Ruhepuls bei 100 ?

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Meike 21
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Ruhepuls bei 100 ?

Beitrag von Meike 21 » 31.07.15, 20:50

Hallo
Ein Freund von mir hatte eine ärtzliche Untersuchung,wo auch festgestellt wurde
das er den Blutdruck 160 zu 100,und ein Puls von 100 hat,außerdem wiegt er
104 Kilo,und ist 171 groß,er ist 57 Jahre alt und hat Beruflich eine sitzende Tätigkeit.
Sein Artzt machte ihm dringlich das dass Gewicht runter müsste.
Außerdem sagte er das er sich auf keinen Fall mehr aufregen soll,er hat eine Streßige Arbeit,
sonst würde er einen Herzinfarkt bekommen,da würde der hohe Ruhepuls von 100 drauf hindeuten.
Ist der Hohe Ruhepuls von 100 wirklich so schlimm?
Gruß

Parasympathikus
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Re: Ruhepuls bei 100 ?

Beitrag von Parasympathikus » 01.08.15, 00:18

Hallo,

ein hoher Ruhepuls ist insofern ungünstig, wenn noch weitere kardiovaskuläre Risiken bestehen.
Das scheint hier der Fall zu sein. Unabhängig davon kann es natürlich auch noch separate Auslöser für eine hohe Grundfrequenz geben (Herzfehler, endokrine Ursachen usw.). Gemäß einer dänischen Studie soll sich das Sterberisiko durch eine Herz-Kreislauf-Krankheit in den nächsten Jahren verdreifachen, wenn der Ruhepuls über 90 liegt. Wenn auch diese Studie methodische und statistische Schwächen aufweist, liegt es auf der Hand, dass es für das Herz eine Mehrbelastung ist, wenn es innerhalb von drei Jahren ein ganzes Jahr mehr Herzarbeit als bei einem "Normalfrequenten" leisten muss. Wobei der Blutdruck, wenn es denn der Tagesmittelwert ist, mindestens ebenso Grund zur Sorge liefern sollte.

Meist findet sich die Ursache in einer ungesunde Kombination aus beruflicher und privater Überlastung, Fehlernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht, evtl. auch genetischer Disposition. Auch "nur" Dauerstress allein kann Puls und Blutdruck in die Höhe treiben. Unrecht hat der Arzt jedenfalls nicht, wenn er Handlungsbedarf anmahnt.

Die Empfehlung "nicht aufregen" ist allerdings sehr populärwissenschaftlich gehalten. Menschen merken oft gar nicht, wenn sie ständig unter Volllast laufen. Folglich ist es ihnen gar nicht möglich, auf externe Anweisung herunterzufahren. Und es hat auch nur wenig mit "aufregen" zu tun, sondern es ist ein komplexes Problem bei der Verarbeitung von Umweltanforderungen. Will damit sagen, dass ein und dieselbe Arbeitsanforderung von einer Person als Stress, und von einer anderen als Freude wahrgenommen werden kann. Damit sich daran etwas ändert, müssen die Überlegungen schon weit über ein "nicht aufregen" hinaus gehen. Das kann z.B. ein Arbeitsplatzwechsel sein, eine (medikamentöse und/oder physische) Therapie des Bluthochdrucks, eine Psychotherapie, eine Reha-Kur, die Anmeldung zu einer Sportgruppe u.v.m.
Viele Grüße,

Parasympathikus

Jessy-81
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Re: Ruhepuls bei 100 ?

Beitrag von Jessy-81 » 01.08.15, 00:33

Hallo,
wie wurde eigentlich der Ruhepuls festgestellt? Ja hoffentlich nicht "nur" durch eine einzige Messung in der Praxis.
Das kann nämlich nicht unbedingt als Ruhepuls bezeichnen werden.


Gruß
Jessy

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