Nebennierendiagnostik - Metanephrine

Moderator: DMF-Team

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Frieda
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Nebennierendiagnostik - Metanephrine

Beitrag von Frieda »

Ich bitte jetzt hier um Hilfe bei der Einordnung bzgl. o.g. Diagnostik.

Vorgeschichte
Vor einigen Jahren wurde bei mir ein warmer, inaktiver Knoten, an der Schildrüse diagnostiziert.

Nun habe ich, nach den Wechseljahren, Schweißattacken, im Ruhezustand.
Dazu kamen dann noch andere Symptome, wie, starke Zunahme des Bauchfettes, Wortfindungsstörungen, Haarausfall, Missempfungen, ....

Das habe ich zum Anlass genommen, mir nach einem Umzug, einen Endokrinologen aufzusuchen.
Ich war bei einem, der nach Ultraschall die Schilddrüse für ok befand, dafür hat er ein riesen Labor gemacht, nach dem ich in Stadium 2 einer Niereninsuffizienz sein soll und eine vorstufe zur Diabetis.
Ein Kontrollblutbild des Hausarztes konnte das ERgebnis nicht bestätigen.

Nun ja, meine Symptome waren aber dennoch nicht weg. Also ging ich zum Frauenarzt.
Der meinte dann die Wechseljahre wären nie vorbei und mit dem Schwitzen müsste ich jetzt bis zum Lebensende leben.
Dann war ich bei einer Endokrinologin, die mich wegen des Haarausfalls erstmal zum Hautarzt und wegen der Wortfindungsstörungen zum Neurologen schickte.
Beide Ärzte konnten keine Ursachen aus ihrem Fachbereich finden.
Zeitgleich machte die Endokrinologin einen Bluttest wegen des Schwitzens.
Die Werte fielen dann folgendernmaßen aus:
NEBENNIERE
META Metanephrin i. S. | bis 65 | pg/ml | +82,8 |
NMETA Normetanephrin i. S. | bis 196 | pg/ml | +276,9 |

Daraufhin sollte ich ein 24h Sammelurin abgeben.
Ergebnis:
SAMMELURIN
METAU fr. Metanephrin im Urin | 20 - 345 | mcg/d | | 106,0 |
NMETAU fr. Normetanephrin im Urin | 30 - 600 | mcg/d | | 446,0

Also alles ok!

Im Dezember sprach ich nochmal vor, da die negativ Befunde von Hautarzt und Neurologen vorlagen und die Symtome immer noch vorliegen.
Es wurden abermals die Metanephrine bestimmt unter Beachteung der erforderlichen Ruhezeit.
Ergebnis schlechter:
NEBENNIERE
META Metanephrin i. S. | bis 65 | pg/ml | +82,8 | | +83,2 |
NMETA Normetanephrin i. S. | bis 196 | pg/ml | +276,9 | | +353,1
Mit dem Ergebnis bekam ich die Auforderung, ein weiteres Mal 24h Sammelurin abzugeben.

Das war kurz vor dem Jahreswechsel.
Da es für mich mit großen Problemen verbunden ist ein solchen Sammelurin zu erstellen habe ich versucht an Informationen zu kommen, was es vielleicht noch für Möglichkeiten gibt.
Heraus kam dabei, dass es heutzutage üblich und genauer ist die Metanephrine im Plasma (vgl. https://flexikon.doccheck.com/de/Metanephrin) zu bestimmen.
Auch eine Anfrage hier im Forum, ergab dies.

Daher habe bei der Ärztin angefragt, ob es nicht auch möglich ist auf den Sammelurin zu verzichten und dafür die Metanephrine im Plasma zu bestimmen.
Als Antwort kam:
"...bei uns im Labor werden die Metanephrine im Plasma bestimmt (und nur
leider fälschlicherweise als "Serum" bezeichnet). Leider ist die
Bestimmung störanfällig, so dass ergänzend eine 24 h
Sammelurinuntersuchung (unter korrekten Bedingungen) sinnvoll ist....."
Jetzt fareg ich mich natürlich, warum soll der Sammelurin ergänzend nötig sein, wenn die Untersuchung im Plasma genauer ist?
.... und natürlich, warum arbeitet diese Praxis mit einem Labor zusammen, was allem Anschein nach, nicht in der Lage ist, die Positionen korrekt zu bezeichnen?

Mein vertrauen in die Ärztin und in dieses Labor sind da ziemlich bei 0.

Kann mir hier jemand raten oder das erklären?
Kommt so etwas häufiger vor?

Vielen Dank für eure Zeit und noch einen schönen Abend wünscht Frieda
Frieda
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Re: Nebennierendiagnostik - Metanephrine

Beitrag von Frieda »

Kann mir hier niemand weiterhelfen?
Hat niemand eine Meinung dazu?

Es wäre wirklich nett eine Einschätzung zu bekommen.
Macht es Sinn, mit der Ärztin nochmal zu sprechen?
Ein Termin würde ja wieder ewig dauern...
Darf auch ein Internist ohne Zusatzbezeichnung obige Werte über Krankenkasse abrechnen?
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jaeckel
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Re: Nebennierendiagnostik - Metanephrine

Beitrag von jaeckel »

Die Sammelurinuntersuchung ist sinnvoll. Es macht zwar etwas Mühe aber die Sicherheit des Tests wird dadurch erhöht.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
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Frieda
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Re: Nebennierendiagnostik - Metanephrine

Beitrag von Frieda »

jaeckel hat geschrieben: 06.04.21, 14:26 Die Sammelurinuntersuchung ist sinnvoll. Es macht zwar etwas Mühe aber die Sicherheit des Tests wird dadurch erhöht.
Danke für Ihre Rückmeldung.

Da muss ich aber doch nochmal nachfragen.
doccheck.com/de/Metanephrin, sagt dazu:
"Um die eigentliche Bestimmung durchzuführen, existieren zwei Verfahren:

Mittels direkter chemischer Analyseverfahren
Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC)

Diese Verfahren sind allerdings weitaus aufwändiger und fehleranfälliger als eine Analyse des Blutplasmas, weswegen man heute vermehrt auf dieses Verfahren zurückgreift. Mittlerweile existieren zahlreiche Analyseverfahren, die für die Bestimmung von Metanephrinen im Blutplasma geeignet sind.

Eine signifikant erhöhte Konzentration an Metanephrinen ist ein Indikator für Stress. Allerdings kann es sich auch um einen Hinweis auf ein eventuell vorhandenes Phäochromozytom handeln. Dabei handelt es sich um einen Tumor des Nebennierenmarks, der Katecholamine produziert und in ca. 1 von 10 Fällen bösartig ist (in diesem Fall produziert das maligne Phäochromozytom auch Dopamin). Liegt durch ein Phäochromozytom ein erhöhter Plasmaspiegel an Katecholaminen vor, liegen auch wesentlich mehr Metanephrine vor. Daher kann von einer Bestimmung vom Metanephrin und Normetanephrin auf einen möglicherweise pathologisch erhöhten Spiegel an Katecholaminen geschlossen werden. "


Habe ich das falsch verstanden oder ist die Quelle nicht seriös?

Außerdem ist es für mich auf absehbare Zeit einfach nicht möglich, den Sammelurin zu bringen, da man an dem Tag ja normal trinken soll und das eben nicht geht, wenn ich stundenlang ohne Toilette bin.

Vielen Dank für Ihre Mühe :)
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Re: Nebennierendiagnostik - Metanephrine

Beitrag von jaeckel »

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Re: Nebennierendiagnostik - Metanephrine

Beitrag von jaeckel »

Ich weiß nicht, was Sie verstanden haben. Die Sammelurinuntersuchung ist sinnvoll.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

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Frieda
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Re: Nebennierendiagnostik - Metanephrine

Beitrag von Frieda »

Ich habe hier:
https://flexikon.doccheck.com/de/Metanephrin
verstanden, dass es "Diese Verfahren sind allerdings weitaus aufwändiger und fehleranfälliger als eine Analyse des Blutplasmas, weswegen man heute vermehrt auf dieses Verfahren zurückgreift. Mittlerweile existieren zahlreiche Analyseverfahren, die für die Bestimmung von Metanephrinen im Blutplasma geeignet sind."

Die geeigneter und ausreichend ist die Bestimmung aus dem Blutplasma zu machen.

Ist diese Quelle nicht seriös oder habe ich das falsch verstanden?
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Re: Nebennierendiagnostik - Metanephrine

Beitrag von jaeckel »

Die ersten Sätze dort unter Labordiagnostik unterstreichen den Sammelurin. Welchen Test man macht, hängt immer von der jeweiligen Fragestellung ab. Man will ja nicht situativen Streß nachweisen sondern eine pathologisch hohe Hormonausscheidung eines möglichen Tumors ausschließen.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
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