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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Müdigkeit, Krämpfe, Herzprobleme
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 Betreff des Beitrags: Müdigkeit, Krämpfe, Herzprobleme
BeitragVerfasst: 05.10.18, 14:16 
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Hallo,

Nach 2 Tagen schmerzhafter Muskelkrämpfe am ganzen Körper, letzten Donnerstag und Freitag, bekam ich am Samstag letzte Woche eine unglaubliche Schwäche, mit Übelkeit, "Schwindel/Sternchen sehen" und Schweißausbrüchen bei Belastung die bis heute anhält. Ich kann mich kaum mehr belasten. Es brennt dann auch wieder in der Brust als ob alles wund gebrannt wäre, das einatmen tut dann weh und ich bekomme Krabbelhusten.
Beim Ausruhen wird alles wieder besser.

Aufgrund einer, unter anderem, vorbestehenden chron. Myokarditis befand ich mich nun von Samstag bis heute in der Klinik, Gastroenterologie/Innere.
Dort wurde Blut abgenommen, die Lunge geröntgt, Ultraschall vom Bauch und ein Echo gemacht.

Heute zur Entlassung brachte der Arzt meinen Brief und sagte, bis auf die Entzündungswerte, wären alle Befunde in Ordnung.
Man würde von einem unspezifischen Virusinfekt ausgehen und ich solle mich 4-6 Wochen körperlich schonen.

Im Entlassungsbrief steht nun als zweite und neue Diagnose - Rechtsherzbelastung (RVSP nicht erhöht messbar).
Beim Echo - echokardiographisch zeigt sich eine erhaltene Pumpfunktion bei Rechtsherzbelastung.


Ist diese Diagnose jetzt nicht relevant, weil mir gesagt wurde es wäre alles in Ordnung, oder könnte es doch wieder ein Hinweis auf Aktivität der Myokarditis sein?

Was bedeutet Rechtsherzbelastung überhaupt und wären damit meine Symptome erklärbar?


Vielen Dank

Viele Grüße

Lilly

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BeitragVerfasst: 06.10.18, 09:02 
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Bei neu aufgetretener Rechtsbelastung muss differenzialdiagnostisch an eine Lungenembolie gedacht werden. Zur klinischen Beurteilung dient der Wells-Score:
  • Liegen Symptome einer frischen Beinvenenthrombose vor? Ja = 3 Punkte
  • Ist eine Lungenembolie wahrscheinlicher als eine andere Ursache? Ja = 3 Punkte
  • Ist die Herzfrequenz größer 100 Schläge/Minute? Ja = 1,5 Punkte
  • Gab es in den letzten 4 Wochen eine Operation oder Immobilisation (auch Langstrecken-Flug/-Autofahrt)? Ja 1,5 Punkte
  • Hatten Sie schon mal eine Beinvenenthrombose oder Lungenembolie? Ja = 1,5 Punkte
  • Trat blutiger Husten auf? Ja = 1 Punkt
  • Liegt eine Tumorerkrankung vor? Ja = 1 Punkt

Auswertung:
Wahrscheinlichkeit für LE gering < 2 Punkte, mittel 2 bis 6 Punkte, hoch bei mehr als 6 Punkten. Die zielführende Untersuchung zum Ausschluß für Patienten mit normaler Nierenfunktion ist eine CT-Angio des Thorax.

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Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
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BeitragVerfasst: 08.10.18, 13:23 
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Hallo Herr Dr. Jäckel,


danke für Ihre Antwort.

Laut dem Wells-Score liegen 3,5 Punkte vor. Allerdings wurde in der Klinik die Lunge geröntgt und auch der D-Dimere war normwertig.
Demnach ist eine Lungenembolie sicher ausgeschlossen.

Ich nehme an neuen Medikamenten ISDN morgens und Molsidomin abends. Können diese auf eine Rechtsherzbelastung Einfluss haben?
Oder wäre auch eine Verschlechterung/Wiederauftreten einer pulmonalen Hypertonie denkbar?

Ich nahm vor etwa 4 Jahren (ich weiß es nicht mehr genau), aufgrund zu hoher Lungendruckwerte, etwa ein Jahr lang den Wirkstoff Sildenafil.
Da bei einem Rechtsherzkatheter (in dieser Klinik) zur Kontrolle die Werte wieder normwertig waren, wurde der Wirkstoff wieder abgesetzt und nie wieder kontrolliert, da im Echo nie etwas derartiges auffiel.

Kann es sein, das die Lungendruckwerte jetzt bei Belastungen wieder zu hoch sind und somit zu dieser Rechtsherzbelastung führen?
Sollte man die Werte in einem Rechtsherzkatheter unter Belastung noch einmal kontrollieren, obwohl sie in Ruhe nicht auffällig sind?

Viele Grüße
Lilly

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BeitragVerfasst: 08.10.18, 18:09 
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Lilly291199 hat geschrieben:
Man würde von einem unspezifischen Virusinfekt ausgehen und ich solle mich 4-6 Wochen körperlich schonen.

Dagegen spricht ja zunächst mal nichts.

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BeitragVerfasst: 09.10.18, 13:16 
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Hallo Herr Dr. Jäckel,


Zitat:
Lilly291199 hat geschrieben:
Man würde von einem unspezifischen Virusinfekt ausgehen und ich solle mich 4-6 Wochen körperlich schonen.


Zitat:
Dagegen spricht ja zunächst mal nichts.


Ja genau, das sehe ich ein und das tue ich auch.

Allerdings erschließt sich mir als Laien daraus nicht die Ursache für die neu diagnostizierte Rechtsherzherzbelastung.
Besonders vor dem Hintergrund von Symptomen und einer früher festgestellten pulmonalen Hypertonie.

Oder kann ein Virus auch eine Rechtsherzbelastung verursachen?

Von einer Herzkatheteruntersuchung aus 7/2009 existiert folgender Befund:

- Li.-Re. Shunt offenbar infolge fehlmündender Lungenvene
- SaO2 im RA nahe der Einmündungsstelle praktisch arteriell mit 95 %

TOE-Befund

- Auffällig weiter Koronarsinus (18mm)
- nach i.V. Gabe von Rechtsherz-KM (Echovist) in die linke V. cubitialis (!) rasche Opafizierung des Koronarvenensinus vor
Anreicherung in den rechten Herzhöhlen. Somit Nachweis einer persistierenden linken oberen Hohlvene, die in den
Koronarsinus mündet.
- Pulmonalvenen nicht optimal darstellbar, ev. nur 3 vorhanden, eine davon relativ stark ausgeprägt.
- 4. Pulmonalvene möglicherweise in persistierende obere Hohlvene mündend

MRT zur exakten Darstellung der Gefäßverläufe empfohlen.

Dies ist nie geschehen.



Viele Grüße
Lilly

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BeitragVerfasst: 09.10.18, 17:53 
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Lilly291199 hat geschrieben:
Li.-Re. Shunt offenbar infolge fehlmündender Lungenvene

Das kann in zunehmenden Alter relevant werden. Bitte suchen Sie sich unter https://emah.dgk.org/zertifizierte-emah-zentren/ ein EMAH-Zentrum oder einen spezialisierten Arzt (EMAH = Erwachsene mit angeborenen Herzfehler).

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BeitragVerfasst: 09.10.18, 23:12 
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Vielen Dank! Das hilft mir sehr weiter.



Viele Grüße
Lilly

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BeitragVerfasst: 30.10.18, 12:32 
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Hallo,

da nun der schriftliche Befund des Echos vorliegt, würde ich gern hier noch einmal fragen.

Das Echo ergab:

Aortenklappeninsuffizienz - keine
Trikuspidalklappeninsiffizienz - Reflux
Pulmonalklappeninsuffizienz - Grad I
Mitralklappeninsuffizienz - Grad I

erhaltene LV-Pumpfunktion, paradoxes Septum, EF 53 %, MAPSE 11mm, keine DCS, RV-Kontraktionen erhalten, TAPSE 18mm, LV-Myokard verdickt, RVH, pAT mit 78 ms deutlich verkürzt, VCI mit 21 mm erweitert, kein PE.
AV: Taschensklerose, keine AI. MV: Segel sklerosiert, posteriorer Ringkalk, MI I Grades. TV: Segel unauffällig Reflux, RVSP nicht fassbar. PV: Reflux

Was sind jetzt Zeichen für eine Rechtsherzbelastung und was bedeuten sie?

Wodurch kann so etwas in relativ kurzer Zeit entstehen? Das letzte Echo im Frühling diesen Jahres war vollkommen in Ordnung.

Kann es nur ein vorübergehender Befund gewesen und jetzt wieder in Ordnung sein?


Viele Grüße

Lilly

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