Magenausgangsstenose

Moderator: DMF-Team

Antworten
Monsti55
Topicstarter
DMF-Mitglied
Beiträge: 29
Registriert: 20.11.18, 20:29
Wohnort: Tirol/Bezirk Kitzbühel
Kontaktdaten:

Magenausgangsstenose

Beitrag von Monsti55 » 20.11.18, 21:48

Liebes Forum,

im heurigen Mai fiel mir auf, dass ich kontinuierlich an Gewicht verliere. Auch mein Appetit ließ nach. Aß ich größere Mengen, kam nach einiger Zeit alles wieder oben raus. Als ich nur noch knapp 43 kg (165 cm groß) wog, wandte ich mich an einen Internisten im hiesigen Bezirkskrankenhaus. Es folgten eine stationäre Aufnahme und einige Untersuchungen, wobei sich herausstellte, dass ich eine Gastritis, eine Bulbitis und eine Magenausgangsstenose habe, die stark vernarbt und verzogen ist. Die Durchgängigkeit war zwar noch gegeben, doch stark erschwert.

Nach der Entlassung mit Empfehlung vieler kleiner Mahlzeiten nahm ich leider weiter ab. Im September war deshalb eine OP angesetzt, die aber wegen schwerer Verwachsungen abgebrochen wurde. Man sagte mir, dass mein Bauch mittlerweile inoperabel sei. Dann wurde mir Botox in den Pylorus gespritzt, was kurzfristig tatsächlich dafür sorgte, dass ich wieder besser essen und trinken konnte. Bei der Entlassung wo ich 41,5 kg.

Längst hat die Wirkung des Botox nachgelassen, so dass ich mich Anfang November an einen renommierten Chirurgen eines anderen Krankenhauses wandte. Dieser empfahl mir, über drei Wochen hochdosierte Protonenpumpenhemmer zu nehmen. Falls das nichts bringt, soll ich mich noch einmal melden. Ich werde stationär aufgenommen, und alle bereits im Sommer erfolgten Untersuchungen werden wiederholt (Sono, CT, Breischluck-Untersuchung, Gastroskopie).

Leider spüre ich keine besondere Besserung. Seit Anfang Oktober habe ich lediglich ein knappes 1 kg zugenommen. Mein Appetit lässt derzeit wieder massiv nach, und das Völlegefühl nach den Mahlzeiten hält über viele Stunden an.

Meine Situation ist leider etwas kompliziert, da ich seit 2004 keinen Dickdarm mehr und ein endständiges Ileostoma habe. Die totale Kolektomie habe ich einer postoperativen Kolon-Nekrose mit schwerer Peritonitis zu verdanken. Mein Bauch wurde insgesamt 4x aufgemacht, womit logisch ist, dass ich heftige Verwachsungen habe. Hinzu kommen noch Brustkrebs mit Chemo und OP, ein Herzinfarkt (2 Stents), mehrere Lungenentzündungen und eine Lungenembolie (2016/2017). Zudem bin ich wegen einer Polyarthritis immunsupprimiert.

Jener Chirurg, den ich Anfang November aufgesucht hatte, würde mich - sofern notwendig - trotz der Verwachsungen operieren, was mich schon mal sehr beruhigt.

Meine Frage(n) und ich weiß, dass das etwas kompliziert ist: Ist das alles vor allem ein internistisches Problem oder etwas, bei den tatsächlich die Chirurgie gefragt ist? Ich bin gerade total unsicher. Für einen Rat wäre ich sehr dankbar.

Beste Grüße
Monsti

Monsti55
Topicstarter
DMF-Mitglied
Beiträge: 29
Registriert: 20.11.18, 20:29
Wohnort: Tirol/Bezirk Kitzbühel
Kontaktdaten:

Re: Magenausgangsstenose

Beitrag von Monsti55 » 21.11.18, 21:15

Schade, offenbar hat niemand einen Tipp.

Monsti55
Topicstarter
DMF-Mitglied
Beiträge: 29
Registriert: 20.11.18, 20:29
Wohnort: Tirol/Bezirk Kitzbühel
Kontaktdaten:

Re: Magenausgangsstenose

Beitrag von Monsti55 » 13.12.18, 22:33

Hallo,

inzwischen war ich nochmals drei Tage lang stationär. Plötzlich heißt es, eine Magenausgangsstenose sei nicht ersichtlich. Ich habe aber einen wenig beweglichen Hakenmagen, der angeblich bis ins kleine Becken reicht. Ärztliche Auskunft: Da ist außer hochkalorischer Ernährung nichts zu machen. Ich bin verzweifelt, weil ich jetzt nur noch 40 kg wiege. Sobald ich eine größere Mahlzeit zu mir nehme, kommt alles ca. eine halbe Stunde nach dem Essen oben wieder raus. Das kann es doch nicht sein!

Dass die von mehreren Ärzten diagnostizierte Magenausgangsstenose nun keine mehr sein soll, verwundert mich ebenfalls. Kann es sein, dass der Magenausgang durch die Botox-Injektionen Ende September noch lockerer bzw. weiter ist? Ich bin gerade sehr verunsichert und weiß nicht mehr, wem ich noch glauben soll. Mein Gewicht macht mir große Sorgen. Ich sehe nicht nur schrecklich knochig aus, ich fühle mich auch sehr schwach. So wie jetzt ist es ganz und gar nicht witzig.

LG
Monsti

Dr.med.Holger Fischer
DMF-Moderator
Beiträge: 12270
Registriert: 31.01.07, 15:01
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)

Re: Magenausgangsstenose

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 14.12.18, 11:52

Hallo,
"Ich werde stationär aufgenommen, und alle bereits im Sommer erfolgten Untersuchungen werden wiederholt (Sono, CT, Breischluck-Untersuchung, Gastroskopie)."- hat eine ( und welche war maßgebend für die Diagnose) dieser Untersuchungen zu dem Resultat geführt, dass eben keine Pylorosstenose ( mehr) vorliegt? Die Botoxinjektion sollte eigentlich schon einige Monate wirken und muß dann wiederholt werden. Wenn Sie aber keine Nahrung bei sich behalten können, spricht dies ja wiederum für eine Stenose, allerdings kommt es normalerweise schon kurz nach der Nahrungsaufnahme zu einem Erbrechen. Ich denke, dass-unabhängig von den konroversen Diagnosen- eine hochkalorische Ernährung ( " Astronautenkost") sicherlich dringend angezeigt ist. Gute und rasche Besserung.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Monsti55
Topicstarter
DMF-Mitglied
Beiträge: 29
Registriert: 20.11.18, 20:29
Wohnort: Tirol/Bezirk Kitzbühel
Kontaktdaten:

Re: Magenausgangsstenose

Beitrag von Monsti55 » 14.12.18, 19:01

Hallo,

habe mich über Ihre Antwort sehr gefreut, dachte ich doch schon, man würde mein Anliegen einfach ignorieren. Vielen Dank!

Zur Botox-Injektion: Ich meine zwar, dass ich seit der Einspritzung etwas besser und auch mehr essen kann, was sich aber gewichtsmäßig leider nicht auswirkt. Ich ernähre mich schon hochkalorisch (u.a. täglich 4 Fläschchen Resource Orange neben den üblichen Mahlzeiten). Leider tut sich trotzdem nichts. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich noch tun kann. Bin schon am Überlegen, ob ich mir wieder einen zentralvenösen Katheder legen lasse, um mein Gewicht über parenterale Nahrungszufuhr endlich auf ein akzeptables Niveau zu bringen. Von Ports habe ich allerdings die Schnauze voll (hatte schon 5 davon und entsprechende Narben). Jetzt denke ich eher über einen Hickman-Katheder nach. Wäre das für gewisse Zeit eine Lösung?

Nein, ich muss nie direkt nach der Nahrungsaufnahme erbrechen, sondern immer erst 20-40 min danach, dann aber gleich mehrfach hintereinander, ohne dass mir vorher lange übel gewesen wäre. Der Brechreiz kommt quasi aus heiterem Himmel. Kaum merke ich, dass der Magen mault, muss ich auch schon rennen. Was dann kommt, ist extrem sauer und sieht unverdaut aus. Es riecht auch nicht nach Erbrochenem. Ist alles draußen, geht es mir auf der Stelle wieder gut, und ich habe Hunger.

Schön langsam denke ich, dass ich mich in eine spezialisierte Uni-Klinik begeben sollte. Leider kenne ich aber keine. Die nächstgelegenen Kliniken in Innsbruck und Salzburg sind leider nicht die passenden Adressen.

LG aus Tirol
Monsti

Dr.med.Holger Fischer
DMF-Moderator
Beiträge: 12270
Registriert: 31.01.07, 15:01
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)

Re: Magenausgangsstenose

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 15.12.18, 08:55

Guten Morgen,
dieser Drink enthält auf 200 ml 250 Kcal, macht also 1000 Kcal. Ihre normale Nahrung tagsüber beinhaltet evtl. 1500 Kcal. Insgesamt reicht das aber kaum aus. Die Idee, einen ZVK legen zu lassen, ist nicht schlecht. Dann könnte man via Infusionen gezielt Fett/ Aminosäuren und Glucose verabreichen. Natürlich ließe sich sicherlich eine geeignete Klinik finden bzgl. der Ernährung. Aber damit ist ja das Problem nicht dauerhaft gelöst." Aufpäppeln" könnte man sich selbst ebenso zu Hause.
Grüße aus dem Allgäu
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Monsti55
Topicstarter
DMF-Mitglied
Beiträge: 29
Registriert: 20.11.18, 20:29
Wohnort: Tirol/Bezirk Kitzbühel
Kontaktdaten:

Re: Magenausgangsstenose

Beitrag von Monsti55 » 16.12.18, 20:37

Guten Abend,

mit einem dauerhaften ZVK könnte ich mich problemlos selbst versorgen. Nach einer Peritonitis/Sepsis vor knapp 15 Jahren hatte ich einen Port bekommen, über den ich mich selber an die Nahrung (Trimix isocal von Fresenius) hängte, bis ich nach vielen Monaten wieder um 50 kg erreicht hatte. Lediglich den wöchentlichen Portnadelwechsel erledigte mein Hausarzt. Dafür muss ich also in keine Klinik gehen.

Nach weiteren Untersuchungen wurde festgestellt, dass ich neben der Pylorusstenose auch einen hypomotilen und sehr ausgeprägten Hakenmagen habe, der bis ins kleine Becken hängt, so dass man in einer chirurgischen Sanierung keine Lösung sieht. Im Moment sehe ich tatsächlich keine andere Lösung als die parenterale Zusatzernährung, auch wenn damit die eigentlichen Ursachen nicht beseitigt werden.

Herzliche Grüße in mei Urhoimet
Monsti

Dr.med.Holger Fischer
DMF-Moderator
Beiträge: 12270
Registriert: 31.01.07, 15:01
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)

Re: Magenausgangsstenose

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 17.12.18, 08:37

Hallo Monsti,
man könnte natürlich eine Gastropexie machen, aber es wird sich wohl kaum jemand an die Operation bei Ihren Vorerkrankungen wagen. Damit ist die Stenose selbst nicht behoben. Lassen Sie sich eine ZVK legen und einen Ernährungsplan erstellen. Für die kommende Zeit, für Weihnachten und das neue Ahr wünsche ich Ihnen alles Gute.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Monsti55
Topicstarter
DMF-Mitglied
Beiträge: 29
Registriert: 20.11.18, 20:29
Wohnort: Tirol/Bezirk Kitzbühel
Kontaktdaten:

Re: Magenausgangsstenose

Beitrag von Monsti55 » 22.12.18, 17:44

Dankeschön, natürlich ebenfalls schöne Weihnachten und alles Gute für ein gesundes 2019!

Herzliche Grüße
Monsti

Antworten