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medizin-forum.de • Thema anzeigen - 70-jähriger Patient, vermuteter Herzinfarkt, Reanimation
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BeitragVerfasst: 17.04.18, 16:12 
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Hallo zusammen,

ich hab mich jetzt schon einige Tage hier durchgelesen, wollte jedoch jetzt selbst auch meinen Fall beschreiben.

Mein 70 jähriger Vater (Vorerkrankungen: Diabetes, ohne Medikamentenpflicht, arteriellen Bluthochdruck seit seinem ca. 55 Lebensjahr, welcher aber sehr gut eingestellt ist und keine Probleme bereitet hatte, Cholesterin sowie bereits im linken Bein ein Stent. Ein zweiter sollte in einer Woche gesetzt werden, da der Durchfluss im rechten Bein auch schlechter wurde. COPD Erkrankung seit ca. 5 Jahren, raucht nicht mehr) ist am Donnerstagnacht mit Atemnot zusammen gebrochen. Er hat meiner Mutter noch Bescheid gegeben, dass sie bitte den RTW verständigen sollte. Bei Eintreffen war er noch bei Bewusstsein und war noch ansprechbar. Danach kompletter Kreislaufzusammenbruch inklusive Reanimation mit Defi. Vorgang hat laut RTW-Team ca. 30 Minuten gedauert bis er Transportfähig war. Angaben zu wie lange er tatsächlich reanimiert wurde liegen nicht vor und meine Mutter konnte es nicht einschätzen.

Er kam dann auf Intensivstation und wurde erstmal stabilisiert und sofort ein CT gemacht, um Hirnblutungen ausschliessen zu können. Was auch so eingetreten ist. In den 24 Stunden wurde er runtergekühlt und hat hoch dosierte Medikamente erhalten (Arterenol, Propofol, Sufenta, Lasix, Dobutamin, Kaliumchlorid, Hydrokortison, bei Bedarf kann ich die genaue Menge noch nachfügen).

Am Samstag morgen gab es dann nochmal einen kleinen Schlenker im Kreislauf, welcher aber nicht extrem war. Seitdem ist er stabil und die Medikamte wurden nach und nach weggenommen. Ebenso wurde am Samstagmittag die Temperatur wieder leicht nach oben gefahren (0,2 Grad pro Stunde). Somit konnte am Sonntag dann auch das Narkosemittel weggenommen werden. Sonntag hatte er zeitweise leichte Zuckungen die aussahen, als würde er versuchen gegen den Tubus anzukommen. Welche nun aber wieder völlig verschwunden sind. Ebenso hab es die ersten eigenen Atemversuche, welche aber eher sporadisch waren.

Die Oberärtzin hat Samstagmorgen einen Herzkatheter geschoben und im Herzen, leichte Anzeichen von abgestorbenen Muskel gefunden, sowie eine Stelle die verengt ist. Diese möchten sie aber natürlich erst aufdehnen, sobald er wieder selbstständig atmen kann. Die Pumpfunktion meines Vaters ist laut Aussage aber dennoch gut und stellt aktuell unser kleinstes Problem dar.

Seit Montag erhält er Dobutamin, Hydrocortison sowie weiterhin Arterenol, welches aber laut Aussage sehr stark gesenkt werden konnte (1,40 ml/h, 25 mg, auf 330 ml Infusion). Leider zeigt er noch keine Anzeichen selber zu atmen. Der Kreislauf ist seither stabil und sie können ihn seitdem auch Umlagern was vorher nicht möglich war.

Ich bin bereits darauf vorbereitet gewesen, dass ein hypertoxischer Hirnschaden im Raum steht. ABer eben auch darüber informiert, dass es nach so einem kurzen Zeitraum schwer ist, 'sichere' Prognosen abgeben zu können. Die Ärzte und Schwestern auf Intensivstation sind ingesamt alle klasse.

Jedoch haben wir heute nach Nachfrage von mir, das CT Bild von Freitag morgen sehen dürfen. Hier sieht man in den oberen Ebenen eindeutig noch Hirnstrukturen, aber je tiefer man kommt desto mehr wieder alles zu einer Masse. Der Oberarzt meinte hieraufhin, dass es sich dabei um eine Schwellung handelt, aber man eben einen Schaden nicht mehr ausschliessen kann.

Der Arzt spricht selbst offen von einer eher schlechten Prognose, da er eben noch nicht selbstständig Atmet und auch bisher keinen Versuch mehr gezeigt hat. Er meinte ebenso, dass er jetzt nun solangsam mal aufwachen sollte und dass dies eben ein schlechtes Anzeichen sei. Jetzt stellt sich mir die Frage, auch nach meinen eigenen Recherchen, ob es ungewöhnlich ist, dass er nach dieser Zeit noch nicht aufwacht. Jeder Körper verstoffwechselt Medikamente ja anders.

Eine Neurologin ist nun bestellt und sieht sich das ganze einmal an. Wann dies aber genau ist, konnte noch nicht genau beantwortet werden.

Bei uns kommt eben die Angst hoch, dass wir zu schnell aufgeben. Ich möchte nicht, dass er länger da liegt in diesem Alptraum als es nötig ist.

Kann mir jemand seinen Erfahrungswert mitteilen? Oder die Situation aus der Ferne grob einschätzen?

Liebe Grüsse
Chantal


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