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medizin-forum.de • Thema anzeigen - GFR nach Cystatin und Kreatininwerte
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 Betreff des Beitrags: GFR nach Cystatin und Kreatininwerte
BeitragVerfasst: 27.01.18, 16:01 
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Hallo,

ich habe tagelang recherchiert und benötige mal Erklärung/Info zu meinen Werten (Symptome kann ich es nicht nennen, ich habe keine). Zur Vorgeschichte: Ich habe seit 10 Jahren Hashimoto und mein TSH ist derzeit bei 1. Er ist etwas abgesunken, mein wohlfühlwert liegt bei +/- 0,3. Ich subsituiere Vit D, Magnesium, Vit K2 und Vit B Komplex unregelmäßig.

Seit (so weit ich es zurückrechnen kann) 5 Jahren kratze ich mit meinem Kreatinin Wert an der oberen Referenzgrenze. Also sie waren nie richtig grenzwertig, aber über einen GFR MDRD von 82 bin ich auch mit 28 nicht gekommen (Kreatinin lag da bei 77 µmol/l)... nun hatten sich meine Kreatinwerte in den letzten 5 Monaten rasch verschlechtert, der GFR MDRD von (ohnehin nicht guten) 77 auf 67 gesunden. Meine Internistin tat es als "wohl zu wenig getrunken" ab. Damit konnte und wollte ich mich jetzt aber nicht zufrieden geben. Denn ja, ich bin ein "nicht viel Trinker", immer... nicht erst seit den letzten 3 Blutabnahmen.
Ich also panisch zum Hausarzt, Werte der letzten Monate gezeigt, Überweisung zum Nephrologen bekommen. 3 Tage lang für meine Verhältnisse exessiv getrunken (2 Liter), dann erneute Blutabnahme, Ultraschall, Urintest.

Ultraschall sieht gut aus, linke Niere etwas klein (9,5 cm lang), aber keine Auffälligkeiten. Urin sieht gut aus, kein Eiweiß, kein Blut, keine Ketone... Blutkreatinin wieder etwas besser (von 1 mg/dl auf 82 µmol/l), aber etwas über Referenzgrenze (die liegt bei 80 µmol/l). GFR MDRD: 74. Alle anderen Werte waren gut. Nun hat sie auch das Cystatin C abgenommen, was ja wesentlich besser als Niereninsuffizienzmaker gelten soll, weil durch weniger Faktoren beeinflussbar (auch Trinkmenge?). Mein Wert lag hier ebenfalls bei 0,92 g/l (bis 0,95 g/l darf es sein). Berechnet macht das meinen GFR nach Cystatin C aber dennoch zu ca. 82 (allerdings nicht nach MDRD, natürlich, was den Wert höher erscheinen lässt).

Ich bin 33, das ist alles andere als gut. Aber da alle Werte im oberen Referenzbereich sind und diese nicht überschritten haben, soll ich nun einfach 1x im Jahr zur Kontrolle kommen, wenn ich möchte. Sie sagte, nur eine Biopsie könnte mehr sagen, aber die Werte sind ja "noch im Referenzbereich".
Ich kann mich damit nicht zufrieden geben und google google google.... ich versuche es mir halt schönzugooglen, was natürlich NIE passiert, denn Dr. Google prognostiziert einem in aller Regel ja doch einen frühen Tod.
Nun weiss ich meine Werte überhaupt nicht einzuschätzen. Ist das wirklich eine chronische Niereninsuffizienz? Wenn die Werte schon in meinem Alter so niedrig sind, werde ich sicherlich noch zu Lebzeiten an die Dialyse müssen oder? Kann man die Kreatinin oder Cystatin- Werte irgendwie positiv beeinflussen? Ich versuche nun natürlich SEHR viel zu trinken. Können Sie mir meinen Befund erklären?

Ausserdem folgendes:
Nun habe ich gelesen, dass das Cystatin C eben doch anfällig bei Autoimmunerkrankungen ist. Hashimoto ist eine, aber ich höre oft, dass das ja in den meisten Fällen nur eine Nebendiagnose darstellt und dementsprechend nicht dazu zählt.
Wie ist das zu bewerten?

Ich freue mich auf Rückmeldungen!
Besten Dank!


Zuletzt geändert von Blackyxoxo am 27.01.18, 18:21, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 27.01.18, 18:01 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 11609
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Abend,
" Ist das wirklich eine chronische Niereninsuffizienz"- in keinster Weise, noch nicht mal das Stadium 1 der Niereninsuffizienz. Da die Werte noch im Referenzbereich liegen, würde ich mir absolut keine grauen Haare wachsen lassen. Bzgl. des Kreatininwertes ist zu sagen, dass Kreatinin sogar erst dann ansteigt, wenn die GFR sich 50 % nähert. Eine Einschränkung der GFR in den Bereich zwischen 90-50 ml wird anhand des Kreatinins nicht erkannt, daher sagt man hierfür auch " kreatininblinder Bereich".
Sie sehen, dass Kreatinin also hierfür unbrauchbar ist und deshalb immer mit Cystatin zusammen bestimmt werden sollte.
Richtig ist, dass Cystatin C unter Hashimoto andere Werte aufweist.
Unter Berücksichtigung aller Faktoren halte ich eine Nierenbiopsie für nicht indiziert.
An eine Dialyse zu denken ist absolut unsinnig. Wenn Sie besorgt sind, lassen Sie eben einfach Kontrollen in 6 monatigen Abständen machen.

_________________
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 27.01.18, 18:16 
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Registriert: 18.10.08, 19:00
Beiträge: 4
Hallo,

danke für Ihre mutmachende Antwort.

Das Cystatin + Kreatin ergibt bei mir einen GFR von 82. Gehe ich jetzt aber mal davon aus, dass "Cystatin C unter Hashimoto andere Werte aufweist", sollte ich mir wirklich weniger Sorgen machen. Das gilt auch, wenn eine gute Einstellung erfolgt ist und weder eine Unter- noch Überfunktion vorliegt?

Sie sehen, ich bin ein Kontrollfreak und entschuldige mich schon mal im Voraus für die Fragerei. ;)

EDIT: Ich musste die Kreatinin-Werte in meinem Hauptbeitrag etwas ändern. Ich hatte mich bei mg/dl und µmol/l etwas vertan).


Zuletzt geändert von Blackyxoxo am 27.01.18, 18:24, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 27.01.18, 18:23 
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DMF-Moderator

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Beiträge: 11609
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Hallo,
ja, auch bei guter Einstellung ändert sich nichts an dem Befund Autoimmunthyreoiditis vom Typ Hashimoto. Die Antikörpertiter TPO usw. kann man oftmals reduzieren durch die Gabe von Selen 100- 200 Mikrogramm, aber keine höhere Dosis nehmen, sonst steigt die Gefahr eines Diabetesrisikos. Man kann aber sicherheitshalber Selen dann im BLut kontrollieren. Nehmen Sie 6 Monate Selen und machen dann eine Kontrolle der Nierenwerte bzw. besprechen Sie meinen Vorschlag mit dem Hausarzt.

_________________
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 27.01.18, 18:28 
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Beiträge: 4
Herzlichen Dank!
Selen habe ich öfters schon für einen Zeitraum von 6 Wochen genommen. Da es schon eine ganze Weile zurückliegt, werde ich wieder damit beginnen und in 6 Monaten neu testen.


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