Herzinfaktbehandlung im Spätmittelalter/frühe Neuzeit

Moderator: DMF-Team

Antworten
Andreas_87
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 1
Registriert: 03.12.19, 15:39

Herzinfaktbehandlung im Spätmittelalter/frühe Neuzeit

Beitrag von Andreas_87 » 03.12.19, 16:09

Hallo alle zusammen,

ich bin neu hier und mir nicht sicher, ob das Thema hier richtig aufgehoben ist. Falls nicht, kann der Thread gerne verschoben oder zur Not auch zugemacht werden.

Derzeit schreibe ich einen Fantasy-Roman. Dabei hänge ich an einem Punkt fest, wo es mir an Fachwissen mangelt:
Eine alte Frau, ca. 80, hat einen Herzinfarkt und wird schnellstens zu einem Heilkundigen gebracht. Nur habe ich leider überhaupt keinen Schimmer, wie ein Herzinfarkt im Spätmittelalter/in der frühen Neuzeit behandelt wurde. Und ich habe auch nach langen Recherchen im Internet nicht wirklich etwas gefunden, was mir da weiterhilft.
Gut, mag man sich vielleicht denken, es ist Fantasy. Einfach Magie und gut ist. Aber da würde ich doch gerne eine authentischere Heilmethode einbringen. Eine, die auch Heilung verspricht, also auch keine Rabeneier, Ziegenmist, oder dergleichen.
Der Heilkundige ist fähig und hat viel Erfahrung, und seine Ausrüstung ist theoretisch auf der Höhe der Zeit.

Kennt sich damit jemand ein bisschen aus? Gibt es vielleicht Lektüre zu diesem Thema, die mir weiterhelfen könnte?

Vielen Dank schon einmal und schöne Grüße
Andreas

downcase
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 440
Registriert: 18.02.05, 18:27

Re: Herzinfaktbehandlung im Spätmittelalter/frühe Neuzeit

Beitrag von downcase » 04.12.19, 17:30

hallo,

es ist keine 100 jahre her, dass herzinfarkte einfach nur dadurch behandelt wurden, dass der patient 4 sochen strenge bettruhe verordnet bekommen hat. im mittelalter gab es nicht die geringste vorstellung davon, was da eigentlich passiert und keine therapie, die den verlauf in irgend einer weise positiv hätte beeinflussen können.
magie wäre wahrscheinlich glaubhafter als alles andere zu dieser zeit...

grüße

downcase

downcase
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 440
Registriert: 18.02.05, 18:27

Re: Herzinfaktbehandlung im Spätmittelalter/frühe Neuzeit

Beitrag von downcase » 04.12.19, 17:31

ps:

80 jahre im mittelalter? wo die leute mit 40 schon ein richtig stolzes alter erreicht haben ..?

Humungus
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 5061
Registriert: 10.09.07, 13:30

Re: Herzinfaktbehandlung im Spätmittelalter/frühe Neuzeit

Beitrag von Humungus » 05.12.19, 09:31

Es stimmt nicht ganz, dass das Leben im Mittelalter früh endete. Zwar war die Kindersterblichkeit sehr hoch und es gab weder Antibiotika noch den Gedanken der Asepsis, aber manche Leute, insbesorndere wohlhabende, konnten alt werden.

Es gab nur unspezifische Therapien, meist der Säftelehre folgend. Pulsdiagnostik war dem einen oder anderen Heiler bekannt, und es ist gut möglich, dass ein Herzinfarkt sich durch Rhythmusstörungen bemerkbar macht. Schröpfköpfe, Blutegel, Aderlass, um die Säfte wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Leider gabs auch gerne Einläufe und forciertes Erbrechen. So manche Kräuterkundige könnte auch gewusst haben, dass manches Kraut das Herz stärkt. Im Allgemeinen war es wohl besser, in solche als in ärztliche Hände zu fallen. Aber Vorsicht! Das Mittelalter umfasst eine ziemliche Zeitspanne, und je nach Region und Phase der Erkenntnis (und Ausbildung) hatte man bessere oder schlechtere Karten. Der Autor möge Werke der Medizingeschichte genauer studieren, wenn er in die Fantasy weltlichen Inhalt bringen will.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.

Antworten