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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Was macht chronischer Stress mit dem Blutzuckerspiegel?
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BeitragVerfasst: 27.11.17, 22:47 
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Beiträge: 6
Hallo zusammen!
man liest oft vom Zusammenhang zwischen der Ausschüttung von Cortisol und dem Anstieg des Blutzuckers.

Deswegen folgende Frage: Würde sich eine starke und chronische Stressbelastung, die über mehrere Jahre anhält in einem erhöhten Blutzucker-Wert im Serum abbilden? Oder erhöht Cortisol nicht zwangsläufig und unweigerlich den Blutzuckerspiegel signifikant?

Danke euch!


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BeitragVerfasst: 28.11.17, 10:18 
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DMF-Moderator

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Hallo,
chronischer Stress- aber er muß schon sehr enorm sein, nicht das , was man heutzutage schnell als Stress abtut- erhöht das CRF, somit das ACTH und somit wird vermehrt Kortison ausgeschüttet und auch Prolaktin. Kortison födert die Gluconeogenes in der Leber und theoretisch kann ein Diabetes sich entwicklen. Bekannt ist dies bei permanenter Kortisoneinnahme. Ihre Frage kann laborchemisch beantwortet werden, man kann natürlich:
:arrow: Kortisol bestimmen ( Achtung Tagesrhythmik)
:arrow: Prolaktin
:arrow: letztlich natürlich den BZ-Spiegel bestimmen.
Das Ganze läuft dann letztlich über die Insulinrezeptoren ab.

_________________
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 03.12.17, 00:04 
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Interessierter

Registriert: 01.05.13, 15:55
Beiträge: 6
Dr.med.Holger Fischer hat geschrieben:
Hallo,
chronischer Stress- aber er muß schon sehr enorm sein, nicht das , was man heutzutage schnell als Stress abtut- erhöht das CRF, somit das ACTH und somit wird vermehrt Kortison ausgeschüttet und auch Prolaktin. Kortison födert die Gluconeogenes in der Leber und theoretisch kann ein Diabetes sich entwicklen. Bekannt ist dies bei permanenter Kortisoneinnahme. Ihre Frage kann laborchemisch beantwortet werden, man kann natürlich:
:arrow: Kortisol bestimmen ( Achtung Tagesrhythmik)
:arrow: Prolaktin
:arrow: letztlich natürlich den BZ-Spiegel bestimmen.
Das Ganze läuft dann letztlich über die Insulinrezeptoren ab.


Vielen Dank für die schnelle Antwort!

1. Das bedeutet, wirklich starker und permanenter Stress über einen längeren Zeitraum (Monate bis Jahre) würde unweigerlich den Blutzuckerspiegel der entsprechenden Person über den Normbereich bringen?
2. Umgekehrt heißt das, dass wenn diese Person bei zwei Messungen im Abstand von einem 3/4 Jahr einen Blutzucker-Wert im Normalbereich aufwies, kann die Stressbelastung in dieser Zeit nicht extrem gewesen sein?

Würden Sie das so unterschreiben? Inwiefern spielt der Cholesterin-Wert eine Rolle in diesem Zusammenhang - dieser war nämlich erhöht.

Zu guter letzt, würde mich noch interessieren was CRF heißt.

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich hier noch einmal beraten könnten.


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BeitragVerfasst: 03.12.17, 09:39 
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DMF-Moderator

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Guten Tag,
nicht " unweigerlich"- ich habe geschrieben " kann", das ist ein enormer Unterschied und hängt von mehreren Faktoren ab, u.a. wie gut die Gegenregulation der Insulinsekretion ist.
Zu Frage zwei wäre die Bestimmung von Hb A1 c viel besser geeignet, kann man aber so nicht sagen, da wie erwähnt, Gegenspieler ja auch noch vorhanden sind, um eine BZ-Erhöhung zu vermeiden.
Cholesterin spielt in dem Regelkreis keine Rolle, ferner ist seit einigen MOnaten bekannt, dass das Cholesterin selbst nicht so eine wesentliche Rolle spielt bei Erhöhung, andere Lipidwerte sind viel wichtiger bzw. bei einer Erhöhung gefährlicher.
CRF bedeutet Corticotrop Releasing Factor und damit sind wir wieder beim Stress, aber auch andere Ursachen einer Erhöhung von CRF. CRF beeinflußt die Hypophyse und die Nebennierenrinde durch vermehrte Produktion von ACTH und dann wiederum vermehrte Bildung von Kortison und Androgenen.

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Grüße Dr. Fischer
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BeitragVerfasst: 04.12.17, 16:36 
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Interessierter

Registriert: 01.05.13, 15:55
Beiträge: 6
Vielen Dank!

Ich kann es eigentlich auch konkreter machen: Ich litt mehrere Jahre unter einer Traumafolgestörung mit diversen Symptomen, wie regelmäßigen Angstattacken, permanent erhöhtem Erregungsniveau und Gedanken kreisen, die eine große kognitive Anstrengung bedingten. Unterm Strich kann man getrost von einem extrem hohen Stressfaktor 24/7 über ca. 9 Jahre ausgehen; mit der ein oder anderen Phase, in etwas abgeschwächterer Form aber eben _keinem_ Tag, an dem man nur ansatzweise frei davon war.

Die Behandlung stellte sich als schwierig und langwierig heraus. Da ich selbst seit 2 Jahren Psychotherapeut bin kommt eine Belastung durch den Beruf noch dazu. In den letzten 2 Jahren habe ich signifikante Fortschritte in Sachen Angststörung gemacht, hatte dabei aber auch immer das Gefühl, dass mir mein Körper die Angstattacken sukzessive weniger verzeiht und verhältnismäßig weniger abpuffern kann, als noch vor Jahren (was ja auch Sinn macht). Dies führte zu ausgeprägten somatischen Beschwerden nach den jeweiligen Ansgtschüben bzw. der kongnitiver Belastung.

Letztenendes hat meine Genesung das Rennen gegen die Zeit nicht gewonnen, da ich im Juli diesen Jahres mit einem großen Knall zwar jegliche Angstsymptomatik verlor, diese aber gegen die zuvor genannten, temporären Begleiterscheinungen der Angst tauschte, die ich nun permanent habe. Wahrscheinlich eine Art Burnout mit Allem drum und dran: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Denkhemmung, Sprachstörungen, Wortfindungsprobleme; somatische Beschwerden wie Druck im und am Kopf, auf den Ohren/Augen, Kribbeln am Kopf, auch mittlerweile sekundär depressive Erscheinungen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Zwar sind die Zeichen eindeutig (auch vor dem Hintergrund der Wirkung von Cortisol auf Hippocampus/präfrontaler Cortex), jedoch interessiert mich nun, wie sich der genannte Stress vor allem in den letzen beiden Jahren auf körperlicher Ebene abgebildet hat, sprich, ob meine Blutwerte 2015 und 2016 Aufschluss darüber gaben, was ich gerade durchmache. Oder ob mein Körper zu diesem Zeitpunkt zumindest noch unbeeinflusst war.

Da ich von dieser Zeit nur 2 betriebsärztliche Blutuntersuchungen habe, kann ich nur mit den entsprechen Werten dienen. Dabei hatte ich mich aufgrund des Zusammenhangs auf BZ eingeschossen. Gibt es denn andere Parameter, die damals untersucht wurden (Leukos?), die besser geeignet wären, um den tatsächlichen Einfluss des genannten Stresses auf meinen Körper zu indentifizieren?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!


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BeitragVerfasst: 04.12.17, 18:05 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 11556
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Tag,
"ob meine Blutwerte 2015 und 2016 Aufschluss darüber gaben, was ich gerade durchmache. "-dazu müsste man die damals durchgeführten Werte wissen! Ferner vermute ich, dass wohl kaum die entsprechenden Werte, die einen Stress erkennen lassen, seinerzeit veranlasst wurden. Andere Werte, die eine Stresssituation erkennen lassen, sind mir nicht bekannt.

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Grüße Dr. Fischer
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