Verhalten nach Ablation (PVI) bei Vorhofflimmern

Koronare Herzerkrankung, Hypertonie, Herzinfarkt, Stents, Herzkatheter, Blutverdünnung, Lungenembolie, Herzklappenfehler etc. Hier können auch EKGs befundet werden. Vgl. öffentliche FB-Gruppe "Smartwatch-EKG"

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Andy81
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Verhalten nach Ablation (PVI) bei Vorhofflimmern

Beitrag von Andy81 »

Guten Tag,
ich bin 39, sportlich (ca.5 Std. Joggen/Rennrad/Fußball pro Woche), ernähre mich gesund, keine Drogen, kein Rauchen, kein Übergewicht, gelegentlich Alkohol. Anspruchsvoller Job in der IT.
Vor kurzem wurde bei mir parox.Vorhofflimmern diagnostiziert, welches nach 4 Tagen kardiovertiert wurde. Danach hatte ich direkt ein Rezidiv, und nehme nun als "Überbrückung" bis zur PVI Ablation das Medikament Propafenon ein.
In den 2 Jahren vorher hatte ich ca. 5 VHF Episoden, welche jeweils einige Stunden, teils 2-3 Tage dauerten. Mir ist das zwar aufgefallen, mir war aber nie klar, dass das eine Krankheit sein könnte, da ich keine wirklichen Beschwerden hatte. Auslöser war immer: Eine Kombination aus intensivem Sport (z.B. 2 Tages RennradTour), danach in die Sauna, danach zur "Belohnung" einige Biere, Espresso etc. Start der Episode war dann immer 2-3 Tage zeitverzögert.
Die Ablation wurde mir nun empfohlen, weil ich jung und herzgesund bin, anatomisch sehr gute Voraussetzungen habe, und weiterhin meinen Sport machen möchte. Laut Arzt gibt es bei mir keinen körperlichen Grund (Blutbild etc. alles wunderbar), es handelt sich um idiopathisches VHF. Erfolgswahrscheinlichkeit 70% im Erstversuch ist die Prognose.
Meine Frage, die mir bisher immer nur ausweichend beantwortet wurde, die mir aber sehr wichtig ist:
Sind nach der Ablation die oben genannten und offensichtlich auslösenden Trigger (Alkohol, intensiver Sport, Espresso, Sauna) quasi deaktiviert oder muss ich bei diesen Themen auch nach einer erfolgreichen Ablation (wovon ich ausgehe) Vorsicht walten lassen? Das wäre dann natürlich schon ein deutlicher Einschnitt...
Ich bin für jede Einschätzung/Erfahrungswerte dankbar.
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jaeckel
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Re: Verhalten nach Ablation (PVI) bei Vorhofflimmern

Beitrag von jaeckel »

Hallo Andy,

die Empfehlung für eine Ablation sehe ich ebenfalls.
Andy81 hat geschrieben: 30.04.21, 19:56 die oben genannten und offensichtlich auslösenden Trigger (Alkohol, intensiver Sport, Espresso, Sauna) quasi deaktiviert oder muss ich bei diesen Themen auch nach einer erfolgreichen Ablation (wovon ich ausgehe) Vorsicht walten lassen?
Alkohol nimmt da eine Sonderrolle ein, da er individuell in unterschiedlichem Ausmaß direkt kardiotoxisch wirkt. Mal ein Glas Bier oder Glas Rotwein ist damit nicht gemeint. Für Sport, Espresso, Sauna sehe ich keine Kontraindikationen.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Klinische Akut- und Notfallmedizin
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)
Andy81
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Re: Verhalten nach Ablation (PVI) bei Vorhofflimmern

Beitrag von Andy81 »

….herzlichen Dank für den Input.
Ich möchte meinerseits ein erstes Update geben, da ich die PVI nun hinter mich gebracht habe.
Ggf. sind die Erfahrungen ja für mehrere Leser interessant. Umgekehrt freue ich mich weiterhin auch um Meinungen/Kommentare.

- Ich wurde am 27.5.21 via Kyro/Kälte abladiert. Ergebnis: Alle 4 Pulmonalvenen erfolgreich isoliert. Keine Komplikationen
- Am 28.5. wurde ich entlassen. Medikation: Protonenpumpenhemmer (4 Wo); Blutverdünner (8Wo); Weiterhin mein bisheriges Rythmusmedikament Prop.
- Am 29.5. hatte ich ein erstes kleines Rezidiv. Ich hatte mich, nachdem ich die Treppe hochgelaufen war, kurz hingelegt. Direkt beim Hinlegen entstanden starke Herzschläge und sehr schneller Puls, zuerst regelmäßig, dann unregelmäßig. Dauer ca.2h
- Am 30.5 hatte ich für 12h ein weiteres Rezidiv. In etwa gleicher Ablauf. Damit bin ich dann in die Notaufnahme, während der Anfahrt entstand allerdings wieder Sinusrythmus. Es wurde in der Notaufnahme alles durchgecheckt, alles soweit ok. Mir wurde gesagt, dass solche Reaktionen im Rahmen der Blanking Periode leider auftreten können. Als Maßnahme haben wir mein Ryhtmusmedikament Prop. nun auf maximal Dosis eingestellt, bis die 3 Monate vorbei sind.
- Bisher habe ich seit dem keine Probleme mehr.
- Insgesamt geht es mir soweit körperlich ok, natürlich habe ich im Kopf meine Zweifel, ob der Eingriff denn nun erfolgreich war, bzw. ob die Chancen dafür durch die frühen Rezidive gesunken sind. Aber das wird man erst in 3 Monaten sehen.
- Dann berichte ich gerne wieder.

Viele Grüße, Andy
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