Hämoglobinwert viel zu niedrig

Moderator: DMF-Team

kaia
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Hämoglobinwert viel zu niedrig

Beitrag von kaia »

Hallo,

war heute auf der Arbeit bei der Werksärztin, weil ich seit einiger Zeit starken Husten hatte und seit gestern gar nicht mehr sprechen kann (nur noch leises Flüstern) und mich dadurch auch allgemein nicht so gut fühlte.
Um eine evt. Kehlkopfentzündung abzuklären hat sie ein keines Blutbild veranlasst, was den Verdacht nicht bestätigt hat.

Aber bei der Untersuchung ist ihr der Hämoglobinwert aufgefallen: 6,5 g/dl. (sie hat mir 12,0 g/dl als unteren Normwert genannt).
Sie fand den Wert ziemlich alarmierend, ich solle das direkt näher durch meinen Hausarzt abklären lassen. Und sofort hieße, nicht erst in 5 Tagen.

Ist der Wert wirklich so besorgniserrregend?

Problem ist, ich habe grad keinen Hausarzt, wollte mir in Ruhe einen neuen suchen. Weiß also nicht, ob ich diese Woche noch nen Termin finde.
Habe zwar im Internet heute noch eine Praxis gefunden, aber die waren telefonisch nicht mehr zu erreichen. Morgen wird mein Kollege noch mal versuchen, für mich einen Termin zu machen. (Wegen meiner fehlenden Stimme, eMail-Adresse habe ich nicht gefunden.)

Wenn ich diese Woche keinen Termin bekomme, solle ich ins Krankenhaus, das abklären lassen, oder notfalls noch mal zu ihr kommen.

Die anderen Werte

Leukozyten 4.300
Erytrozyten 3,72
HKT 22,9
MCH 17,0
Thrombozyten 229000

Leider weder Einheiten noch Referenzwerte dabei. Vom Hämoglobin-Wert weiß ich das nur, weil der Wert im Bericht mit Einheiten genannt ist. Wie ich es verstanden habe, sind die anderen Werte aber ok.


Können Sie mir was dazu sagen?
lg kaia
kaia
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Beitrag von kaia »

Vielleicht noch interessant in dem Zusammenhang, was im Gespräch war:

Blutungen sind mir nicht aufgefallen bis jetzt.
Schwindelgefühle habe ich oft.
Blutdruck war RR 110/70, HF 68/min

Hm, noch ne Frage: Im Bericht steht noch "Standardlabor - Bef. steht noch aus". Was versteht man unter "Standardlabor"?



Hatte vor knapp einem Jahr hier auch schon mal Blutwerte genannt:
http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewt ... ht=#355028
lg kaia
tricolor
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Beitrag von tricolor »

Also vom Hocker reisst einen Ihr Hb Wert nicht grad vor Begeisterung. 6.5 ist schon etwas wenig, Sie scheinen das aber momentan gut zu kompensieren.

Es gibt viele Formen von Anämie, also "Blutarmut".
An eine akute Blutung glaube ich fast nicht, da sie sich Frequenz und Blutdruckmässig doch recht gut halten. Bei einer akuten Blutung hätten Sie ausgeprägtere Kompensationszeichen.

Mutmassend könnte in Frage kommen

irgendeine Sickerblutung,
maligne Prozesse im Körper, wie z.b. Plasmozytom
Hypermenorrhoe
möglicher Eisenmagel, VitB12 Störung

Sie sollten das wirklich morgen abklären lassen, notfalls halt in irgendeiner Klinik in der Notaufnahme.

VG
tricolor
Ralf Tillenburg
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Beitrag von Ralf Tillenburg »

Hallo,

nun, mich reißt der Hb-Wert schon vom Hocker, aber im negativen Sinne. Da gibt es nur eins: Heute sofort ohne Termin zum nächsten Arzt, kontrollieren lassen, und danach sofort ins Krankenhaus zur Abklärung, falls sich der Wert bestätigt.
Alles Gute
Ralf Tillenburg
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http://www.praxis-tillenburg.de
kaia
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Beitrag von kaia »

Hallo und vielen Dank für die Antworten.

Hab sie auch erst zu spät gelesen, da hätte ich es von der Arbeit aus nicht mehr rechtzeitig zum Doc geschafft.
Aber ich habe telefonisch eine Ärztin erreicht, zu der ich morgen ohne Termin gehen kann.

Bin dann mal gespannt :roll: Sehr merkwürdig alles...
lg kaia
kaia
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Beitrag von kaia »

tricolor hat geschrieben:maligne Prozesse im Körper, wie z.b. Plasmozytom

Beim Googlen habe ich folgende Aussage gefunden http://www.krebsgesellschaft.de

"der Röntgenbefund zeigt einen verstärkten Knochenabbau (Osteoporose)"

hab da grad im Zahnforum was geschrieben, hatte eine Schleimhautveränderung unter dem Schneidezahn, beim Aufschneiden hat der Kieferchirurg festgestellt, dass der Knochen fast bis zur Zahnwurzel weg ist. Ursache war er sich nicht sicher, entweder Entrzündung, oder weil der Zahn locker war oder oder oder... Die Gewebeprobe lässt er untersuchen.
http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewtopic.php?t=91364

Das ist aber sicher nicht mit dem o. g. Knochenabbau gemeint?


noch verunsichertere und verwirrtere Grüße...
lg kaia
kaia
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Beitrag von kaia »

Hallo,

war bei der neuen Ärztin, die aber ganz sicher nicht meine Hausärztin wird...

Sehr verwirrend.

Hab ihr gesagt, dass bei der Blutuntersuchung am Dienstag ein Hämoglobin-Wert von 6,5 herausgekommen ist, und ich dies direkt abklären lassen sollte.

"Oja, der Wert ist niedirig".

Dann hat sie sich den Bericht durchgelesen.

Ob ich Antibiotika nehme wegen der Stimme (kann immer noch nur flüstern). Hab ihr dann gesagt, dass die Werksärztin mich untersucht hat und zu dem Schluss gekommenn ist, dass ich keine benötige.
Die Ärztin meint, ich bräuchte welche und hat mir ein Rezept gegeben.

Außerdem hat sie mir ein Eisenpräparrat verschrieben. Weiß nicht, wie sie das aus den wenigen Werten heraussieht?

Dann die Frage, ob ich genug Obst und Gemüse esse. (Im Bericht steht, dass ich Bulimie habe, dass mein Essverhalten nicht normal sein kann, geht wohl daraus hervor. Aber Obst esse ich viel) Ich solle viel Obst essen.
Und ich solle 2 l Wasser am Tag trinken, weil mein Blutdruck ja so niedrig war am Dienstag. (Trinke wesentlich mehr am Tag, zwar weniger Wasser, zur Zeit aber viel Tee)

Am Dienstag solle ich wieder kommen zur Blutuntersuchung.

Hab gefragt, ob das nicht schneller abgeklärt werden müsse, woraufhin sie meinte, jetzt sei Karneval, da geht das eh nicht schneller. Solle am Dienstag wieder kommen.

Hm, im nicht mal 5-Minuten-Gespräch zwei Medi-Verordnungen, den Rat mehr Obst zu essen und zu trinken. Und das Vorhaben, in der nächhsten Woche dann mal mein Blut untersuchen zu lassen.
Hab Dienstag auch so einen Test für Stuhluntersuchung mitbekommen (steht im Bericht), davon, dass ich den ihr abgeben solle, wenn fertig, hat sie nichts gesagt. (Naja, hätte ja auch was sagen können, wenn alles andere stimmig wäre, hätte ich es auch angesprochen.)

Sehr merkwürdig alles.... Oder?
Die Ärztin am Dienstag hat sich echt viel Zeit für mich genommen und auch untersucht. Ehrlich gesagt, vertraue ich ihr da doch mehr. Und es deckt sich ja auch mit Ihren Meinungen hier im Forum.

Nehme an, mir wird hier jetzt geraten, ein KH aufzusuchen.

Können Sie mir sagen, wo ich mich da hin wenden muss? denke, würde hier die Uni-Klinik nehmen.
Nur hab ich absolut keinen Plan, wo dort die richtige Anlaufstelle ist für hoffentlich ambulante Untersuchungen.


Und da meine Stimme wirklich komplett weg ist, ist das Verständigen und Nachfragen äußerst anstrengend...

Wäre total nett, wenn Sie mir da noch einen kleinen Anhaltspunkt nennen könnten.

Falls Sie in den nächsten 1-2 Stunden online sein sollten.

Danke und viele Grüße
lg kaia
Samtpfötchen86
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Beitrag von Samtpfötchen86 »

Liebe kaia,

Ich bin kein Arzt, sondern nur medizinischer Laie; hoffe aber, trotzdem antworten zu dürfen. :oops:

Zu den Werten an sich kann ich nichts sagen.
Aber da die Ärzte hier im Forum Ihren Wert für dringend abklärungsbedürftig halten, würde ich an Ihrer Stelle nicht bis nächsten Dienstag auf eine erneute Blutuntersuchung warten...
Ihnen geht es ja auch gar nicht gut!

Ich würde wie folgt vorgehen:

Blutwerte/Unterlagen zusammensuchen und dann heute noch die Notfallaufnahme eines Krankenhauses (z.B. die in der Uni-Klinik) aufsuchen. Dort wird sicherlich noch einmal Blut abgenommen und vlt. ein Facharzt, der für Ihr Problem zuständig ist, hinzugezogen werden. (So kenne ich zumindest den Ablauf dort). Dann würde heute schon ein Kontrollwert vorliegen und man könnte Ihren Zustand besser einschätzen. Evtl. kann es passieren, dass Sie für weitere Untersuchungen stationär aufgenommen werden.

Ich wünsche Ihnen Alles Gute und dass es Ihnen bald besser geht!! :D

Liebe Grüße,
Samtpfötchen
kaia
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Beitrag von kaia »

Hallo Samtpfötchen,

danke für die Antwort :)

hm, kann mich nicht aufraffen... aber werde mich mal auf den Weg machen *seufz* in der Hoffnung, dass es wirklich ambulant geht.

Werde diesen Thread mal ausdrucken und mitnehmen. und den Schrieb von der Werksärztin.

Werde berichten, wenn's interessiert.
lg kaia
Daya
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Beitrag von Daya »

Ja, es interessiert, Kaia. Bitte berichte.
Gruß Daya
Ralf Tillenburg
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Beitrag von Ralf Tillenburg »

Hallo,

ich halte bei einem solchen Blutwert eine stationäre Abklärung für zwingend erforderlich, kenne allerdings Ihren aktuellen Zustand nicht. Es ist wichtig, hier schnell die Ursache des Blutverlustes zu finden.
Alles Gute
Ralf Tillenburg
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Beitrag von kaia »

Hallo und danke für das Interesse.

Hab mich dann noch aufgerafft. Hätte gerne vorher angerufen, wo ich mich wegen eines solchen Anliegens melden soll. Aber telefonieren geht ja grad nicht. Wollte dann bei der Info fragen, aber ich konnte mich nicht verständlich machen (die saßen total weit weg und haben gar keine Anstalten gemacht, auch nur ein Stückchen nach vorne zu rücken. Haben mir nur den Weg zur Notaufnahme gezeigt...)
Kam mir schon etwas übertrieben vor, jetzt in der Notaufnahme zu sitzen. Aber auf der anderen Seite hätten die mich dann ja woanders hinschicken können? Keine Ahnung.

Der Arzt dort hat mich dann untersucht, auch ein Blutbild machen lassen. Bis auf den HB-Wert sind die Werte recht unaufffällig.

Soll mir morgen einen Termin in der internistischen Ambulanz geben lassen für nächste Woche. Es sei nichts Akutes, und jetzt über Karneval würde da ja eh nicht viel laufen. Aber ich soll es nächste Woche abklären lassen.

Hm, bin heilfroh, dass kein stationärer Aufenthalt notwendig ist.
Aber komme mir irgendwie schon wie ein Simulant vor, deswegen in der Notaufnahme gesessen zu haben...


Hab mir die Werte mal angeschaut, hier mal die, die von den Referenzwerten abweichen:

Erythrozyten 3,85 x1E12/l (4,0-5,2)
Hämoglobin 6,9 g/dl (12,0-16,0) --> wodurch können diese unterschiedlichhen Werte zustande kommen, vor 2 Tagen noch 6,5?)
Hämatokrit 24 % (36-45)
MCV 63 fl (80-96)
MCH 18 pg (28-34)
MCHC 29 g/dl (31-37)
Leukozyten 6,91 x1E9/l (4,4-11,3)
Ery.-Verteilungsbreite 17,5 % (11,5-14,5)


Kalium 2,8 mmol/l (3,6-4,8)
Calcium 198 mmol/l (2,2-2,65)
Phosphat 0,77 mmol/l (0,84-1,45)

Hat mir zwei Kalium-Brausetablettten mitgegeben, und die von der Ärztin heute morgen verschriebenen Eisentabbletten solle ich nehmenn.
Für das Antibiotikum gibt es keinen Grund.


Bin, ehrlich gesagt, total platt jetzt und will grad nur noch schlafen... Zum Glück hab ich jetzt ne Woche Urlaub.
Muss mal gucken, wie ich morgen den Termin in der Ambulanz mache, hoffe, meine Stimme kommt langsam wieder.
lg kaia
Ralf Tillenburg
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Beitrag von Ralf Tillenburg »

Hallo,

übertrieben ist es sicher nicht, mit einem solchen Hb in eine Notaufnahme zu gehen. Manche Menschen kommen mit solchen Werten auch direkt auf die Intensivstation.

Da wir hier im Forum OIhre aktuelle Gefährdung nicht beurteilen können, ist ein Rat hier im Zweifel immer etwas drastischer und vorsichtiger. Ihr Arzt hat Sie gesehen, und wenn die Ärzte in der Klinik zu einem anderen Ergebnis kommen, ist das ja ok, aber man hat Sie wenigstens untersucht, um eine aktuelle Gefährdung auszuschließen.

Blutwerte schwanken, selbst bei Abnahmen innerhalb weniger Stunden können bereits die von Ihnen angegebenen Schwankungen auftreten. Schlussfolgern kann man daraus nichts.

Ihre Laborwerte sprechen soweit beurteilbar für einen ausgeprägten Eisenmangel, der möglicherweise von einer unbemerkten Blutung ausgelöst wurde. Wichtig ist, dies jetzt zügig weiter abzuklären.
Alles Gute
Ralf Tillenburg
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Beitrag von kaia »

Hallo Herr Tillenburg,

war heute wieder zur Untersuchung. Nochmal Blut, Urin (24 h und vor Ort). Und Gespräch und Untersuchung beim Doc.

Er hat auch Eisenmangel angesprochen. Und dass die Erythrozyten zu gering sind, entweder zu schnell abgebaut werden oder nicht genug gebildet. Oder so. Krieg das nicht mehr so zusammen, obwohl er mir recht ausführlich was dazu und den anderen Werten gesagt hat.

Was mich nur am Ende etwas gewundert hat - er musste nachschlagen, welche Werte genau jetzt untersucht werden müssen, damit nichts ausgelassen wird. (soweit noch ok), nur dann die Begründung: Er sei Nierenarzt und kein Onkologe. Wieso Onkologe bei Anämie?

Donnerstag muss ich wieder hin, wegen der Ergebnisse. Und für eine Eiseninfusion, (und evtl. Blut?)
Und zum HNO-Arzt, weil meine Stimme jetzt seit 9 Tagen weg ist.
lg kaia
Ralf Tillenburg
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Beitrag von Ralf Tillenburg »

Hallo,

naja theoretisch könnte natürlich auch eine bösartige Erkrankung dahinter stecken, daher sprach er wohl das Thema Onkologie an.

Aus meiner Erfahrung ist das aber eher selten so. Ich würde zunächst auch weder Blut noch Eiseninfusionen geben, sondern zunächst weitere Abklärung anstreben.
Alles Gute
Ralf Tillenburg
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