Ewing-Sarkom bei 20 jährigen

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jaeckel
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Ewing-Sarkom bei 20 jährigen

Beitrag von jaeckel »

Massimiliano hat geschrieben:Bin 20 jährige beurlsubter Student, was soll ich mit meiner Behandlungszeit machen, mir geht es allgemein ganz gut. Steht mir eine Grundsicherung? Soll ich mich Arbeitslos melden?

Hallo Freunde der Sonne,

Ich heiße Massimiliano und bin 20 Jahre alt, im November 2019 wurde ein Tumor an meiner linken Thoraxwand entdeckt, rein zufällig bei einem Röntgenbild. Ich hatte keine Beschwerden wie Atemnot oder Schmerzen. Mein Hausärztin hat mich versichert dass das nichts bösartiges sein muss und vereinbarte ein Termin für Dezember zum CT. Ich bin hingegangen dann kamen die Befunde und ich sollte ins Krankenhaus. Im Krankenhaus meinte die Ärzte dass der Tumor gut umgrenzt ist und dann meinten sie zu 99% gutartig. Eine Biopsie wurde trotzdem entnommen, allerdings war es nicht mehr so sicher und nun war es 50/50. Die Probe wurde nach München geschickt zum Pathologen, er meinte wieder zu 99% gutartig. Der Tumor solltr trotzdem entfernt werden und Anfang Februar hatte ich die OP. Die verlief positiv nach einer Woche ging ich nach Hause und nun wartete ich auf den eigentlichen Befund. Am Freitag den 13. März bekam ich dann die Nachricht bösartiger Weichteilsarkom, Chemo muss ran ich war natürlich schockiert weil bis dahin alle gesagt haben gutartig und sogar der erste Pathologe nach der OP meinte es wäre gutartig aber nicht 100% und dann wurde dass eben zu Fachpathologen in Göttingen geschickt und als Ewing-sarkom festgestellt. Ich hatte natürlich keine Lust auf Chemo und so weil ich mich Kerngesund fühle, allerdings meinten die Ärzte dass wenn ich Metastasen bekomme meine Überlebenschancen sehr gering sind. Ich wäre also Krebsfrei allerdings könnte ich mikroskopisch Zellen noch haben deswegen die ganze Behandlung. Ich bin mit ein bisschen Angst da ran gegangen aber dachte mir das ist mein Kreuz dass ich tragen muss und früher oder später wird jeder von uns eins tragen müssen. Ich habe auch nicht viel daran gedacht. Und die Chemo verläuft bei mir bis jetzt auch recht gut. Es ist definitiv nicht so schrecklich wie ich es mir vorgestellt habe. Allerdings weiß ich nicht was ich mit meiner Freizeit machen kann, ich war halt Student jetzt bin ich beurlaubt und wohn bei meinen Eltern. Sitz den ganzen Tag zu Hause, manchmal gehe ich spazieren. Aber irgendwie ist es mir schade um die Zeit weil wenn ich so bis August sitzen soll so lange soll die Behandlung dauern dann werd ich wahnsinnig. Was habt ihr also für Ratschläge wie kann ich meine Zeit gut ausnutzen und ich meine nicht neues Hobby oder Filme schauen, aber was produktives was sich im später Leben als wertvoll ausgibt? Bekommt man eigentlich eine Grundsicherung wenn man sowas durch macht? Ich habe kein Einkommen und es ist mir schwer meine Eltern die ganze Zeit finanziell auszunutzen. Kann ich mich zum Beispiel Arbeitslos melden und Harz 4 beantragen? Weil wenn ich jetzt Geld bekommen würde hätte ich was erspartes, für später und eine eigene Wohnung. Also wie gesagt ich bin nicht der typische Krebspazient der sein Schicksal bedauert und Fassungslos ist. Es ist nun mal so dass ist das Leben unberechenbar. Ich bin dankbar dass es so frühzeitig entdeckt wurde ausserdem habe ich theoretisch keinen Tumor mehr. Ein bisschen Viel und ich weiß nicht wer sich dass durchliest aber hoffen wir mal dass es jemanden gibt. Und könnt ihr mir sagen wie die Chancen bei mir stehen also relativ kleiner Tumor, komplett entfernt, keine Metastasen, keine vorherigen Symptome, Chemo im Vide Protokoll.

Grüße Massi
(PS.Beitrag wurde versehentlich in der Knowledgebase gepostet. jaeckel)

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