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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Natriumspiegel zu nieder, 3 Empfehlungen.
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BeitragVerfasst: 29.09.18, 17:46 
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Registriert: 21.09.08, 18:47
Beiträge: 14
Blutbild zeigt seit Jahren zu niederen Natriumspiegel an:
2015:130, 2017,Juni:130, 2017,Dez:124. Norm:136-145 mmol/l.
2018,Aug:128. Norm:134-150 mmol/l.
Mein Hausarzt findet es nicht dramatisch.
Facharzt, Endokrinologe, findet es auffällig.
Facharzt, Neurologe, meint, er müsse unbedingt angehoben werden, drängt auf Salztabletten.
Facharzt Inneres meint, Salztabletten bringen nichts.
Mein Blutdruck ist hoch. Ich nehme 2 Blutdrucksenker zur Normalisierung.
Ich esse "normal". Nicht salzarm oder sonst was.

Was soll ich tun?

Bin männlich, 70 Jahre alt. Nehme Oxcarbacepin, das, wie der Neurologe selbst sagt, den Natriumspiegel senkt. Werde umgestellt. Das dauert aber einige Wochen. Dennoch Salztabletten, aber ich zögere wegen Blutdruck.

Vergessen:
Ich freue mich natürlich über jede Antwort
Anton


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BeitragVerfasst: 30.09.18, 09:38 
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Beiträge: 7403
Wohnort: Bad Nauheim
Die Hyponatriämie ist die häufigste Elektrolytstörung und viele Ärzte haben dabei Mißverständnisse.
Internist 2014 · 55:1427–1442: CME Hyponatriämie: Differenzialdiagnose und Therapie hat geschrieben:
Während im klinischen Alltag eine Hyponatriämie häufig unabhängig von der zugrunde liegenden Ursache als primärer Salzmangel missverstanden und entsprechend therapiert wird, ist jedoch vielmehr ein relativer Wasserüberschuss bei unzureichender Wasserausscheidung sowie vermehrter oder anhaltender Wasseraufnahme ursächlich für die Entwicklung der Hyponatriämie verantwortlich

Um es klar zu sagen, Salztabletten bei Hypertonikern sind meist kontraindiziert und schwächen meist die Wirkung der Blutdruckmittel ab. Und natürlich hat Oxcarbazepin eine Erniedrigung des Natriumspiegels als häufige Nebenwirkung. Denn es macht eine ADH-Ausschüttung (ADH=Adiuretisches Hormon), was über die Niere zu einer Wasserzurückhaltung (siehe obiges Zitat) und damit zur Salzverdünnung (Hyponatriämie) führt. Man nennt das auch medikamentöses SiADH (Syndrom der inadäquaten ADH-Ausschüttung). Das SiADH ist mit 1/3 der Fälle die häufigste Ursache für eine Hyponatriämie. Eine leichte symptomlose Hyponatriämie auf der Grundlage eines solchen medikamentösen SiADH (Medikamenten-Nebenwirkung) bedarf in der Regel keiner Behandlung und auch die Medikamente müssen nicht umgestellt werden.

Anton2 hat geschrieben:
Mein Blutdruck ist hoch. Ich nehme 2 Blutdrucksenker zur Normalisierung.

Welche Wirkstoffe denn?

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Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)


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BeitragVerfasst: 30.09.18, 09:57 
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Interessierter

Registriert: 21.09.08, 18:47
Beiträge: 14
jaeckel hat geschrieben:
... Eine leichte symptomlose Hyponatriämie
Anton2 hat geschrieben:
Mein Blutdruck ist hoch. Ich nehme 2 Blutdrucksenker zur Normalisierung.

Welche Wirkstoffe denn?


Blutdrucksenker:
Bisoprolol 10mg + Candesartan-comp 32/12,5 mg morgens.

Verstehe ich Sie richtig: meine Hyponatriämie würden Sie in dem Fall als leicht bezeichnen und besser nichts tun (und auf die Umstellung des Medikaments warten)?

Schon mal vielen Dank für diese ausführliche Antwort!
Anton


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BeitragVerfasst: 30.09.18, 11:03 
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Registriert: 15.09.04, 10:49
Beiträge: 7403
Wohnort: Bad Nauheim
Anton2 hat geschrieben:
Candesartan-comp 32/12,5 mg

Da sind also 12,5mg von HCT=Hydrochlorothiazid, ein Diuretikum (=Wassertablette), drin. Wenn man zu Ödemen (Wasser in den Beinen) neigt aber auch bei erhöhtem Blutdruck ist das HCT gut wirksam. Hat man allerdings keine Ödemneigung und trinkt eher wenig, bewirkt das HCT einen relativen Wassermangel (Hypovolämie), auf welche der Körper wieder mit einer ADH-Stimulation (s.o.) reagiert. So kann auch das HCT eine Hyponatriämie unterhalten.
Internist 2014 · 55:1427–1442: CME Hyponatriämie: Differenzialdiagnose und Therapie hat geschrieben:
Thiazide können dabei bereits nach einer einzigen Dosis zu einem signifikanten Abfall des Serumnatriums von bis zu 18 mmol/l innerhalb von 36 h führen.
Anton2 hat geschrieben:
Verstehe ich Sie richtig: meine Hyponatriämie würden Sie in dem Fall als leicht bezeichnen und besser nichts tun (und auf die Umstellung des Medikaments warten)?
Da ich keine Ferndiagnosen und auch keine Ferntherapie machen darf, muss ich mich allgemein ausdrücken. Daraus können Sie aber selbst leicht die richtigen Schlüsse ziehen:
  • Eine leichte Hyponatriämie ist definiert von130–135 mmol/l
  • Symptome einer manifesten Hyponatriämie sind vielfältig und vorwiegend neurologisch. Kopfschmerz, Schwindel, Antriebslosigkeit...
  • Sie nehmen 2 Medikamente ein, die eine Hyponatriämie als Nebenwirkung machen können.
  • Haben Patienten mit leichter Hyponatriämie keine Symptome und ist die Hyponatriämie erklärt durch Nebenwirkung sinnvoller Medikamente, gibt es keinen Grund die bewährte Therapie zu ändern.
  • Salztabletten sind out, obsolet!

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BeitragVerfasst: 30.09.18, 12:14 
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Beiträge: 14
Nochmals vielen Dank für die ausgiebige Antwort. Das war sehr freundlich.

Anton2


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