Hochdruckkrisen bei Dialyse

Moderator: DMF-Team

Antworten
MichaelF
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 2
Registriert: 18.06.20, 13:00

Hochdruckkrisen bei Dialyse

Beitrag von MichaelF »

Hallo,

30 Jahre, seit 10 Jahren Dialyse. Immer wieder Bluthochdruckkriesen. Zuletzt Anfang der Woche 250/160. Auszug aus dem Bericht des Krankenhauses:

regelrechter R-Aufbau, aszendierende ST-Hebung aus dem tiefen S in V1-V3, präterminale T-Neg. in II/III/aVF und V4-6

Medikation:
Amlodipin 5mg 1-0-0
Candesartan 16mg 1-0-0
Clonidin 75 mikro 1-0-1
Metamizol-Natrium 500mg bei Bedarf
Sevelamer 800mg 1-1-1
Colecalciferol 20.000 I.E. alle 7 Tage
Cinacalet 30mg 6-0-0
NEU Folsäure 5mg 1-0-0

Wie ist die EKG Beurteilung zu verstehen ? Besteht da weiterer Handlungsbedarf bzw. ist das ein Vorzeichen für schlimmeres ?

Vielen Dank !

Benutzeravatar
jaeckel
Administrator
Beiträge: 8202
Registriert: 15.09.04, 10:49
Wohnort: Bad Nauheim

Re: Hochdruckkriesen bei Dialyse

Beitrag von jaeckel »

Hallo Michael F.,

ein präterminal negatives T in den sog. inferolateralen Ableitungen kann für eine Durchblutungsstörungen in diesem Versorgungsgebiet sprechen (Koronare Herzkrankheit = KHK). Wenn das bislang nicht abgeklärt wurde, ist grundsätzlich eine Myokardszintigraphie zum Nachweis bzw. Ausschluß einer Durchblutungsstörung zu empfehlen. Dialysepatienten haben ein deutlich erhöhtes kardiovaskuläres Risiko gegenüber der Normalbevölkerung.

Bei der Blutdruckmedikation fällt auf, dass kein Betablocker eingesetzt wird. Gibt es dafür einen Grund? Bei KHK-Verdacht und/oder Blutdruckkrisen wäre das, sofern keine Kontraindikationen (KI) bestehen, eine Empfehlung.

Wie hoch ist die Eigendiurese und der Entzug bei der Dialyse?
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

MichaelF
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 2
Registriert: 18.06.20, 13:00

Re: Hochdruckkriesen bei Dialyse

Beitrag von MichaelF »

Hallo Dr. Jäckel,

schönen Dank für die Rückmeldung. Eigendiurese null, Entzug bis zu 3 Liter.

Termin beim Kardiologen wird vereinbart. Vielen Dank für den Hinweis !

Benutzeravatar
jaeckel
Administrator
Beiträge: 8202
Registriert: 15.09.04, 10:49
Wohnort: Bad Nauheim

Re: Hochdruckkriesen bei Dialyse

Beitrag von jaeckel »

Hallo Michael F.,

gegen Hochdruckkrisen bei Dialyse hilft bei Pat. ohne Eigendiurese oftmals eine Reduktion des Trockengewichts um 1 kg, sprich einmalig Verlängerung der Dialysezeit um 1 h und Entzug dann z.B. ingesamt von 4 Litern. Auf diesem Niveau macht man dann wie zuvor weiter. Die Dialysearzt schaut dazu am besten per Ultraschall den Durchmesser der große Körpervene (Vena cava inferior) an und bestimmt so den Flüssigkeitsstatus.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

Antworten