Schilddrüse wird kleiner aber kein Hashimoto?

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kk1981
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Re: Schilddrüse wird kleiner aber kein Hashimoto?

Beitrag von kk1981 » 10.01.19, 15:50

Sehr geehrter Dr. Fischer,

nun melde ich mich wieder bei Ihnen bezüglich meines Vaters. Wir waren nochmal beim Hausarzt und nun liegt er seit knapp einer wochen im Krankenhaus.

Bisher wurde ein Röntgen und eine Magenspiegelung gemacht. Hierbei kamen die Ärzte zu dem Ergebnis, dass sein Magen durch den monströsen zwerchfellbruch komplett nach oben gerutscht ist. Also ist er jetzt praktisch zwischen den lungenflügeln. Heute wurde noch ein CT gemacht, um dies nochmal genauer zu bestätigen.

Er bekommt jetzt Flüssigkeit über den Tropf und pantoprazol. Essen geht einigermaßen.

Nun wurde doch eine op angeraten. Allerdings befindet er sich momentan im Kreiskrankenhaus. Dort müsste der Chirurg es sich ansehen wegen der Möglichkeit der op vor Ort. Der Arzt der inneren Station meinte, dass ich auch sagen kann bzw. er, ob wir es woanders operieren lassen wollen. Oder, dass es sein kann, dass der Chirurg von sich aus sagt, dass die op zu aufwendig wäre für das kleine kh.

Nun habe ich nochmal mit der Hausärztin gesprochen, weil mich das alles verunsichert und man will ja das beste.... Sie meinte, dass ein grösseres Haus vielleicht wegen der Anästhesie besser wäre, weil er ja Probleme mit dem Herz insbesondere rhythmusstörungen hat....

Morgen soll ich mit dem stationsarzt nochmal sprechen....da soll ich ihm sagen,ob wir es woanders operieren lassen wollen oder nicht....

Muss ich mir das jetzt kompliziert vorstellen, so eine op? Gerade, wenn der magen komplett im brustkorb sitzt? Ist sowas denn routine? Ist da ein Kreiskrankenhaus geeignet für oder sollte ich versuchen, dass er in eine uniklinik kommt? Ich bin sehr verunsichert...

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schilddrüse wird kleiner aber kein Hashimoto?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 10.01.19, 18:01

Guten Abend,
bei vorbestehender Herzerkrankung rate ich zu einem größeren Haus, also durchaus eine Klinik mit etwa 500 Betten. Ferner muß man bedenken, dass durch den hochstehenden Magen eigentlich auch die Lungenkapazität eingeschränkt sein müsste/ könnte. ( Vitalkapazität). Eine OP wäre also sehr angebracht. Die OP selbst ist zwar keine kleine OP, aber auch nicht so extrem groß, eine Uniklinik ist hierzu nicht erforderlich. Auch kann ich mir vorstellen, dass ja die postoperative Überwachung auf der Intensivstation nötig wird, wenn es mein Vater wäre ( oder ich selbst, bin ja 73 Jahre alt, aber topfit), würde ich natürlich keine kleine Klinik bevorzugen.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

kk1981
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Re: Schilddrüse wird kleiner aber kein Hashimoto?

Beitrag von kk1981 » 19.01.19, 09:19

Sehr geehrter Dr. Fischer,

mein Vater würde nun aus dem kh entlassen. Es besteht der Verdacht auf upside down magen mit weitergehender Verlagerung des magens in den thorax. Ausserdem eine refluxösophagitis sowie mäßig floride hp assoziierte antrumgastritis.

Er hatte auch eine Vorstellung beim viszeralchirurgen. Dieser wiederum meinte, dass eine op nur offen stattfinden könne, nicht minimalinvasiv. Er meinte aber auch, dass das op Risiko bei ihm zu hoch wäre, so dass er noch in Narkose versterben könnte. So wurde in beiderseitigem Einvernehmen erstmal von einer op abgesehen. Der Chirurg meinte, dass es vielleicht möglich sei, dass wenn er abnimmt, das der magen von allein wieder durch das kaputte zwerchfell rutscht, könne er allerdings nicht versprechen. Die lunge zeigt keine infiltrate oder irgendwie Auffälligkeiten.

Er bekommt nun 2x täglich 40 mg pantoprazol. Trotzdem gibt es immer wieder Probleme. Er müsste letzte Woche 2x nachts raus und Schleim ausspucken. Wenn er das hat, dann hat er tagsüber wässrigen Stuhlgang.

Mir ist irgendwie Suspekt, warum er dann wässrigen Durchfall hat? Vielleicht steckt noch mehr dahinter? Und hp assoziiert...das heisst doch bestimmt helicobacter pylori? Bekommt man da nicht Antibiotika?

Nächste Woche hat er nochmal einen Termin beim viszeralchirurgen....

Was denken Sie darüber? Kann da noch was anderes sein?

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schilddrüse wird kleiner aber kein Hashimoto?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 19.01.19, 10:12

Guten Morgen,
die Sache ist sehr komplex, daher habe ich als Hilfestellung die entsprechende Leitlinie der Fachgesellschaft kopiert.

S2k-Leitlinie_Helicobacter_pylori_und_gastroduodenale_Ulkuskrankheit.pdf_11.04.2016_Hinweis-auf-Erratum
Vielleicht kann Dr. Jaeckel noch etwas dazu sagen.
Grüße Dr. Fischer
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kk1981
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Re: Schilddrüse wird kleiner aber kein Hashimoto?

Beitrag von kk1981 » 21.01.19, 15:58

Sehr geehrter Dr. Fischer,

heute habe ich den Befund der humangenetik wegen des Verdachts auf ehlers danlos syndrom bekommen.

Folgendes steht drin:
"Bei der genetischen analyse der o.g. Gene wurden
keine sicher krankheitsrelevanten Mutationen gefunden. Dabei konnte das exon 1 im Gen COL5A1 jedoch nur unzureichend bewertet werden. Wir können mit dem angewendeten Verfahren Mutationen in nicht kopierenden Bereichen (z.b. introns, promotor), sowie größere strukturelle genomische anomalien (z.b. kopienanzahlvarianten) nicht sicher ausschließen.

In Abhängigkeit von der klinischen Ausprägung des phänotyps und der familienanamnese sollte erwogen werden wie wahrscheinlich eine genetische Ursache ist, um eventuelle weitere diagnostische zu planen.

Dieser Befund sollte im Rahmen einer humangenetischen Beratung besprochen werden."

Heisst dass jetzt, dass meine überdehnbaren Finger und Zehen kein ehlers danlos syndrom sind? Habe ich das richtig verstanden?

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schilddrüse wird kleiner aber kein Hashimoto?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 21.01.19, 17:47

Guten Abend,
die Untersuchungen besagen, dass trotz ausführlicher genetischer Laboruntersuchung dieses Syndrom trotzdem nicht sicher ausgeschlossen werden kann, bedeutet also, es kann vorliegen oder eben nicht. Man ist also letztlich genau so klug wie vor der Untersuchung.
Grüße Dr. Fischer
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kk1981
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Re: Schilddrüse wird kleiner aber kein Hashimoto?

Beitrag von kk1981 » 22.01.19, 17:36

Sehr geehrter Dr. Fischer,

heute war ich bei meiner Hausärztin meine Vitamin b12 spritze holen. Die arzthelferin sagte, dass ich den arm nicht so anspannen soll, der ganze Inhalt der b12 spritze lief an der einstichstelle wieder raus..die arzthelferin sagte,dass sie so was noch nie gehabt hätte....den arm habe ich gar nicht angespannt. Ich zeigte ihr,dass da irgendwelche Einlagerungen im Arm sind. Sie sagte, dass ich recht habe, ob ich es mal einem Arzt gezeigt habe....leider hatte ich das schon 2x einem Arzt gezeigt, keiner wusste eine Erklärung....

Jetzt erzählte mir eine Bekannte, ob es nicht sein kann, dass es ein lipödem ist...Sie meinte auch, dass man dass bekommen kann in Verbindung mit Hashimoto. Dabei meint sie aber nicht das myxödem....

Ich habe ja schon wie so oft erwähnt diese leicht inhomogene und gering echoarme sd ohne antikörper und ohne l thyroxin bisher. Gibt es da wirklich einen Zusammenhang? Meine Beine haben auch eine unförmige Optik....

Meine Mutter hat auch so eine Art "elefantenbeine" gehabt, hat auch Hashimoto und seitdem sie mit lt eingestellt ist, hat sie fast 20 kg abgenommen und hat diese dicken Beine auch nicht mehr....

Nun bin ich natürlich wieder hin und hergerissen...was ich aber zu 100% festgestellt habe ist, dass irgendwas mit meinen Hormonen generell nicht stimmen kann...
immer wenn ich meine menstruation gerade weg habe, ist morgens der Puls nicht so hoch...ich fühle mich nicht ganz so schlapp und das Eiweiss im Urin ist auch geringer...um so näher ich in Richtung nächster menstruation komme, um so schlapper fühle ich mich, noch mehr Eiweiss ist im Urin und der Puls ist wieder zwischen 110-140.

Was halten Sie von dem Zusammenhang Schilddrüse und eventuellen lipödem? Was sagen Sie zu den Feststellungen zwecks menstruation?
Anfang Februar ist 1 Jahr Pille absetzen um....das letzte mal hatte ich die menstruation wieder nach knapp 3 Wochen, für 8 Tage lang, diesmal hatte ich 2 Tage davon eine stärkere blutung und habe mich auch krank gefühlt...Bauchschmerzen und Unwohlsein wie leichte Übelkeit...

Habe nächste Woche Termin bei Gynäkologin, aber die meinte ja vorher schon, dass alles von sd kommt....die Woche drauf habe ich einen Termin beim Endokrinologen....die meinte wieder,dass es nicht von der sd kommt....was soll ich nun denken?

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schilddrüse wird kleiner aber kein Hashimoto?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 23.01.19, 09:15

Guten Tag,
Lipödeme können diverse Ursachen haben, u.a. genetische, hormonelle Ursachen. Ob überhaupt ein Lipödem vorliegt,muß der Arzt vor Ort feststellen. Ich bezweifle dies aber und m.E. besteht kein Zusammenhang mit der erschwerten Blutentnahme. Ferner ist ja immer noch nicht geklärt, ob überhaupt Hashimoto vorliegt. Ich wollte Ihnen ein Video schicken mit einer aktuellen Fortbildung hierüber ( Laborwerte,Antikörper, Ultraschall), klappt aber nicht, da es nur für Ärzte zugänglich ist.
"
Was halten Sie von dem Zusammenhang Schilddrüse und eventuellen lipödem? Was sagen Sie zu den Feststellungen zwecks menstruation? "- theoretisch evtl. möglich. Ich sehe einen eventuellen Zusammenhang mit der Menstruation, Sie scheinen verkürzte Zyklen zu haben als Zeichen eines Gestagenmangels, wobei wir wieder bei einem hormonellen Zusammenhang wären. Man könnte durchaus ab Zyklustag 14 ein Gestagen verordnen, Dauer der Einnahme 12-14 Tage. Gestagen hat einen sehr vielfältigen Einfluß auf den gesamten Körper. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es eine positive Wirkung bei Ihnen hätte.
"
Grüße Dr. Fischer
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kk1981
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Re: Schilddrüse wird kleiner aber kein Hashimoto?

Beitrag von kk1981 » 23.01.19, 12:27

Sehr geehrter Dr. Fischer,

vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen. Ohne Pille hatte ich zuvor auch aller 3 Wochen meine menstruation. Also hat damals vielleicht auch schon ein gestagenmangel vorgelegen? Aber warum? Die Pille hatte alles regelmäßig gemacht. Vom Grunde hätte ich sie mit meinen vorerkrankungen gar nicht nehmen dürfen....

Was beinhaltet das Video, was sie mir schicken wollten? Würde mich interessieren? Können Sie mir das wichtigste so mitteilen?

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schilddrüse wird kleiner aber kein Hashimoto?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 23.01.19, 14:26

Guten Tag,
die Pille macht ja nur eine " Scheinregulation"- nach dem Absetzen ist der hormonelle Zustand wie zuvor. Wenn nach dem Eisprung nicht eine mindestens 12-14 Tage dauernde Gestagenphase mit erhöhter Temperatur gegeben ist- festzustellen leicht an der gemessenen Basaltemperatur- ist ein Gestagenmangel offensichtlich. Dieser kommt gar nicht so selten vor, bei schweren Hypothyreosen aber auch ( was bei Ihnen aber nicht vorliegt).
Das Video dauert 1 Std. Es dreht sich alles um die Schilddrüse, Symptome, Labor, Untersuchungen, Therapie, natürlich auch Hashimoto.
Ich frage mich trotzdem immer wieder: wenn Sie verständlicherweise wissen wollen, ob Hashimoto vorliegt, warum wird dann keine Feinnadelbiopsie gemacht, ist doch kein großer Eingriff. Natürlich stellt sich dann die Frage, ob es eine Konsequenz hat bei normalen SD-Werten.
Grüße Dr. Fischer
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Re: Schilddrüse wird kleiner aber kein Hashimoto?

Beitrag von Samtpfötchen86 » 23.01.19, 22:27

Guten Abend kk1981,

ich bin zwar medizinischer Laie, jedoch ist eine mir nahestehende Person an einer seltenen Form des Ehlers-Danlos-Syndroms (EDS) erkrankt.
Daher möchte ich gern Ihren Beitrag vom 21.01.2019 aufgreifen und dazu einige Bemerkungen machen.
kk1981 hat geschrieben:Heisst dass jetzt, dass meine überdehnbaren Finger und Zehen kein ehlers danlos syndrom sind? Habe ich das richtig verstanden?
Zuerst einmal: es gibt nicht "das eine" Ehlers-Danlos-Syndrom. Der aktuellste Stand (März 2017) ist eine Einteilung in 13 verschiedene Untertypen.
Da man bei Ihnen einen Test auf Mutationen im COL5A1-Gen durchgeführt hat, nehme ich an, dass man bei Ihnen das "klassische EDS" vermutet hat.
Allerdings hätte man gemäß dieser "EDS-Typen-Tabelle" https://www.ehlers-danlos.com/wp-conten ... -chart.jpg (auf Englisch) dann auch nach Mutationen im COL5A2-Gen bzw. der einen aufgelisteten Mutation im COL1A1-Gen gesucht.

Kurzum: ich kenne nicht die ganze Bandbreite Ihrer Symptome und weiß daher auch nicht weswegen man das klassische EDS bei Ihnen vermutet hat- ich kann Ihnen aber eines aus Erfahrung ans Herz legen: verfolgen Sie diesen Hinweis weiter und wenden Sie sich dafür am besten an ein auf EDS bzw. Hereditäre Bindegewebserkrankungen spezialisiertes Zentrum und/oder einen Genetiker.

An dieser Stelle der Link zu zwei Selbsthilfe-Vereinigungen, die Ihnen sicher geeignete Anlaufstellen (evtl. in Ihrer Nähe) nennen können:

https://www.ehlers-danlos-initiative.de/home/

https://www.eds-selbsthilfe-ev.de/cms/

Gern können Sie mir für weiteren Austausch/Fragen auch eine PN schicken (ich habe mich sehr kurz gefasst um nicht allzu sehr den Thread-Verlauf zu stören).

Viele Grüße und Alles Gute,
Samtpfötchen

kk1981
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Re: Schilddrüse wird kleiner aber kein Hashimoto?

Beitrag von kk1981 » 26.01.19, 08:17

Sehr geehrter Dr. Fischer,

meine Mutter hat Hashimoto und nimmt zur Zeit LT 50, nun hat sie folgende Werte bekommen:

Tsh 1,41 (0,30-3,94)
ft3 -3,70 (3,71-6,70)
Ft4 18,90 (12,3-20,2).

Die LT Tablette hat sie erst nach der blutabnahme genommen. Sie hat folgende Symptome: schwitzen in der Nacht, so dass die Nachtwäsche gewechselt werden muss, teilweise Unruhe, gewichtsabnahme von 80 kg auf 65 kg, Kopfschmerzen, flaues Gefühl in der magengegend (wie leichte Übelkeit) und so rote Wangen als ob sie glühen würde ohne fieber. Eine Erkältung ist es nicht. Dieser Zustand kommt immer wieder....

Kann es eine Art überdosierung sein? Warum ist der ft3 so niedrig,weil ft4 schon zu hoch für sie ist? Oder ist die Symptomatik weder über- noch unterfunktionssymptom,sondern eher Zeichen der zugrundeliegenden autoimmerkrankung/Entzündungsreaktion?

Würden sie die LT 50 weitergehen oder auf 37,5 zurückgehen?

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Schilddrüse wird kleiner aber kein Hashimoto?

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 26.01.19, 08:39

Guten Morgen,
ich mache es mir einfach:
"Der Patient klagt vor allem über einen (durch Ausschüttung von Stresshormonen bedingten) anfallsartigen Bluthochdruck (paroxysmale Hypertonie) oder dauerhafte Blutdruckerhöhung (persistierende Hypertonie, oft bei Kindern). Während der Phasen des erhöhten Blutdruckes treten Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrasen und Schwitzen auf. Weitere Zeichen sind blasse Haut, Blutzuckererhöhung (Hyperglykämie), eine Leukozytose und Gewichtsverlust. Anfallsweise können Ohnmacht, Übelkeit, Erbrechen, vermehrte Tränen- und Speichelbildung auftreten".
Es könnte evtl. ein Phäochromocytom vorliegen, ist aber relativ selten, kann man leicht mit ganz spezifischen Blutuntersuchungen abklären. Die Symptome lassen mich doch an diese Erkrankung denken. Die SD ist gut eingestellt, auf keinen Fall liegt eine Überdosierung vor, da das TSH ja in keinerlei Weise supprimiert ist. Am fT3 störe ich mich nicht.
Grüße Dr. Fischer
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kk1981
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Re: Schilddrüse wird kleiner aber kein Hashimoto?

Beitrag von kk1981 » 01.02.19, 13:18

Sehr geehrter Dr. Fischer,

ich hätte heute eine Untersuchung bei der Gynäkologin. Sie hat Ultraschall gemacht. Der linke Eierstock hat 3 große zysten. Der rechte Eierstock hat keine zysten, würde aber wohl verkümmert aussehen. Gebärmutter war i.o. hatte nochmals angesprochen, dass ich ca. 1 wo vor der menstruation immer morgens diese hitzewallungen und Schweißausbrüche habe. Ausserdem dazu der Hohe Puls.

Sie meinte dann, dass man das mit einer Pille oder hormonspirale behandeln könnte, aber nun sieht sie im pc etliche vordiagnosen (ärztehaus, ist verknüft mit patientenakten von hausarzt). Weiterhin meinte sie, dass es vielleicht schon was mit wechseljahre zu tun hat, weil meine mutter diese auch zu zeitig hatte. (Allerdings muss ich hier wieder sagen, dass sie hier eine unendeckte Hashimoto hatte, vermutlich auch mit Tendenz in unterfunktion).

Dann hat sie gesagt,dass es für Wechseljahre pflanzliche Mittel gibt, aber die könnten auf die leber gehen, da diese bei mit momentan auch nicht 100% ist wegen der erhöhten Leberwerte und nichtalkoholische Fettleber, würde sie vorschlagen, dass wir noch mal ein halbes jahr warten...vielleicht würden die Eierstock doch noch anspringen...

Blut hat sie nicht abgenommen...

Ist das jetzt die richtige Vorgehensweise? Kann man jetzt pauschal sagen, dass es so ist....Sie meinte, dass sonst meine knochen und Gefäße drunter leiden würden, wenn ich bei verfrühten Wechseljahren nichts mache. Ich will aber nicht schon wieder mit Hormonen anfangen, schon gleich nicht, wenn es nicht 100% bewiesen ist...

Was meinen Sie dazu?

kk1981
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Re: Schilddrüse wird kleiner aber kein Hashimoto?

Beitrag von kk1981 » 01.02.19, 13:20

Ich hab noch vergessen: können die eierstockzysten Symptome machen?

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