Neugeborenengelbsucht

Moderator: DMF-Team

Antworten
AndreG
Topicstarter
DMF-Mitglied
Beiträge: 65
Registriert: 18.11.05, 12:32

Neugeborenengelbsucht

Beitrag von AndreG » 20.12.12, 16:23

Guten Tag,

unsere Tochter kam vor 8 Tagen (am 12.12.) per Sectio als Normalgeborene auf die Welt. Der Bilirubinwert stieg allerding innerhalb der ersten 3 Lebenstagen auf 16,1 weswegem sie 12 Stunden Phototherapie bekam. Das andere Problem war, dass sie unter 10%-Marke mit dem Gewicht rutschte. Nach der Phototherapie ging der Bili-Wert auf 12,6 runter, stieg aber am nächsten Tag wieder auf 14 an. Auf eine erneute Phototherapie wurde verzichtet. Am Tag der Entlassung (vor 4 Tagen) lag der Bili-Wert bei 13,6 und das Gewicht nicht mehr unter der 10%-Marke sondern knapp drüber.. Wir durften nach Hause und sollten nach 4 Tagen noch mal zur Bili-Kontrolle. Heute waren wir da, und der Wert lag bei 15,7. Die Kleine wird gestillt und trinkt "aktiv" und ausreichend, hat aber in den letzten 4 Tagen lediglich 20g zugenommen. Die Kinderkrankenschwester und die Hebamme meinten, es sei trotzdem nicht bedenklich da die Bilirubinwerte ab dem Alter von 5 Tagen weiter ansteigen und würden abwarten. Das Gewicht wird von der Hebamme regelmäßig kontrolliert. Wir sollten aber trotzdem mit unserem Kinderarzt Rücksprache halten wegen dem Bili-Anstieg. Leider hat unser Kinderarzt aber Urlaub, deswegen wollte ich hier um Rat fragen.

Danke im Voraus

Barca
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 1114
Registriert: 24.05.08, 20:16

Re: Neugeborenengelbsucht

Beitrag von Barca » 20.12.12, 17:58

Hallo,

herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihrer Tochter :)

Wichtig ist auf jeden Fall, den Verlauf weiter zu beobachten, wenn der "Wunschkinderarzt" im Urlaub ist, müsste dies übergangsweise bei einem anderen Kinderarzt oder auch in der Kinderklinik erfolgen. Man muss auch unbedingt das Bilirubin differenzieren, es ist nicht ausreichend, nur das Gesamtbilirubin zu bestimmen (wenn Sie von Werten um 13 sprechen, ist damit wohl der Gesamtbili-Wert gemeint), sondern man muss zumindest immer wieder mal das Gesamtbilirubin auf direktes und indirektes Bilirubin aufschlüsseln. Eine Erhöhung des indirekten Bilirubins spricht hierbei für die typische Neugeborenengelbsucht, ist das direkte Bilirubin erhöht, muss man weiter gucken, das spricht dann nämlich eher für eine tatsächliche Erkrankung (die in diesem Alter auch vorkommen kann).
Ob eine Phototherapie Sinn macht, oder nicht, muss man im Einzelfall entscheiden, zu hohes Bilirubin kann gefährlich werden, andererseits ist aber auch die Phototherapie belastend für das Kind. Eine neuerliche Phototherapie müsste man (bei gesunden und termingeborenen Säuglingen) ab einem Gesamtbilirubin von 20 mg/dl beginnen, bei Frühchen oder anderen ungünstigen Begleitumständen liegt diese Grenze niedriger, daher ist es wie schon gesagt erforderlich, dass ein Kinderarzt die Werte regelmäßig überprüft und anhand der Gesamtsituation entscheidet, wie weiter verfahren werden muss. Ich würde damit nicht abwarten, bis der Kinderarzt (vielleicht erst im neuen Jahr) aus dem Urlaub zurück ist.

Viele Grüße
Barca
Once in a lifetime means there's no second chance ...

Informationen aus dem Internet dienen generell nur der ersten Orientierung, sind persönliche Meinungsäußerungen und können einen Arztbesuch nicht ersetzen.


Antworten