Diskrete ST-Streckensenkung in Ruhe und Belastung

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Meer001
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Diskrete ST-Streckensenkung in Ruhe und Belastung

Beitrag von Meer001 »

Sehr geehrte Damen und Herren,

​mich beschäftigt die Auswertung meines Ruhe- und Belastungs-EKG.

​Zu mir: männlich, 28 Jahre alt, sportlich, keine Vorerkrankungen, gesunder Lebensstil, Blutdruck in Ruhe bei 115/75, Ruhepuls 62, Blutwerte allesamt in bester Ordnung (-> LDL 62, HDL 48).

​Ich habe mich nach Ablauf eines Infektes einem Check-Up unterzogen, um gewissenhaft wieder mit dem Sport anfangen zu können.

Beim Schreiben der EKG war ich sehr aufgeregt (HF 100). Ich mag Untersuchungen einfach nicht und fühle mich gestresst. Ich arbeite daran. Sowohl im Ruhe- als auch im Belastungs-EKG habe ich in den inferioren Ableitungen (II, III, aVF) jeweils diskrete ST-Streckensenkungen, wobei die höchste Senkung bei 0,1 mV liegt. Sie sind, nach meiner laienhaften Einschätzung, nicht aszendierend, sondern horizontal bzw. deszendierend.

​Die Echokardiographie, die auf meinen Wunsch durchgeführt wurde, blieb ohne Befund.

Der Arzt sagte mir, dass alles in Ordnung sei. Ich habe aber das Gefühl, dass er die EKG nur flüchtig begutachtet hat.

Ich muss erwähnen, dass mein Ruhe-EKG im Mai 2019 ebenfalls diskrete ST-Streckensenkungen in den inferioren Ableitungen gezeigt hat. Die HF lag hier, wegen meiner Aufgeregtheit, bei 100. Ein Ruhe-EKG im Juli 2019 zeigte bei einer HF von 80 eine ganz leichte ST-Streckensenkung in III.

Ich habe keine Panik, sondern bin eher etwas beunruhigt, nachdem, was ich im Internet gelesen habe.

​Daher meine Frage:

Können bei einem herzgesunden Menschen ST-Streckensenkungen, womöglich horizontale bzw. deszendierende, auftreten?

​Ich freue mich sehr auf Antworten.​
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jaeckel
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Re: Diskrete ST-Streckensenkung in Ruhe und Belastung

Beitrag von jaeckel »

Hallo Meer001,

wenn Sie keine besondere Anamnese, keine typischen Beschwerden haben, die auf eine Mangeldurchblutung des Herzens hinweisen, sind in Ihrem Alter leichte EKG-Veränderungen, die sowohl in Ruhe als auch bei Belastung gleich bleiben und auch vorbekannt sind, eher unspezifisch. Sicherheitshalber sollte ein Kardiologe mal einen Blick auf die EKGs werfen.

Kann man im Echo eine Wandbewegungsstörung ausschließen, deutet das auch darauf hin, dass die diskreten EKG-Veränderungen nicht relevant sind.

Absolute Sicherheit? - Gibts leider nicht, zu keinem Zeitpunkt und für niemanden.

Wenn Sie sehr ängstlich sind und einen Ausschluß einer für Ihr Alter untypischen KHK haben wollen, wären ein Streß-Echo, eine Myokardszintigraphie oder auch ein Koronar-CT mögliche Untersuchungen. Letzteres wird von der Kasse nicht bezahlt und die anderen beiden Untersuchungen sollten eine medizinische Indikation haben.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Klinische Akut- und Notfallmedizin
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)
Meer001
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Re: Diskrete ST-Streckensenkung in Ruhe und Belastung

Beitrag von Meer001 »

Sehr geehrter Herr Dr. Jäckel,

ich danke Ihnen für Ihre rasche Antwort.

Die bestehenden ST-Streckensenkungen im Ruhe-EKG senken sich im Belastungs-EKG (200 Watt, vorherige 2-monatige Trainingspause, Abbruch wegen muskulärer Erschöpfung in den Beinen) um weitere 0,05 mV.

Ich denke aber, dass man so gut wie in jedem Belastungs-EKG leichte ST-Streckensenkungen, vor allem in den inferioren Ableitungen, finden wird.

Der Arzt, der mich untersucht hat, ist Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie.

Falls gestattet, würde ich ein Beispielbild der Senkung in III hier einfügen.

Beste Grüße!
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jaeckel
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Re: Diskrete ST-Streckensenkung in Ruhe und Belastung

Beitrag von jaeckel »

Meer001 hat geschrieben: 14.01.21, 11:43 Der Arzt, der mich untersucht hat, ist Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie.
Na, dann ist die Sache doch geklärt.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
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