2 Fragen - Blutwerte und Nierenstau

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Lexi77
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2 Fragen - Blutwerte und Nierenstau

Beitrag von Lexi77 » 21.07.19, 18:46

Hallo!

Ich habe Fragen zu zwei Themen, die mich nach einem Krankenhausaufenthalt nun beschäftigen. Und da mein Hausarzt gerade im Urlaub ist, kann ich auch nicht so schnell von diesem Antworten darauf bekommen.

Ich war im Krankenhaus wegen einer Magenspiegelung und eines kleinen Eingriffs, was wegen Risikofaktoren/Komplikationen in der Vergangenheit in ITN durchgeführt wurde.

1. Thema:
Am Freitag hatte ich bei der Visite den Arzt nach den Blutwerten gefragt. Er hatte diese nicht dabei, meinte aber aus seiner Erinnerung wäre alles o.k., wenn nicht, würde er nochmal rein kommen. Er kam aber nicht mehr. Also bin ich davon ausgegangen, dass alle Werte o.k. sind.

Beim Entlassbrief war auch eine Übersicht der Blutwerte dabei. Hier sind doch einige Werte - zum Teil m.E. deutlich - außerhalb der Norm.
Die Werte sind (jeweils mit den angegebenen Referenzwerten in Klammern):
Kleines Blutbild:
Leukozyten (3,5-9,8 /nl): 10,8 +
Erythrozyten (3,7-4,8 /pl): 4,1
Hämoglobin (11,3-14,5 g/dl): 11,0 -
Hämatokrit (34-44 %): 33,1
MCV (83,2-99,8 fl): 81
MCH (27,3-33 pg): 26,8
MCHC (31,8-34,9 g/dl): 33,2
RDW (13,1-15 %): 14,6
Thrombozyten: (140-360 /nl): 273

Diff.-BB
Basophile G. (<1,5 %): 0,1
Eosinophile G. (0,4-6,6 %): 0,0 -
Neutrophile G. (43-74-8 %): 91,8 +
Lymphozyten (16,4-45 %): 5,4 -
Monozyten (2,6-8,2 %): 2,4 -

Alle anderen Werte waren im Normbereich. Bzgl. des kleinen Blutbildes war mir bekannt, dass einige Werte zu niedrig sind, hatte Anfang Juli eine Eisenmangelanämie diagnostiziert bekommen und 3 Eisenspritzen bekommen. Diese Werte vom haben sich aber schon erholt, auch das Ferritin liegt wieder bei 104.
Allerdings finde ich ich die Abweichungen im differenzierten Blutbild sehr eigenartig. Solche Werte hatte ich noch nie! Und die Abweichungen sind ja auch nicht gerade gering...

Haben diese Abweichungen was zu bedeuten? Sollte ich das kurzfristig abklären lassen oder reicht das nach dem Urlaub des Arztes in 3 Wochen? Oder kann das eine normale Reaktion auf die Spiegelung und die Narkose sein und ich brauche mir da keine Gedanken machen?

2. Thema:

Bei der Routine-Sonographie im Krankenhaus wurde ein "Nierenbeckenaufstau Grad 1 mit leicht erweiterten nierenbeckennahen Anteil des Ureter re." gesehen. Auch eine zweite Kontrollsonographie nach dem Toilettengang bestätigte das. Da bisher alle Sonographien der Nieren immer o.B. waren, sollte dieser neue Befund dann weiter abgeklärt werden, so dass die Urologen konsiliarisch hinzugezogen wurden.

Der Urologe machte am darauffolgenden Tag noch einmal eine Sono, konnte aber den Befund vom Vortag (da war es ein internistischer Oberarzt als Untersucher) nicht sicher bestätigen. Deshalb wurde dann noch ein CT durchgeführt. Dort konnte aber laut Stationsarzt auch nichts gesehen werden. Deswegen wurde ich dann auch aus dem Krankenhaus entlassen.
Im CT-Befund, den man mir mitgegeben hat, steht nun folgendes:
"Beide Nieren mir schlanken Nierenkelchsystem und zarten Kelchhälsen. regelrechte Kontrastierung des Nierenparenchyms in der portalvenösen Phase bei kleinstem zysten-äquivalenten Befund im mittleren Parenchymdrittel der re. Niere von max. 4 Millimetern. [...] Bezüglich des sonographischen Befundes keine CT-Korrelation. Keine Harnstauungszeichen."
Dieser Nierenbeckenaufstau wurde aber dennoch im Entlassbrief als Nebenbefund genannt.

Bis Ende April hatte ich nie Probleme mit Blase oder Nieren, noch nicht mal Blasenentzündungen o.ä. Ende April hatte ich dann nach einer Narkose über 4 Tage einen akuten Harnverhalt, für den aber keine Ursache gefunden werden konnte. Der war dann auch wieder weg und urologisch konnte im Nachhinein auch keine Ursache mehr festgestellt werden. Die letzten urologischen Untersuchungen fanden Mitte Juni statt und ergaben zwar die Diagnose einer hypotonen, hyposensiblen und großkapazitären Blase, was aber laut Urologe nicht schlimm wäre, solange ich keine Beschwerden habe. Deswegen habe ich dann auch weiter nichts mehr unternommen. Ich hatte zwar zuletzt immer mal wieder einen ziehenden Schmerz in der Flanke, hab das dann aber auf die Muskulatur geschoben, weil ja sonst nichts festgestellt wurde/werden konnte.

Jetzt wären meine Fragen dazu:

- Hätte so ein Nierenstau innerhalb von 7 Wochen (Ende Mai war die letzte Sono) neu entstehen können? Denn vorher wurde sowas nie beschrieben, Ultraschall wird ca. alle 3 Monate gemacht.
- Und wenn es tatsächlich ein Nierenstau war, könnte sich so ein Nierenstau innerhalb von einem Tag zurückbilden/wieder auflösen?
- Oder hat der Arzt bei der ersten Sono vermutlich was gesehen, was gar nicht da war?
- Kann das Ziehen in der Flanke doch irgendwie damit zusammenhängen?
- Sollte ich das jetzt trotzdem noch weiter abklären lassen (falls das überhaupt möglich ist) oder es erstmal auf sich beruhen lassen und "ad acta" legen?

Für beide Themen stellt sich also jetzt die Frage:

Also was tun? Erstmal auf sich beruhen lassen oder weiter forschen?

Danke und viele Grüße!
Verliere nie den Mut - es gibt zu wenig ehrliche Finder!

Chandra
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Re: 2 Fragen - Blutwerte und Nierenstau

Beitrag von Chandra » 30.07.19, 22:24

Hallo Lexi,

ich bin kein Arzt, aber ich finde das schon seltsam und würde es auf jeden Fall nachkontrollieren lassen. Hast Du mal Blasen-/ Nierensteine oder sowas gehabt? Wenn Du sagst, es wird alle drei Monate eine Sono durchgeführt, darf ich fragen, weshalb? Hast Du irgendwelche Vorerkrankungen? Und wofür waren Magenspiegelung und (welcher?) Eingriff?

Liebe Grüße
Chandra
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jaeckel
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Re: 2 Fragen - Blutwerte und Nierenstau

Beitrag von jaeckel » 03.10.19, 10:24

Hallo Lexi77,
Lexi77 hat geschrieben:
21.07.19, 18:46
Haben diese Abweichungen was zu bedeuten?
am ehesten eine unspezifische Infektkonstellation, die bei Kontrolle nach einigen Wochen weg sein sollte.
Lexi77 hat geschrieben:
21.07.19, 18:46
Oder hat der Arzt bei der ersten Sono vermutlich was gesehen, was gar nicht da war?
Wenn sich das bei Kontrolle durch einen Facharzt und auch CT nicht bestätigt, war das wohl eher ein Mißinterpretation oder ein passagerer Befund ohne besondere Bedeutung.
Lexi77 hat geschrieben:
21.07.19, 18:46
Sollte ich das jetzt trotzdem noch weiter abklären lassen
Nach CT und weiterem Sono ist das abgeklärt.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

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