Herpes Zoster

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Onkel1983
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Herpes Zoster

Beitrag von Onkel1983 » 05.09.18, 17:01

Guten Tag,
ich habe vor einem Jahr das erste Mal eine Gürtelrose bekommen. Halbes Jahr danach noch einmal. Jetzt vor 6 Wochen nach einem Sonnenbrand noch einmal. 2 Wochen später wieder. Jetzt 3 Wochen später habe ich es schon wieder. Es ist mit Tabletten immer innerhalb von 4 Tagen Weg. Es ist immer am Kopf bzw Nacken. Ich habe das Gefühl, dass es nach dem Rasieren (Glatze) wieder aufblüht. Großes Blutbild Top!
Kein Arzt weiß weiter! Habt ihr Tipps warum das so ist?


Danke

Anästhesieschwester
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Re: Herpes Zoster

Beitrag von Anästhesieschwester » 05.09.18, 19:35

Hallo,

der Begriff "großes Blutbild" ist leder immer etwas irreführend und verleitet zu der Annahme, dass "alles" abgeklärt wurde. Dem ist leider nicht so. Ein Blutbild bezieht sich nur auf die Blutzellen, deren absolute / relative Anzahl bzw. die Differenzierung der weißen Blutkörperchen (letzteres macht den Unterschied des großen zum kleinen Blutbild aus).

Herpes ist eine durch Viren verursachte Erkrankung, die im Körper verbleiben und "schlummern". In Stresssituationen oder bei geschwächtem Immunsystem (Infekt, Chemotherapie, das Immunsystem schwächende Medikamente, "Stress" im Allgemeinen) werden sie wieder aktiv und lösen die typischen Symptome aus.
Inwieweit die genannten Ursachen für ein Wiederaufflammen bei Ihnen vorliegen, wissen Sie wahrscheinlich selbst am besten.
Ihr Arzt könnte ggf noch abklären, ob bei Ihnen eine grundsätzliche Schwäche des Immunsystems vorliegt. Interessante Werte sind hierfür Gamma-Globuline, IgA, IgM, IgG gesamt, IgG-Subklassen 1-4, ggf. absolute Lymphozytenzahl sofern nicht im großen Blutbild mitgemacht (oft hier nur relativer Wert in %). Kann der Arzt die Bestimmung rechtfertigen, übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Gruß
Die Anästhesieschwester

Onkel1983
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Re: Herpes Zoster

Beitrag von Onkel1983 » 06.09.18, 08:36

Hab letzte Woche ein Großes Blutbild im Rahmen der ü35 Untersuchung gehabt. Keine Auffälligkeiten. Wenn Krebs die Ursache wäre, dann wären ja auffällige Werte?!
HIV, wie ein Arzt in Erwägung gezogen hat, kann es auch nicht sein, ich bin Blutspender. Weiß nicht weiter,bin für jeden Tipp dankbar.

Onkel1983
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Gürtelrose

Beitrag von Onkel1983 » 06.09.18, 09:56

Guten Tag, habe eine immer wieder auftretene Gürtelrose. Ist mit Tabletten innerhalb von 3 Tagen weg. Hab im Internet gelesen das es auf Krebs hinweisen kann. Großes Blutbild ist laut Arzt OK. Ü35 Untersuchung auch.
Meinungen oder Tipps?

LG und Danke

Brigitte Goretzky
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Re: Gürtelrose

Beitrag von Brigitte Goretzky » 06.09.18, 17:45

Onkel1983 hat geschrieben: Meinungen oder Tipps?
Ja: Ein Thread in einem Unterforum reicht. Da können Sie auch weitere Fragen zu ihrer Gürtelrose anhängen.

Ich habe die Threads daher zusammengefügt.
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Reflux
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Re: Herpes Zoster

Beitrag von Reflux » 07.09.18, 16:29

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GanzKlar
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Re: Herpes Zoster

Beitrag von GanzKlar » 25.12.18, 10:56

Vorab: bin 68 Jahre alt, männlich und wiege 67kg.

In den letzten drei Monaten erlebte ich zwei grippale Infekte, die sich ankündigten, dann aber wieder zurückzogen. In diese Zeit fiel auch eine stressbehaftete schwierige Zahnbehandlung über 6 Wochen mit wiederholter Wurzelkanalbehandlung und Antibiose mit Amoxicillin 750 wegen Entzündunges der Wurzelspitze.
Darüber hinaus hatte ich Ende November eine Untersuchung der Schilddrüse mit Sonografie und Szintigram, bei der mir angeraten wurde, die tägliche Dosis von L-Thyroxin 25 auf 50 zu erhöhen (Anstieg der Zahl von kalten Knoten, Verdacht auf Autoimmungeschehen, z.B. Hashimoto). Diese Umstellung stellte ich aber erst einmal zurück.
Anfang Dezember hatte ich dann einen anstrengenden Tag mit einer langen Fahrt und kam sehr müde und fertig abends wieder zuhause an: die Beine waren verspannt und ich fühlte mich sehr unwohl.
Drei Tage später bekam ich eine anhaltende Blutddruck-Entgleisung von 195/105 mit Brustschmerzen und Unwohlsein. Mein Blutdruck ist mit rund 125/75 im Mittel normal, ich habe aber auch schon in der Vergangenheit ab und zu leichtere RR-Entgleisungen erlebt.
Meine Frau brachte mich zur Notaufnahme, und dort wurde mit Vergleichs-Laborwerten (Troponin) und EKG ein Infarkt und eine Embolie ausgeschlossen. Der Blutdruck wurde mit Nifedipin AL 5 (zerkauen und sublingual) auf 165/95 gesenkt.
Da ich in regelmäßiger ärztlicher Behandlung bin, verzichtete ich auf die stationäre Aufnahme.
Vier Tage später kam die zweite Entgleisung mit ähnlich hohen Werten. Da meine mittlerweile verstorbene Mutter jahrelang unter einem nicht erkannten Paragangliom oder Phäochromozytom der Nebenniere litt mit heftigsten Blutdruckentgleisungen, beschloss ich, diesmal in ein interdisziplinäres Notfallzentrum zu fahren, um die endokrinologische Seite neben der kardiologischen abklären zu lassen.
Nutze aber nichts, ich geriet wieder an die Kardiologen und wurde trotz meines Wunsches nach einem stationären, interdisziplinären Check nach einigen Stunden der Beobachtung wieder nach Hause geschickt mit einem Rezept (Ramipril) und der Empfehlung, ein RR-Tagebuch zu führen und noch einmal Stress-Echo, Langzeit-EKG und Langzeit-RR zu machen.
Mir wurde ein Termin für ein MRT des Abdomens kurz vor Weihnachten angeboten. Dieses Angebot nahm ich an, die Ergebnisse stehen noch aus.
Mittlerweile hatte ich gelesen, dass auch bestimmte Virus-Erkrankungen Hypertonie-Krisen auslösen können, z.B. Cytomegalie . Meine Hausärztin unterstützte diesen Ansatz und ließ Laborwerte ermitteln u.a. auch für Herpes Simplex und Herpes Zoster, da mich immer noch die Beschwerden an der Brustwirbelsäule, ab und zu Kopfschmerzen, leicht erhöhte Temperatur begleiteten, obwohl der Blutdruck wieder auf Normalwerte gefallen war.

Cytomegalie und Herpes Simplex waren negativ, aber bei Herpes Zoster gab es eine Überraschung:

Varizella-Zoster-Virus-Ak (IgG) (CLIA): 1531+ mIE/ml; normal sind weniger als 50 mEI/ml
Varizella-Zoster-Virus-Ak (IgM) (CLIA): 0.2 Index bis 0.9

Als Kind hatte ich vor rund 60 Jahren die Windpocken, danach aber nie eine Gürtelrose oder eine andere mir bekannte Revitalisierung des Varizella-Zoster-Virus.

Wie lässt sich dieser Laborwert deuten? Habe ich vielleicht in den letzten Wochen eine "stille" Gürtelrose (Herpes Zoster Sine Herpete) durchgemacht, oder ist dieser hohe Laborwert wirklich nur das Anzeichen für ein irritiertes Immunsystem? Meine im Moment eher zunehmenden Beschwerden in der BWS und auch Kopfschmerzen machen mir natürlich Sorgen, ob sich evtl. der Virus in der Rückenmarksflüssigkeit befindet und somit auch ins Gehirn wandern könnte. Was wären denn Anzeichen dafür, und ab wann müsste man dann sofort mit Virostatika antworten?

Brigitte Goretzky
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Re: Herpes Zoster

Beitrag von Brigitte Goretzky » 25.12.18, 12:32

Hallo,

die Werte bedeuten: Sie haben mal irgendwann Kontakt mit dem Varizella-Zoster-Virus gehabt und sollten keine Windpocken mehr bekommen können. Der niedrige IgM-Wert zeigt an, dass Sie keine akute Infektion mit Windpocken haben.

Die vom TE thematisierte Gürtelrose können Sie dennoch entwickeln.

Viele Grüße,
B. Goretzky
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Re: Herpes Zoster

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 25.12.18, 12:46

Hallo,
Frau Goretzky hat ja schon alles erklärt, dennoch ein kleiner Zusatz:
" Habe ich vielleicht in den letzten Wochen eine "stille" Gürtelrose (Herpes Zoster "- die IgG- Antikörper bleiben das ganze Leben Ihnen erhalten, man nennt dies auch " Seronarbe". Sie können also diese Infektion vor vielen Jahren gehabt haben, also nicht erst in den letzten Wochen. Man erkennt dies auch am Verlauf bzw. Nachweis der IgM-Antikörper, die je nach Virusinfektion erst nach einigen Wochen wieder abfallen.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

GanzKlar
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Re: Herpes Zoster

Beitrag von GanzKlar » 25.12.18, 13:14

Danke für die Hinweise. Ich konnte mir die Aussagekraft des IgG-Wertes nicht erklären, werde aber das Ergebnis im neuen Jahr mit meiner Ärztin in aller Ruhe besprechen.

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Re: Herpes Zoster

Beitrag von GanzKlar » 10.01.19, 18:15

Nachdem die erste IgG- Messung vor zwei Wochen einen Wert von 1531 ergab, zeigte die Kontrollmessung diese Woche 1670. Ist diese Steigerung signifikant bzw. bedenkenswert oder kann die "Seronarbe" durchaus auch diese Variabilität in den Ergebnissen haben?

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