Schweißausbrüche, Atemnot?

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eule79
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Schweißausbrüche, Atemnot?

Beitrag von eule79 » 19.09.18, 19:56

Hallo, meine mutter 69 jahre, hat seit ein paar tagen vermehrt schweissausbrüche und bemerkt wenn sie zb spazieren geht eine gewisse atemnot. Seit jahren nimmt sie tabletten gegen bluthochdruck, dieser ist jetzt gut eingestellt. Sie war mit diesen Symptomen vor ein paar tagen beim Hausarzt, dieser hat ein ekg gemacht (war unauffällig), blutdruck 180 (mutter war aber sehr nervös) und blut wurde abenommen. Zunächst hegte der arzt einen Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung, die werte diesbzgl waren aber in ordnung. Auffällig der cholesterinwert bei 313, triglyceride 182, ldl cholesterin 216,3, mch 28,3 , Gerinnung d-dimer immunolog. 1,00, 25 hydroxy vit d3 16,1 .

Ausser dass sie bzgl cholesterin aufpassen soll, ernährung etc. , hat er nix gesagt. Das beunruhigt mich sehr. V.a. Ist ja der gerinnungswert erhöhtund ich mach mir auch sorgen dass sie eventuell einen Herzinfarkt bekommen könnte oder schon hatte. Sieht man ja nicht immer im ekg oder?

Weitere infos: nichtraucherin, kein diabeTes, Normalgewicht. Sie wird sich zwar beim internisten anmelden aber ich wollt her shon mal posten, vielleicht könnt hr mir weiterhelfen, danke!

BioTherapeut
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Re: Schweißausbrüche, Atemnot?

Beitrag von BioTherapeut » 20.09.18, 07:01

wie wären denn weiter führende Untersuchungen(Kardiologe, Rö. Thorax).Einen Versuch könnten Sie doch mit Weißdorn machen, das hilft vielen älteren Menschen mit einem "Altersherz" ganz gut. Aber es muß ausreichend dosiert werden.

jaeckel
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Re: Schweißausbrüche, Atemnot?

Beitrag von jaeckel » 20.09.18, 17:42

Hallo eule79,

eine ambulante kardiologische Untersuchung ist zu empfehlen. Neben dem EKG sollte eine Echokardiographie, eine Belastungsuntersuchung und eine 24-h- Blutdruckmessung erfolgen. Es muss eine mögliche Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Koronare Herzerkrankung und auch eine Neigung zur Blutdruckentgleisung aufgedeckt werden.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
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eule79
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Re: Schweißausbrüche, Atemnot?

Beitrag von eule79 » 21.09.18, 09:04

Danke für ihre anwort!

Mich beunruhigt der hohe wert: Gerinnung d-dimer immunolog. 1,00

Oder ist das noch nicht soooo hoch? Was kann das bedeuten?

Danke!

eule79
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Re: Schweißausbrüche, Atemnot?

Beitrag von eule79 » 05.10.18, 12:27

Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Antwort!

Mittlerweile war meine Mutter beim Internisten (kein Kardiologe): folgendes hat der Befund ergeben:

seit 2 wochen bei Belastung Dyspnoe und leichtes Druckgefühl retrosternal.

momentane Medikation (seit 2009):

metroprolol 47,5- 1-0-1
losarcomb 50 1-0-0
losartan 50 0-0-1

Blutdruckwerte bei Selbstmessungen im Normbereich.

Status: RR ho. 180/100 (pat. sehr nervös), guter AZ, mäßige Adipositas, Cor, Pulmo klinisch unauffällig; Abdomen und Nierenlager frei.

Kein Wadendruckschmerz, Homan neg.

EKG: Sinusrhythmus, Normaltyp 79, PQ-Norm, Linkshypertrophie, deutliche U Welle, vereinzelt Extrasystolen.

Echokardiographie: Gute Untersuchungsbedingungen, Vorhöfe und Herzkammern normal weit, Linksventrikuläre globale Pumpenfunktion nicht eingeschränkt. Regionale Wandkontraktionsstörungen. Deutliche konzentrische Linkshypertrophie. Grenzwertig weiter Aortenabgang mit knapp unter 40mm.

Im farbcodierten Doppler diskrete, hämodynamisch nicht wirksame Mitralinsuffizienz sowie relaxgestörtes Flussmuster bei Linkshypertrophie.

Ergometrie: Sollwert 113 Watt. Belastet wurde bis 89 Watt; Beendigung bei 78% des Sollwerts wegen peripherer muskulärer Erschöfpung und Dyspnoe.

Keine pectaginösen Beschwerden. Max. erreichte Herzfrequenz 114, reguläres RR-Verhalten bei eleviertem Ruhe Ausgangs RR.

Gehäuft ventrikuläre Extrasystolen, keine Repolarisiationsstörungen.

Ergebnis: Ventrikuläre Extrasystolie, sonst unauffällige Ergometrie ohne Hinweis für Belastungskoronarininsuffizienz.

Diagnosen: Linkshypertrophie mit Relaxstörung bei Bluthochdruck, ventrikuläre Extrasystolie, Hypercholesterinämie, Mitralinsuffizienz I

Empfohlen: Diät, regelmässiges Blutdruckmessung, beibehaltung der jetzigen Medikation, kontrolle der Blutfettwerte in 3-4 monaten, kontrolle ho. bei persistierenden Beschwerden.

Ck-Mb (<7ng/ml): 3,00
Troponin (<0,5 ng/ml): 0,05
D-Dimer (<500 ng/ml): 493,58
Bnp (<1,60 ng/ml): 0,05
Triglyceride 182 (0-150)
Cholesterin 313 (0-200)
Hdl Cholesterin 216,3 (0,0-130,00)
crp 0,4 (0,0-0,5)

Leider hat der Arzt sonst nichts weiter gesagt, was mich sehr enttäuscht. Nur dass sie in 2 Jahren (!) wieder zur Kontrolle gehen soll. Meine Mutter ist sehr müde, wenn sie spazieren geht leidet sie nach kurzer Zeit unter Atemnot und Schweissausbrüchen (ausser wenn es kühler ist, dann nicht so stark). Sie möchte sich noch eine 2. meinung bei einem Kardiologen einholen aber ansonsten fühlt sie sich recht unsicher und im Stich gelassen.

Wie schlimm steht es um sie laut Befund?

Ist ihr Zustand gefährlich?

Was ausser Diät, mehr Bewegung kann sie noch machen, eventuell andere Medikamente?

Vielen Dank im voraus!

jaeckel
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Re: Schweißausbrüche, Atemnot?

Beitrag von jaeckel » 06.10.18, 07:55

Ich verstehe nicht. Das sieht doch alles nach einer sorgfältigen Untersuchung aus.
eule79 hat geschrieben:sehr enttäuscht...recht unsicher...im Stich gelassen
Liegt das Problem ev. garnicht im kardiologischen Bereich?
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
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Re: Schweißausbrüche, Atemnot?

Beitrag von eule79 » 06.10.18, 08:30

Danke für Ihre Antwort!

Mit enttäuscht meinte ich, dass sie sich erhofft hat etwas gegen die Atemnot zu bekommen oder konkrete Ratschläge sie ist deswegen voll verzweifelt, weil sie das plötzlich also seit ca 2 Wochen hat und davor nicht. Und das der Internist meinte, dass sie erst in 2 Jahren wiederkommen soll, das halte ich doch für etwas sehr lang!?? Man muss doch irgendwas dagegen tun können? Oder reicht eine Änderung der Lebensumstände wie zb mehr bewegung, bessere Ernährung? Das mit der Bewegung ist halt jetzt so eine Sache, weil sie nach kurzer Zeit des spazierens schon Atemnot bekommt.

Was sagt der Befund allgemein aus- sind die Ergebnisse besorgniserregend?

Können ihre Symptome eventuell gar nicht von kardiologischer Natur sein?

Sie möchte noch zu einem Kardiologen gehen.

Weiß nicht genau wie ihre letzte Frage zu verstehen ist.. psychisch hat sie im Moment keine Belastungen außer dass ihr die Atemnot schon sehr zusetzt und sie auch schlecht schläft, weil sie dauernd grübelt was denn jetzt mit ihrem Herzen ist, der Arzt hat ja weder gesagt ob so eine Verdickung schlimm ist oder nicht.

Danke!

jaeckel
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Re: Schweißausbrüche, Atemnot?

Beitrag von jaeckel » 06.10.18, 08:43

Bitte lesen Sie viewtopic.php?f=32&t=135396#p585992
eule79 hat geschrieben:Linkshypertrophie mit Relaxstörung bei Bluthochdruck
deutet bei solchen Beschwerden auf eine sog. Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpfunktion (HFpEF) hin. Wichtig ist eine gute Blutdruckeinstellung.
Alles Gute!

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Re: Schweißausbrüche, Atemnot?

Beitrag von eule79 » 06.10.18, 09:05

Damit kann ich nichts anfangen, auch nicht wenn ich den thread lese. Trotzdem danke!

jaeckel
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Re: Schweißausbrüche, Atemnot?

Beitrag von jaeckel » 06.10.18, 10:18

Sorry, dann hilft Ihnen ggf. der Wiki-Artikel über Diastolische Herzinsuffizienz.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
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Re: Schweißausbrüche, Atemnot?

Beitrag von eule79 » 06.10.18, 10:53

Danke, werde ich mir durchlesen.

Ich verstehe aber nicht wie es überhaupt zu dieser Verdickung gekommen ist?

sie nimmt seit Jahren Blutdruckmedikamente und bei den Messungen ist er auch im Normbereich, also ist der Blutdruck bereits gut eingestellt. Der Internist meinte, sie könne auch die derzeitige Medikation beibehalten.

eule79
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Re: Schweißausbrüche, Atemnot?

Beitrag von eule79 » 06.10.18, 13:30

noch eine frage wirft sich mir auf: müsste der BNP wert dann nicht erhöht sein? ist bei ihr ja im normalbereich..danke!

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