Dcm Kontrolle

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Brini
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Dcm Kontrolle

Beitrag von Brini » 01.10.18, 18:55

Hallo,

ich war heute zur Kontrolle beim Kardiologen. Laut ihm hat sich meine EF auf 60% normalisiert. Die Größe der linken Herzkammer ist gleich geblieben, bei ca 178 ml.
Einziges Problem ist,dass es mir definitiv nicht besser geht als beim letzten Termin.
(Luftnot im stehen, Rhytmusstörungen, ständig müde, ...)
Jetzt meine Fragen:

Es wurde ja keine Ursache für die DCM gefunden, ist es wahrscheinlich dass dieser Befund jetzt so stabil bleibt?

Warum nur fühle ich mich nicht besser? Müssten sich die Symptome nicht mit der EF auch bessern?

Danke schonmal
Grüße brini

jaeckel
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Re: Dcm Kontrolle

Beitrag von jaeckel » 02.10.18, 16:46

Die gemessene EF ist nicht allein entscheidend. Wenn z.B. eine relevante Klappenundichtigkeit (Mitralklappeninsuffizienz) bestünde, reduziert sich die EF um das Blut, was durch die undichte Klappe zurückfließt. Außerdem gibt es einen Herzinsuffizienz-Typ mit erhaltener Auswurffraktion (HFpEF).
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
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Brini
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Re: Dcm Kontrolle

Beitrag von Brini » 02.10.18, 17:09

Danke für Ihre Antwort.

Der zuletzt gemessene BNP wert war völlig in Ordnung. Daher sagte auch mein Kardiologe, dass er sehr zufrieden mit der Entwicklung ist.
Auf mich wirkte das jetzt so "es hat sich die herzleistung normalisiert, also seien sie froh"
Warum es mir aber nicht besser geht, könnte er ja auch nicht erklären.
Es besteht ein leichter mitralklappenprolaps Grad I-II. Der ist für ihn aber nicht relevant.

Bei einer HFpEF ist aber doch der linke ventrikel nicht dilatiert, oder?

jaeckel
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Re: Dcm Kontrolle

Beitrag von jaeckel » 03.10.18, 08:30

Brini hat geschrieben:Bei einer HFpEF ist aber doch der linke ventrikel nicht dilatiert, oder?
In der klassischen Definition haben sie recht. Aber die Pathophysiologie der diastolischen Funktionsstörung ist komplex. Der Füllungsprozess ist komplex und abhängig von 3 Faktoren
  • der frühdiastolischen Relaxation
  • der passiven Steifheit des Ventrikels
  • der synchronen Vorhofkontraktion.
Nur bei der Störung eines Faktors kann es schon sein, dass bereits in Ruhe die Füllung nur mit erhöhten Füllungsdrücken möglich ist. Bei körperlicher Belastung und erhöhter Herzfrequenz wird ja auch die Dauer der Diastole (Füllungszeitraum des Ventrikels) kürzer, was zu einem weiteren Rückstau und Abnahme Schlagvolumens führen kann.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
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Re: Dcm Kontrolle

Beitrag von Brini » 03.10.18, 12:00

Danke für Ihre Erklärung.

Also wäre das auch eine Möglichkeit, warum ich schnell erschöpft bin, und schlechter Luft bekomme?

Ist dann Ihrer Meinung nach die DCM Diagnose falsch? Oder ergänzt sich das eher? Wenn es eine HFpEF wäre, wie sieht da die Behandlung grob aus? Und müsste da nicht der Bnp wert erhöht sein? Der lag im Juni noch bei 97.

Tut mir leid, ich weiß im Moment sonst nicht wohin mit meinen Fragen.
Liebe Grüße

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Re: Dcm Kontrolle

Beitrag von jaeckel » 03.10.18, 12:53

Brini hat geschrieben:Ist dann Ihrer Meinung nach die DCM Diagnose falsch?
Natürlich gibt es Mischformen und auch Residualzustände nach Ausheilung oder Besserung durch Behandlung. Rein definitorisch ist eine DCM hämodynamisch definiert als systolischer Pumpfehler + Kardiomegalie + reduzierte EF + Störung der diastolischen Funktion. Eine normale EF passt also nicht so ganz.
Brini hat geschrieben:Wenn es eine HFpEF wäre, wie sieht da die Behandlung grob aus?
Das ist das Problem. Eine spezifische Therapie der HFpEF wird noch gesucht. Da die meisten HFpEF-Patienten auch eine Hypertonie haben, werden oft ACE- oder AT1-Blocker, Betablocker und Diuretika eingesetzt.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
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Re: Dcm Kontrolle

Beitrag von Brini » 03.10.18, 14:13

Na ja, als die Diagnose gestellt wurde, war die EF bei 48 %. Also nur leicht reduziert.
Und der Bnp? Müsste der nicht erhöht sein,bei HFpEF?

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