Regelmäßig Ödeme in den Füßen und Beinen für mehrere Tage

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Disso
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Regelmäßig Ödeme in den Füßen und Beinen für mehrere Tage

Beitrag von Disso »

Hallo zusammen,
ich hatte im März 2020 starke Ödeme in den Füßen und Beinen, erst nach einer Woche, mit Hilfe von der Einnahme von entwässernd wirkenden Tabletten (100 Stück), gingen die Ödeme/Schwellungen wieder zurück.
Im Sommer 2019 hatte ich einen psychotischen Schub und habe verschiedene Substanzen eingenommen, so das ich auf der Intensivstation gelandet bin und meine Nieren anscheinend kurz vor dem versagen waren. Deswegen bin ich im März 2020 nachdem ich drei Tage richtig dicke Beine und Füße hatte in die Notaufnahme, weil ich dachte es könnte etwas mit meiner Niere nicht stimmen, wegen dem Vorfall im Sommer 2019.
In der Notaufnahme wurde ich nicht wirklich richtig untersucht, sie haben sich nicht einmal meine Beine angesehen oder abgetastet. Ich musste nur Urin abgeben. Laut den Laboruntersuchungen war mit meiner Niere alles in Ordnung. Ich habe zwei Tabletten genommen und wurde nach Hause geschickt. Aber ich solle zu meinem Hausarzt gehen und um eine Überweisung zu einem Kardiologen und einem Nephrologen bitten. Als ich am nächsten Tag nach der Notaufnahme zu meinem Hausarzt bin waren meine Beine immer noch extrem geschwollen, ich musste Barfuss zum Arzt, weil ich nicht in die Schuhe passte. Dieser konnte sich auch nicht erklären woher die Ödeme kommen. Er hat mir Blut abgenommen, es ins Labor geschickt und mich zum Kardiologen und Nephrologen verwiesen. Er war es auch der mir die entwässernd wirkenden Tabletten gab, 100 Stück in einer Woche. Also ging ich zum Kardiologen... Der Kardiologe sagte das mit meinem Herz alles gut ist und er nichts auffälliges oder beunruhigendes sieht. Anschließend zum Nierenarzt... Der Nierenarzt sagte auch das alles gut ist und sich meine Niere vom Sommer 2019 wieder vollständig erholt hat. Dann kam die Corona Krise und bei uns gab es viele Infizierte, aus diesem Grund wollte ich nicht zu meinem Hausarzt gehen, sondern wartete ab bis es besser wurde. Auch andere Arzttermine wie mit meiner Psychiaterin, regelte ich telefonisch. Seit einer Woche nun gibt es in meiner Stadt und Umgebung keine bekannten mit covid-9 infizierten Menschen und ich dachte mir, jetzt kann ich ohne Sorge zu meinem Hausarzt und mit ihm die Lage besprechen.
Anfang bis Mitte Juni 2020 hatte ich wieder Ödeme in den Füßen und Beinen, aber ich wollte nicht zum Arzt und wartete ab. Nach fünf Tagen waren die Ödeme verschwunden, also sah ich keine Notwendigkeit zum Arzt zu gehen, da es mir zu risikoreich war wegen dem Corona Virus. Also ging ich heute zum Hausarzt...
Heute erzählte ich meinem Arzt das ich im Juni 2020 wieder fünf Tage lang starke Ödeme hatte, aber er konnte mir immer noch nicht erklären woher und warum ich diese Ödeme bekomme. Drei Ärzte und keiner kann mir sagen warum ich regelmäßig Ödeme bekomme. Meine Beine fühlen sich auch immer so angespannt an, auch wenn ich keine Ödeme habe, vorallem an den Waden, da ist auch alles verhärtet. Egal ob ich sitze oder stehe. Auf diese Aussage hin hat er ein wenig mein Bein und meine Füße abgetastet und an meinem Fuß den Puls gefühlt, darauf hin meinte er das er nichts feststellen kann und mein Bein gut durchblutet ist. Ich habe ihn dann noch auf meine Schienbeinschmerzen aufmerksam gemacht, die ich immer bekomme wenn ich zügig laufe oder einen Berg hoch laufe. Das ist wie ein Krampf und tut sehr weh, ich kann dann auch nicht weiter laufen wegen den Schmerzen und muss mich mindestens 15-20min hinsetzen und meine Beine bewegen, bis dieser Druck und die damit einhergehenden Schmerzen wieder abklingen. Danach kann ich nur noch ganz langsam laufen und es dauert mehrere Stunden bis dieser Druck, also der Krampf und die Schmerzen im Schienbein komplett weg sind und ich wieder ohne Schmerzen laufen kann. Der Rat von meinem Arzt war, ich solle langsam laufen. Manchmal hab ich das Gefühl mein Hausarzt nimmt mich nicht ernst... Meine Frage, was und ob man etwas gegen die Schienbeinschmerzen machen könnte, eine Salbe vielleicht, verneinte er.
Er nahm einen Zettel und schrieb darauf: Tibialisauterior Syndrom. Das wäre es was ich hätte, ich solle doch mal danach googeln. Warum er so reagierte verstehe ich nicht, wieso drückt er mir einen Zettel in die Hand mit einem Fachbegriff und fordert mich auf selbst heraus zu finden was dieses Syndrom bedeutet. Er ist doch Arzt und dazu da mir zu erklären was mir fehlt oder was ich habe und vorallem was es bedeutet. Wie gesagt, manchmal fühle ich mich von meinem Arzt nicht ernst genommen...
Inzwischen lagen meinem Arzt auch die Ergebnise der Blutuntersuchung vor, es sind ja einige Wochen seit meinem letzten Besuch vergangen.
Mein Cholesterin, anscheinend das harmlose Cholesterin, keine Ahnung was harmlos bedeutet, ist stark erhöht. Mein Kreatinin Wert ist leicht erhöht. Und meine Blutfettwerte sind extrem erhöht, der Wert sollte kleiner 150 sein, meiner ist 380.
Meine Psychaterin hat noch zu mir gesagt, wenn ich zu hohe Blutfettwerte hätte, könnte es an dem Medikament liegen, welches ich einnehme, nähmlich Seroquel/Quetiapin, ziemlich hoch dosiert, das ist ein Antipsychotica. Wenn es an dem Medikament liegt meinte sie, müsste ich ein Mittel einnehmen welche die Bluttfettwerte senkt oder wir müssen uns nach einem Alternativen Medikament umschauen. Alternativen gibt es nur nicht wirklich, da ich das Quetiapin wirklich brauche und eine leichte Reduzierung schon starke Nebenwirkungen mit sich bringt. Mein Hausarzt meinte, die hohen Blutfettwerte liegen am Cola und schlechter Ernährung, aber sorgen müsste ich mir keine machen.
Jetzt war ich bei 3 Ärzten und keiner konnte mir sagen weshalb und warum ich immer wieder Ödeme in den Füßen und Beinen habe. Auch zu den Schienbeinschmerzen konnte oder wollte er nichts sagen, sonder er gab mir einen Zettel auf dem steht das ich das Tibialisauterior Syndrom habe. Was auch immer das sein soll. Also anscheinend bin ich gesund. Aber warum bekomme ich dann immer wieder extreme Ödeme die mehrere Tage anhalten. Und irgendwie fühle ich auch intuitiv das irgend etwas nicht stimmt.
Mich würde interessieren wie das alles zusammen hängt und warum ich diese Symptome habe, weil ich mir schon ein bißchen Sorgen mache.
Das mit den Ödemen und den hohen Blutfettwerten ist ja nicht normal. Aber laut 3 Ärzten fehlt mir nichts.
Habe auch noch andere Symptome, aber ich denke für das erste reicht es mal. Wenn sich jemand genauer mit meinem Thema auseinander setzt kann ich ja weiter erzählen.
liebe Grüße
Disso

Euphemia
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Re: Regelmäßig Ödeme in den Füßen und Beinen für mehrere Tage

Beitrag von Euphemia »

Disso hat geschrieben:
13.07.20, 20:40
Das mit den Ödemen und den hohen Blutfettwerten ist ja nicht normal.
Hallo Disso,

wenn man den Wirkstoff Quetiapin einnimmt – noch dazu „ziemlich hoch dosiert“ – kann das eben doch normal sein. Denn u. a. genau diese Symptome werden überall aufgelistet, wenn man nach Nebenwirkungen von Quetiapin googelt.


Disso hat geschrieben:
13.07.20, 20:40
Meine Psychaterin hat noch zu mir gesagt, wenn ich zu hohe Blutfettwerte hätte, könnte es an dem Medikament liegen, welches ich einnehme, ...
Na also! Die wird es wissen.


Alles Gute und eine baldige Linderung der Beschwerden wünsche ich.
"Wer sich nur tragen lässt, lernt weder laufen noch tragen." (Kyrilla Spiecker)

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jaeckel
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Re: Regelmäßig Ödeme in den Füßen und Beinen für mehrere Tage

Beitrag von jaeckel »

Hallo Disso,

wenn solche Gewichtsschwankungen da sind, haben die Ödeme sicher etwas mit der Trinkmenge zu tun.
Grundsätzliche Ursachen:
  • Erhöhter hydrostatischer Druck in den Kapillaren
    • Generalisiert: Niereninsuffizienz, Rechtsherzinsuffizienz (bei Überwässerng)
    • Lokalisiert: bei Venenleiden
  • Verminderter onkotischer Druck im Plasma infolge Hypalbuminämie (< 2,5 g/dl):
    • Eiweißverlust üder die Niere oder den Darm
    • Verminderte Zufuhr: Hungerödeme
    • Verminderte Synthese: Leberzirrhose
  • Gesteigerte Permeabilität der Kapillaren:
    • Generalisiert: Akute postinfektiöse Glomerulonephritis, Angioödeme
    • Lokalisiert: Allergie, Entzündung, etc.
  • Lymphödem
  • Ödeme durch Arzneimittel: Kalziumantagonisten, Minoxidil, NSAR, Glukokortikosteroide, Östrogene, Antidepressiva (ADH-Wirkung) u.a.
  • Zyklische Ödeme, z.B. prämenstruell
  • Idiopathische Ödeme (überwiegend Frauen vor der Menopause)
(geändert nach Quelle : Herold Innere Medizin 2020)

Sehr häufig ist eine Überwässerung bei Herz- oder Niereninsuffizienz. Daher ist nicht bei allen Patienten eine hohe Trinkmenge sinnvoll. Entsprechende Patienten sollten max. 1,5 Liter pro Tag trinken, regelmäßig ihr Gewicht checken und bei Beinödemen + Gewichtszunahme nach Rücksprache mit ihrem Arzt eventuell die Dosis der "Wassertabletten" (Diuretika) für einige Tage erhöhen.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

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