er sich dann übergeben muss, weil er befürchtet daß das Essen dann nicht weiterrutscht.

Ich habe gelesen, daß die Obstipation durch das Emend kommen kann, aber dann müsste das sich ja jetzt legen.
Akut mache ich mir Gedanken über die erhöhte Leukozytenzahl.
Wodurch kann diese entstehen, außer durch ein mögliches infektiöses Geschehen?
Port-Wunde sieht reizlos und sauber aus, Erkältungssymptome wie Husten oder Schnupfen hat er nicht und die Temperatur war auch jeden Tag okay.

Was in meinen Augen ungünstig ist, er liegt in einem wirklich kleinen 3-Bett-Zimmer, die Betten haben nur ca. 1 Meter Abstand zwischen.
Seine Bettnachbarn scheinen aber auch keine Erkältungs-Symptome zu haben, zumindest für mich nicht offensichtlich.
Auch ungünstig, er muß eine von instgesamt 2 Gemeinschaftstoiletten auf dem Stationsgang nutzen. Auf dem Zimmer gibt es kein WC.

Ich hoffe er hat sich dort nichts eingefangen und es ist "nur" eine vorübergehende "Nebenwirkung" eines der Medikamente.
Vielleicht kann mir hierzu jemand mögliche Ursachen nennen.

Liebe Grüße
Tobe

MaxiB
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Registriert: 21.01.19, 07:46

Re: Leukozytose 3 Tage nach Chemo

Beitrag von MaxiB »

Dexmethason ist ein Glucocorticoid und unterdrückt die Immunabwehr. Darauf reagiert das Immunsystem mit einer vermehrten Produktion von Leukozyten. Eine mäßige Leukozytose ist also nach Dexmathason völlig normal.

Was sagen denn die behandelnden Ärzte dazu? Und wie hoch ist der "auffällige" Wert?

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