Gestorben an Co2? Auf Intensiv?

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Appaloosa18
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Gestorben an Co2? Auf Intensiv?

Beitrag von Appaloosa18 » 09.06.08, 21:37

Erst einmal hallo an Alle!

Und zwar geht es um folgendes. Meine Großmutter (72) lebte seit längerer Zeit alleine.Sie war schwer depressiv,und hatte sich in den Kopf gesetzt sich zu tode zu hungern.Muss noch erwähnen das Sie sich schon soweit bearbeitet hatte,das sie sehr unterernährt war und Flüssigkeitsmangel noch oben drauf. Wir konnten nichts machen da sie nicht Geistig umnachtet war,und sich wehrte gegen jegliche Hilfe! Nun kam es so das Ich wie jeden Samstag zu ihr wollte um etwas einzukaufen.Sie konnte die Tür nicht mehr öffnen...Also aufbrechen.Was ich vorfand schockierte mich! Sie lag da und miefte vor sich hin,aber meldete sich nicht bei mir um zu helfen!! Also zwang ich sie endgültig ins Krankenhaus zu gehen. Sie wollte zwar nicht aber mir das egal.Notarzt gerufen....eingewiesen in die Klinik.Erstmal durchchecken und alles mögliche.Normal. Dann kam ich da an und sie lag nach den Untersuchungen am Normalen Sauerstoffschlauch(in der Nase) und ahtte wieder Farbe im Gesicht.Alle dachten(selbst der Notarzt!) das es wieder bergauf geht. Nächster Tag: Kamen im Krankenhaus an....Und man sagt mir sie liegt auf Intensiv!! Also erstmal da hin. Dort wurde sie beatmet mit einer Maske und Co2 weil sie zu flach atmete,wollte man damit das wohl alles verbessern. Aber als ich sie ansprach war sie schon wie betäubt! Und konnte nichts mehr sagen!Dabei schnatterte sie am Tag davor Zuhause noch!! Ich fragte die Schwester warum sie so daneben sei. "Ja sie kann das Co2 nicht richtig abatmen,dadurch wäre sie in diesem Zustand"! Ja hallo? Und warum macht man das dann weiter???? :x Dann meinte sie noch alles andere sei ok,die Vitalfunktionen auch(ausser der etwas schwachen Atmung) und Lunge und Herz sein super ok!Später war ich im Gespräch mit der Ärztin...die wiederum meinte das Herz und Lunge ja vorgeschädigt sein usw..!!?? Was ist das denn? In mir kam ein ungutes Gefühl hoch.Danach erstmal Nachhause.Am Morgen erhielt ich den Anruf" Ihre Großmutter liegt im sterben".Mein Gott wie kann sowas nur passieren? Also wieder hin. Diesmal war sie ohnmächtig aber man hatte die Co2 Maske schon entfernt. Alles war schon abgestellt,also keine Versorgung mehr. Dann kam die Ärztin zu mir und meinte "Jaaaaaa bla bla... Sie ist ja eh schwach,und so und so...und man sollte der Natur ihren Lauf lassen"!!! Und sie Hätte ihr noch ein Beruhigungsmittel gespritzt damit sie das sterben nicht mitbekommt! Mein Gott dachte ich nur. Das wars jetzt?? Ich dachte das kommt fast rüber wie Sterbehilfe!

Kann es sein das das abgewägt wird aufgrund des Körperlichen Zustands, usw? Wie kann man so leichtfertig soetwas entscheiden? Weil sie Kassenpatientin war?? Wie ist das alles möglich? Ich komme damit nicht klar! Und die Arztin hat nie richtig gesprochen.Immer nur in Rätseln...und nur ein paar Worte. Kann da was nicht stimmen?
Bitte helft mir.

der Matze
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Beitrag von der Matze » 10.06.08, 06:26

Hallo Appaloosa18,

eine genaue Aussage den von Ihnen geschilderten Fall betreffend kann man so einfach nicht machen, denn dazu fehlen hier die konkreten Diagnosen und der klinische Verlauf.

In der Klinik finden nach einer Aufnahme in der Regel zunächst Basisuntersuchungen wie Röntgen, EKG, Urinuntersuchung und Blutentnahmen statt, um den Zustand eines neu eingewiesenen Patienten zu ermitteln.
Dass der Zustand eines Patienten bei einer Aufnahme zunächst stabil scheint und sich erst in der Folgezeit verschlimmert, ist öfter der Fall.
Es kann sein, dass das behandelnde Team von der spontanen Verbesserung unter Sauerstoffgabe positiv überrascht war - eventuell haben zu diesem Zeitpunkt die Untersuchungsergebnisse noch nicht vorgelegen, so dass man erst später das Ausmaß eventuell vorhandener Erkrankungen erkannte.


Dass Ihre Großmutter auf Intensivstation mit Co2 beatmet wurde, halte ich für sehr unwahrscheinlich und tippe darauf, dass Sie etwas falsch verstanden haben. Ihrer Schilderung nach schließe ich eher auf eine CPAP / NIV Beatmung, eine nicht-invasive Beatmungsform, bei der versucht wird, Co2 abzuatmen.
Ein zu hoher Co2 Anteil bei einem lungengesunden Menschen kann zu einer Co2-Narkose führen, die sich im Anfangsstadium durchaus mit Somnolenz (Benommenheit, Schläfrigkeit) äußern kann. Für den Patienten und auch für Außenstehende kann diese Situation beängstigend wirken, sie wird oftmals jedoch in erster Linie ausgeführt, um eine Intubation ("Schlauch in den Hals stecken" -> invasive Beatmung) zu verhindern.

Eine spontane Verschlechterung eines Patientenzustands kann jederzeit und ohne Vorwarnung eintreten. Auch dass die Ärztin erst später mit Ihnen über eine Vorschädigung von Herz und Lunge sprach kann ein Hinweis dafür sein, dass erst zu einem späteren Zeitpunkt die Untersuchungsergebnisse (oder Unterlagen vom Hausarzt) vorlagen.


Wenn Ihre Großmutter keine lebensverlängernden / lebenserhaltenden Maßnahmen gewünscht hat, wie Sie selbst sagten, ist die Reaktion der Ärztin als solche nachvollziehbar, da ein Arzt den Willen eines orientierten und einwilligungsfähigen Patienten respektieren sollte.
Denkbar ist, dass anhand der vorliegenden Untersuchungsergebnisse und Diagnosen eine infauste (hoffnungslose) Prognose gestellt und klar wurde dass eine weitere Therapie keine Heilung sondern höchstens eine Verlängerung der Leidgen bedeuten würde.


Natürlich ist Ihre Situation derzeit schwierig und der relativ schnelle und unerwartete Ablauf des Ganzen trägt sicherlich nicht zu einer besseren Akzeptanz bei, jedoch sollten Sie von den Vermutungen in Ihrem letzten Abschnitt abkommen. Entscheidungen dieser Art werden niemals leichtfertig und immer unabhängig der finanziellen Situation und des Versicherungsstatus' getroffen.
Ich empfehle Ihnen, erneut ein Gespräch mit der behandelnden Ärztin zu suchen, und sich Ihre Fragen vorher aufzuschreiben.
Bitten Sie sie darum, verständlich mit Ihnen zu reden und sich Zeit zu nehmen. Es empfiehlt sich, telefonisch einen Termin zu vereinbaren.

Alles Gute.

ruediger_krieg
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Beitrag von ruediger_krieg » 11.06.08, 02:04

Hallo,

erst einmal möchte ich hier mein Mitgefühl aussprechen. Ich weiß, daß es als Angehöriger schwer zu verstehen ist, wie schnell sich der Zustand eines lieben Angehörigen verschlechtern kann!
Ich muß jedoch Matze zustimmen, eine Entscheidung über lebensverlängernde Maßnahmen wird nicht leichtfertig von irgendeinem Arzt getroffen, sondern in der Regel nach ernsthaften Überlegungen und Rücksprachen mit Patient, Pflegekräften und Angehörigen.


Alles Gute !

Rüdiger
Rüdiger Krieg
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RettSan

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Beitrag von Dr. A. Flaccus » 11.06.08, 10:43

Guten Tag,

auch von mir herzliches Beileid zum Verlust Ihrer Grossmutter.

Mich irritiert vor allem der Satz:

Dort wurde sie beatmet mit einer Maske und Co2 weil sie zu flach atmete


Man beatmet nicht mit CO2(Kohlendioxid), man beatmet mit O2 (Sauerstoff).

Von daher baut die gesamte Fallschilderung auf falschen Voraussetzungen auf und da wirklich wichtige Details fehlen, ist jeder Erklärungsversuch wirklich nur reine Spekulation.

Falls Sie und mehr Details nennen können (Medikamente, Blutgasanalyse, Diagnosen, Größe, Gewicht, Vorerkrankungen), können wir Ihnen vielleicht mit Erklärungen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. A. Flaccus
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Facharzt für Anästhesie
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