ST-Hebungen bei STEMI

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NotSaN61
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ST-Hebungen bei STEMI

Beitrag von NotSaN61 »

Hallo,

ich habe eine Frage bezüglich der ST-Hebungen bei einem STEMI und hoffe, jemand kann mir helfen.
Meine Frage wäre, wie genau die ST-Hebungen zustande kommen. Klar ist, dass die ischämischen Myokardzellen ein geringeres Aktionspotential haben und es somit zu einer Potentialdifferenz zu den gesunden Zellen kommt. Soweit ich weiß, spiegelt die ST-Strecke die Plateauphase der Myokardzellen wieder. Aber hebt sich die Strecke bei einer transmuralen Ischämie aufgrund der Potentialdifferenzen zwischen gesunden und ischämischen Zellen oder aufgrund einer verfrühten Repolarisation des ischämischen Zellen?

Vielen Dank für die Antworten

Mit freundlichen Grüßen

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jaeckel
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Re: ST-Hebungen bei STEMI

Beitrag von jaeckel »

Man muss die Physiologie der einzelnen intakten Herzmuskelzelle grundsätzlich von dem EKG-Summenvektor unterscheiden. Bei der EKG-Betrachtung sind die Summenvektor-Veränderungen das charateristische Merkmal und auch das relevante Wissen für Mediziner (Perikarditiszeichen, Ischämiezeichen, Infarktstadien, Zuordnung zu Versorgungsgebieten, Elektrolytstörungen etc.).
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

downcase
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Re: ST-Hebungen bei STEMI

Beitrag von downcase »

hallo,

eine gängige theorie hierzu sieht so aus:
durch den mangel an energie kann die zelle ihr ionengleichgewicht nicht halten. dadurch bekommt das ruhemembranpotential einen weniger negativen wert. während des aktionspotentials ist der wert auch bei der ischämischen zelle eigentlich unverändert zu einem gesunden aktionspotential. lediglich in den phasen dazwischen liegt das ruhepotential höher. es kommt zu einem sog. verletzungsstrom zwischen dem gesunden und dem ischämischen myokard. während der diastole (nicht während der systole, da d aja die potentialamplituden ähnlich zwischen gesunden und ischämischem myokard sind). dieser verletzungsstrom führt zu einem absenken aller strecken des ekgs außer der elektrischen systole (also der st-strecke). da die grundlinie im ekg aber nicht absolut definiert ist, merken wir diese veränderung als eine hebung der st-strecke im ekg.

grüße

downcase

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