Testperson in der Medizin

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Thrombozyt
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Testperson in der Medizin

Beitrag von Thrombozyt » 09.08.05, 12:52

Hallo, ich möchte gern inm medizinischen Bereich einen Nebenerwerb haben, spende schon Blutplasma und Thrombozyten. Nun habe ich was pber ein Angebot in Hamburg Stellingen gelesen die Probanten für medizinische Tests suchen. Kann mr jemand da mehr drüber sagen wie gefährlich sowas ist und wo man Kontaktadressen herbekommt die real sind? Jemand Lust auf erfahrungsaustausch?
Suche Kontakt zu Blutspendern und Testprobanten

ulihoecklin
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Beitrag von ulihoecklin » 27.09.05, 12:21

ich weiss nur das mal einer meiner freunde sich als testperson angeboten hat.leider weiss ich nicht was für ein medikament es war.aber er hat davon schliesslich eine gefährliche lungenentzündung bekommen,also rate ich zur vorsicht.hallo ich möchte , :arrow: ich will nur zur vorsicht hiermit bitten.
gruss uli.
MfG!*ihr uli,ernst Höcklin
im web:www.traumschlaf.net

kawiwu
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Beitrag von kawiwu » 02.11.05, 21:17

Probanden im medizinischen Bereich werden vor allen Dingen für sog. Phase-1-Studien gesucht, das sind Studien, in denen Medikamente zum ersten Mal am Menschen getestet werden. Dabei werden normalerweise die Probanden "einkaserniert", auch für mehrere Tage / Wochen und engmaschig untersucht. Diese Phase-1-Studien sind ein Standartverfahren bei jeder Neuzulassung von Medikamenten, zuerst wird eben am Tier getestet, dann am gesunden - freiwilligen - Menschen, dann an einem zuerst kleinen, dann größeren Kreis an Patienten, also kranken Menschen. Pauschal kann man da gar nichts über die Gefährlichkeit sagen, das kommt natürlich auf das Prüfpräparat an. Du solltest aber wissen, daß über solche Studie u.a. Nebenwirkungen bekannt werden und niemand kann Dir eine Garantie geben, daß es Dir über den gesamten Zeitraum sehr gut gehen wird. Ebenso ist es möglich, daß Dir ein Prüfpräparat in unterschiedlich hohen Dosen gegeben wird, da auch die Dosisfindung Teil einer solchen Untersuchung ist. Das schliesst eine Überdosierung nicht aus! Normalerweise ist die ärztliche Überwachung sehr gut und Du kannst jederzeit aus einer Studie aussteigen.
Oft werden für solche Studien nur relativ junge, gesunde männliche Probanden gesucht.
@lihoecklin: Das Dein Bekannter eine Lungenentzündung bekommen hat, ist sicherlich tragisch, aber das ist in der Regel ein bakterielle Infektion. Ich halte das Zusammentreffen eher für einen bedauerlichen Zufall.
Ach ja, ich arbeite beruflich mit Patienten von Studien Phase 2-4 zusammen, habe also etwas Ahnung und rate normalerweise den Patienten eher zu. Man muss sich aber auch im klaren sein, man ist und bleibt bei so etwas ein Versuchskaninchen und wenn einem schon beim Gedanken daran mulmig wird, sollte man es sein lassen!

Spondyl
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Beitrag von Spondyl » 17.03.06, 21:29

Hallo Kawiwu,

Ist es möglich voreher zu erfahren um welche Art Stoffgruppe es sich handelt ?
Da ich mich mit Medizin ziemlich gut auskenne könnte ich villeicht selber abwegen
wie riskannt mein Einsatz als Versuchskaninchen wird.

In Phase 2 und folgende- Studien bekommt man warscheinlich bedeutend weniger Geld.
Ist das richtig?

urologiepatient@yahoo.de

Vielen Dank

Sp.

kawiwu
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Beitrag von kawiwu » 18.03.06, 11:43

Hallo Spondyl,

bei jeder Studienteilnahme musst Du eine Einwilligungserklärung unterschreiben, in der auf das Prüfmedikament eingegangen wird. Dort ist eine für Laien verständliche Erklärung gegeben. Ansonsten gibt es noch die "Investigators brochure", in der die medizinischen Hintergründe des Präparates beschrieben sind, sowie die Ergebnisse aus Voruntersuchungen. Diese bekommt man als Patient nicht, aber ein Gespräch mit dem entsprechenden Prüfarzt sollte Dir auch die Infos zugänglich machen können.
Phase 2 und weitere Studien (also Phase 3 und 4) werden nicht mehr an gesunden Probanden sondern am kranken Patienten durchgeführt. Der Unterschied zwischen den einzelnen Phasen besteht im Groben darin, daß in der Phase 2 die Substanz auch noch in verschieden hohen Dosen gegeben wird und sie an relativ wenig Patienten durchgeführt wird. In Phase 3 steht die Dosishöhe schon fest. In den Studien, die ich betreut habe, haben die Patienten kein Geld bekommen, das ist meines Wissens auch nicht üblich. Natürlich werden die Auslagen, wie Fahrtkosten etcetera erstattet, ansonsten geht man von davon aus, daß die zusätzlichen medizinischen Untersuchungen, die recht aufwendig sein können, und die kostenlose Verabreichung des Medikamentes Benefit genug für den Patienten sind. Im Prinzip muß jeder selber wissen, ob er sich einer Studie unterzieht oder nicht, aber großartig verdienen ist in Phase 2-4 Studien nicht drin.

Viele Grüße,
kawiwu

Spondyl
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Beitrag von Spondyl » 22.03.06, 20:27

Danke !

oralea
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Beitrag von oralea » 23.03.06, 15:49

du fragst dies kurz nachdem was in london passirt ist?

viel glück auf alle fälle ;-)

liebe grüsse

katerlein
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Habe Interesse an einer Nebentätigkeit als Testperson

Beitrag von katerlein » 17.05.06, 20:06

Hallo,
kann mir hier irgendjemand seriöse Institute nennen, bei denen man sich als Testperson bewerben kann? Möglichst im Raum Nord-/Mittelhessen bzw. im Raum Köln.
Bin männlich, 35, soweit mir bekannt auch ganz gesund - außer gelegentlichen Rückenproblemen. :roll: Kann man sich die Art der Medikamente aussuchen? Vielleicht ist ja was gegen Rückenschmerzen dabei ? :P

Hausnummer13
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RE

Beitrag von Hausnummer13 » 18.05.06, 09:17

Hallo,

Ich werde auf die Fragen kurz im eingehen, möchte mich aber davor hüten, eine bestimmte CRO zu empfehlen. Einfach mal in Google nach CRO suchen. Unseriöse CRO's werden aufgrund stetiger Kontrollen auch nicht üblich sein.

Die Rückenprobleme können ein Problem sein (weshalb, wie oft, durch was ausgelöst, wird eine medikamentöse Therapie benötigt).

Die Medikamente kann man sich aussuchen, bzw. wirst du vor deinem Einverständnis aufgeklärt um was für ein Medikament es sich handelt. Allerdings darfst du dir keinen therapeutischen Nutzen versprechen bei einer Phase I Studie. Eine Studie in welcher die Wirksamkeit getestet wird, wird in der Regel anders (sprich finanziell sehr gering) entschädigt.

Ich hoffe, dir damit weitergeholfen zu haben,
Grüsse

> [/u][/quote]

Hausnummer13
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RE

Beitrag von Hausnummer13 » 18.05.06, 09:18

Hallo,

Ich werde auf die Fragen kurz im eingehen, möchte mich aber davor hüten, eine bestimmte CRO zu empfehlen. Einfach mal in Google nach CRO suchen. Unseriöse CRO's werden aufgrund stetiger Kontrollen auch nicht üblich sein.

Die Rückenprobleme können ein Problem sein (weshalb, wie oft, durch was ausgelöst, wird eine medikamentöse Therapie benötigt).

Die Medikamente kann man sich aussuchen, bzw. wirst du vor deinem Einverständnis aufgeklärt um was für ein Medikament es sich handelt. Allerdings darfst du dir keinen therapeutischen Nutzen versprechen bei einer Phase I Studie. Eine Studie in welcher die Wirksamkeit getestet wird, wird in der Regel anders (sprich finanziell sehr gering) entschädigt.

Ich hoffe, dir damit weitergeholfen zu haben,
Grüsse

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schmiddi55
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Beitrag von schmiddi55 » 29.08.06, 11:53

Also ich habe vor 2 Jahren auch mal an einer Studie direkt an eine Uniklinik in Berlin teilgenommen, über die ich über meinen Bruder (medizinstudent) erfahren habe, ich glaub ich war der einzige der von Medizin keine Ahnung hatte, es ging um Heliobacter Pylori, und die anderen waren alles Ärtzte und Medizinstudenten, was mich sehr beruhigt hat. War auch alles kein Problem, nach 6 Monaten war ich um die Erfahrung von 3 Magenspiegelungen (mit Betäubung kein Problem) und 3000 reicher, kann es also nur empfehlen, allerdings sollte man schon schauen an wen man da gerät und sich genau informieren welchen Risiko man sich aussetzt...
lieber stehend sterben

kosmonautin83
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Re: Testperson in der Medizin

Beitrag von kosmonautin83 » 02.01.12, 16:51

hallo!

neulich habe ich von einer bekannten gehört, dass es tatsächlich leute (besonders studenten) geben soll, die ihren lebensunterhalt mithilfe klinischer studien bestreiten... das finde ich schon ganz schön krass. habt ihr auch schon mal von solchen leuten gehört? immerhin ist es ziemlich verlockend - viel geld für wenig aufwand...

Jessica3119
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Re: Testperson in der Medizin

Beitrag von Jessica3119 » 30.08.13, 19:13

Naja ich würde meinen jedem das seine, man kann es auch übertreiben. Seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen, da muss man sich schon ziemlich viel damit beschäftigen und sehr hohe Risiken eingehen.

Ich selber habe mich in unserem Uniklinikum für Studien zur Verfügung gestellt. Aber bisher noch keine ausgeführt, mache da ganz neu mit, weil ich es sehr interessant finde und der Forschung helfen möchte. Anderswo würde ich denke ich nicht unbedingt mit machen.

laiokon
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Re: Testperson in der Medizin

Beitrag von laiokon » 16.01.14, 11:24

Vielen Dank für die nützlichen Informationen.

kaar
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Re: Testperson in der Medizin

Beitrag von kaar » 24.07.14, 10:18

Schön, dass die Ärzte solche Nebenwirkungen wie Lungenentzündung in Kauf nehmen, damit sie ordentlich forschen können. Warum keine Tests bei Tieren?

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