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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Sufentanil
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 Betreff des Beitrags: Sufentanil
BeitragVerfasst: 22.06.18, 19:47 
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DMF-Mitglied

Registriert: 15.03.18, 08:38
Beiträge: 27
Guten Abend!

Nachdem ich jetzt die Kopie meiner Akte über meinen etwa 5-wöchigen ITS-Aufenhalt habe, bleiben viele Fragen offen. Eine Sache, die mich sehr beschäftigt, sind die Medikamentengaben während einer 27-stündigen Analgosedierung. Es wurden eine ÖGD, sowie eine Bronchoskopie mit BAL durchgeführt, danach eine etwa 20-stündige Wartezeit überbrückt, bis ein MRT frei wurde. Nach etwa 27 Stunden wurde ich extubiert, und erhielt Lorazepam, eventuell noch eine Epiduralanästhesie, es ist nur EDK vermerkt.

Neben den üblichen Narkosemitteln Norepinephrin, Propofol, Rocuronium und Fentanyl verabreichte man mir über den gesamten Zeitraum Sufentanil. Nun lese ich, dass das das stärkste zugelassene Schmerzmittel sei, und frage mich, was an den genannten Untersuchungen so schmerzhaft gewesen sein könnte, dass zu diesem Mittel gegriffen werden mußte? Ich kann es mir nicht erklären, aber vielleicht ist das Mittel gar nicht unüblich, und wird nicht nur gegen Schmerzen verabreicht.

Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen, mir geht die Frage nicht mehr aus dem Sinn. Die involvierten Ärzte mochten mir bisher leider nicht antworten.

Grüße,
Lisa L.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sufentanil
BeitragVerfasst: 24.06.18, 11:45 
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Registriert: 15.09.04, 10:49
Beiträge: 7337
Wohnort: Bad Nauheim
Hallo LisaL,

Sufentanil ist eine Strukturvariante des Wirkstoffs Fentanyl. Die intravöse Analagsedierung mit Sufentanil + Propofol ist auf vielen Intensivstationen der übliche Standard.

_________________
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)


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 Betreff des Beitrags: Re: Sufentanil
BeitragVerfasst: 29.06.18, 11:52 
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DMF-Mitglied

Registriert: 15.03.18, 08:38
Beiträge: 27
Danke Dr. Jaeckel!

Ich dachte schon, man hätte schmerzhafte Eingriffe an mir vorgenommen, von denen ich noch nichts weiß. Aber wenn das Medikament üblicherweise auch für schmerzlose Untersuchungen eingesetzt wird, bin ich ja beruhigt.

Mit freundlichen Grüßen
Lisa L


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 Betreff des Beitrags: Re: Sufentanil
BeitragVerfasst: 08.07.18, 09:02 
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DMF-Mitglied

Registriert: 15.03.18, 08:38
Beiträge: 27
Guten Morgen,

ich erlaube mir mal noch eine Frage.

Im Protokoll ist von Katecholaminen, unter denen der Kreislauf stabil sei, sowie von Vasoaktiven Substanzen die Rede. Google wirft hierzu "Reanimation" aus.
Gibt es auch hierfür harmlosere Indikationen?

Eine Wiederbelebung würde mir persönlich die Langzeitsedierung schlüssiger erscheinen lassen als "Warten auf ein MRT". Eventuell sind hierdurch auch die sehr starken Schmerzen im Thorax nach dem Aufwachen erklärbar?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße
Lisa L.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sufentanil
BeitragVerfasst: 08.07.18, 09:28 
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Administrator

Registriert: 15.09.04, 10:49
Beiträge: 7337
Wohnort: Bad Nauheim
Hallo LisaL,

viele Intensivpatienten haben aus den verschiedensten Gründen einen zu niedrigen Blutdruck, der für die Sauerstoffversorgung der Organe nicht förderlich ist. Neben der Volumentherapie (Flüssigkeitszufuhr) werden daher auch oftmals Katecholamine (= vasoaktive Substanzen) verabreicht.

_________________
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)


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 Betreff des Beitrags: Re: Sufentanil
BeitragVerfasst: 13.07.18, 12:13 
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DMF-Mitglied

Registriert: 15.03.18, 08:38
Beiträge: 27
Hallo Dr. Jaeckel,

danke, dass Sie mir geantwortet haben. Eigentlich wäre es wohl die Aufgabe der involvierten Ärzte, mich darüber aufzuklären, was man alles mit mir gemacht hat. Dass man dazu nicht bereit ist, schürt natürlich mein Mißtrauen, anscheinend gibt es einiges, was ich nicht wissen soll.

Das kann wahrscheinlich niemand aufklären, der nicht dabei war. Die Akte gibt leider auch nicht viel her, ist trotz rd. 650 Seiten Copra sehr unvollständig. Nach etwa 4 Wochen ITS konnte man endlich "vereinzelt Klebsiella Pneumonae" nachweisen, worauf ich als Grund für den langen Aufenthalt eine schwere Lungenentzündung mitgeteilt bekam, und auf die Neurologie verlegt wurde.

Ansonsten konnte man durch zahlreiche Prozeduren, die aber nur teilweise dokumentiert sind, schwerwiegende Erkrankungen "unwahrscheinlich machen", wie es heißt.

Was mich noch interessieren würde, ist ob man bei mehr als 40 -teilweise kontraindizierten- Medikamenten bei einer seltenen Muskelkrankheit noch den Überblick über Neben- und Wechselwirkungen haben kann? Zwar wurde nicht alles gleichzeitig verabreicht, aber ich kann es mir nicht vorstellen, obwohl der OA es so behauptet hat.

Im normalen Leben habe ich nur L-Thyroxin und selten mal Paracetamol eingenommen, inzwischen brauche ich wieder Pyridostigmin wegen der Myasthenie.

Grüße,
Lisa L

P.S.: Was ist Ely+KCI? Kann es leider nicht finden.


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