schwerer Herzinfarkt, hypoxischer Hirnschaden, Koma

Moderator: DMF-Team

Antworten
Tilly82
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 5
Registriert: 14.09.14, 21:42

schwerer Herzinfarkt, hypoxischer Hirnschaden, Koma

Beitrag von Tilly82 » 14.09.14, 21:46

Hallo,

ich hoffe mein Eintrag ist hier richtig.
Meine Mutter, 70 Jahre, ist vor drei Tagen einfach umgefallen. Eine Schwester vom Pflegedienst, die sie wegen eines Schlaganfalls vor 2 Jahren hatte, war grade da, die sofort den Notarzt verständigte. Dieser kam aber erst nach ca 10 bis 15 Minuten, meine Mutter atmete in der Zeit nicht mehr und war blau. Der Notarzt musste sie reanimieren, was auch gelang. Die Ärzte vermuten einen schweren Herzinfarkt, es wäre insgesamt ihr dritter Herzinfarkt, und auch sonst hat sie viel mit Kreislauf zu tun gehabt, auch mehrere Herz-Kreislauf-Kollapse. Nun ist sie seitdem im Krankenhaus, ca 500 km von mir entfernt. In den Telefonaten, die ich mit den Ärzten führte, machten sie mir wenig Hoffnungen und sagten, dass ihr Herz jeden Moment wieder aufhören könnte zu schlagen und sie sie dann sterben lassen und sie nicht mehr reanimieren würden. Sie hätte nur noch ein Viertel Herz zur Verfügung, alles andere sei bereits abgestorben. Und selbst wenn sie es überleben würde, würden aufgrund des Sauerstoffmangels schwere Hirnschädigungen zurückbleiben und wenn sie überhaupt "wach" werden würde, würde sie ein schwerer Pflegefall bleiben. Meine Mutter war Zeit ihres Lebens unglücklich und traurig, und sie würde nicht wollen, dass sie so überleben muss. Wie ich sie allerdings kenne, wird genau das passieren. Ich weiss einfach nicht, was ich tun soll. Und ich weiss auch garnicht, was ich jetzt eigentlich von euch will.. Vielleicht kann mir einfach jemand irgendwelche Infos geben oder kennt das, oder kann sagen, was jetzt passieren wird. DANKE

Barca
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 1114
Registriert: 24.05.08, 20:16

Re: schwerer Herzinfarkt, hypoxischer Hirnschaden, Koma

Beitrag von Barca » 18.09.14, 21:18

Hallo Tilly,

was jetzt passieren wird, kann unmöglich vorher gesagt werden. Die Prognose ist sicher nicht gut, sie war erheblich vorbelastet und vorgeschädigt, was die Ausgangssituation nicht wirklich verbessert. Aber genau weiß man das nicht, man muss gucken, wie sich die Dinge entwickeln.

Ich wünsche Ihnen für die kommende Zeit viel Kraft.

Viele Grüße
Barca

PS: Habe ich es richtig verstanden, dass ein professioneller Pflegedienst anwesend war und dennoch erst bei Eintreffen des Notarztes nach 10-15 Minuten Maßnahmen eingeleitet wurden?
Once in a lifetime means there's no second chance ...

Informationen aus dem Internet dienen generell nur der ersten Orientierung, sind persönliche Meinungsäußerungen und können einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Tilly82
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 5
Registriert: 14.09.14, 21:42

Re: schwerer Herzinfarkt, hypoxischer Hirnschaden, Koma

Beitrag von Tilly82 » 19.09.14, 23:09

hallo,

ja, das haben Sie richtig verstanden. Die Dame des Pflegedienstes stand vor lauter Schock oder was weiss ich so sehr neben sich, dass sie keine Herzdruckmassage durchgeführt hat und erst Maßnahmen eingeleitet wurden, als dann der Norarzt nach ca 15 bis 20 Min da war. Jetzt ist es sowieso zu spät, egal, was weiss ich. Ich komme gerade von ihr zurück, und warte nun auf ihr sterben. die ärzte haben ihr keine chance gegeben und auch ich habe gesehen dass sie gehen will. nun bekommt sie morphium, ansonsten wird sich aus der behandlung zurückgezogen. ich hoffe so sehr, dass sie keine schmerzen haben wird und dass sie es leicht haben wird.
es tut so weh.

Muppet
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 4367
Registriert: 10.01.07, 16:48

Re: schwerer Herzinfarkt, hypoxischer Hirnschaden, Koma

Beitrag von Muppet » 20.09.14, 00:28

Hallo,
wenn sie Morphium kriegt und nicht wach ist - sie hat keine Schmerzen. Man sieht es am EKG. Puls geht hoch. Man achtet drauf. Hirnschaden tut auch nicht weh. Nach 20 Minuten - man ist, außer in Ausnahmesituationen (im kalten Wasser) quasi Hirntod. Das Verbindung Hirnstamm- Cortex wird zerstört. Es bleibt nur ggf. die Überlebungsfunktionen, Atmung, Herzschlag (pumpt quasi von alleine), ein paar Reflexe. Nach 4 Minuten ist es eigentlich zu spät, nach 10 ist es meistens vorbei.
Klingt als wäre sie in sehr guten Händen, es wird palliativ behandelt.
Es tut weh, aber manchmal ist weitere Behandlung einfach Qualerei, der nur das Unvermeidbar etwas verzögert. Sie hat vermutlich ggf. kurz das Herzinfarkt erlebt, habe aber öfters von überlebende gehört - ggf. kurze Schmerzen, Traumzustand (wohl nicht unangehnem), dann nichts mehr, kamen zu sich im Krankenhaus. Habe auch Fälle gesehen - kippten plötzlich um, waren tot, spurten (nach Verhalten zu beurteilen) nichts. Haben einfach mitten im Satz/Bewegung paar Sekunden gestarrt und sind dann umgeknallt. Waren trotz sofortigen Maßnahmen nicht mehr zu retten.
Ich wünsche dir viel Kraft in diese schwierigen Zeit.
Muppet

Antworten